Gesellschaft

Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießen

Am Freitag war absoluter Notstand in unserem Kindergarten. Der umhergehende Magen-Darm-Virus hatte nun auch viele Erzieherinnen erwischt und so wurden alle Eltern morgens direkt an der Tür gefragt, ob es möglich wäre, dass sie ihre Kinder wieder mit nach Hause nehmen könnten. Eine Mutter drehte wie selbstverständlich mit ihrer Tochter um, ein Lächeln auf den Lippen und meinte im Vorbeigehen: „Wie gut, dass ich heute meinen freien Tag habe!“ Das kuriose war: Sie meinte das keineswegs ironisch, sondern tatsächlich ernst!

Früher, als Kinderlose, habe ich mir solche Reaktionen in Situationen wie diesen auch immer genauso vorgestellt. Dass ich den Erzieherinnen seelenruhig Gute Besserung wünschen würde, während ich gut gelaunt meinem Kind wieder in den Anorak helfe und im Kopf bereits das Mittagessen für die kommende Woche plane, weil ich selbstredend den Nachwuchs freiwillig noch ein paar Tage länger zuhause betreuen würde – die Erzieherinnen sollten erst mal wieder richtig auf die Beine kommen!

Die Realität sieht anders aus. Sobald ich die Bitte um Eigenbetreuung zuhause erhalte, erstarre ich innerlich schon wie in einem Schockzustand. Meine Genesungswünsche halten sich in Grenzen, vor allem bin ich wütend. Auf das Virus, auf fehlendes Personal, auf meine gestohlene freie Zeit. Das ist den Erzieherinnen gegenüber natürlich nicht fair, und mein Mitgefühl für ihren Zustand bekommen sie auch kurze Zeit später. Aber erstmal reagiere ich nicht so besonnen, wie ich es mir früher immer ausgemalt hatte. Und manchmal kann es in solchen Momenten passieren, dass ich wieder mit meiner Rolle als Mutter hadere.

Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießenRegretting Motherhood, oder auch die Mutterrolle bereuen, klingt erst einmal herzlos. Da möchte eine Frau ihre natürlichste Rolle im Leben ablegen, sich quasi gegen ihr eigen Fleisch und Blut entscheiden. So klingt es für Außenstehende oft. Und doch muss man bei jeder Mutter differenzieren, genau hinschauen, nicht alle über einen Kamm scheren. Vor allem muss man erst einmal davon ausgehen, dass diese Mütter zwar ihre Mutterrolle bedauern, ihr Kind jedoch von Herzen lieben. Das passt nicht zusammen? Ich finde schon.

Gerade in der heutigen Zeit, der Epoche, in der alles möglich scheint, wird die Verantwortung der Frau dem Kind gegenüber viel zu hoch angesetzt, es scheint oft, als hätte sie die alleinige Pflicht, alles zu managen. Denn auch, wenn der Mann –im Gegensatz zu früher- viel mehr Zeit zuhause verbringt und im günstigsten Fall von sich aus das Bedürfnis verspürt, sich so oft wie möglich um seinen Nachwuchs zu kümmern, steckt die Frau, zumindest emotional gesehen, immer noch tiefer drin.

Es scheint immer noch selbstverständlich zu sein, dass sie die Hauptkümmerin ist. Den Sohn zum Kindergarten bringt, auf Elternabende geht, die Tochter nachmittags zu Freunden fährt oder von der Musikschule abholt, mit den Zwillingen die Hausaufgaben macht oder eben ihre Termine verschiebt, wenn die Kinder (oder Erzieherinnen) krank sind.

Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießenVon der Frau wird erwartet, dass sie in ihrer Mutterrolle aufgeht und zwar direkt nach der Geburt. Dass Viele sich erst einmal an ihr neues Leben mit Kind gewöhnen und sich mit dem Gedanken, nun bis zum Lebensende Mutter zu sein, langsam anfreunden müssen, wird ihnen offensichtlich nicht zugestanden. In einem neuen Job ist eine vergleichbare Eingewöhnungs- und Einarbeitungszeit hingegen selbstverständlich.

Als ob Frauen während der Geburt wie durch Zauberhand erfahren würden, wie sich das Leben mit Kind, mit all seinen Konsequenzen, anfühlen wird.

Ab sofort hat die Mutter sich ausschließlich vorrangig um die Bedürfnisse des Nachwuchses zu kümmern, die eigenen müssen selbstredend hintenan gestellt werden.

Doch was ist mit den hochsensiblen Müttern, die auch ohne Kinder schon viel mehr auf Stressbewältigung setzen und auf ihr Wohlbefinden achten müssen? Nicht zu vergessen: Nur eine entspannte Mutter kann die beste Mutter für ihr Kind sein.

Ich glaube, dass der Gedanke, die Mutterrolle zu bereuen, gerade bei Hochsensiblen daher rührt, dass sie sich viel zu oft überfordert fühlen. Sei es von den gesellschaftlichen Strukturen oder auch von den (ausgesprochenen oder unausgesprochenen) Erwartungen seitens der Familie oder ihrer eigenen Perfektion geschuldeten.

Bekommt die hochsensible Mutter nicht genug Ausgleich, versucht sie, die Hauptquelle der Stressproduzierenden Ursache ausfindig zu machen – und das ist nun mal in den meisten Fällen ihr Kind.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jede hochsensible Mutter automatisch ihre Mutterrolle verflucht, nur weil sie besonders stressgefährdet ist. Ich kenne auch hochsensitive Mamas, bei denen noch nie dieser Gedanke aufgetaucht ist. Trotzdem müssen gerade die hypersensiblen Mütter gut auf sich achten!

Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießenZumindest bringt ein Kind plötzlich viel mehr Unruhe, Reize und Emotionen ins eigene Leben, welche vorher in dem Maße nicht vorhanden waren, genauso wenig vorstellbar waren und wo die hochsensitive Frau als Kinderlose noch schneller zu ihrem Gleichgewicht finden konnte.

Wie soll eine hochsensible Mama ihr Muttersein genießen können, wenn Körper und Seele permanent ein Zuviel der belastenden Eindrücke melden?

Manchmal reichen nur zwei Minuten, die mich an den Rand meiner Belastungsgrenze bringen. Gestern war es im Kinderzimmer meines Sohnes Maxi soweit. Da mein Vierjähriger seit Beginn des Jahres zuhause bleibt, während sein Bruder in den Kindergarten geht, bin ich auch vormittags schon Mutter, Spielkameradin, Köchin und diverses mehr. Manches fällt mir leichter, manches schwerer. Und ich gebe es zu, die Spielkameradin in mir kann sich mit der neuen Situation noch nicht anfreunden.

Früher habe ich mir das Ganze irgendwie leichter vorgestellt. Gemeinsam spannende Playmobilwelten erfinden, mich beim Memory abzocken lassen oder kreative Dinge basteln: So meine naiven Träumereien. Die Realität sieht ganz anders aus. Da muss ich mitspielen und darf es trotzdem nicht. Dabeisitzen und immer mal wieder „Ahaaaa“ und „Oh wie toll“ einwerfen ist erlaubt, selbst eine Figur führen oder die Straße mitbauen ist verboten.

Beim Memory beherrschen die Wutanfälle meines Kindes das Spiel und nicht der Spaß am Kartenaufdecken. Und sowieso: Karten umdrehen darf nur Maxi; wenn ich an der Reihe bin, wird die Spielregel ganz spontan mal geändert. Und auch beim Basteln dauert das Herbeischaffen der Utensilien länger als der ganze kreative Prozess oberhalb der Tischplatte.

Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießenEs muss aber nicht nur das Spielen sein. Es bringen mich auch andere Situationen innerhalb unseres Familiensystems schnell an meine Grenzen. Das gewünschte Gute-Nacht-Lied am Abend, das ausschließlich mit Gehampel und Geturne in den Betten begleitet wird, anstatt von einem ruhig daliegendem Kind mit dankbarem Lächeln auf den Lippen anerkannt zu werden. Das Gematsche am Tisch mit dem Essen, das Poltern durchs Treppenhaus, die täglichen Eifersüchteleien zwischen den Geschwistern. Vor allem aber das Dauergeplapper und „Mamaaaaa?“ von morgens bis abends.

Spielen mit meinem Ältesten bereitet mir keine Freude, sondern bedeutet für mich Unterforderung in höchstem Maße. Wo andere Mütter sich innerlich zurücklehnen und sich ganz dem Spielniveau ihrer Kinder hingeben können, bäumt sich in mir etwas auf, das am Liebsten schreiend aus dem Zimmer laufen möchte. Und manchmal engt dieser Zustand auch körperlich meinen Brustkorb ein, mein Puls rast oder ich fange an zu weinen. Das ist mir dann sehr unangenehm, vor allem Maxi gegenüber, und rational begründbar ist es auch nicht.

In solchen Momenten bin ich ganz schnell an der Grenze der euphorischen Mutter in mir. Tatsächlich erscheint mir Muttersein in diesen Augenblicken als trostlose Wüste, in der keine Oase in Sicht ist.

Aber auch andere Kriterien, ich nenne sie mal die „Faktoren außerhalb des Familiensystems“ können schnell dazu führen, dass ich mich als hochsensible Mutter frage, ob das denn wirklich alles so lebenserfüllend mit dem Muttersein ist.

Der Babysitter, der spontan abspringt und mir meinen dringend benötigten freien Nachmittag raubt. Die kritische Bemerkung meiner Freundin, die mich direkt an meinem Erziehungsstil zweifeln lässt. Die Abneigung gegen disharmonische Klänge, die mich bei den enthusiastischen „Klavierkonzerten“ meines Sohnes eher zum Ohren-Zuhalten, denn Applausspendenden Beifallsbekundungen zwingen.

Nicht jede kleine Situation löst bei mir gleich den Gedanken an „Regretting Motherhood“ aus. Es ist vielmehr die Summe vieler Steine, die mir im Weg liegen oder wenn ich zu oft zu wenig Zeit zum Regenerieren habe.

Eltern sind –gerade in der Säuglings- und Kleinkindzeit ihres Nachwuchses- permanenten Reizen, Provokationen und Herausforderungen gegenübergestellt. Jede Mutter kennt Situationen, die sie an ihre Grenzen bringen.

Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießenUnd dennoch ist es sicher kein Zufall, dass vor allem die Hochsensitiven unter ihnen vermehrt zu Wochenbettdepressionen neigen oder sich –seltener oder häufiger- heimlich ihr Leben ohne Kinder zurückwünschen.

Meiner Meinung nach ist das kein Wunder, können wir schließlich die Sinneseindrücke und Stimmungen um uns herum kaum bis gar nicht filtern. Wo Normal-Sensible den Zigarettenrauch ihrer Freundin neben sich und das Herumgerutsche ihrer Tochter auf dem Schoß ausblenden können, während das Radio dudelt und im Nebenzimmer das Baby im Stubenwagen anfängt zu jammern, stehen Hochsensible in diesem Moment meist schon dermaßen unter Stress, dass ab jetzt kein weiteres Gespräch, keine Reaktion mehr tiefenentspannt ablaufen kann.

Und das ist nur ein kurzer Ausschnitt der kleinen Problemchen des Alltags. Kommen noch begleitende Dauerthemen, wie Schwierigkeiten mit dem Großen im Kindergarten oder die nicht enden wollende Trotzphase der Tochter hinzu, ist das Ausmaß an Dauerstress endgültig erreicht. Welche (hypersensible) Mutter sehnt sich dann nicht nach mehr Ruhe im Alltag, mehr Beständigkeit, mehr Zeit für sich?

Und doch ist die Erfüllung dieser Träume nur bedingt möglich, wenn überhaupt, dann meist für eine viel zu kurze Zeitspanne.

Und gerade wir hochsensiblen Mütter benötigen per se schon mehr Auszeiten, in denen wir, nur für uns und ohne Kinder, auftanken und wieder zur Ruhe kommen können.

Die permanente Überforderung führt schnell dazu, dass gerade hochsensible Mütter das Muttersein nicht immer genießen können. Dann kommen auch mal Gedanken auf, die Mutterrolle zu verfluchen und am Liebsten wieder kinderlos zu leben. Liebt die Mutter ihre Kinder, entsteht ein Dilemma. Denn das eine geht ohne das andere nicht: Kinderlos leben, aber seine geliebten Kinder zu behalten.

Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießenUnd es geht noch weiter! Treten Gedanken in Richtung Mutterrolle bereuen auf, fühlen diese Mütter natürlich sofort ein schlechtes Gewissen, vor allem ihrem Kind gegenüber. Ein Gefühl, welches hochsensible Mamas sowieso kennen, weil sie ständig in vielen Alltagssituationen damit kämpfen. Was für eine doppelte Belastung für uns Frauen, die eh schon ständig mit Emotionen und Stimmungen aller Art ungefiltert konfrontiert werden!

Mein Muttersein ohne Wenn und Aber zu genießen fällt mir in der Tat oft schwer. Reine Euphorie über das Glück, Kinder zu haben, reicht mir als Ausgleich für anstrengende Tage nicht aus. Ich brauche zusätzlich unterstützende Faktoren, die mir in meiner Hochsensibilität beiseite stehen.

Das können festgelegte Zeiten sein, in denen ich die Kinder nicht betreuen muss. Oder eine verständnisvolle Freundin, die in meiner Anwesenheit nicht raucht. Vielleicht ist es aber auch eine erlernte Strategie, Sätze (vor allem die Nicht-Ausgesprochenen!), Kritik und Bemerkungen nicht zu nah an sich heran zu lassen.

Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt, weil die Reizüberflutungen es leider auch sind.

Im Falle meiner Unterforderung beim Spielen mit meinem Sohn habe ich ehrlich gesagt noch keine Patentlösung gefunden. Es strengt mich nach wie vor an. Ein bisschen besser ist es, wenn ich mir vor Augen halte, dass es meinem Sohn weniger um „echte“ Spielregeln, als um meine bloße Anwesenheit und Zuneigung geht, dann fällt es mir leichter, mitzuspielen. Und, wenn ich als Ausgleich meine freie Zeit auch immer wieder für geistige Forderung (tiefsinnige Gespräche mit anderen Erwachsenen oder ein geistreiches Buch) nutze.

Ansonsten sage ich mir immer wieder, dass die Hochsensibilität nun mal ein Teil von mir ist und sich bei mir persönlich vor allem in Momenten, in denen es zu laut und wuselig um mich herum zugeht oder in Situationen der latenten, geistigen Unterforderung meldet. Allein dieses Annehmen und Zugestehen mir selbst gegenüber, senkt so manches Stresslevel. Und nimmt dem Gedanken an „Regretting Motherhood“ den Schrecken.

Ja, vierundzwanzig Stunden lang an dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr Mutter zu sein ist stressig. Und für uns Hochsensible noch einmal mehr. Da dürfen wir auch ab und an mal wieder „nur“ Frau sein wollen!

150 Gedanken zu „Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießen“

  1. Honna sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen 👍🏻

    1. Christine sagt:

      Danke dir!! :)

    2. Mama sagt:

      Lauter Gleichgesinnte… Ick werd verrückt! Dabei dachte ich, mich gebe es nur allein auf dieser Welt, denn bei allen anderen bekannten Müttern läuft alles so traumhaft. Da könnte ich regelmäßig ausflippen! Ich bin für Kinder einfach nicht gemacht, habe aber zwei davon. Tja… ich sehne die Zeit herbei, wenn die beiden flügge werden :-D

      1. Bluemli sagt:

        Hallo Mama,
        Ich dachte auch, dass nur ich so eine unmögliche Mama bin, die immer nur überfordert ist und jammert.Mir kommen fast die Tränen.Ich habe soeben diese Seite entdeckt und kann es nicht fassen.Nur….was kann ich tun? Ich werde mit 36 Jahren doch plötzlich kein anderer Mensch….!!!

      2. Sarah sagt:

        Darunter setze ich ein großes Bündel Ausrufezeichen!

    3. Katarina sagt:

      Liebe Christine!

      Auch von mir ein DANKE für Deinen Text und die gesamte Homepage. Es ist ein bisschen wie eine kleine Insel finden in einem oft wüsten Meer – in dem man sich getrieben fühlt ohne Einfluß nehmen zu können und dabei alleine und unverstanden ist.
      Es ist gut, von anderen Müttern zu lesen, denen es genauso bzw. sehr ähnlich geht wie einem selbst. Wenn es auch nicht das eigene Dilemma auflöst, so ist es doch hilfreich, sich immer wieder bewusst zu machen, dass das eigene So-Sein nichts mit Versagen und Schuld zu tun hat. Selbst wenn man dann doch immer wieder so fühlt. Bei mir kommt eine Depression hinzu, die das „Coping“ mit dem Muttersein nicht gerade einfacher macht – und trotz allem Sich-bewusst-machen fällt es mir weiterhin nicht leicht, Ausgleich zu schaffen für den täglichen Stress. Der natürlich zum Teil auch selbstgemacht ist: meine Erstreaktion bei einem Ausfall der Kindergärtnerinnen wäre tatsächlich – zumindest an manchen oder vielen Tagen – nicht der Gedanke an mich und meine verlorene „freie“ Zeit. Sondern zuerst der, wie meine Kinder nun einen guten, pädagogisch wertvollen Tag erleben können – den ich gestalten muss. Was ich gesundes – und leckeres – kochen könnte. Also der permanente Managerinnen-Motor, der automatisch anspringt – die Funktionerfalle. Alles perfekt machen, Chauffeur für die Kinder sein am Nachmittag, damit sie ihre sozialen Kontakte pflegen können, Musikinstrumente lernen, Sport machen. Wenn das Flöte-Üben dann nicht klappt – und ich sofort aggressiv und ungehalten werde, bemerke ich manchmal erst, wie das alles zehrt. Dass ich seit Tagen angespannt bin, nicht mehr kann. Denn: wo sind meine Sozialkontakte, wann komme ich dazu, meine Instrumente zu üben (seit der Geburt des ersten Kindes quasi nicht mehr), wann mache ich Sport (dito).
      Ich weiß: es hat damit zu tun, Verantwortung für sich zu übernehmen. Die Erkenntnis, HSP zu sein, hilft nicht, wenn man nicht handelt. Letzteres aber ist manchmal… extrem schwierig.

      Es macht dann Mut, von anderen Mamas zu lesen. Vielleicht auch, wie sie es schaffen, besser für sich zu Sorgen – und damit ja auch einen Teufelskreislauf zu durchbrechen: zufriedenere Mama mit mehr Kapazitäten – zufriedenere Kinder. Klingt zumindest… fast einfach :-).

      Liebe Grüße
      Katarina

      1. Christine sagt:

        Liebe Katarina,

        auch dir danke ich ganz herzlich für deine ehrlichen Worte und dass du uns hast teilhaben lassen an deinen Gedanken und Gefühlen!
        Ich denke auch, dass besonders wir Hochsensiblen es oft schwer haben, auch mal unpädagogische Tage zuzulassen. Wie du schon sagst, muss dann das Kind wenigstens zuhause das Fulltime-Programm an wertvollem Input erleben. Anstatt uns selbst den Gefallen zu tun auf Pommes o.ä. umzusteigen. Interessanterweise kann ich guten Gewissens zwei Augen zudrücken, wenn mein Mann die Verantwortung übernimmt und eben kaum Programm bietet. Aber bei mir? Ganz schwierig. Die Frage ist nur, was wir damit unseren Kindern vermitteln, wenn wir eigentlich keine weitere Generation Perfektionisten aufziehen wollen…

        Alles Liebe wünsche ich dir und viel Kraft, auch wieder für dich selbst einzustehen! :)
        Christine

  2. SilkeAusL sagt:

    Hochsensibel..ist in der Öffentlichkeit schon so ein Thema…aber hochsensible Mutter? Überfordert, stellt sich an, soll mal den Po zusammenkneifen etc.pp.
    Wer hat für uns Verständnis? In meiner Umgebung keiner. Da wird schöngeredet, abgewiegelt(entweder „is doch alles nich so schlimm“ oder „so ist das nunmal mit Kindern/in einem Mehrfamilienhaus…“)sich lustig gemacht(haha, der sind die fliegenden Tauben über dem Haus zu laut…!).
    Verständnis bekommt man allenthalben mal von jemandem Aussenstehenden, der dann schlaue Tipps gibt und „oh, das kann ich verstehen“, aber wirkliche Hilfe und Unterstützung fehlt.
    Und auch meine erste Reaktion wäre nicht “ oh, die armen Erzieherinnen“ oder sollte eins meiner Kinder betroffen sein „oh das arme Kind“, sondern eher „scheiße, nicht schon wieder“. Bei zwei Kindern ist die „Gefahr“ ungleich höher…Und in letzter Zeit, so ca.nach den Herbstferien, hatte ich das mehrere Wochen hintereinander. Immer musste ich ein Kind an meinem freien Tag wieder mit nach Hause nehmen/abholen/gar nicht erst hinbringen…Und dann hört man wieder von anderen, wie suuuuper alles läuft, wie selten die Kinder krank sind, die toll sich der Vater auch kümmert(hinbringen,abholen,Aktionen in KiTa/Schule,Arzttermine etc.pp.),während man selbst gerade zusammenbricht(die, deren Kinder noch öfter/ernsthafter krank sind,blendet man leider aus…).
    Mir fehlt einfach Hilfe von Außen. Ernstgemeinte, ehrliche Hilfe, die kein betteln, Kniefall oder Rechtfertigungen erwartet.
    Und gerade einfach nur Verständnis von den Nachbarn oben drüber, die JEDEN Sonntag morgen(spätestens nachmittags)saugen. In einem sehr hellhörigen Haus. GRRRRR!!!

    Ende des Vortrages(es fällt mir schwer, mich kurzzufassen, weil man wie erwähnt meistens auf Verständnislosigkeit trifft…)

    Gruß Silke

    PS:Ich schreib Dir gleich mal noch ne Mail bzgl.Erziehungsberatung, da hatten wir ja schon mal geschrieben…

    1. Christine sagt:

      Ja, das Problem liegt tatsächlich schon meist darin, dass Hochsensibilität in der Öffentlichkeit noch nicht wirklich verbreitet ist – es sei denn, man interessiert sich eh schon für das Thema. Und einer Mutter erkennt man ja nicht auf den ersten Blick an, dass sie hochsensibel ist. Leicht ist es für uns also nicht. Da können wir hauptsächlich nur gut für uns selbst und für Abgrenzung sorgen oder eben unsere Wünsche und Bitten deutlich ansprechen. Auch, wenn es schwer fällt!

      Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und vor allem Gesundheit für deine Kinder :-P

  3. Regina sagt:

    Ich kann dich so gut verstehen! Meine Kinder sind mittlerweile 14 und 16.
    Ich habe mich so oft genau gefühlt wie du und wusste nicht warum.
    Ich habe erst kürzlich herausgefunden, dass ich hochsensibel bin und mich mit diesem Thema befasst.
    Immer wieder hört man wie erfüllend es ist Mutter zu werden bzw. zu sein.
    Und ich habe mich immer gefragt, warum das bei mir nicht so ist.
    Und wenn einer meiner Söhne mal krank ist, verletzt oder die Schule ausfällt, denke ich auch zu erst an meine fehlende freie Zeit alleine zu Hause.
    Vielen lieben Dank für deine Texte. Ich hoffe, jede hochsensible Mutter kann sie lesen und dadurch Erleichterung und Verständnis erfahren!
    Liebe Grüße Regina

    1. Christine sagt:

      Liebe Regina,

      vielen Dank für deinen Kommentar, auch, wenn ich zugeben muss, dass er mich nicht gerade ermutigt hat, weil ich heimlich immer noch die Hoffnung hege, dass es mit dem zunehmenden Alter der Kinder besser wird. Wie empfindest du das mit zwei „Pubertieren“ im Gegensatz zu früher?

      Danke für dein Feedback. Es freut mich, dass meine Texte dich im Herzen erreichen!

      Lieben Gruß
      Christine

      1. Katja Halk sagt:

        Ich bin nicht Regina, hab aber hier auch anderthalb Pupertiere…. (10+12)
        Was tatsächlich um einiges leichter wird, simd Freiräume. Sie können schon mal ne Weile allein zu Hause sein, Klamotten selbst entscheiden….
        Auch Krankheit wird leichter – meist schaffen sie es doch ins Bad….
        Uuuund, ganz großer Vorteil bei uns: die Girlies wissen um mein Bedürfnis nach Freiraum, akzeptieren es und verstehen, dass auch ich manchmal nicht so tolerant bin, wie ich es gern wäre….

        Was es immer noch gibt, simd diese Mamaaa? Situationen und die nerven auch immer noch. Dazu kommt, dass beide (die Kleine noch mehr als die Große) HSP sind znd entsprechend in der Schule oft selbst in die Überforderung rutschen. Das sind dann tatsächlich noch manchmal Tage, da würde ich am liebsten ausziehen….

        Aber nur Mut, es wird tatsächlich besser – und mit der Zeit habe ich gelernt, im jetzt zu leben und nur die gerade aktuellen Anforderungen abzuarbeiten. (Und es gibt hier kein Radio, solange ich da bin 😊) LG

      2. Christine sagt:

        Liebe Katja,

        ich finde es bemerkenswert, wie gut du für dich und deine Mädels sorgst!!
        Ich stelle es mir nicht einfach vor, aber du scheinst wirklich einen guten Weg gefunden zu haben, mit deiner Hochsensibilität und der Überempfindlichkeit deiner Töchter umzugehen.
        Ganz lieben Dank für deine Wünsche und mutmachenden Gedanken!!
        Christine

  4. Irene sagt:

    Ich bin über Twitter hier gelandet und der Text spiegelt so gut wieder wie es mir manchmal geht. Meine beiden sind inzwischen 10 und 8. Als sie noch klein waren war ich, bedingt durch viele Krankheiten meinerseits und der Kinder und keine Familie in der Nähe, permanent überfordert und es kam eine mittelschwere Depression dabei raus. Inzwischen bin ich einigermaßen „gesund“ und wir sind zurück in die Nähe der Großeltern gezogen, aber oft wünsche ich mir einfach mal alleine zu sein. Jeder Streit nimmt mich mit, jedes „Nein mache ich nicht“ bringt mich fast zum Heulen, wenn die beiden sich lauthals anbrüllen wegen irgendwas erstarre ich und möchte mir die Ohren zuhalten. Durch Stress außen rum und Frust weil ich einfach keinen Job finde (der Haushalt unterfordert mich und macht so wenig Spaß, dass ich ihn gar nicht machen will, lieber würde ich arbeiten gehen und der Mann bleibt zuhause) mit zwei Kindern bin ich dünnhäutiger als normal.
    Die 10 jährige kommt langsam in die Vorpubertät und zickt, der Kleine macht einfach mit. Dabei ist er selber auch eher sehr sensibel bis hin zu hochsensibel bei Geräuschen (so wie ich) und weint sehr oft was dann dem Papa auf die Nerven geht weil er „doch kein Mädchen“ ist.
    Im Moment gibts keinen Ausweg aber ich hoffe es kommt bald einer, sonst bleibt der Spaß am (Familien-)leben echt auf der Strecke.

    1. Christine sagt:

      Liebe Irene,

      es freut mich, dass du über Twitter auf meinem Mama-Blog gelandet bist – sei herzlich willkommen!
      Deine derzeitige Situation klingt tatsächlich ein bisschen wie festgefahren. Schön zu lesen, dass du jetzt wieder näher am Rest der Familie wohnst, sofern dir die Nähe auch gut tut? Hast du denn gar keine Zeit für dich alleine, z.B. wenn die Kinder in der Schule oder bei den Großeltern sind, oder meinst du generell mal einfach eine längere Auszeit für dich? Das kann ich absolut nachvollziehen!

      Genauso Streitereien und Gebrüll – da gehe ich auch an die Decke (an guten Tagen nur innerlich). Manchmal muss ich mich fast zwingen, mich nicht einzumischen und sie bis zu einem gewissen Punkt mal machen zu lassen. Miteinander Streiten will ja auch gelernt sein, ohne, dass Mama immer eingreift. Aber natürlich, alleine, dass man es mitkriegt, ist anstrengend genug.

      Ich wünsche dir sehr, dass du bald einen Job findest!! Die permanente Unterforderung und zu wenig Ausgleich über einen Job kann auf Dauer nur zermürbend sein. Ich drücke dir also ganz sehr die Daumen! Vielleicht renkt sich dann manches wieder ein.

      Wie auch immer dein weiterer Weg aussehen wird: Ich wünsche dir ganz viel Kraft und nur das Beste! Du kannst auf jeden Fall stolz auf dich sein, was du jeden Tag schaffst! Nimm‘ dir gleich zur Stärkung noch einen Schokokeks aus meiner Küche ;-)

      Alles Liebe
      Christine

  5. Mama arbeitet sagt:

    Und dann stell dir mal vor, du bist alleinerziehend mit 3 Kindern. Mit Geldsorgen und ohne Unterstützung, über Jahre. Oder vielleicht stellst du dir das lieber nicht vor. :)

    Herzliche Grüße,
    Auch eine Christine

    1. Christine sagt:

      Liebe Christine,

      tatsächlich tendiere ich dazu, es mir lieber nicht vorstellen zu wollen, denn dann würde ich sicherlich am Rad drehen ;-)
      Nein, mal Spaß beiseite: Es ist eine enorme Leistung, die alleinerziehende Mütter da täglich erbringen, erst recht, wenn sie hochsensibel sind. Meine eigene Mutter hat meine Schwester und mich auch alleine groß gezogen. Und erst heute, wo ich selbst in der Position der (hochsensiblen) Mutter bin, kann ich wirklich nachvollziehen, was sie da durchgemacht hat. Vieles kann ich erst jetzt auch wertschätzen. Und ich hätte ihr im Nachhinein so viel mehr Pausen und Unterstützung von Außen bzw. vom Staat gewünscht.

      Genau das wünsche ich dir und allen alleinerziehenden Müttern auch heute. Und ganz viel Kraft!

      Alles Liebe dir,
      Christine

      1. SilkeAusL sagt:

        Von mir auch ein <3. Obwohl bei mir nicht alles ganz so krass ist/war, wie bei "Mama arbeitet". Aber ich habe andere Baustellen…

  6. Tamara sagt:

    Hammer!!!
    Hammer eindrucksvoll geschrieben, als wenn ich eine Zeitreise unternommen hätte….
    Vielen Dank für die offenen Worte und Gefühle. Ich hab wohl doch nicht alles falsch gemacht, obwohl ich mich sehr oft schuldig, alleingelassen und überfordert gefühlt habe.
    Meine Kinder sind nun gross und teils selber Mama geworden.
    Also nicht aufgeben ihr Supermütter mit ganz besonders viel Herz, Gefühl und Emotionen!!!
    Bleibt euch treu, seid ehrlich auch zu euch selbst. Man darf zugeben, dass man auch mal nicht mehr alleine weiterkommt.
    Holt euch Hilfe!! Eine verständnisvolle Freundin oder die Familienhilfe. Alles ist besser als sich versagend zurückzuziehen.
    Weil wir und unsere Kinder es Wert sind!!!!

    1. Christine sagt:

      Liebe Tamara,

      ich begrüße dich ganz herzlich auf meinem Mama-Blog; lieb von dir, dass du mir ein paar Worte dagelassen hast (und dann auch noch so positive! :-)).
      Es ist schön zu lesen, dass dich mein Beitrag abgeholt hat und du dich verstanden fühlst (auch im Nachhinein). Das bedeutet mir sehr viel!
      Vielen Dank im Gegenzug auch für deine Herzensratschläge!

      Als deine Kinder noch klein waren, war es für dich sicherlich schwierig bis fast unmöglich, bei dieser Problematik irgendeine Antwort oder Form von Hilfe zu erhalten – vor allem die Hochsensibilität hat ja erst vor Kurzem ihren Namen bekommen. Und auch das Phänomen „Regretting Motherhood“ wurde ja erst im Jahr 2015 von den Medien thematisiert. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass du dich damals so oft alleingelassen und schuldig gefühlt hast.

      Nein, du hast bestimmt nicht alles falsch gemacht: Ich bin mir sicher, du hast auch noch viel mehr richtig gemacht!

      Sei lieb gegrüßt
      Christine

  7. A. sagt:

    Ich weiß nicht, wie oft ich Deinen Text in den letzten paar Stunden gelesen habe…. Passagen markiert und kopiert und gedacht „DA!!!! Genau SO, genau DAS!!!! Als wäre ich es, die das schreibt. Das muß ich den Leuten zu lesen geben, das müssen alle wissen!!!!“
    Aber natürlich mache ich das nicht,…. habe überlegt, WEM ich das alles so offen sagen könnte…. ich traue mich bei niemandem – aus Angst vor den Reaktionen (die mir so ähnlich wie in den anderen Kommentaren ja auch ohne „Klar Schiff“ schon begegnen.
    Schlechtes Gewissen gegenüber den Kinder, aber auch gegenüber meinem Mann, der sich so so sehr einbringt und bemüht, aber doch nie die Menge an Entlastung geben kann, die ich bräuchte. Der sich anhören muß „Ich habe mich vertan. Mit der Familie. Ich will allein wohnen. Ich will wieder meine Ruhe.“
    Schlechtes Gewissen gegenüber meinen Eltern, die ja denken könnten, sie hätten was falsch gemacht mit mir.
    Schlechtes Gewissen gegenüber meinem Bruder, der scheinbar viiiiiel größere Baustellen hat.
    Schlechtes Gewissen gegenüber einem Freund, der so oft als Anker herhalten muß, wobei er selbst mit Dingen zu tun hat. Dem gegenüber ich mich fühle als würde ich ihn anzapfen und aussaugen.
    Schlechtes Gewissen wegen der zeitweisen Wut auf ehemals die Kinder betreuende Menschen, die das derzeit zeitlich nicht einrichten können (aus guten Gründen!!).
    Schlechtes Gewissen gegenüber Freundinnen, die es scheinbar so viel schwerer haben im Alltag, die aber NICHT „jammern“ wie ich.

    Das Thema „hochsensibel“ hatte ich meist für mich kurz angedacht und dann mit einem „Stell‘ Dich nicht so an, Du hast doch alles!!“ zu mir selbst abgetan.

    Aber nach diesem Text hat’s mir irgendwie die Augen geöffnet…. vielleicht…. ein bißchen….

    Danke.

    1. Christine sagt:

      Liebe A.,

      ich freue mich, dass dir mein Beitrag so gut gefallen hat, gleichzeitig ist es sehr schade, dass du dich nicht traust, die Punkte deiner Umgebung zu sagen. Aber verstehe mich nicht falsch, ich weiß, wie schwer das ist. Und ich sage es auch den Wenigsten, was auch sehr schade ist.

      Trotzdem möchte ich dich ermutigen, dein schlechtes Gewissen deinen Freunden, Bekannten und deiner Familie gegenüber ein für alle Mal abzustellen. Es ist das Eine, Dinge nicht offen anzusprechen und das Andere, ein schlechtes Gewissen zu haben! Ein schlechtes Gewissen tritt im gesunden Fall dann auf, wenn man bewusst etwas falsch gemacht hat und dies anschließend bereut. Du hast doch nichts falsch gemacht!! Du konntest das Ausmaß, das Muttersein bedeutet, doch vorher nicht erahnen!

      Natürlich ist es für deinen Mann sicher nicht schön, sich solche Sätze anhören zu müssen, aber es sind DEINE Gefühle, von denen du da sprichst, du machst ihm ja keinen Vorwurf. Und er steckt nicht in deiner Haut.

      Zu deinen Eltern: Warum in aller Welt sollten sie glauben, sie hätten etwas falsch gemacht bei dir? Sollten sie tatsächlich so etwas äußern (was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann!), wäre es meiner Meinung nach völlig unbegründet. Deine Gefühle haben doch nichts mit ihrer Erziehung zu tun!

      Deinem Bruder gegenüber brauchst du auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Er mag in deinen oder anderen Augen vielleicht „größere“ Probleme haben, aber du kannst seine nicht mit deinen vergleichen. Selbst WENN deine Baustelle kleiner wäre, fühlt sie sich für dich immer noch groß an und nur darauf kommt es an. Probleme miteinander zu vergleichen ist wie der typische Vergleich mit Äpfeln und Birnen – völlig sinnlos!

      Zu deinem Freund/Bekannten: Er ist immer noch (wie jeder Mensch) für sich alleine verantwortlich. Wenn er dir sein Ohr nicht leihen will, ist es an ihm, sich abzugrenzen. Du könntest ihn ja auch mal vorsichtig darauf ansprechen. Vielleicht fällt es ihm dann leichter, zuzugeben, falls er sich tatsächlich ein bisschen von dir ausgenutzt/ausgesogen fühlt, dann kannst du entsprechend Rücksicht nehmen. Vielleicht wird er dir aber auch sagen, dass er gerne für dich da ist. Dann brauchst du erst recht kein schlechtes Gewissen zu haben! Und kannst in anderen Phasen, wenn es dir gerade besser geht, auch wieder mehr für ihn und seine Sorgen da sein :)

      Deine Wut auf ehemals die Kinder betreuenden Menschen, die es derzeit nicht einrichten können: Du weißt doch schon selbst, dass du eigentlich wütend auf die generelle Siuation bist, dass du (zu) wenig Zeit für dich hast und in den Momenten kein Babysitter einspringen kann, der früher eingesprungen wäre. Diese Gefühle, diese Wut kenne ich auch! Und ich finde, es ist völlig normal, deswegen wütend zu sein, solange du diesen Menschen keinen Vorwurf machst. Und das tust du meiner Ansicht nach nicht! Also brauchst du kein schlechtes Gewissen zu haben!

      Zu deinen Freundinnen: Nur, weil sie nicht laut jammern, heißt das doch nicht, dass sie nicht auch leise vor sich hinfluchen, wenn keiner zuhört ;-)

      Also Fazit: Hab‘ kein schlechtes Gewissen! Weder dir noch Anderen gegenüber! Es ist an Jedermann selbst, für sich Verantwortung zu übernehmen und klare Grenzen zu setzen. Das gilt für deine Umgebung genauso wie für dich. Achte gut auf dich!

      Ich wünsche dir alles Liebe! :)
      Christine

      1. A. sagt:

        Liebe Christine, vielen lieben Dank für Deine tolle und ausführliche Antwort!! Heute fühle ich mich gut, weil ich glaube, wir haben einen ersten Schritt getan: wir werden versuchen, wieder eine regelmäßigere Nachmittagsbetreuung für jeweils eines der Kinder zu organisieren (wenn’s gut läuft jeweils 1x pro Woche), haben uns auf die Suche nach einer Haushaltshilfe begeben (ebenfalls 1x die Woche) und werden noch überlegen, ob ein Babysitter für gelegentliche freie Abende eine Option wäre.
        Meine Mama hat inzwischen gesagt, daß sie mich gut verstehen kann, weil sie selbst auch solche Momente hatte- nicht in dieser Heftigkeit und Häufigkeit, aber sie kann es nachvollziehen. Da fällt mir ein großer Stein vom Herzen….
        Der liebste Anker-Freund wird demnächst zum Kaffee ausgeführt (hoffe ich).
        Und nach einem Gespräch mit einer Erziehungsberatung heut, werde ich auch nochmal einen Arzttermin machem, weil eine „leichte depressive Episode“ im Raum steht, was ich möglichst schnell ansprechen soll.
        Ich danke Dir sehr für Deine aufbauende Antwort und überhaupt Deine Texte!! Das hilft mir gerade sehr!!!!
        Ganz liebe Grüße und eine virtuelle Umarmung!!

      2. Christine sagt:

        Liebe A.,

        auch ich habe mich sehr über deine Reaktion auf meine Antwort gefreut! Da tut sich ja richtig was bei euch im Moment! Wie schön!! Du klingst heute auch schon viel „leichter“, entspannter, der (nahen) Zukunft optimistisch zugewandt.
        Wie sehr es gut tut, wenn einen die eigene Mutter versteht, kenne ich selbst nur zu gut, deswegen freue ich mich ganz besonders über ihr Verständnis dir gegenüber. Dass du die passenden Worte auch bei dem geplanten Cafébesuch mit deinem Anker-Freund findest und ihr ein gutes Gespräch habt, wünsche ich dir von Herzen!
        Es ist gar nicht so leicht, so viele Dinge auf einmal in Angriff zu nehmen, deswegen „Hut ab“ von mir, was ihr gerade alles organisiert und wo ihr euch Entlastung sucht.
        Ich wünsche dir weiterhin alles Liebe und dass die begangenen Wege in die richtige Richtung führen!

        Ich nehme deine Umarmung sehr gerne an und drücke dich feste zurück :)

        Christine

    2. June sagt:

      Auch von mir 1000 Dank! Bei mir ist die üble Kombination leider hochsensible Mutter + stark egoezentrischer, gefühlskalter Vater. Ein Kind ebenfalls sehr sensibel, das andere robuster. Dazu 35 Stunden/Woche berufstätig. Nicht ein Leben am Rande des Burnouts, sondern ein permanenter Dauer-Burn-Out. Und leider sind oft die Kinder die Leidtragenden, weil ein Pieps genügt, und ich bebe. Und dann mein Hass auf Kita und andere Institutionen, die – wie so schön im Text beschrieben – dann einfach mal „zumachen“. Wie es dem Chef sagen? Selbst nie frei haben? Keine Urlaubstage mehr haben… Inzwischen schlafen die Mäuse auch nicht mehr um 20 Uhr, so dass ich nicht mal mehr abends ein oder zwei Stunden für mich habe. Unbeschreiblich peinigend. Dabei – wie gesagt – ein „real“ nicht vorhandener Partner, dieser ist allein mit sich beschäftigt und arbeitet künstlerisch bis tief in die Nacht. Den Hauptverdienst habe ich die letzten Jahre erwirtschaftet. Die Orga mache ich. Medikamente bringen schon lange nichts mehr. Nur Schlaf. Und den gibt es zu selten. Immer wieder der Gedanke, als Mutter zu versagen.

  8. Jana Finger sagt:

    Oh danke! Für diesen Artikel einfach danke!
    Mein Sohn ist 13, ja, ich liebe ihn abgöttisch und würde ihn nicht missen wollen in meinem Leben.
    Und doch! Immer wieder die Frage in meinem Kopf, wie eben dieses Leben ausgesehen hätte, ohne Kind, ohne diese Last der Verantwortung. Noch dazu, wo ich diese Last 10 Jahre allein tragen musste.
    Ich habe mich nicht nur überfordert gefühlt, sondern oft schlichtweg am Rande des Wahnsinns. Und hab mich noch öfter geschämt für meine vermeintliche Schwäche. Heute bin ich stolz auf mich und frage mich, wie ich das alles geschafft habe.
    Möglicherweise hat mir die Liebe zu diesem Kind die Kraft gegeben?!
    LG Jana

    1. Christine sagt:

      Liebe Jana,

      sei herzlich willkommen auf meinem Mama-Blog, schön, dass mein Artikel dir etwas geben konnte!
      Ich glaube, die Liebe zum Kind ist die größte Quelle, aus der wir Mütter die Kraft für diesen oft viel zu anstrengenden Alltag schöpfen können. Eine Quelle, die mir lange Zeit verwehrt war und auch heute noch habe ich oft genug andere „Ersatzquellen“ zum Auftanken.
      Umso schöner zu lesen, dass dich diese Liebe 13 Jahre getragen hat, auch und vor allem durch schwere Zeiten.
      Du kannst wirklich stolz auf dich sein, auch, wenn gerade wir Frauen immer wieder dazu neigen, erst mal das zu beurteilen, was schief gelaufen ist und wo wir uns noch verbessern können. Zehn Jahre Kindererziehung alleine ohne Partner müssen der absolute Wahnsinn gewesen sein, ich glaube es dir sofort!

      Schön, dass du jetzt aus einem mitfühlenderen Blickwinkel dir selbst gegenüber auf die Jahre zurückblicken kannst und dich nicht mehr für deine Schwäche schämst. Das ist nämlich gar nicht so einfach!

      Ich wünsche dir alles, alles Liebe!

      Viele Grüße
      Christine

  9. Annika sagt:

    Du schreibst mir aus der Seele ❤

    1. Christine sagt:

      Das freut mich :)

  10. Anne sagt:

    Danke, der Text hilft mir wirklich weiter. Ich bereue meine Mutterrolle zwar nicht, bin aber regelmäßig (gefühlt dauerhaft) am Rande der Verzweiflung. Meine Zwillinge sind 9 Monate alt, waren Schreikinder und ich bin viel alleine. Nach ihrem 1. Geburtstag gehen sie in die Krippe, dabei wollte ich immer 2/3 Jahre Zuhause bleiben. Zum Glück muss ich mir dann erstmal einen neuen Arbeitgeber suchen und kann mich in der Zeit ausruhen! Ich bin übrigens Erzieherin, aber leider ungern eine Babymama. Ich freue mich sehr auf das Kleinkindalter, dann mache ich 3 fette Kreuze! Manchmal frage ich mich,, Was hat sich das Universum nur dabei gedacht zu denken, dass ich die Nerven für Zwillinge habe!?!?

    1. Christine sagt:

      Liebe Anne,

      sei herzlich willkommen auf meinem Mama-Blog! Es freut mich, dass dir mein Text weitergeholfen hat. Bei Zwillingen hat man ja alles doppelt, sowohl die Herzensmomente, als auch die Belastungsproben. Dass sie zudem Schreikinder waren und du so viel alleine bist, macht den Alltag ja nicht gerade leichter. Ich finde es bewundernswert, dass du dich dafür entschieden hast, sie bereits so früh in die Krippe zu geben, obwohl du eigentlich geplant hattest, länger zuhause zu bleiben. Es ist wichtig, dass du auch auf dich achtest und das tust du ja somit. Dadurch wird es sicherlich auch für deine Kinder entspannter, wenn es dir durch die Situation auch besser geht.

      Spannend finde ich es zu lesen, dass du Erzieherin bist und „trotzdem“ mit der Säuglingszeit nicht zurecht kommst. Versteh‘ mich nicht falsch (mir geht es genauso ;-)), aber wenn ich höre, dass Jemand Erzieher/in ist, habe ich sofort die Assoziation, dass Der- oder Diejenige auch automatisch mit allen Alltersstufen problemlos zurechtkommt. Ein dickes Dankeschön also an dieser Stelle für deine Ehrlichkeit!

      Oh, und was das Universum angeht: Ich bin mir sicher, dass du irgendwann rückblickend erkennst, dass dir das Universum die beiden Kinder nicht zugemutet, sondern (zurecht) zugetraut hat :) Du bist eine starke Mama, sonst hättest du es (größtenteils alleine) nicht bis hierher geschafft!

      Ich wünsche dir alles Liebe und weiterhin starke Nerven!!
      Christine

      1. Anne sagt:

        Danke für die lieben Worte! Ich habe recht schnell nach der Ausbildung gemerkt, dass die Arbeit in der Krippe nun gar nicht mein Fall ist. Meine Ohren sind wohl mein empfindlichster Sinn 😌 und wenn ich diesen Quängelton höre, dann möchte ich manchmal schreiend wegrennen. Die Beiden Mäuse kriegen aber auch gerade jeweils 4 Schneidezähne gleichzeitig und sind dementsprechend seit Wochen häufig schlechter gelaunt und vor allem ungeduldig. Im Kindergarten ist das alles entspannter, bzw habe ich vor der Elternzeit im Lebenshilfe Kindergarten gearbeitet. Autisten sind zum Beispiel auch immer hochsensibel, ein sehr interessantes Thema wie ich finde ☺

      2. Bluemli sagt:

        Liebe Anne,

        ich bin auch Erzieherin und ein Jahr in der Krippe hat mich fertiggemacht. Trotzdem habe ich den Kleinen viel Liebe geschenkt und versucht für sie da zu sein. Aber als Mutter bin ich dennoch überfordert und ich hab nur ein Kind. Du hast gleich zwei Minis. Was auch schön ist, finde ich. Aber ja, ich stelle es mir sehr anstrengend vor. Mit Autisten habe ich einige Jahre gearbeitet und diese Art von Tätigkeit lag mir mehr. Ich konnte und musste es auch, die Gefühlslage und die Bedürfnisse der Autisten fühlen. Eine wahnsinnig spannende Arbeit, aber auch sehr, sehr fordernd, besonders wenn sie fremdaggressiv werden können.

        Dir alles liebe mit den zwei Mäusen

  11. Beaglette H aus A sagt:

    Liebe Christine, du sprichst mir aus dem Herzen und der Seele. Es tut gut zu wissen, nicht allein mit diesen Gefühlen zu sein. Deine einfühlsamen Antworten auf die Kommentare sprechen für sich. Ich werde deinen Blog sehr gerne weiter verfolgen und freue mich schon jetzt auf weitere Beiträge.

    1. Christine sagt:

      Liebe Beaglette H,

      lieben Dank für deine warmen Worte bzgl. meiner Antworten und dass ich dir aus deiner Seele gesprochen habe! Das berührt mich wiederum wirklich sehr!
      Ich freue mich auch, wenn du weiterhin etwas aus meinen Texten für dich mitnehmen kannst.
      Alles Liebe dir ♡
      Christine

  12. Lydia sagt:

    Ich wusste wirklich nicht, dass es anderen Müttern ganz genauso geht wie mir. Aber dein Artikel hat mich eines Besseren belehrt. Ich bin nicht alleine!!
    Auch ich gehe in die Richtung hochsensibel, merke oft Spannungen in der Luft und auch die Stimmungen der anderen. Das beschäftigt mich immer sehr. Und wenn dann noch ein andauerndes „Maaaaammmaaa“ dazu kommt, merke ich richtig, wie ich mich innerlich anspanne und sich ein gefühlter Druck im Hirn aufbaut. Sehr unangenehm.
    Noch dazu bin ich nach der Geburt in eine sehr schwere Depression gefallen, das war wirklich schlimm. Inzwischen ist es besser, aber oft gibt es Tage, die mich verzweifeln lassen … mein kleiner Mann ist sehr fordernd und ich die Dauerentertainerin, obwohl ich oft weinen möchte. Aber es wird langsam besser, ich halte mich daran fest, dass ich inzwischen auch mal den Raum verlassen darf und manchmal sogar 15 Minuten in Ruhe etwas machen kann. Und wenn es nur schnell mal die Augen schließen ist…
    ich danke dir für diesen Blog !!
    Liebe Grüße

    1. Christine sagt:

      Liebe Lydia,

      das klingt wirklich nach einem turbulenten „Zirkus“ in deinem Kopf :)
      Ich freue mich wirklich sehr für dich, dass du aus dem Gröbsten der Depression wieder raus bist, da kannst du wirklich stolz auf dich sein, aber auch, dass du immer mehr Mini-Pausen in deinen Alltag integrieren kannst. Am Anfang sind sie noch selten, aber es werden immer mehr!
      Ich sende dir ganz viel Kraft und danke dir für deine lieben Worte <3

      Christine

  13. Meral sagt:

    Wow und ich dachte schon ich bin damit alleine so zu denken.

    1. Christine sagt:

      Liebe Meral,

      auch mich überrascht es immer wieder zu lesen, dass ich nicht alleine mit meinen Gedanken und Gefühlen bin :)
      Liebe Grüße

  14. Vera sagt:

    Ich sitze hier mit Tränen in den Augen, weil ich plötzlich nicht mehr das Gefühl habe, der einzige Mensch (die einzige Mutter) zu sein, der so empfindet!

    1. Christine sagt:

      Liebe Vera,
      ich umarme dich virtuell, wenn du magst! Du bist nicht alleine ♡

  15. Svenja sagt:

    Wow, zum ersten Mal komme ich auf den Gedanken, hochsensibel zu sein! Dein Text beschreibt alle meine Wahrnehmungen, Phasen und Gefühle.

    Beeindruckend offen und ehrlich geschrieben!

    1. Christine sagt:

      Liebe Svenja,

      vielen Dank für deine lieben Worte zu meinem Text. Es freut mich wirklich sehr, dass er dazu beitragen konnte, dir mehr Klarheit in Punkto Hochsensibilität bei dir selbst zu liefern. Ich wünsche dir, dass dich diese neue Erkenntnis nicht verunsichert und du bei deinen Recherchen nach der Überempfindlichkeit vor allem die Vorteile dieses sanften Wesenzuges für dich entdeckst!

      Wenn du weiterhin einen Austausch wünschst, darfst du mich auch gerne per Mail kontaktieren :)
      Alles Liebe dir!
      Christine

  16. Mutti sagt:

    Durch Zufall bin ich auf deiner Seite gelandet. Ich bin ebenfalls hochsensibel und ganz verblüfft so eine Seite gefunden zu haben auf der das Thema „öffentlich“ gemacht wird. Schade, dass es bis jetzt kaum Menschen mit Verständnis für Hochsensibilität gibt. Ganz ganz toller Beitrag. Ich kann deine Worte sehr gut nachempfinden <3

    1. Christine sagt:

      Liebe Mutti,

      vielen Dank für deine lieben Worte zu meinem Beitrag; schön, dass du dich so wiederfinden konntest!
      es freut mich, dass der Zufall dich auf meinen Mama-Blog für hochsensible Mütter geführt hat – sei herzlich willkommen und fühle dich ganz wie zuhause :)
      Christine
      P.S.: Ich hab frische Waffeln mit heißen Himbeeren und Vanilleeis in der Küche. Bediene dich ruhig ;-)

  17. Anne sagt:

    Ich bin eben auf diese Seite gestoßen und hatte auch Tränen in den Augen. GENAUSO fühle ich auch, Genauso ist es mir auch schon gegangen. Ich danke dir für diesen Text! Man denkt immer, dass mit Einem was nicht stimmen kann, wenn man sich eben nicht freut, wenn die KITA drei Wochen Sommerpause macht und man nach einem Tag lieber wieder auf Arbeit gehen würde als mit seinem 2-jährigen Sohn zu spielen und Türme zu bauen. Ich bin wahnsinnig schnell von akustischen Signalen überfordert und gestresst – Radio an, Sohnemann ningelt und Mann redet auf einen ein – stöhn. Die letzten zwei Jahre waren sehr anstrengend. Ich konnte meine Elternzeit nie richtig genießen – leider. Mein Sohn und ich waren, seit 5 Monate alt war, in Spanien bei meinem Mann. Er muss sehr viel arbeiten, war also wenig zu Hause und dann total kaputt. Wir haben uns eingewöhnt, aber da es schwer ist, dort arbeit zu finden, war ich geistig total unterfordert. Und das stresst auch. Seit März sind wir wieder zurück, da ich Arbeit gefunden habe. Dadurch geht es mir etwas besser. Aber diese Frembestimmtheit, worunter ich seit seiner Geburt gelitten habe, macht mir immer noch zu schaffen. Nicht mehr so schlimm, aber sie ist da. Und wenn dann die KITA einen bittet an seinem freien Tag das Kind wegen Krankheit der Erzieherinnen wieder mitzunehmen, dann ist der erste Gedanke nicht: JUHUUUU. Sondern: OH NEEEEEE.
    Lange Rede, kurzer Sinn: DANKEEEE für diesen Artikel! Ich werde mich wohl mit Thema Hochsensibilität beschäftigen. Hab noch einen schönen Sonntag und liebste Grüße von Anne und ihrem kleinen Hasen.

    1. Christine sagt:

      Liebe Anne,

      ich begrüße dich ganz herzlich auf meinem Mama-Blog für hochsensible Mütter!
      Es berührt mich, direkt in deinem ersten Satz zu erfahren, dass du beim Lesen meines Textes Tränen in den Augen hattest und ich dir offenbar das Gefühl geben konnte, dass du nicht alleine mit deinen Empfindungen bist!

      Ich stelle es mir wirklich sehr stressig vor, wenn man wie du die (ohnehin schon anstrengende) Elternzeit auch noch in einem fremden Land verbringt. Ich bewundere dich für die Ausdauer, die du da an den Tag gelegt hast, dafür hast du meinen größten Respekt!

      Es freut mich sehr zu lesen, dass du nun wieder eine Arbeitsstelle gefunden hast. Ich weiß, dass diese geistig fordernden Beschäftigungen gerade für Hochsensible eine Wohltat, ja, geradzu eine Auszeit vom Mamasein sein können.

      Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft für dich und deinen kleinen Hasen und habe mich wirklich gefreut, von dir zu hören! ♡

      Liebe Grüße
      Christine

  18. Jana sagt:

    Hallo Christine, bin heute ganz zufällig auf Deinen Artikel gestoßen. Wenn man ihn so liest, könnte man ja erst mal denken, dass es ganz schön vermessen und vielleicht sogar ein bisschen arrogant ist zu glauben, dass man das Muttersein nur so schrecklich anstrengend findet, weil man zu den hochsensiblen Menschen gehört. Ich glaube, dass alle Mütter es immer mal wieder, je nach Lebenssituation vielleicht auch ständig, anstrengend finden mit ihren Kindern unabhängig davon ob sie hochsensibel sind oder nicht. Trotzdem wusste ich sofort was Du meinst und dass es natürlich nichts mit Überheblichkeit zu tun hat.
    Ich habe schon häufiger darüber nachgedacht, ob ich vielleicht auch „überempfindlich“ (so nenn ich das jetzt mal umgangssprachlich) bin und für mich vielleicht auch deshalb viele alltägliche Dinge mit den Kindern so nervenaufreibend und stressig sind. Dein Artikel hat mich darin bestärkt, dass ich bestimmt dazu gehöre (ich habe das ja noch nie irgendwo testen lassen. Gibt’s solche Tests überhaupt?). Ich habe zum Beispiel nach der Geburt meines ersten Sohnes (er ist jetzt 10) aufgehört Musik zu hören. Der Geräuschpegel den das Kind gemacht hat, hat mir gereicht, auf alles darüber hinaus hatte ich keine Lust mehr. Das ist -mit ganz wenigen Ausnahmen an guten Tagen- bis heute so geblieben. Inzwischen habe ich vier Kinder (!!!) und bin ehrlich: den Lärmpegel habe ich sowas von unterschätzt und er nervt mich sooo unendlich. Es macht mich verrückt wenn alle gleichzeitig auf mich einreden (was aber natürlich fast immer so ist), wenn alle sich gegenseitig ins Wort fallen, ich selbst keinen Satz zu Ende sprechen kann (was aber natürlich auch fast immer so ist), ich hasse es, wenn ich alles 10 mal sagen muss weil ich dann oft meine eigene Stimme nicht mehr ertragen kann. Im Gegensatz zu meinem Freund und Vater der Kinder kriege ich immer ALLES mit, ich kann gar nicht anders, selbst wenn ich mir das vornehme. Ich gehöre also nicht zu den Müttern die seelenruhig das Gespräch mit der Nachbarin fortsetzen während Kind eins am Hosenbein zuppelt und immer wieder nach Eis quengelt, Kind zwei hinter dem Rücken die Fäden aus dem Fußabtreter zieht, Kind drei den Sand aus den Schuhen leise gleichmäßig im Treppenhaus verteilt usw. . Andere Mütter und auch Väter sind vermutlich auch deshalb oft so tiefenentspannt, weil sie viele Dinge nicht mitkriegen oder erfolgreich ignorieren können. Ich fühle mich immer unter Druck, habe ständig das Gefühl handeln oder reagieren zu müssen. Ich steh zum Beispiel in der Küche und streiche ein Leberwurstbrot und unterhalte mich währenddessen mit Kind drei über den Kindergartentag, kriege aber ganz selbstverständlich mit wie Kind eins drei Zimmer weiter leise mit dem Papa gemeinsam über den möglichen Verbleib des vermissten Turnbeutels rätselt und ich kriege auch noch parallel mit wie Kind zwei vier Zimmer weiter flucht weil der Klebestift alle ist. Und da der Papa eher gar nix mitkriegt, fühle ich mich ständig in der Pflicht, bin immer Erfüllungsgehilfe. Wenn der Papa mir dann mal einen Gefallen tun will und mir die Kinder vom Hals halten will, dann wird mal richtig getobt und Quatsch gemacht und alle werden durchgekitzelt und naja, der Lärm der dabei entsteht… ich brauche das sicher nicht näher ausführen.
    Ich bin leider auch viel zu oft am Limit und kann das Muttersein nicht so genießen wie ich es mir wünschen würde und leider hat das inzwischen auch schon dazu geführt, dass ich manchmal gar nicht mehr emphatisch reagieren kann, weil mir alles zu viel ist. Ich kann das laut schreiende Kind nicht in den Arm nehmen und trösten weil mich das Geschrei einfach nur noch aggressiv macht und ich mich irgendwie „schützen“ muss. Bei bestimmten Dingen bin ich oft so pragmatisch dass ich es selbst erschreckend finde, aber wenn ich mich auf alles einlassen würde, würde ich vielleicht verrückt werden. Danke für Deinen Text und die Möglichkeit sich hier auszutauschen!

    1. Aline sagt:

      Liebe Jana,
      ich habe „nur“ drei Kinder aber das Gefühl zu haben, ständig reagieren zu müssen, ist mir sooo vertraut.
      Ich sage schon immer zu meinen Kinder „es gibt noch einen weiteren Ansprechpartner hier zuhause.“ weil ich ständig diejenige bin die antwortet. Das hört sich ganz fies an, gerade weil mein Mann wirklich versucht zu unterstützen-aber du hast Recht, wahrscheinlich bekommt er vieles wirklich gar nicht mit….
      Ich drück dich mal unbekannter Weise und wünsche dir weiterhin soviel Power!
      Lg Aline

  19. Lisa sagt:

    Wow, dieser Text hätte definitv von mir sein können…
    Ich habe zwar noch „nur“ ein Kind, aber der Geräuschpegel und die Trotzphasen etc von meinem sehr lebhaften Sohn, bringen mich oft an den Rand des Wahnsinns.
    Mein Mann ist in Sachen Erziehung keine wirklich große Hilfe. Oft macht er es sogar nur noch schlimmer, indem er unseren Sohn noch weiter aufpusht und es dadurch extrem laut wird oder er vergreift sich im Ton wenn er dann auch genervt ist vom Lärm.
    Dieser andauernde Geräuschpegel fühlt sich für mich dann irgendwann an wie körperliche Schmerzen.Kennt das auch jemand?
    Ebenso ist es bei mir auch so dass ich einfach alles sehe und höre, was in meinem Umkreis passiert.Oft würde ich das allzu gerne abschalten.
    Danke für diesen ehrlichen Text, in dem man sich wirklich widerspiegeln kann.

    1. Christine sagt:

      Liebe Lisa,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ich kann deinen Mann sehr gut verstehen, wenn er sich im Ton vergreift, wenn er genervt ist von dem Lärm. Mir passiert das auch oft, wenn ich überreizt bin und dann nicht mehr ruhig aus meiner Mitte heraus agieren kann, sondern dann nur noch versuche, den Lärm mit noch mehr Lärm in Form von Schreien zu stoppen. Was natürlich nicht funktioniert. Mein Mann ist dann auch schnell genervt von mir…

      Ja! Dass der hohe Geräuschpegel zu körperlichen Schmerzen führt, das kenne ich tatsächlich! Kommt zum Glück nicht jedesmal vor, aber es ist grausam, wenn man dann nicht aus seiner Haut kann um vor dem Lärm zu fliehen. Dafür sehe ich nicht -wie du- alles, was in meinem Umfeld passiert. Mein Körper scheint zumindest in der Hinsicht automatisch einen Scheuklappenblick entwickelt zu haben. Oft ist das sicher hilfreich gegen die Überreizung, manchmal aber auch nervig, weil es mich auch anstrengen kann, mal genauer hinzusehen.

      Alles Liebe dir ♡
      Christine

  20. Priska sagt:

    Danke für deine Offenheit und Ehrlichkeit. Dein Artikel und auch einige Kommentare haben mir tief und innig gut getan! …

    1. Christine sagt:

      Liebe Priska,

      es freut mich, dass ein paar niedergeschriebene Gedanken im Internet so viel bewegen können! Du bist nicht alleine ♡
      Alles Liebe dir
      Christine

  21. Melanie sagt:

    Wow,
    Ich bin überwältigt wie viele Gleichgesinnte mir von der Seele reden.
    Fast jder Artikel könnte von mir sein.
    Ich habe schnell gemerkt das ich “ „nicht gut Mama“ sein kann und mein Sonnenschein ist und bleibt Einzelkind. Ich wäre mit mehr völlig überfordert.
    Zumal er wie ich auch hochsensibel zu sein scheint. Unsere schlimmste Zeit ist leider die Kindergartenzeit. Unser Sohn wird dort als nicht tragbar abgestempelt weil es dort nicht möglich zu scheint ihm gleichwürdig gegenüber zu treten. Das ist Stress pur für mich.
    Nach Diagnostikfindung, Psychatrischer Behandlung des Kindes und Heilpädagogik werden wir jetzt den Kindergarten wechseln und hoffen auf Erholung und Entspannung im Alltag.
    So sehr ich meinen Sohn liebe und nicht missen möchte sehne ich mich alleine zu sein.
    Dieses Gefühl der ständigen Überforderung und Fremdbestimmung lähmt mich leider sehr.
    Habt vielen Dank das es euch gibt und ich mich nicht mehr allein fühle.
    Eure Worte spenden so viel Trost und ich fühle mich nicht mehr so allein und ausgegrenzt.

    1. Christine sagt:

      Liebe Melanie,

      ich sende dir ganz viel Kraft zu und wünsche dir und deinem Sohn, dass der neue Kindergarten euch gut tut und dir viel Entlastung (auch psychisch!) bringt. Es ist ja nicht nur die fehlende Zeit alleine, die stresst, sondern die zusätzliche Belastung, der man im Alltag ausgesetzt ist (in deinem Fall durch die Rennerei von Therapeut zu Heilpädagogen und wieder zurück).

      Alles Liebe dir, du hast schon sehr viel durchgemacht und nun Entspannung verdient!
      Christine

  22. Babsi sagt:

    Sehr schön zu wissen, dass es nicht nur mir so geht und ich nicht alleine mit dem Gedanken bin. Leider kann man diese Gedanken nur schwer mit seinem Umfeld teilen, da dieses ja meint, man müsse vollends glücklich und zufrieden sein.
    Nochmals DANKE für die Worte dieses Artikels. Jetzt fühl ich mich gleich weniger schlecht und fehl am Platz

    1. Christine sagt:

      Liebe Babsi,

      vielen Dank für deinen Kommentar – hier bist du auf jeden Fall am richtigen Platz, um deine Gedanken und Gefühle äußern zu dürfen :)
      Liebe Grüße
      Christine

  23. RoteLine sagt:

    Hallo Christine,
    ich habe hier alles sehr interessiert gelesen. Es ist so, dass ich auch vermute, dass ich hochsensibel sein könnte. Nur irgendwie ist alles ein wenig anders als ihr es schildert. Ich meine, klar kommen sicher auch Unterschiede vor, aber …naja, ich schildere dir mal meine Situation. Mein Sohn ist jetzt 1 1/2 und ich verbringe unheimlich gern Zeit mit ihm, wirklich, ich sollte jetzt anfangen zu arbeiten und tja, die Kitaeingewöhnung, der Abschied, die Trennung, das Weinen hat mich so fertig gemacht, dass ich abgebrochen habe und erstmal nicht arbeiten werde. Ich genieße jede Minute mit ihm und habe auch das Gefühl, wenn wir viel Zeit mit einander verbringen, kann ich alles viel besser tragen, da ich genauer fühle, was er wann braucht. Ich gehe auch sehr mit ihm auf…hab viele Ideen, wir lachen viel, tanzen, entdecken die Natur…
    Es gibt nur zwei Punkte, die mich permament verunsichern. Erstens – wenn er weint, also, wenn er sehr weint, wenn er z.B. Mittagsschlaf machen soll und am Tag zuvor alles super geklappt hat, aber an diesem Tag eben nicht. Das Schwere ist für mich zu unterscheiden, ob es jetzt einfach nicht der richtige Moment ist oder ob ich ihn „bocken lassen muss“. Wenn er dann so weint oder sauer ist, dann zweifle ich und dann denke ich nicht, wie gut das Leben vorher war, sondern dann denke ich, ich bin als Mutter nicht gut. Ich tue ihm nicht gut, ich bekomme es nicht hin… und das macht mich fertig. Das zweite sind damit zusammenhängend permanente Zweifel daran, was ihm am besten tut: Ich werde erstmal arbeiten gehen müssen bevor wir ein zweites Kind bekommen – also denke ich, die Kita würde ihm Kinder bieten, hier auf den Spielpläzen ist nichts los und Kurse gibt es auch keine (wir sind kürzlich umgezogen, was alles etwas erschwert). Wenn es dann dazu kommt, dass es nach 1 1/2h Kita mittags so schwer ist, denke ich: „Oh man, es klappt so nicht, entweder ganz oder gar nicht“…Ich denke dann: „Nur mit mir kann es ihm doch aber auch nicht gut gehen“…und das bringt mich in einen Gedankenkreislauf, der mich fertig macht. Und wenn ich ehrlich bin, ist das so seit seiner Geburt. Klar, mal mehr, mal weniger, aber ich war wirklich eines sehr selten: eine entspannte Mutter. Und wenn mir Freundinnen erzähle, wie entspannt irgendwelche Mütter seien, ist es jedes Mal ein Stich in die Brust. Das Verrückte ist, mein Sohn ist sehr entspannt. Er ist sooo lieb, bockt kaum und ja…naja. Aber ich denke immer, dass ich z.B. vor ihm weinen muss, wenn er so weint, kann doch auch nicht spurlos an ihm vorbei gehen…das ist doch nicht gut :( Ich weiß nie, was richtig ist….das ist mein großes Dilemma. Es gibt aber auch total tolle Zeiten und Tage. Ich bin eigentlich soooo glücklich, ein sehr sehr positiver Mensch, unheimlich dankbar für das Glück, so einen wunderbaren Sohn und Mann zu haben…
    Ach man.

    Ich grüße dich lieb, Christine.
    Carolin

    …achso, und ich danke dir sehr für den Blog, die wunderschönen Bilder und all deine Mühe. Ich glaube, du hilfst vielen Frauen sehr mit deinen Worten!!

    1. Christine sagt:

      Liebe Carolin,

      erst einmal heiße ich dich ganz herzlich willkommen, hier auf meinem Mama-Blog für hochsensible Mütter!
      Lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mir so ausführlich von dir zu erzählen.
      Ich finde es gar nicht mal so abwegig, was du erzählst, und, ob du es glaubst oder nicht, diese permanente Unentspanntheit kenne ich auch von mir. Ich plane auch immer den ganzen Tag mit den Kindern durch, kann nichts einfach so auf mich zukommen lassen. Zum einen, weil ich keinen Leerlauf ertrage, zum anderen weil ich, wie du, meinen Kindern so viel bieten möchte. Kann es sein, dass da auch eine kleine Perfektionistin in dir schlummert, die es dir erschwert, entspannter an die Sache heranzugehen?

      Genauso kenne ich das „Ganz oder gar nicht“-Prinzip wie du mit dem KiGa. Ich habe bisher beiden Söhnen immer die perfekte (da haben wir es wieder) Betreuung ermöglicht, wenn ich nicht konnte. Seien es die Großeltern oder eben der beste Kindergarten. Jetzt hier nach unserem Umzug musste ich aber auch mal Abstriche in der Betreuung machen, was die Tagesmutter von Mini angeht. Mir ist ihr Stil nicht „pädagogisch wertvoll“ genug. Aber ich weiß auch, dass sie unsere einzige Chance ist, weil es ansonsten keine freien Plätze mehr woanders in der Umgebung gibt. Also muss auch ich mal lernen, abzuwägen was wichtiger ist (und das ist in meinem Fall eine Fremdbetreuung) und stelle nebenbei fest, dass es meinem Sohn trotzdem gut tut und nicht schadet.

      Ich wünsche dir wirklich von Herzen, dass du deine Glücksgefühle und dein positives Denken mit der Zeit immer mehr in die Beziehung zu deinem Sohn stecken kannst und ein wenig gelassener wirst, so, wie du es dir erhoffst!

      Ich bin mir sicher, dass du die wunderbarste Mutter für deinen Sohn bist, die er sich nur wünschen kann.

      Ganz liebe Grüße zurück
      und danke für deine wirklich netten Worte zu meinem Blog. Mir wurde richtig warm ums Herz :)
      Christine

  24. Nina sagt:

    Unglaublich toll geschrieben!! Hammer!! Es gibt tatsächlich mehr Mütter, denen es so geht als man denkt. Mein Sohn ist zwar noch klein und erst 10 Monate aber du sprichst/schreibst mir aus der Seele. Habe mir das auch anders vorgestellt und der Druck von anderen war immer hoch. Es wird immer direkt von dem Müttern verlangt, dass sie nach der Geburt sofort riesen Glücksgefühle haben und in der Mutterrolle aufgehen, da es ja die Natur so vorgesehen hat.. Warum gibt immer noch kein Verständnis dafür, wenn man die ersten Wochen eher unglücklich ist und die neuen Veränderungen auch beängstigend sind…und es weiterhin auch noch sind. Man darf ja gar nicht aussprechen, dass es einen nervt seit Stunden mit dem Kind im Kinderzimmer Bücher zu schauen, Bälle zu werfen und Kinderlieder zu singen..

    Ich bekomme jedes Mal Beklemmungen, wenn ich Mütter treffe, die so in ihrer Mutterrolle aufgehen, ja sich sogar 3 Jahre Elternzeit genommen und überlegen ob sie überhaupt noch arbeiten gehen möchten, da es ja das tollste ist zuhause mit den Kindern und ich will so schnell wie möglich wieder arbeiten um wenigstens da einmal wieder ganz normal „Frau“ sein darf und andere soziale Kontakte habe wo es nicht stundenlang um Kindererziehung und wer kann schon dies und jenes geht. Aber trotzdem lieben wir unsere Kinder doch auch und es gibt auch immer wieder tolle Zeiten, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

    Ich wünsche dir alles liebe und vielen Dank für deinen Artikel. Er ist wunderbar geschrieben und hilft ganz vielen Müttern. Ich wünsche auch all den anderen Müttern ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen.

    1. Christine sagt:

      Liebe Nina,

      sei herzlich willkommen auf meinem Blog und danke, dass du dir so viel Zeit genommen hast, um von dir und deiner Situation zu berichten!
      Manchmal frage ich mich, ob es die Natur tatsächlich so eingerichtet hat, dass wir „Neu-Muttis“ vor Glück überschäumen müssten, oder ob wir in unserer Gesellschaft es so extrem hochgeschaukelt haben, weil es ein perfektes Bild abgeben würde.

      Und ja, du hast völlig Recht, man traut sich wirklich nicht mehr, laut oder öffentlich zu sagen, dass man auch mal keine Lust mehr hat, mit dem Nachwuchs zu spielen, ohne ausgegrenzt zu werden. Im realen Leben erzähle ich es jedenfalls nicht Jedem.

      Danke für deine lieben Wünsche, ich sende sie dir ebenfalls ♡
      Liebe Grüße
      Christine

  25. Dorkas sagt:

    Schön diesen Text gefunden zu haben, schön oder auch nicht schön, das es anderen auch so geht. Diagnostiziert wurde bei mir Hochsensibiltät noch nicht, aber ich kann mir gut vorstellen, das ich sehr sensibel bin, aufgrund meiner Vorgeschichte, scheine ich von außen aber oft sehr unnahbar und tough und ich höre öfter mal, das ich manch Sache bei meinen Kindern toll hinbekomme. In mir drinnen sieht es ganz anders aus, an manchen Tagen ist es so schlimm, das ich befürchte daran zu zerbrechen, ich brauche meinen Freiraum für mich wie die Luft zum Atmen. Mittlerweile sag ich zu denjenigen wenigen die ich eingeweiht habe, wie überfordert ich tatsächlich bin. „Es fühlt sich so an, als wäre ich vor Gericht und der Richter sagt zu mir. Sie bekommen lebenslänglich!“ oder manchmal zitiere ich auch gern Sissi, falls jemand den Film kennt „Ich befinde mich in einem goldenen Käfig“. Ich war immer gern unabhängig, mir fällt es auch schwer Hilfe anzunehmen, obwohl es wichtig ist sich seine Freiräume zu schaffen, aber genau damit muss ich jetzt mindestens ein Jahrzehnt lang leben. Das ständige organisieren, ich war nie ein organisierter Mensch. Ich bin eine Nachteule, einen Rhythmus hab ich noch immer keinen gefunden. Vergessen tu ich auch ständig etwas, egal wo ich bin: „Sche**e ich hab den Schnuller vergessen,……ach schon wieder Lätzchen vergessen…..du hast Durst ich hab deine Flasche nicht mit, puhhh zum Glück kannst du auch schon von Plastikbecher trinken….“ für mich das Gefühl dauernd zu versagen, die Blicke der anderen ertragen zu müssen. Vielleicht bilde ich mir auch zu viel ein, aber ich habe den Eindruck, noch nie, wurde so immens stark, in mein Leben eingemischt, alle scheinen sich dafür zu interessieren, ob ich die Kinder gestillt habe oder nicht und wenn ja oder nein, warum oder warum nicht, Kinder bräuchten dies und jenes und überhaupt. Mein Leben ist fremdbestimmt. Und die paar Stunden freie Zeit in der Woche können mich nie wieder so auffüllen, wie in dem Leben vor meinen Kindern. Ich müsste schon 1 Woche weg sein und das kann ich mit meinen Gewissen nicht vereinbaren, ich lebe in einem ständigen schlechten Gewissen Modus, das korreliert mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Mutter-Sein und meinen eigenen.

    Und was auch zu den schlimmen Sachen zählt, ist wenn man sich keinen anvertrauen kann, denn dann heißt es nur „Naja, wieso hast dann Kinder bekommen“. Als hätte ich davor ein Vorstellung davon gehabt. Ich war schon bei meinem ersten überfordert, aber bis zur zweiten Schwangerschaft, als die erste noch ziemlich klein war, hab ich doch nicht so oft das Gefühl gehabt daran zu zerbrechen. Ich wollte kein Einzelkind. Ja heute lache ich darüber, aber ich wollte mal vor meinen zwei Kindern, eine Großfamilie haben am liebsten vier Kinder. Vielleicht ist auch der Abstand meiner Kinder zu klein. Ich bin ständig hintendran. Und ich dachte ich hätts doch wissen müssen, hab ich doch schließlich beruflich mit Kleinkindern zu tun. Pustekuchen, hätte ich vor meinen Kindern, solche Texte gelesen, hätte ich mir vielleicht gedacht, ja das wird sicherlich auch sehr anstrengend, aber ich will doch mal Butzis haben. Wenns in die eigenen Vorstellung nicht passt, dann kann dir jemand noch so ehrlich schreiben, so schlimm kanns aber auch aussehen, man kann es sich nicht vorstellen oder vorfühlen die Situation, ich konnte es nicht, trotz meiner Erfahrungen mit Kleinkindern.

    Ein weiteres Vorurteil das ich oft miterlebe „Dein Kind geht in den Kiga, obwohl du zu Hause bist? Aha, ok“ der Blick ist nicht interessiert oder verständnisvoll. Ich bins leid, habe aber noch keine Wege gefunden mit solchen Situation gut umzugehen, das einzig was die meisten leider noch immer schaffen, das ich danach ein schlechtes Gewissen habe. Und ich sag es ganz ehrlich, hier anonym kann ich das ja auch tun, wenn ich die Möglichkeit hätte, für 2 Tage mein Kind von der Früh bis am späten Nachmittag betreuen zu lassen, während ich zu Hause bin (da Karenz oder was auch immer) ich würde es tun. Mit den anderen 3 Tagen Halbtags fände ich das schon ok.

    Ich hoffe es wird irgendwann besser ohne mich dabei selbst zu beschei*en, ich nehme mittlerweile Johanniskraut, vielleicht waren meine Vorraussetzungen auch nicht die besten. Kurz vor meiner ersten Schwangerschaft, bin ich in ein Burn Out geschlittert, dann wurde ich schwanger und damals ginge es mir noch besser mit den Gedanken, die Karenz würde die nötige Distanz aus der Arbeitssituation und meinem Burn Out schaffen, im Gegenteil, ich trage das Gefühl in mir mein Burn Out nun seit über drei Jahren mitzuschleppen, manchmal ist es besser, aber ausfüllend, ich denke das hat es mich bis jetzt noch nie, auch wenn es schön ist, wenn einem das Kind anlächelt und zum ersten mal Mama sagt oder dich drückt und sagt ich hab dich lieb. Es füllt mich auch mit Liebe in den Moment, aber so das ich danach vollkommen ausgefüllt wäre und es mich von nun an ausfüllt, ich denke, leider nicht. Wenn mir meine Kinder nicht so nahe wären (also wenn ich nur Tante wäre oder so), wäre es sicher besser, dann würde ich sagen, mensch sind solche Momente bezaubernd, aber dann würde ich die Türe zumachen und mein Leben weiterleben. Verantwortung abgeben und wieder selbstbestimmt und frei leben.

    Meine Therapeutin sagt immer eine gute Mutter ist eine zufriedene Mutter. Nur dahin zurück zur Zufriedenheit wie ich sie mir vorstelle kann ich nicht mehr zurück, ja mittlerweile geh ich sogar schon wieder ab und an aus mit meinem Partner, aber für mich ist das nicht wie Glas auffüllen, es ist schön für den Moment, aber danach hab ich noch immer das Gefühl, so und jetzt wieder zurück in meine Zelle. Es gibt mir auch Energie und es tut mir gut, aber das was mich so daran verzweifeln lässt, bei all meinen anderen falschen Entscheidung, hatte ich vielleicht mal ne Krise, hab daraus gelernt, bin gewachsen, hab mich von dem Distanziert was mich runter zieht. Ich kann mich nicht entfernen oder von meinen Kindern distanzieren. Ich male mir oft aus wie es wäre, würde ich wirklich gehen. Und dann tun mir meine Kinder leid und deshalb bleibe ich. Ich kann sie nicht verlassen, das würde ihr Herz brechen und wenn ich daran zugrunde gehe.

    Wenn ich nur daran denke, wie lange ich an diesem Text geschrieben habe, weil ich dauernd unterbrochen worden bin (irgendwie bringt mich das grad zum lachen). Im Endeffekt hat meine Therapeutin ja eigentlich recht „Eine zufriedene Mama ist eine gute Mama“. Ich hoffe für mich und für alle hier, das sie den richtigen Weg finden und akzeptieren und annehmen was gegeben ist.

    1. Vera sagt:

      Hallo Dorkas, ich bin nicht Christine aber ich muss dir schnell schreiben! Habe gerade deinen Post gelesen und ja mir geht es so ähnlich. Ich finde es so wichtig, dass wir uns hier ein bisschen austauschen können, denn „draußen“ scheint es solche Mütter wie uns ja nicht zu geben. Und immer dieses schlechte Gewissen…Aber: meine Tochter ist jetzt fünf und ja, natürlich ist es noch anstrengend, manchmal bin ich sobald ich sie am Nachmittag aus dem Kindergarten abgeholt habe schon nach 10 Minuten mit den Nerven runter…aber es wird besser!!!Ich denke manchmal bei mir ist es einfach der hohe Anspruch – ich lasse sie im Supermarkt eben nicht einfach rumrennen oder früher rumschreien (das macht sie jetzt nicht mehr) usw. und dann ist einkaufen eben einfach anstrengend. Wenn ich mir andere Mütter da so anschaue, die sind da völlig entspannt. Und genau DAS ist es, ich denke wir nehmen unseren „Job“ als Mutter eben sehr ernst und das ist natürlich nicht entspannend und DAS konnte man eben bevor man sein eigenen Kind hatte nicht wissen….

      1. Christine sagt:

        Liebe Vera,

        da sprichst du etwas an: Der hohe Anspruch! Gut, dass du ihn erwähnst, denn ich denke, es geht sehr vielen hochsensiblen Müttern so (ich gehöre auch dazu ;-)). Ich habe einmal einen sehr schönen Satz von einer wohlwollenden Dame vom Jugendamt hier geschrieben bekommen (die aber nichts von meiner Hochsensibilität weiß; trotzdem finde ich ihn sehr passend).

        „Eines kann ich Ihnen sagen: Eltern, die alles nach bestem Wissen richtig machen wollen, für die ist die Erziehung immer schwer. Nur wer seinen Job ernst nimmt, was Sie ohne Zweifel tun, hat so viel Anstrengung und wird aber auch reich ernten… darauf muss man immer vertrauen!“

        Den Satz gebe ich gerne an dich und euch weiter ♥

      2. Dorkas sagt:

        Hallo Vera, es stimmt das ist wirklich wichtig sich auszutauschen, ich muss sagen es ist nur das erste mal seit meiner ältesten, das ich mir hier so „fallen“ lasse, ich habe mich bis dahin mit gerade mal einer Mutter ausgetauscht, der es ein wenig ähnlich geht. Meine Anfangsversuche mich auszutauschen haben für mich kläglich versagt, vielleicht auch, weil ich so sensibel bin und ich kurz nach der Geburt einfach nervlich kaputt war, aber die Reaktionen waren für mich auch nicht das, was ich mir erhofft hatte.

        Im Endeffekt ist es aber genau das was mir gut tut, zu wissen ich bin nicht alleine. Das Internet ist denk ich ein guter Weg Gleichgesinnte zu finden. Den ich merke immer noch im real life, das gewisse Dinge einfach Tabu sind.

        Danke, das du das mit den hohen Anspruch sagst, davor hat man noch kein Wort dafür und dann spricht es endlich jemand aus, wie befreiend. Das mag mitunter auch ein Grund sein, warum es bei mir oft sehr angespannt ist. Ich finde es schön ausgedrückt, das man den Job als Mutter sehr ernst nimmt. Nur momentan befinde ich mich in der Situation, das ich mich gerade frage, ob ich es ein wenig „zu“ ernst sehe. Ich würde zb so gerne mal wieder eine Nacht ausschlafen, mir käme da immer eine Übernachtung in einem Wellnesshotel in den Sinn und gleichzeitig denk ich mir „Nein die Kinder sind zu klein, wenn sie bei Oma übernachten und dann in der Nacht zu weinen anfangen und ich bin nicht da, nehmen sie Schaden, das wird sich auf die Mutter-Tochter Beziehung nicht gut auswirken. Meine Therapeutin meinte, ich sehe das zu „ernst“, ein Kind nimmt keinen seelischen Schaden, wenn Eltern mal „Urlaub“ machen. Und so gehen meine Gedanken aber ständig. Große im Kiga, obwohl ich zu Haus mit der Jüngeren bin, sie wird Schaden nehmen.

        Ich sehe vielleicht manches „zu“ ernst, möchte alles richtig machen, dieser Hang zum Perfektionismus ist aber kein guter Weg. In manchen Dingen hab ich auch mittlerweile den Kampf mit mir selber aufgegeben, auch wenn mich noch manchmal das schlechte Gewissen rüttelt. Mir fehlt einfach die Kraft.
        Auf der anderen Seite ist es auch schön etwas ernst zu nehmen, damit bekommt es ja auch eine Bedeutung. Man zeigt dem Kind, es ist mir nicht egal, was mit dir passiert.

        Ich hoffe auch das, dass „es wird besser“ auch wirklich stimmt…..

      3. Christine sagt:

        Hallo Dorkas,

        welcher Gedanke mir gerade kommt: Vielleicht hilft es dir, das Ganze mal aus dem Blickwinkel deiner Tochter (und auch der Oma) zu betrachten: Mit einer Übernachtung gönnst du nicht nur dir eine Pause, sondern den beiden einen kleinen Kurzurlaub! Sowohl für dein Kind als auch die Oma ist es doch ein schöner Vertrauensbeweis und stärkt damit ja auch die Oma-Enkel-Beziehung! Und wenn sie nachts weint, wird Oma sicher etwas einfallen :)

        Du musst beim ersten Mal ja nicht direkt den Wellnessurlaub antreten. Dann kannst du sicher eh nicht so entspannen, wie du es dir erhoffst! Vielleicht bleibst du dann erstmal zuhause, nur für den Fall, dass du nachts tatsächlich gebraucht wirst.

        Denn was ist, wenn wirklich einmal etwas mit dir sein sollte (plötzlicher Krankenhausaufenthalt oder sowas), wo du die Hilfe deiner (Schwieger-)Mutter in Anspruch nehmen müsstest? Dann hättet ihr beide sicherlich ein besseres Gefühl, wenn ihr den „Ernstfall“ schon mal geübt habt :)

        Nur so ein Gedanke…

    2. Christine sagt:

      Liebe Dorkas,

      wow, ich glaube du hast den Rekord „Längster Kommentar auf meinem Blog“ geknackt ;-) Aber nicht falsch verstehen, ich danke dir sehr für deinen langen Bericht und dass du dir die viele Zeit in deiner sonst so dürftigen Zeit für dich genommen hast, um mir zu schreiben ♥

      Du hast alles so intensiv beschrieben, es hätten meine eigenen Worte sein können, bzw. waren es auch schon oft genau meine Gedanken.
      Ich glaube, mit deinem letzten Satz hast du etwas sehr Wahres angesprochen, auch, wenn die Umsetzung, das Annehmen was ist, oft die schwierigste Aufgabe als (hochsensible) Mutter ist. Ich wünsche dir, mir und uns allen ganz viel Kraft dazu im Alltag!

      Liebe Grüße und fühle dich herzlich Willkommen auf meinem Mama-Blog!
      Christine

      1. Dorkas sagt:

        Ohhh das war nicht meine Absicht, beim Schreiben fällt das erstmal gar nicht so auf, wie lang der Kommentar ist….ich tu mir nämlich sehr schwer manchmal lange Kommentare zu lesen ohne Punkt und Strich und Abstand, deswegen tuts mir noch mehr leid, weil ich mich selbst nicht so toll daran gehalten hab.

        Gestern war nur ein nicht so toller Tag, darum hab ich auch viel im Internet gegoogelt und bin auf deiner tollen Seite gelandet.
        Ich bemühe mich jeden Tag, die Dinge die (momentan) nicht veränderbar sind zu akzeptieren, aber manchmal kommt es mir auch nur vor wie eine leere Floskel, mir fehlt manchmal die Bedeutung, wie man „praktisch“ zu dem akzeptieren kommen kann.
        Daweil fühlt es sich für mich, noch wie ein, „Täglich wird neu entschieden, ob der Tag heute gut läuft und ich akzeptieren kann oder eben nicht“ an. Eine Patentlösung hab ich leider nicht, aber vielleicht braucht man die gar nicht, vielleicht kann man auch ohne eine Patentlösung jeden Tag so nehmen wie er kommt und das Beste daraus machen : )
        Ich werde auf jeden Fall deinen Blog weiterverfolgen, der tut mir gut : )

  26. Aline sagt:

    Liebe Christine,
    ich musste schon sehr schmunzeln, deine Gedanken hätten von mir sein können. Meine Hochsensibilität wurde vor kurzen durch mein Burnout festgestellt.
    Ich habe drei Kinder (2,4,7) von denen zwei auch hochsensibel sind. An manchen Tagen habe ich unglaublich Lust auf mind. 3 Wochen Urlaub-allein!!!
    Ich muss aber sagen, seit ich weiß das ich hochsensibel bin, fällt mir vieles sehr viel leichter. Ich verstehe mich und auch das Verhalten meiner beiden sensiblen Kinder besser und reagiere nun viel anders. Das allein entspannt einige Situtionen erheblich.
    Und ja, auch ich frage mich manchmal wie anderen von morgens bis Abends die Sonne aus dem Popo scheinen kann, wenn ein Kind gerade Kakao verschüttet, das nächste mit dem Löffel gegen den Teller schlägt und eines jammern in der Ecke hockt weil man nicht augenblicklich springen kann wenn es was möchte.
    Meine Therapeutin findet übrigens, dass Hochsensibilität eine Kompetenz ist! Meistens finde ich das inzwischen auch ;-)
    Haltet durch-wir sind nicht allein! <3

  27. Katzenmama sagt:

    Liebe Christine,

    ich bin auch hochsensibel und weiß, dass ich meine Ruhe und Entspannung brauche (hatte schon ein Burn Out und eine mittelschwere Depression, nehme auch Medikamente deswegen, mit denen geht es ganz gut). Ich habe zwei Katzen und gemerkt, dass ich sogar bei ihnen schon ab und zu „genervt“ sein kann, wenn sie mit mir spielen wollen und daher maunzen. Vor allem, wenn die Arbeit anstrengend war und im Supermarkt zB kleine Kinder herum geschrien haben. Immer wenn ich Kindergeschrei höre, denke ich mir: „Bin ich froh, dass ich keine habe.“

    Ich hab mir nie Kinder vorstellen können, außer vielleicht mit dem „perfekt passenden Mann“. Das hängt vielleicht auch mit meiner Mutter zusammen, die vier Kinder hat, hochsensibel ist und mir ständig überfordert und kränklich vorkam. Das war ein abschreckendes Beispiel, obwohl sie immer sagt, dass sie gern viele Kinder haben wollte und nichts bereut.

    Ich habe zwar jetzt einen super Partner der mir Stabilität (auch emotional!) und Liebe gibt. Allerdings will er unbedingt eigene Kinder haben und ich schwanke stark hin und her zwischen „Ich will nicht, ich brauch keine Kinder.“ und „Ich will meinen Partner nicht verlieren.“

    Ich weiß nicht, ob ich diese Beziehung, welche mir sehr gut tut, verlassen soll, oder ob ich den Sprung ins kalte Wasser wagen und „Kinder backen“ soll. Ich tue mir so wahnsinnig schwer mit Entscheidungen und will immer alles richtig machen. Mein Perfektionismus steht mir auch oft im Weg.

    Kennt ihr eine Frau in meiner Situation? Wie hat sie sich entschieden und wurde sie glücklich damit?

    Liebe Grüße,
    Katzenmama

  28. Nadine sagt:

    Ich habe wirklich immer gedacht, ich sei die einzige die solche Gefühle hat. Ich habe mich dafür gehasst. Ich dachte immer, ich hätte meinen Sohn deshalb nicht verdient. Mein Leben lang habe ich mich gefragt, was denn mit mir nicht stimmt, weil ich immer schon so anders war. Nach der Geburt habe ich 10 bis 12 Monate lang gelitten wie ein Hund, während andere Mütter fröhlich schwatzend beim Kaffeekränzchen saßen. Ich hatte schlimme Depressionen. Wenn ich abends duschen gegangen bin und mein Mann das Baby kurz hatte, habe ich extra getrödelt damit ich mal weg von dem Kind kam. Schrecklich. Das schlechte Gewissen bringt mich heute noch um, weil ich meine freien Tage auch lieber allein als mit Kind verbringe… Mein Sohn ist übrigens 2 Jahre alt. Das liest sich jetzt wieder als sei ich total herzlos! Bin ich aber nicht. Ich bin total empfindlich und sensibel.
    Ich arbeite im Schichtdienst. An manchen Tagen bringe ich meinen Sohn also um 9 Uhr in die Kita, hab dann noch ein paar Stunden allein zuhause und wenn ich abends von der Arbeit komme, schläft er. Ich werde oft bemitleidet deswegen. Ich traue mich nicht zuzugeben, dass ich das ganz angenehm finde (ist ja nicht immer so dass ich Spätdienst habe…). Mein Sohn ist bei meinem Mann und den Schwiegereltern bestens untergebracht und ich brauche diese Ruhe so dringend. Bin ich unnormal?
    Auch, wenn es nicht meinen Idealvorstellungen entspricht, aber mein Sohn bleibt Einzelkind. Ich kann das nicht nochmal. Dabei liebe ich ihn ja. Aber nochmal die Babyzeit? Auf keinen Fall. Ich habe einmal den Fehler gemacht, in einem sozialen Netzwerk ein bisschen ehrlich zu sein, mit einem derartigen Shitstorm hatte ich nicht gerechnet. Das hat mich so tief verletzt, dass ich inzwischen eigentlich gar keine Freundschaften mehr pflege. Nirgendwo kann ich ich selbst sein, muss immer eine Maske tragen. Ich sehne mich so nach Kontakten zu anderen. Mütter, die mich nicht verurteilen. Ich bin kein Unmensch, nur weil ich das Familienleben nicht als die absolute Erfüllung sehe und meine Freiräume brauche. Ich bin halt sehr sensibel. :-(

    1. Christine sagt:

      Liebe Nadine,

      ganz herzlich möchte ich dich auf meinem Blog für hochsensible Mütter willkommen heißen!
      Es berührt mich sehr, dass du dich nach deinen unschönen Erfahrungen in Punkto Ehrlichkeit in dem sozialen Netzwerk getraut hast, dich hier so zu öffnen und mir und meinen Leserinnen von deinen privaten Gefühlen erzählt hast. Ganz lieben Dank dafür! Du wirst hier auf ganz viel Verständnis treffen, von meiner Seite bekommst du es jedenfalls!

      Ich kann deine Erleichterung so nachempfinden, die du spürst, wenn du dein Kind aufgrund des Spätdienstes weniger erlebst. Muttersein bedeutet für viele Frauen Stress und für uns Hochsensible gipfelt sie oft in Überforderung! Bitte glaube nicht, dass du unnormal bist – du bist einfach viel dünnhäutiger und empfindlicher (bitte nicht negativ verstehen) als Nicht-Hochsensible. Und wahrscheinlich hast du wenige Überempfindliche in deinem näheren Umfeld.

      Ich möchte auch nie, nie wieder die Babyzeit erleben! Selbst im Nachhinein überkommt mich kein verklärter Blick auf die Zeiten, sondern vor allem ein Gefühl von Stress. Die wenigen schönen und süßen Momente wiegen das Ganze bei weitem nicht auf!

      Ich wünsche dir sehr, dass du die kommende Kleinkindzeit als weniger anstrengend empfindest als die Babyzeit und dass du einen Weg findest, gut mit dir und deinen Bedürfnissen umzugehen! Es ist so schade, dass es in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema ist, wenn Frauen in ihrer Mutterrolle unglücklicher sind, als sie es vorher gedacht hatten.

      Wenn du magst, schreib mir auch gerne eine Mail an mail@pusteblumen-fuer-mama.de, ich würde mich freuen von dir zu hören!

      Sei lieb gegrüßt und fühle dich gedrückt ♥
      Christine

      1. Nadine sagt:

        Ich bin so froh, dass ich endlich einmal nicht für meine Gedanken verurteilt werde. Ganz schnell wird man als Rabenmutter abgestempelt, und das tut extrem weh. Mir wehte dieser Wind ja sogar ganz offen und mit Anfeindungen gespickt entgegen. Was ich mir denn eigentlich vorher gedacht hätte, wie ein Leben mit Kind verlaufen würde, ob ich nichtmal an das Wohl meines Kindes denken würde. Meinem Kind geht es verdammt gut, es hat die beste Betreuung die uns möglich ist. Es gibt ja nicht nur die Mama, sondern auch den Vater und noch ganz viele andere liebe Personen. Und ich bin so oft und so viel für meinen Sohn da, wie es mir möglich ist. Ich weiß dass das nicht so viel ist wie bei anderen, ich bin eben empfindlicher. Aber ich kann eben auch nichts dafür.
        Schön dass ich damit nicht alleine bin <3
        Ganz liebe Grüße!

      2. Christine sagt:

        Die Frage, ob ich mir nicht vorher hätte denken können, was auf mich zukommt, wurde mir auch schon des Öfteren gestellt. Wer das fragt, hat das Wesen einer hochsensiblen Mutter noch nicht ernsthaft verstehen, im Sinne von nachempfinden, können. Lass dir bitte niemals von Niemandem einreden, dass du eine schlechte Mutter bist! Wie du schon richtig schreibst, kümmerst du dich sehr um das Wohl deines Kindes, indem du ihm die bestmögliche Betreuung (wenn du es selbst gerade nicht kannst) ermöglichst.
        Du bist die beste Mutter für dein Kind, vergiss das bitte nie!
        Alles Liebe
        Christine

    2. Dorkas sagt:

      Ich kann mich da so gut hineinfühlen, das mit den trödeln im Bad und Wc kenn ich nur allzu gut. Es ist auch mein ganz persönlicher Freiraum, wenn mein Mann zu Hause ist und auf die Kinder schaut.
      Und das mit der Maske tragen, das kannte ich und kenne ich auch heute noch zu gut, mir fällt es einfach leichter im Internet anonym mich „auszukotzen“ und „auszuheulen“.
      Mir fehlt leider auch durch mangelnde positive Erfahrung sich ganz ehrlich und authentisch sich mit anderen Müttern (zb am Spielplatz) auszutauschen. Deswegen lass ich es zumeist, auf der einen Seite schont es meine Nerven, auf der anderen Seite, kann man manchmal ganz schön das Gefühl haben zu vereinsamen, deswegen find ich es auch wichtig, sich irgendwem anzuvertrauen, deswegen muss dafür mein Mann herhalten, bei ihm kann ich dann halt authentisch sein.
      Meine Therapie die ich mache hilft mir auch, zum einen mehr zu riskieren, indem ich offener damit umgehe (so gut es halt geht und es passend ist) und mir auch Freiräume zu schaffen. Meine Schwiegermutter hat mir damals bei meinem ersten Kind noch angeboten, das mein Mann und ich 1x in der Woche ausgehen, damals konnte ich das noch nicht, sie war so klein, ich wollte nicht lästig sein und generell hatte ich ständig Ausreden, mittlerweile seit meine Zweite da ist, merke ich, dass ich meine Freiräume so sehr brauche und wenn ich sie nicht bekomme, dass ich zu einen wirklich unausstehlichen Menschen mutiere, den ich gar nicht mag, selbst wenn ich so gut wie möglich meinen Kindern nichts davon zeige, es brodelt in mir und man sagt ja immer, Kinder spüren es ja trotzdem. Deswegen hab ich mir vorgenommen mindestens 1x im Monat, wenn nicht sogar 2x, 3x im Monat mit meinem Mann etwas zu unternehmen, ohne Kinder selbstverständlich ; )
      Dadurch das mir die Gespräche mit anderen Müttern fehlen, dachte ich immer, ich bin abnormal und nur mir und ganz wenig anderen geht es so. Doch meine Therapeutin hat mir bestätigt, alle Mütter brauche „Freiräume“ sie sagt manche mehr, manche weniger. Sie hat auch gesagt eine gute Mutter ist eine Mutter die zufrieden ist. Ich denke, dass geht aber nur, wenn sie auch an sich selbst denkt und dadurch zwei Sachen mitgibt auf der einen Seite, dass sie auf sich selbst achtet und gleichzeitig das sie ihren Kindern, durch Vorbildwirkung vermittelt, das die Kinder Selbstachtung lernen.
      Ich hoffe wirklich sehr, dass sich gesellschaftlich noch mehr tut um das Bild der Mutter zu überdenken. Meiner Meinung nach müsste mal diese Glorifizierung der Mutter aufhören.
      Auf jeden Fall bist du nicht unnormal, weil du so empfindest, es ist nur Schade (und zu diesen Leuten zähle ich mich selber), dass man oft mit seinem Gewissen hadert. Ich hoffe und denke, es wird besser, umso älter und selbstständiger die Kinder werden. Alles liebe

      1. Nadine sagt:

        Was du schreibst, kann ich voll und ganz unterschreiben.
        Am Anfang hat meine Mutter mir öfters angeboten, dass sie den Kleinen mal nimmt, leider ist es nie dazu gekommen weil immer etwas dazwischen kam und meine Mutter ja auch berufstätig ist. Irgendwann habe ich nicht mehr mehr gefragt. Unsere Freiräume als Paar beschränken sich auf die Abende zuhause vor dem Fernseher, wenn der Kurze schläft. Meine persönlichen Freiräume habe ich, wenn ich erst Nachmittags zur Arbeit fahren muss. Man hat sich damit irgendwie arrangiert.

        Ich habe mit meinem Sohn an diversen Pekip, Babymassage und Krabbelgruppen teilgenommen. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt noch, dass es allen Müttern so ginge wie mir oder ich zumindest keine große Ausnahme wäre. Womit ich nicht gerechnet habe, ist dieser Konkurrenzkampf. Das Mutterbild ist wirklich fragwürdig verzerrt in dieser Gesellschaft.
        Im Laufe der Zeit haben mich diese Zusammenkünfte der Vollblut-Glucken nur runter gezogen. Niemand schien so zu ticken wie ich. Die anderen trafen sich regelmäßig auch außerhalb der Gruppen, ich war immer außen vor. Ich konnte dieses Schauspiel nicht ertragen. Ich musste mich immer verstellen. Außerdem haben mich diese Aktivitäten derart erschöpft, dass ich froh war, dass die nur einmal in der Woche waren… Ich hab auch teilweise den Fehler gemacht, zu ehrlich zu sein. Mit dem Ergebnis, dass man mich gemieden hat. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, ich sei krank im Kopf und der Fehler läge nur bei mir. Auch konnte nie jemand verstehen oder nachvollziehen, dass ich mir kein zweites Kind wünsche. Da wird man angeguckt wie ein Alien.
        Ich bin wirklich froh, dass es anscheinend doch noch andere von meiner Spezies gibt. Ich fühle mich gleich weniger wie ein Weichei und Versager.
        Liebe Grüße

  29. Lina sagt:

    Hallo,
    Mir geht es da ganz genauso. Ich wollte immer sooo gerne Kinder und als es dann endlich geklappt hat, hatte ich eine unkomplizierte Schwangerschaft und mich total auf den kleinen Wurm gefreut. Was ich nicht erwartet hab war die Konfrontation mit mir selber. Die Geburt meiner Tochter (16 Monate) war im Nachhinein eine ziemlich traumatische Erfahrung und mir ging es danach ziemlich bescheiden… körperlich und emotional. Ich bin in eine Wochenbettdepression gerutscht, hatte Bindungsstörungen, bei unserer Tochter wurde eine leichte Stoffwechselstörung festgestellt, meine Hebamme hat mich Stich gelassen. Es war schrecklich und irgendwie hörte es auch nicht mehr auf. Das Weinen der Kleinen fand ich unerträglich und die fehlende Freiheit empfinde ich nach wie vor als als eine Art Gefängnis. Ich hasste die verplichtenden Babykurse ging aber trotzdem um einfach draußen sein zu können und mich nicht so eingeschlossen zu fühlen. Dabei habe ich wirklich ein liebes Kind und einen hilfsbereiten Mann. Aber es fühlte sich an als wenn nichts in meinem Körper mehr meins war und meine gesamte Energie einfach rausgeflossen war. Ich verstand gar nicht was mit mir los war bis ich vor ein paar Monaten von dem Thema Hochsensibilität hörte, mich informierte und mich in wirklich allen Punkten erkenne.
    Was mich aber total stört ist mein anscheinend doch verzerrtes Bild von mir selber… wie kann es nur sein, dass ich immer dachte ich bin dafür gemacht Mama zu sein und jetzt genieße ich es arbeiten zu gehen? Ich schäme mich irgendwie…
    Da ich nie ein Einzelkind wollte haben wir Kind 2 relativ zeitig in Angriff genommen. Ich bin jetzt in der 13 SSW und habe irgendwie Angst… vor allem… der Depression, der Überforderung, der fehlenden Planung, wie ich 2 Kindern gerecht werden kann, wie wir das alles schaffen sollen. Dabei machen das so viele und ich bin nur gestresst und dauermüde…Vielleicht sollte ich mir frühzeitig Hilfe suchen? Mein Mann wird wahrscheinlich in Elternzeit gehen um mich zu entlasten. Ich hoffe das funktioniert so.

    Ich könnte noch so viel schreiben aber ich weiß auf jeden Fall dass ich nicht alleine bin. Auch ich liebe meine Tochter hätte sie aber manchmal gerne in Teilzeit ;)

    1. Christine sagt:

      Liebe Lina,

      sei ganz herzlich willkommen auf meinem Mama-Blog!
      Ich kann so vieles von dem, was du schreibst, total nachempfinden! Auch der Punkt: Irgendwo hingehen, obwohl man gar nicht hinwill, nur, um zuhause nicht dieses Gefängnis zu spüren…
      Ich wünsche dir so sehr, dass du dich nicht für deine Gefühle schämst! Niemand kann als Kinderlose(r) einschätzen, was er/sie als Elternteil für eine Person ist. Ich habe vorher auch gedacht, dass ich das Ganze mit Links machen würde, weil ich mich immer als ruhig, geduldig und ausgeglichen erlebt habe *lach*.

      Wichtig ist jetzt, mit zweitem Kind unterm Herzen, dass du dich nicht verrückt machst und dich nicht von deinen Ängsten leiten lässt! (Ich weiß, leichter gesagt als getan…). Die Idee, dir schon rechtzeitig Hilfe und Unterstützung (Großfamilie? Tagesmutter?,…) zu holen, halte ich für goldrichtig! Lieber einmal zu viel absichern und hinterher feststellen, dass du die Hilfe nicht in dem Ausmaß in Anspruch nehmen musst, als umgekehrt mit Baby und Kleinkind hilflos dazustehen. Dass dein Mann Elternzeit nehmen möchte finde ich toll! Schön, dass er dir den Rücken stärkt! Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass vieles leichter ist, wenn man zu Zweit an einem Strang zieht.

      Ganz lieben Dank, dass du hier so offen über deine Gefühle gesprochen hast! Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest und vor allem noch eine entspannte Schwangerschaft!

      Alles Liebe dir
      Christine

  30. Dorkas sagt:

    Das mit den Abenden vorm Fernsehen kenn ich auch so, es sind die Momente wo wir, als Paar sein können, wenn nichts dazwischen kommt, momentan brauchen beide Ewigkeiten bis sie eingeschlafen sind, es ist Schnupfenzeit und die kleine bekommt grad Zähne.
    Ich bin zu solchen Kursen nie gegangen, ich hätte es auch nicht geschafft so viel zu schauspielern und ich gestehe jetzt noch etwas, ich hatte immer Angst vor zu viel Babygequatsche, ich fühle mich teils heute noch komisch damit. Ich finds vollkommen in Ordnung sich bei einigen Dingen austauschen, man hat ja schließlich auch unzählige Fragen, was ich meine ist dieses „Schaut mal mein Pupsi, hebt die Hand und streckt die Zunge dabei raus, ach wie süß. Macht das deine auch? Und ach schau jetzt hat Schnurzelchen genießt und dabei gesabbert“. Ich fühle mich jetzt schon wieder schlecht, wenn ich das schreibe und grundsätzlich, ist es gar nicht schlimm, aber wenn ich das stundenlang höre, das ist einfach nicht meins, nicht mal bei meinen eigenen Kindern. Ich komme mir dabei dann immer wie eine kalte Mutter vor (was ich wahrscheinlich gar nicht so bin) und „eine kalte Mutter“ ist ein gesellschaftliches NoGo, genervt von seinen Kindern sein ist ein gesellschaftliches NoGo, nicht gerne mit seinen Kindern spielen und es zugeben ist ein gesellschaftliches NoGo, diese Liste ist unendlich lang erweiterbar.
    Letztens hat mich meine große etwas gefragt im Aufzug, ich hatte sie ewig lang nicht verstanden und dann beim rausgehen, sagte ich etwas genervt „Große ich hab dich nicht verstanden, frag mich nochmal später“. Eine Nachbarin stand da, als die Tür aufging, was war mit mir: Ich hatte mich sofort geschämt, das ich so genervt reagiert hatte. Das Problem lag für mich persönlich gar nicht, das ich meiner Tochter gegenüber authentisch war, sondern das die Nachbarin mich so gesehen hatte. Warum konnte und kann ich auch noch heute oft nicht drauf sch***en was die Nachbarn, die anderen Mütter da draußen, die Gesellschaft davon denkt und hält. Da liegt für mich das Problem, das ich manchmal nicht dazu stehen kann, das ich genervt oder wütend bin, weil ich mich so beobachtet fühle und das Gefühl habe, ständig beurteilt zu werden. Dann wieder frage ich mich, ob ich mich nicht selbst zu streng beurteile, den es wird diejenigen schon geben, die streng über andere urteilen, aber inwieweit gebe ich ihnen die Macht dazu?

    Achja und das mit dem zweiten Kind bekommen, das kenn ich auch nur allzu gut, als hätte man einen Sold erfüllt, wenn man zwei Kinder bekommt, oft fällt mir auch auf, das Mütter mit zwei Kindern sagen, eine mit Einzelkind kann gar nicht mitreden. Ich finde das so trauig und schade und da fühle ich auch immer diesen Konkurrenzkampf.

    Auf jedenfall fühle ich mich auch immer weniger, als Versager, seit ich diesen Blog kenne und bin sehr, sehr dankbar dafür : )

  31. Lilli sagt:

    Hallo,

    Es tut echt gut zu wissen, dass ich nicht alleine mit solchen Gefühlen und Gedanken bin.

    Ich habe mir jahrelang ein Kind gewünscht und dann wo ich endlich schwanger wurde, habe ich mich riesig gefreut. Und dann hatten wir 5 Monate jeden Abend mit Koliken zu kämpfen. Mein Kind hat jeden Abend 2Std. wie am Spieß geschrien und nichts konnte ihn beruhigen, bis er erschöpft einschlief.

    Er hat so oft geschrien und nie konnte ich es ihm recht machen. Sogar jetzt noch, er ist 14 Monate, ist er ständig am nörgeln und schlecht gelaunt. Ist ein schlechter Esser, mag es nicht im Auto zu fahren und ist dauernd in Bewegung. Ich werde einfach nicht fertig mit ihm.

    Anziehen ist doof, Zähneputzen ist doof, Windeln wechseln ist doof…….

    Ich liebe mein Kind über alles auf der Welt aber ich habe mir das Muttersein ganz anders vorgestellt.

    Es sieht immer so einfach aus bei den anderen Müttern.

    Ich wünsche mir noch mehr Kinder, weil ich denke es ist bloß eine Phase und ich werde es schon schaffen. Meine beste Freundin sagte mir letztens:“ Und du willst noch mehr Kinder? Du schaffst es ja nicht mal mit dem einen fertig zu werden!“.
    Da habe ich mich echt geschämt…

    Und ich habe immer so schlechtes Gewissen, wenn mein Mann mit ihm alleine spazieren geht oder die Schwiegereltern und ich ruhe mich in der Zeit aus.

    Ach ich könnte noch so vieles schreiben…..

    Auf jeden Fall, danke für deinen Beitrag, es hat echt geholfen zu lesen, dass ich keine Versagerin bin, sondern einfach nur sensibel.

    Lieben Gruß

    1. Christine sagt:

      Liebe Lilli,
      fühle dich umarmt, wenn du magst! Es tut mir sehr leid zu lesen, dass dein Mamasein auch mehr eine anstrengende Herausforderung denn die Erfüllung deines Lebens ist (bisher).
      Ich wünsche dir auch, dass du dich nicht dafür schämst oder dir ein schlechtes Gewissen machst, wenn du dir Zeit für dich nimmst. Ich empfinde es sogar als notwendige Pflicht, dass wir Mütter uns auch um uns kümmern, damit wir anschließend wieder genug Kraft für unsere Kinder haben.
      Alles Liebe dir!! Du bist eine gute Mutter <3
      Christine

  32. Tina sagt:

    Guten Morgen,
    ich habe gerade diesen Beitrag gelesen, bin auch Hochsensibel und wünsche mir ein Kind. Ich kann euch so gut verstehenund jetzt komme ich ins grübeln, ob das mit dem Kind tatsächlich so eine gute Idee ist, obwohl das Ticken meiner Uhr gerade so laut ist. Der obige Text macht mich gerade sehr, sehr nachdenklich.

    Liebe Grüße

    Tina

    1. Christine sagt:

      Liebe Tina,

      obwohl mein Beitrag wirklich dagegen spricht, würde ich trotzdem keiner hochsensiblen Frau mit Kinderwunsch davon abraten, Kinder zu bekommen. Du bist -im Gegensatz zu mir- immerhin in der glücklichen Lage, schon vor der Kinderplanung von deiner Hochsensibilität zu wissen.
      Das bedeutet, wenn du dich für ein Kind entscheiden solltest, kannst du dich schon vor der Geburt um vieles kümmern! Z.B. um die Frage, wie und wo du entbinden möchtest (Thema Selbstbestimmtheit) und wie du später Zeit für dich organisierst (Wer kommt als Babysitter in Frage? Wieviel kann dein Mann dich entlasten? Wer geht in Elternzeit? Wie steht es mit Arbeiten (Vollzeit/Teilzeit) im Verhältnis zur Betreuung (Eigenbetreuung? Kindergarten? Tagesmutter?). Das klingt vielleicht ein wenig übertrieben, aber je mehr du schon im Vorfeld planst und in Gedanken durchspielst, desto klarer wird dir vielleicht, was realisierbar ist oder welcher Weg für dich überhaupt in Frage kommt.

      Auf jeden Fall glaube ich, dass man auch „Frau“ genug ist, ohne Mutter zu sein. Aber das Gegenteil suggeriert uns die Gesellschaft leider immer noch zu sehr…

      Ich wünsche dir alles Liebe, auch bei deiner Entscheidung!
      Christine

  33. Frau Blumenthal sagt:

    Liebe Christine, ich bin Dir sehr dankbar für diesen Text und ich könnte auch heulen, wenn ich ihn lese. Ich befasse mich seit einiger Zeit mit dem Thema „Hochsensibilität“ und bin darauf gestoßen durch die Hochbegabung meiner Kinder. Dort hatte ich herausgefunden, dass Hochsensibilität sehr häufig mit einer Hochbegabung einhergeht. Eine sehr gute Lektüre, die bei mir voller Klebezettel und „Aha-Effekte“ war ist das Buch „Ganz normal hochbegabt – Leben als hochbegabter Erwachsener von Andrea Brackmann. Denn Hochbegabung bedeutet einfach häufig mehr von allem : mehr denken, mehr fühlen und mehr wahr nehmen und somit Reize aller Art intensiver und komplexer verarbeiten. Außerdem fühlen sich häufig Hochbegabte und Hochsensible in Gruppensituationen unwohl. Der Satz „Du denkst zuviel nach“, „Du bist einfach zu sensibel“ kommt einem häufig sehr bekannt vor und das sich monotone Aufgaben wie eine Qual anfühlen können. Ich dachte daher auch lange Zeit, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich bin Mutter von drei Söhnen und die Lautstärke und Ausdauer meiner Kinder kann mich echt in den Wahnsinn treiben obwohl ich sie über alles liebe. Trotzdem sehne ich mich sehr nach meiner Ruhe und es tröstet mich unendlich, dass ich mit diesem „Alien-Gefühl“ wie es Frau Brackmann in ihrem Buch so schön ausdrückt nicht alleine bin.
    Ich grüße euch von Herzen und lernt auf euch zu hören und eure Bedürfnisse….

    1. Christine sagt:

      Liebe Frau Blumenthal,

      sei willkommen auf meinem Blog für hochsensible Mütter! Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, von deinen Erfahrungen zu berichten!
      An Hochbegabung habe ich bei meinem Sohn Maxi auch schon mal gedacht, allerdings zeigte ein Durchschnitts-IQ-Test beim Psychologen eher unterdurchschnittliche Ergebnisse. Wobei Hochbegabung ja nicht alleine in der Intelligenz zu bestätigen ist. Vielleicht würde ein intensiverer Test nochmal mehr Aufschlüsse geben.

      Ganz lieben Dank auch für deinen Buchtipp, auch, wenn ich bei mir persönlich keine Hochbegabung vermute..
      Alles Liebe dir weiterhin!
      Viele Grüße, Christine

  34. Amanda sagt:

    Danke für diesen tollen Text! Ich kann mich in allem wiederfinden und bin so froh und erleichtert, dass es nicht nur mir so geht – alles das schlechte Gewissen, das Spielen mit den Kindern, die Reize…alles! Ich habe zugegeben nun aufgehört mit den Kindern zu spielen, da es für uns alle dann eher nicht so schön war. Ich habe zwei Jungs und sie spielen sehr gut miteinander – meistens. Aber wie du auch schilderst bin ich im Raum präsent und agiere auch mit ihnen. Das tut mir gut!
    Danke nochmal, dass du deine Gedanken so offen darlegst, mir hilft es ungemein!

    1. Christine sagt:

      Hallo Amanda,

      lieb von dir, mir ein paar nette Worte dazulassen, sei herzlich willkommen!
      Ich bewundere dich, dass du so konsequent aufhören konntest, mit deinen Kindern zu spielen. Manchmal überlege ich auch, ob ich das durchziehen sollte, damit es eben nicht eskaliert oder ich innerlich platze. Aber dann kommt eben doch das schlechte Gewissen daher, was wäre ich für eine Mutter usw., obwohl ich ja genau weiß, dass es noch so viele andere Möglichkeiten gibt (und hier auch stattfinden), etwas zusammen mit meinen Kindern zu machen. Du siehst, ich bin noch dran an dem Thema ;-)
      Danke, dass du schreibst, dass dir meine Offenheit hilft, das bedeutet mir sehr viel!
      Viele Grüße
      Christine

  35. Lina sagt:

    Hallo Christine,
    Danke für deine Worte. Zu.lesen das es mehreren so geht wir mir ist Befreiend trotzdem hilft es mir nicht weiter. Ich fühle mich gefangen, ich bin alleinerzeihend, habe zwei Töchter im Alter von 4 und 7 Jahren, und der Papa der Kinder, mein Ex Mann, ist MS krank.
    Ich habe keine Kraft mehr, mir fehlen die Nerven. Der tägliche Kampf mit meiner großen Tochter wegen der Schule, die Arbeit, das Trotzalter meiner Kleinen, der Papa der die zwei einmal in der Woche nimmt und sie nur vor den TV setzt, keine Familie zu haben die einem hilft.

    Die Auszeiten die du beschreibst, fehlen mir. Ich habe keine Zeit aufzutanken und etwas zu tun worauf ich Lust habe. Wenn ich diese Zeit habe bin ich so müde und traurig das ich lieber schlafen möchte als etwas zu tun. Musik und Kunst geben mir Kraft aber ich habe keine Zeit dafür.

    Ich bereue das Mutter sein sehr obwohl ich meine Kinder natürlich liebe, aber ich merke auch das ich keinen Platz mehr für Gefühl oder Mitgefühl habe. Ich bin erfüllt von Traurigkeit, Schwere und dem ständigen schlechten Gewissen keine gute Mama zu sein.

    Ich weiss nicht wie ich da wieder raus komme. Ich flippe wegen Kleinigkeiten aus und weiss mir keinen Ausweg, egal wie oft ich mir vornehme das ich es heute besser mache. Ich könnte nur noch weinen und mich verkriechen.

  36. SilkeAusL sagt:

    Ach Mensch Lina,
    das hätte ich schreiben können.
    Meine Kinder sind 5&6, der Vater hat keine MS, was ihn jedoch leider trotzdem nicht davon abhält, sie vor den TV zu setzen. Für andere Sachen habe er angeblich kein Geld(arbeitet Vollzeit,muss eine ganz geringe Miete an seinen Vater zahlen und hat noch ein Nebengewerbe…).
    Samstags sind die Kinder nachmittags bei meinen Eltern, er hat sie nur alle 14 Tage danach für 24h.
    Besonders Deine letzten beiden Abschnitte passen so sehr. Ich hab heute auch gedacht: meinetwegen könnten sie gerne mal ein oder 2 Wochen bei ihrem Vater sein. Und ich mich einfach nur mal um meinen Kram kümmern müssen. Morgens früher bei der Arbeit ankommen(nicht mitten im sch…Berufsverkehr fahren müssen und nicht zur Arbeit kommen und gleich zugetextet werden!)und nach der Arbeit einfach die Zeit so einteilen, wie man es möchte oder braucht. Zum Beispiel zum Einkaufen. Oder SPORT machen *hier irres Lachen einfügen (die Psychologin in der Kur voller Entsetzen:“Wie, Sie SCHAFFEN es nicht, Sport zu machen, Sie haben keine Zeit dazu?“)….Ein Traum.
    Man kann eben nur drauf „warten“, dass sie endlich selbständiger werden. Aber das wird leider noch einige Jahre dauern :,( (und da hört man noch von Bekannten „sei doch froh, so lange sie noch so klein sind, genieße die Zeit, sie werden so schnell groß!)

    LG Silke

  37. Frau Blumenthal sagt:

    Liebe Lina, liebe Mitleser, ich kenne diese Gefühle auch und auch das Gefühl alleine zu sein mit all dieser Verantwortung und wenigen Freiheit. Die freien Momente die man hat sind viel zu kurz und reichen nicht um seinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Trotzdem immer dieses schlechte Gewissen und diese Zerrissenheit, weil man seine Kinder ja liebt und auch mit ihnen Zeit verbringen will aber einem die Kraft fehlt, weil man immer gefordert ist. Ich war seit meine Kinder (drei Jungs im Alter von 11, 9 und 4) auf der Welt sind bisher ein Wochenende alleine. Ich fand erschreckend wie wenig ich im Haushalt zu tun hatte. Ich war ausgeschlafen, ausgeruht und hatte wahnsinnig viel Kraft. Ich war wieder kreativ und ich bin alleine ins Kino gegangen, habe mir was schönes gekocht und nur für mich wann immer mir danach war das gemacht worauf ich Lust hatte. Es war so schön. Ich habe leider nicht die Möglichkeit öfter so ein Wochenende zu erleben wie manch andere Mütter die ihre Omas nebenan haben aber ich habe es sehr zu schätzen gewusst dieses eine Wochenende. Im Alltag habe ich gelernt, wenn gar nichts mehr geht und ich wirklich erschöpft bin, dann darf ich auch mal den TV länger laufen lassen um Zeit für mich zu haben. Da bleibt alles liegen, weil ich auch wichtig bin. Ich brauche meine Freiräume und habe gelernt dazu zu stehen. Das war ein Lernprozess. Die Kinder werden irgendwann größer und es wird auch wieder Zeiten geben, indem sie sich auch mal mit Freunden verabreden. Die Zeit unter 7 Jahren habe ich auch als schwierige Zeit wahrgenommen, weil die Kinder oft noch Unterstützung brauchten was das Spielen betrifft (z. B.was sie spielen könnten, das man immer mitspielen sollte, die Ausdauer teilweise noch fehlte und man noch öfter ein Auge drauf haben musste usw.). Um dann Zeit für sich zu haben muss man entweder zum Babysitter greifen (und wenn das nur 2-3 Stunden sind aber dafür regelmäßig jede Woche oder jede zweite Woche) oder tatsächlich einfach mal den TV anmachen oder rausgehen in die Natur (mit Kindern wenn man das Geschrei nicht mehr hören kann… Es wirkt oft Wunder einfach draußen zu sein als hochsensibler Mensch und für die Kinder auch, besonders wenn sie auch hs sind). Und wenn man ein paar kurze Momente nur für sich hat diese unbedingt für sich nutzen. Dann macht es auch später wieder Spaß auf die Kinder einzugehen. Es sind oft kleine Inseln die helfen. Ich kann nur für mich sprechen aber diese kleinen Dinge haben mir bzw. helfen mir mit der Überforderung als hochsensible Mutter und Unterforderung des Alltags klar zu kommen.
    Vielen Dank an Christine die diesen Blog ins Leben gerufen hat und man sich durch euch nicht mehr so alleine und verkehrt fühlt. Es gibt ja den berühmten Spruch „Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf“ und der sagt genau das was wir Mütter heute brauchen – ein Beziehungsnetz aus Menschen die gemeinsam mit uns die Kinder groß ziehen. Früher haben es mehrere Generationen gemacht und das war gut für die Kinder und gut für die Familie. Warum kann die Gesellschaft nicht füreinander da sein Alte und Junge. Wir könnten soviel voneinander lernen und uns gegenseitig soviel geben…Eine schöne Vorstellung aber das ist wohl noch ein langer Weg….Und da dies nur eine Wunschvorstellung ist müssen wir noch andere Wege finden….seid dahingehend kreativ ;-) Ihr seid schon deshalb „richtig“ und gute Mütter, weil ihr euch soviele Gedanken macht! Seid lieb gegrüßt
    Frau Blumenthal

  38. Julia sagt:

    Ich bin auch hochsensibel und habe Einiges mit mir zu tun, bin alleinerziehend und halbtags berufstätig, aber ganz ehrlich: Wer solche Gedankengänge öfter als nur manchmal hat und sich darauf „freut wenn sie flügge“ werden, ist m. E. einfach nur egozentrisch und empathielos. Mir tun eure Kinder echt leid! Mir wurde bei den ersten Kommentaren schon übel.
    Was für eine Welt! Ich würde mich schämen! Dann kinderlos bleiben. Aber sowas Wunderbares durch eigenen Egoismus in Frage zu stellen. Pfui.

    1. Mama sagt:

      Weißt Du, Julia.. Man sollte das ganze ein wenig mit Humor sehen. Der “:-D“ bedeutet schließlich auch etwas. Kinder sind anstrengend, das weiß man vorher, sicher, allerdings ist es etwas anderes, wenn man das selbst erlebt oder erzählt bekommt. Da kann sich niemand anmaßen Leute zu verurteilen. Unsere Kinder brauchen Dir definitiv nicht leid zu tun. Sie haben ein erfülltes und ereignisreiches Leben und wir werden sie als Eltern selbstverständlich bei allem unterstützen, was kommen mag. Und das wichtigste.. Ja, wir lieben sie tatsächlich. Komisch oder?! ;-) Und trotzdem freue ich mich auf die Zeit, die kommen wird, in der die Fremdbestimmtheit um einiges weniger werden wird. Ist das verwerflich? Dafür muss man sich als Mutter schämen?
      Also bitte.. nicht immer alles so ernst nehmen. Das ist mit unserem Empfinden wohl das schlimmste, was man sich antun kann.
      Ich wünsche Dir alles Gute.

      1. Julia sagt:

        Ich hatte sogar nach der Geburt meines Kindes eine postnatale Angststörung, musste Medis nehmen, mein Partner trennte sich und ich hatte 3 Herz-OPs. Therapie gemacht und erfolgreich beendet, Medis wieder ausgeschlichen, OPs überstanden. Mir Haushaltshilfen von der KK genommen. Schlechtes Gewissen gehabt und vor allem bereut, weil ich diese schöne Anfangszeit mit dem Baby nur teils genießen konnte wg. meiner Krankheiten zu Anfang. DAS bereue ich und nix weiter.
        Mein Kind hat damit nichts zu tun und vor allem keine Schuld! Meine Krise hatte nur mit mir zu tun u. jede Mutter, die dieses furchtbare #regrettingm.hood geil findet und dahinter ihre eigenen nicht aufgearbeiteten Defizite oder Traumata oder auch Unzulänglichkeit und Egoismus versteckt, sollte bitte mal an sich prof. arbeiten anstatt sich hinter eine Bewegung wie #regrettingm
        hood zu stellen. Wenn das mal Kinder lesen…oh weh!

  39. Maria sagt:

    Es sind genau wieder diese Vorurteile und Vorwürfe mit denen man zu kämpfen hat, wenn man nicht den Heiligenschein einer immer zufriedenen, erfüllten und aufopfernden Mutter trägt. Dann solle man lieber keine Kinder bekommen oder sich schämen, dass man sich selbst auch gerne mal wieder frei bestimmt erleben möchte??? Solche Aussagen kommen meistens nur von Müttern, die entweder ein relativ anspruchsloses Kind haben oder 10 Tanten oder Omas um die Ecke wohnen haben, die jederzeit einspringen können wenn man einfach mal ne Pause braucht. Mütter wie Du können scheinbar gar nicht nachempfinden, wie sich ein schreiendes Kind anfühlt, wenn sich alles dreimal lauter anhört, wenn die vielen Routineabläufe quälend werden, die sich aus der Mutterrolle ergeben und wenn die Kinder, die höchstwahrscheinlich auch hochsensibel sind, einfach eine viel höhere Ausdauer in verschiedenen Bereichen zeigen als andere Kinder. Hochsensible Erwachsene haben höchst wahrscheinlich auch hochsensible Kinder und diese Kinder haben von allem einfach ein bisschen mehr. Wenn man sich mit diesem Thema nicht auseinander gesetzt hat, sollte man auch nicht über andere urteilen! Hinzu kommt der Vorwurf, dass nur eine Mutter die ihre Bedürfnisse zurück stellen kann eine gute Mutter sein kann. Ganz ehrlich: Ich kann auch eine gute Mutter sein, wenn ich nicht immer Lust habe, den Spielkameraden meines Kindes zu ersetzen, wenn ich Zeit brauche meinen Interessen nachzugehen und wenn ich auch an mich denken möchte und das geht sogar ohne sein eigenes Kind zu vernachlässigen. Denn wenn Du richtig gelesen hättest, dann hättest du auch gelesen, wie sehr wir Mütter unsere Kinder lieben, ihnen viel geben und wir machen uns sehr viele Gedanken und das ist doch das was zählt.

  40. Lisa sagt:

    Schade, dass einige Menschen meinen, zu wissen wie es ist in der Haut anderer Menschen zu stecken und einfach verurteilen.
    Wenn man schon in der Öffentlichkeit nicht sagen kann dass man manchmal durch die Hochsensibiltät überfordert ist, dann wäre es toll wenn es nicht auch noch auf einer Website ist, die genau dieses Thema behandelt.
    Abgesehen davon ist der eine weniger und der andere mehr hochsensibel, wodurch es bei demjenigen logischerweise schneller zur Überforderung kommt.
    Einfach traurig..

  41. Julia sagt:

    Man sollte sich schon richtig durchlesen was ich geschrieben habe! ALLEINerziehend, KEINE Großeltern und Tanten etc., HERZkrank, hochsensibel, selber Therapien gemacht etc.! Es geht doch nicht darum, dass man sich nicht mal überfordert fühlen darf etc.!
    Mich schreckt euer Suhlen im eigenen Leid und das damit in den Vordergrund stellen und an die ÖFFENTLICHKEIT damit gehen ab! Finde das egozentrisch, übertrieben, respektlos Kindern gegenüber und peinlich.
    Das muss man schon abkönnen wenn man derart in der Öffentlichkeit sowas preisgibt.

    1. Mama sagt:

      Julia, ich finde hier suhlt sich gar niemand im eigenen Leid. Das ist totaler Quatsch. Und nur weil ich, wie auch viele andere hier, ihr privates Schicksal, welches evtl. hinter allem stecken könnte, nicht in der Öffentlichkeit preisgeben, so wie du es nun getan hast, sind wir keinen schlechteren Eltern, lieben unsere Kinder weniger oder jammern auf hohem Niveau.
      Jede Mutter hier macht aus allem das beste! Und es ist wunderbar, dass wir uns austauschen können, bislang ohne angegriffen zu werden. Genau als solches sehe ich nämlich deinen Ausgangsbeitrag.. als Angriff auf das geschriebene. Sorry, aber wenn du uns hier alle als egoistische, egozentrische, empathielose Mädels siehst, ist das vielleicht keine Plattform für dich?

      1. Christine sagt:

        Ich schließe mich an dieser Stelle der Kommentatorin „Mama“ an. Mein Blog ist Anlaufstelle für hochsensible Mütter, die auch mal (oder öfter mal) überfordert sind im Mutteralltag und sich darüber austauschen möchten. Auf keinen Fall ist mein Blog ein Ort für Schlammschlachten, wer mehr, weniger oder angemessener leidet.
        Liebe Julia, es tut mir leid, was du alles durchmachen musstest und bedanke mich, dass du uns so offen davon erzählt hast. Du hast es wirklich nicht leicht gehabt. Aber dennoch wünsche ich mir einen respektvollen Umgangston, gerade, wenn Mütter hier betonen, wie sehr sie ihre eigene Situation in Bezug auf #regrettingmotherhood quält. Das muss man nicht nachvollziehen können und jeder darf hier auch schreiben, wenn er diese Meinung nicht vertritt oder diese Gefühle nicht verstehen kann. Dennoch möchte ich hier weder persönliche Angriffe, noch verallgemeinernde Vorschläge zur (Trauma-)Therapie vorfinden. Niemand außer der betroffenen Mutter selbst (und das gilt für jede einzelne, die hier schreibt), weiß, ob sie nicht schon in Therapie ist oder war oder mit dem Gedanken spielt oder es vielleicht gar nicht nötig hat. Ich denke das kann kein Außenstehender beurteilen und ist auch nicht unsere Aufgabe.
        An dieser Stelle werde ich die Diskussion zwischen euch beiden einstellen und keine weiteren Kommentare diesbezüglich freischalten. Ich denke, es ist jetzt alles gesagt worden und es soll ja wie gesagt keine Schlammschlacht werden ;-)

  42. June sagt:

    Hallo.
    Ich bin sehr froh diesen Blog gefunden zu haben.
    Vor 8 Wochen kam mein Sohn zur Welt und seitdem frage ich mich was mit mir nicht stimmt.
    Ich scheine auch hochsensibel zu sein, zumindest laut Selbsttest auf zartbesaitete.de.
    Das ist aber nicht weiter dramatisch.
    Viel schlimmer ist im Moment das Gefühl der Überforderung und Eingesperrt-sein.
    Und nicht wie gedacht überschäumende Glücksgefühle und Dankbarkeit.
    Ich liebe meinen kleinen Windelpupser.
    Aber ich hab es mir nicht so schlimm vorgestellt Mutter zu sein.
    Wenn mein Freund morgens zur Arbeit fährt oder am Wochenende einkaufen geht hab ich manchmal das Gefühl keine Luft zum atmen zu haben vor lauter Verantwortung.
    Es fühlt sich langsam so an als wenn ich mich und mein Leben zwischen Wickelkommode und Stillkissen verliere und aufgeben muss.
    Ich schäme mich teilweise für meine Gedanken und der Rest der Welt scheint im Wochenbett strahlend glücklich zu sein mit der neuen Lebenssituation…
    Ich komme mir vor wie ein Außerirdischer.

    Aber anscheinend geht’s doch nicht nur mir so… Danke für diesen Beitrag!

    1. Christine sagt:

      Liebe June,
      fühle dich bitte einmal fest gedrückt, wenn du magst!
      Ich danke dir von Herzen, dass du hier so offen von deiner Situation berichten konntest und ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit. Dieses Gefühl, keine Luft mehr zum Atmen zu haben, das kenne ich nur zu gut.
      Ich wünsche dir, dass du nicht aufgeben möchtest, auch, wenn gerade alles über dich zu rollen scheint.
      Du bist eine gute Mutter und ganz gewiss keine Außerirdische :)
      Sei herzlich gegrüßt
      Christine

  43. Lapislazuli sagt:

    Schön das es eine Plattform wie diese gibt. Meiner Beobachtung nach werden alle Frauen (was auch immer sie zuvor ausmachte) zu einer Einheitssoße, wenn sie Mütter werden. Vor kurzem wurde ich von einem Menschen auf der Straße angesprochen. Dieser versuchte Mitglieder für eine Gewerkschaft (Verdi, GEW o.ä) zu finden. Er fragte mich danach was ich denn beruflich täte. Meine Antwort war „Momentan bin ich Mutter“. Daraufhin erwiederte er „Achso, dann noch einen schönen Tag.“ Soviel dazu. Erwerbsarbeit zählt in unserer Gesellschaft leider viel mehr als Reproduktionsarbeit. Für letztere interessiert sich keiner, da sie ohnehin im privaten und verborgenen stattfindet. Auch ich fühle mich dort teilweise wie gefangen und könnte oftmals über diesen Zustand weinen. Denn auch wenn es das eigene Kind ist, so fühlt es sich manchmal an wie ein 24h Job. Daneben noch der ganze Organisationskram, das oberflächliche Gequatsche über Windeln, Tupper und co in diversen Krabbelgruppen etc. zu denen man dem Kinde zuliebe geht usw. Dann noch diese langwirige Kitaplatzsuche, bei welcher einen jede Kita vertröstet. Bisher habe ich meine Tochter in zehn Institutionen angemeldet, weil ich arbeiten gehen muss. Aber leider hat es die Kommune den Kitaaufbau versäumt.
    Dennoch liebe ich meine kleine Tochter über alles und will sie nicht missen. Aber dennoch wünsche ich mir mehr Freiräume zur Selbstpflege, was wiederum meiner Tochter zugute kommt.

    1. Christine sagt:

      Liebe Lapislazuli,
      jetzt muss ich ständig an die Situation denken, von der du uns erzählt hast, und jedesmal schüttle ich hysterisch lachend den Kopf :-D
      Unsere Gesellschaft muss echt an vielen Ecken und Enden noch was lernen…
      Ich wünsche dir genau die Freiräume, die du brauchst und jetzt an erster Stelle erst mal einen freien KiTa-Platz!!
      Alles Liebe dir

  44. Hera sagt:

    Hallo an alle,
    ihr sprecht mir voll aus dem Herzen. Ich liebe meinen Sohn (6 J) , aber ich habe so ein schechtes Gewissen. Vor allem, weil ich kein zweites Kind mehr will. Ich weiss nicht, ob ich hochsensibel bin. Es ist eher mehr, dass ich einfach enttäuscht bin. Die Baby-zeit war einfach grauenhaft. Von einem anspruchsvollen job in die Isolation, keine Kontakte, ein MAnn , der einen nicht unterstützt und auch noch Vorhaltungen macht, wenn man nicht mehr so GEld verdienen kann wie vorher (ich hatte aufgrund einer Umstrukturierung waehrend der Schwangerschaft meinen job verloren, und natuerlich findet man mit Kleinkind nicht gleich was). Das Verhalten aenderte sich mit der fehlenden finanziellen Power von einem Tag auf den anderen, ich wurde erpresst und wenn ich mal was sagte,, dauernd mit Scheidung bedroht. Das Gefuehl, dass das einzige, was in unserer Gesellschaft ein Mitspracherecht gibt und letztendlich zaehlt, auch dem Partner gegenueber, das liebe Geld ist.Dass die Erziehung eines Menschen nichts zaehlt und bei einer Mutter als „selbstverstaendlich “ gesehen wird, ohne dass man das in irgendeiner Form zu honorieren haette oder das einen pekuniaeren Wert haette. Dass es das Glueck aller Muetter zu sein hat,vollkommen in der Kindererziehung aufzugehen.
    Traurig bin ich, weil ich, obwohl ich verheiratet bin , so allein bin, weil ich mit einem Mann bin, der offensichtlich keine Freude an der Vaterrolle hat, sondern nur aus Statusgruenden eine Familie gegruendet hat, weil man das in seiner Kultur von einem richtigen „Mann“ so erwartet.
    Ich bin dann so wuetend, weil Kinder , besonders wenn sie die Mama noch so sehr brauchen, die Frauen so erpressbar machen und sie sich so schlecht wehren koennen, weil es immer die Frauen sind, die verlieren, wenn die Ehe scheitert und die Frauen, die dann in das soziale Loch und in die Altersarmutsfalle tappen. Unsere Gesellschaft bestraft uns Frauen, wenn wir uns durch Kinderkriegen in die Abhaengigkeit des Mannes geben, selbst wenn wir uns scheiden lassen, verlieren wir einkommensbedingt an sozialem Status, denn man erwartet von uns, dass wir uns wieder einen job suchen muessen, obwohl der Arbeitsmarkt Alleinerziehende diskriminiert und das auch dem Scheidungsrichter bekannt sein muesste.
    Das Ergebnis von all dem ist: Ja, jetzt habe ich wieder einen job,weil ich Abhaengigkeit und Erpressbarkeit hasse. Aber um welchen Preis…,mein kleiner fragt mich jeden Tag nach einem Bruder, jeden Tag fragt er mich, warum ich ihn nicht frueher von der SChule abhole. Und ich sage ihm, ich muss arbeiten, aber die Wahrheit ist, und das kann ich ihm nicht sagen: weil dein Vater ein Idiot ist, weil dein Vater kein geld fuer dich ausgibt sonder sich lieber einen BMW kauft, anstelle fuer einen Familienurlaub Geld auszugeben, weil ich mir nie mehr von Deinem Vater sagen lassen muss, was ich zu tun habe, weil ich die Abhaengigkeit von ihme hasse, also muss ich das Geld verdienen…weil ich zu egoistisch bin, als dass ich jemals wieder so erpresst werdne moechte, wie damals , als Du ein Baby warst und man mir vorgeworfen hat, ich wuerde nicht genug tun, um wieder einen Job zu haben, weil mich , wenn ich keinen Job habe , alle nur als „Mutter“ mit dem Arsch anschauen und denken, sie koennten sich ueber mich hinwegsetzen…
    Weil ich erkannt habe, dass in unserer Gesellschaft man nur etwas ist, wenn man etwas tut, was sich unmittelbar als ein grosses Plus auf dem Bankkonto ausdruecken laesst, und nur dass einem Macht gibt und einen letztlich gegen die Willkür der Gesellschaft und auch des Partners schuetzt. Das ist sehr traurig, ist aber leider so.
    Ich glaube nicht, dass ich hochsensibel bin. Ich glaube eher, dass ich die Zusammenhaenge sehe und dass ich die persoenlich Konsequenz daraus gezogen habe.
    Aber es tut so unendlich weh und ich werde mich gegenüber meinem Sohn immer schuldig fuehlen.

    1. Vera sagt:

      Liebe Hera, danke für deinen Kommentar, mir geht es so ähnlich!! Du hast bei allem – obwohl krass gesprochen – recht. Meine Situation ist so ähnlich, dass ich heulen könnte (ich qualifizierter Job, Mann auch, wir wollten unbedingt Kinder, danach die Enttäuschung meinerseits, dass er überhaupt NULL bereit ist zurückzustecken (Karrieremäßig) ich bin auch völlig allein und denke seit Jahre über Trennung nach. Meinen Job, den ich ausübe, seit meine Tochter mit 10 Monaten in die Krippe kam, habe ich mir wirklich erkämpft. Jetzt wird meine Kleine im Herbst eingeschult und er ist immer noch nicht bereit Rücksicht zu nehmen. Konsequenz ist, ich ziehe in die Nähe meiner Mutter und wir haben ab Herbst eine Fernbeziehung – klappt es -ist es gut, klappt es nicht, ist es auch gut). Die „Einzelkindthematik“ kenne ich auch und denke mir, nein danke. Mittlerweile habe ich aber auch ein paar Einzelkindmütter und auch einen Einzelkindvater zum Austausch und das tut gut! Ich muss sagen, dass mich diese Mehrfacheltern die in megakurzem Abstand mehrere Kinder haben schon fast aggressiv machen, weil ich mir da vorkomme wie ein Versager. Aber: Ich setze mich kontinuierlich damit auseinander und es wird….Ich fühle mich immer mehr „angekommen“. Und ganz ehrlich: nur weil dein Kind sich einen Bruder wünscht, naja, die wünschen sich viel, Katze, Meerschweinchen und co…Man muss ja nicht alle Wünsche erfüllen (wäre ja auch absurd ein 2. Kind zu kriegen, weil das 1. Kind es sich wünscht ;) Wer kümmert sich denn? DU! und nicht das 1. Kind…naja, was ich jetzt eigentlich sagen möchte ist, du bist nicht allein, es geht mehreren so und dafür liebe ich diese Seite, dann kommt man sich nicht ganz so anders vor (ich denke auch manchmal, man, man, man Muttis, wisst ihr eigentlich wirklich was ihr tut? Und was ist, wenn er jetzt ne andere hat? Kommt ja nicht so selten vor ;) aber nein: „Ich bin ja so gerne schwanger“… äh ja Bleib tapfer! Vera

      1. Hera sagt:

        Liebe Vera!
        Vielen Dank für Deine Antwort. Ja, es tut wirklich gut , zu sehen, dass es auch andere Mütter gibt, die ähnlich fühlen, und sich vor allem nicht von unseren antiquierten Rollenbildern aus den 60ern kleinkriegen lassen.
        Nein, Du solltest Dich nicht wie ein Versager fühlen, es ist eben der reine Selbstschutz, denn wenn der Partner nicht mitspielt (sprich, keine Abstriche machen will), ist bei zwei u mehr Kindern der Karriereknick und das soziale Abrutschen vorprogrammiert. Bei einem Kind noch nicht zwingend. ..
        Das Tragisch-komische ist ja: selbst wenn man sich trennen würde, dann würde das ja keine substantielle Aenderung bzw Besserung mit sich bringen (Ausnahme ist natürlich, er wàre ein Prügler, Alkoholprobleme etc), denn die Erziehung des Kindes wird ja nach wie vor in 99,9 Prozent der Frau aufgehalst, auch im Scheidungsfalle. Denn die Frau ist ja ejnzig u allein für die Kindererziehung biologisch vorbestimmt. Es aendert sich also was mit Trennung/Scheidung…..ja, genau, nichts !

        Da kann man also gleich zusammenbleiben und wenigstens von der besseren Steuerklasse profitieren….

        Es ist ja so unverschaemt, wenn es dann nicht klappt, darf der Mann sich so aus der Verantwortung stehlen gegen ein paar arme Kröten (die nach der Novelle des Scheidungsrechts auch nicht mehr gezahlt werden nach ein paar Jahren, s meine Ausführungen weiter oben). Er darf sich auch noch Vater schimpfen, bei zwei Tagen pro Monat „Kindszuteilung“. Aber ehrlich, das ist doch echt pipifax, in Angesicht des Alltagsstress einer alleinerziehenden Mutter, die ihr Kind jeden Tag begleitet u jeden Tag Erziehungsarbeit leisten muss. Er darf also weiter Karriere machen und schon wieder auf Brautschau gehen, bietet dabei auch noch den maximalen Spassfaktor da ohne Kind im Haushalt, waehrend Sie wg Kindererziehung die Karriere u soziale Stellung kicken kann, zumindest bei zwei u mehr Kindern, u natürlich, zumindest wenn die Kinder noch klein sind, auch privat erst mal die Wand zu Hause anflirten darf bzw das Problem hat , dass sie „Anhang“ mitbringt.

        Da die Gesellschaft uns Frauen im Scheidungsfalle immer noch bestraft u der Mann aber den Persilschein bekommt, was wenn er ein bischen Hirn im Kopf hat auch weiss, warum sollte er da auch Kompromisse machen ?

        Von da her gesehen kann man die Trennung gleich sein lassen, zumindest solange die Kinder noch klein sind….
        und fürs Kind ist es seelisch-moralisch auch besser. Besser ein bischen Papa als gar kein Papa….

        Es läuft im Endeffekt auf eine Kosten/Nutzen- Rechnung raus.

        Naja. Alles sehr ernüchternd. Ich finde, die Institution Ehe koennte man glatt abschaffen bzw. zu einem unromantischeren Ansatz zurückkommen, wie man das im 19 Jrh praktiziert hat und heute auch noch in anderen Kulturen praktiziert. Da wird Ehe auch mehr als „Zweckgemeinschaft“ zur Nachkommensicherung zwecks Familienweiterführung und/oder Stammeserhalt verstanden.
        Ich kannte mal einen ehemaligen Diplomaten aus dem Niger, der war mit vier Frauen verheiratet (im Niger ist Polygamie erlaubt): keine wollte ihn nach Europa begleiten, denn die wollten lieber mit sozialem Status u eigenem Job in der Verwaltung im Niger bleiben, als gegen Arbeitslosigkeit aus Liebe tauschen….Recht haben sie ! Hat er aber ganz entspannt gesehen, und die vier Frauen anscheinend auch…

        Aber ich gebe Dir völlig Recht, diese attitüde „Ich bin ja so gerne schwanger“ würde ich auch nur wählen mit einem guten finanziellen Polster für etwaige Midlifekrisen und Sinneswandel. Klingt wie aus einem schlechten Hollywoodstreifen.Sehr gefährlich, so etwas.
        Gruss , u Mut
        Hera

    2. Olivera sagt:

      Gottsei Dank liebe Hera, ich musste mich soweit durch diese spannende Webseite lesen, aber keine hat mir richtig aus dem Herzen gesprochen wie Deine Worte! Vielen Dank für Deine tapferen Worte.

  45. D. sagt:

    Hallo Christine! Ich bin per Zufall auf deinenText gestossen, weil ich (wieder einmal) ‚Ich hasse es, Mutter zu sein‘ gegoogelt habe. Ja, manchmal brauche ich es zu lesen, dass es anderen auch ’so‘ geht. Dass andere auch mit der Mutterrolle hadern, sich gefangen und unterfordert mit dem allzu profanen Kinder- und Haushaltsalltag, sich aber auch ständig überfordert und gestresst aufgrund der dauernden Fremdbestimmung und Terminhektik fühlen. Krankheit, Erziehung, Streitereien und Diskussionen tun noch ihres dazu…. Ich weiss nicht, ob ich hypersensibel bin, aber ich habe mich in einigen Textpassagen wieder erkannt. Ja, mir ist es mit meinen 7- und 10-jährigen Jungs oft zu laut, zu oberflächlich, zu banal. Jungs kämpfen, schreien, rennen ständig und lieben es, unangebrachte Sprache anzuwenden. Ein Graus für mich, die die Ruhe und das Alleinsein liebt! Und jetzt, wo beide krank zu Hause sind, finde ich es ganz schrecklich. Stuck at home! Seit über eine Woche. Als sie klein waren, musste man sich ständig um sie kümmern und war deshalb ausgelaugt. Nun sind sie zwar selbständiger und oft stundenlang irgendwo draussen mit ihren Freunden unterwegs, aber ich kann mich ja trotzdem nicht frei bewegen, muss zu Hause sein, kann sie ja nicht allein lassen. Und da kommt nach getaner Haushaltsarbeit Langeweile auf, was ich nie gedacht hätte. Habe ich mir doch oft so sehr herbeigesehnt, dass sie endlich älter und unabhängiger werden. Aber vom Alter her sind halt noch nicht genügend flügge, dass ich einfach weggehen könnte. Und zu Hause zu bleiben, ist einfach langweilig und erfüllt mich nicht. Es fehlt mir an geistiger Nahrung, an einem Austausch auf Augenhöhe. Auch wenn ich zu 50 Prozent einen Job ausübe, der mir Spass macht. Aber im Job muss ich auch für das Unternehmen liefern, und nicht für mich. Also wo bleibe ich? Und das Schlimmste ist, ich weiss nicht mal mehr, was mich ’nähren‘ würde. Ich habe es irgendwie verlernt. Früher war mein Motto: „Falls dir was nicht passt, ändere es“. Aber das geht einfach nicht, ich habe diese Verantwortung für die Familie übernommen und kann sie nicht einfach mir nichts, dir nichts aufgeben. Und genau diese Verantwortung frisst mich innerlich auf. Ich will meine Familie nicht verlassen, so schlecht geht es mir nicht. Aber superhappy bin ich auch nicht damit… Irgendwie habe ich mich selbst auf dem mit Familie eingeschlagenen Weg verloren – und muss und will mich wiederfinden… Ich finde, ich habe einen grossen Preis bezahlt, mich für Kinder entschieden zu haben. Ach ja, mein Mann hilft, wo es nur geht, aber trotzdem leben wir das traditionelle Modell ‚Er Hauptverdiener/Wochenendvater/Tröster, Sie Teilzeitmutter/Vollzeitfamilienmanagerin/Jammernde‘. Also für mich doch nicht ganz ausgeglichen. Wieso ich das alles schreibe? Ich weiss es nicht, aber es hat einfach gut getan, es mir mal von der Seele zu schreiben… Danke!

    1. Christine sagt:

      Liebe D.,

      ganz herzlichen Dank, dass du dich getraut hast, dir all deinen Kummer hier mal von der Seele zu schreiben. Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, genau das sind auch manchmal meine Gedanken, wenn die Jungs irgendwann mal in genau das Alter kommen. Dann sind sie zwar „aus dem Gröbsten“ raus, aber eben immer noch nicht selbstständig genug…
      Ich wünsche dir sehr, dass du dich selbst bald wiederfindest und deine Ressourcen wiederentdeckst, die dir Kraft im Alltag geben können!
      Sei herzlich gegrüßt
      Christine

    2. Olivera sagt:

      Total ausgelaugt vom ständigen Aufofpern für alle nur nicht für mich. Ich lebe in der falschen Gesellschaft. Nur Geld Verdienen spielt eine Rolle, Muttersein und Dasein wollen für meine Kinder hat keinen gesellschaftlichen oder monetären Wert (denn wer zahlt hier meine Rechnungen??). Ich finde mich auch immer mehr und mehr damit beschäftigt geistige (zur Zeit leider nur noch Internet) und körperliche Nahrung (zu viel essen) zu suchen da energetisch total ausgelaugt, anstatt mal wegzugehen (bin mittlerweile so vereinsamt, dass ich nicht mal mehr meine Katze vertrage, wenn sie mal miaut) und Sport zu machen und danach einen regelmässigen Schlafrhytmus zu finden. Also übermüde ich mich künstlich, wenn ich mal die Kinder nicht habe, indem ich stundenlang in den Computer glotze, damit ich endlich tief aus Übermüdung schlafen kann. Ich bewirke damit nur das Gegenteil: ich bin noch müder, körperlich unfit, und werde nun komplett vereinsamt durch fehlenden Sozialkontakt. Auch weil das eine völlig unkreative Zeitverschwendung der eigenen Lebenszeit ist. Mein Alltag mit den Kindern sieht so aus: ich bin seit 5 Jahren Vollzeitmutter (seit einem knappen Jahr nur noch Teilzeit, da getrennt) und kümmere mich um meine beiden Söhne (erster Sohn 5 ist Schreikind gewesen und hat schrecklichen Charakter: provozieren bis zum Streit, jeden Tag, gleiches Verhalten wie der Vater, ich bin so müde und traurig) zweiter Sohn ist 2 ist fröhlich, positiv, ruhiger und sehr verzeihend vom Charakter her. Ist vermutlich jedoch auch etwas zu sensibel wie ich, ich merke es an seiner schlechten Schlafqualität, wenn er in der Nähe einer Lärmquelle ist oder in der Nähe von Bewegung. Gott sei Dank ist der zweite Sohn gekommen, der mir bewiesen hat, dass nicht einfach ich alles falsch mache (siehe älterer Sohn, der mich in die Verzweiflung und leicht in den Wahnsinn getrieben hat). Das zweite Kind habe ich „forciert“, obwohl die Ehe schon nach dem ersten Kind kaputt war, ich bin mir selber für soviel Durchhaltewillen dankbar. Ich bin vom ersten Kind her sehr sensibel, wenn ich jetzt Kinder Schreien oder Weinen höre und habe für meinen zweiten Sohn einfach gar keine Toleranz gegenüber Schreien oder Weinen mehr. Verhalte mich dann sofort distanziert und aggressiv. Und mein Gehirn fährt sofort runter. Vermutlich Selbstschutz.
      Ich liebe meine Kinder, aber kann eigentlich nur meinen zweiten Sohn so lieben, wie ich mir vorstelle, dass es eine Mutter tut. Den ersten Sohn scheine ich nie so sehr geliebt zu haben. Zumindest habe ich keine Erinnerung daran. Mein Hirn hat sehr stark gelitten in den vergangenen Jahren. Eisenmangel, Vitamin D Mangel, neuerdings habe ich auch eine Intensivkur mit Vitamin B12 gemacht und glaube nun, dass mein Gehirn endlich wieder etwa „normaler“ funktioniert. Aber es waren auch die jahrelangen Streite mit meinem Ehemann, die dazu geführt hatten, dass ich nicht mehr wahrnehmen konnte, ob etwas tatsächlich so stattgefunden hatte oder er es mir so „eingebläut“ hat, bis ich es geglaubt habe. Ich lag an meinen schlimmsten Tagen vor ca 3 Jahren vom ganzen Lärm und den Sinneseindrücken überfordert wie leblos umher. Lag meist im Bett herum bei geschlossenen Storen und mein erster Sohn plärrte neben mir, bis ich fast in den Wahnsinn getrieben wurde. Antriebslos, wie starr.
      Dann eines Tages bin ich ausgebrochen. Als mein Ex wieder mal Ferien genommen hat, ohne mich darüber zu informieren, habe ich ihm das Kind in die Arme gedrückt und bin zwei Wochen ab alleine nach Barcelona abgehauen. Ich habe eine Woche lang fast nur geschlafen und bin sonst in jeder freien Minute kilometerweit gelaufen. Die zweite Woche kam ich zu mir und habe diese wunderschöne Stadt mit all seiner Kunst und tollen Gebäuden genossen. Ich bin täglich viele viele Kilometer gelaufen und bin spät abends totmüde und glücklich ins Bett gefallen. Dann, zwei drei Tage vor dem Zurückkehren zu meiner „Familie“ hat mich eine Panik überfallen. Als ich zurückkam, haben mir meine beiden ein schönes Wiederkehren bereitet. Aber schon am zweiten Tag alleine mit meinem anstrengenden ersten Kind bin ich wieder durchgedreht. Aber es hat genützt: ich wusste jetzt, dass nicht ich depressiv war (wie eine Psychologin festgestellt hatte), sondern nur diese Situation mit meiner gescheiterten Ehe und meinem hyperaktiven Kind hält mich schachmatt.
      Somit setzte ich auf Plan B: da ich selber Einzelkind bin, wollte ich auf keinen Fall selber ein Einzelkind haben. Und habe nun mit mehr Klarsicht meine eigenen Pläne durchgesetzt. Erstens: Umzug in die Nähe meiner Eltern (damit mal jemand das Kind abnehmen kann), zweitens: zweites Kind.
      Und danach: Komplettes Scheitern meiner Ehe, aber mit allergrösster Dankbarkeit nun ein „normales“ Kind in die Mischung reingekriegt.
      Es ist sehr schwer, wenn man selber sehr langsam ist und alles immer sehr intensiv erlebt und durchdenken muss mit einem hyperaktiven Kind, das ausserdem alle schlechten Verhaltensweisen von seinen ewigs zankenden Eltern kopiert hat, zurechtzukommen.
      Mein Alltag heute sieht so aus: ich bin nach rund 17 Jahren Vegetarierin auf Fleisch umgestiegen (hat massiv meine Eisenwerte verbessert), mein Gehirn funktioniert wieder besser nach der langen Tortur und Vertrauensverlust und den vielen Löchern und dem ewigen Streit und Schreien. Ich kümmere mich zur Zeit nur noch Teilzeit um meine Söhne (rund 70%), da getrennt. Ich habe also sehr geschätzte Verschnaufpausen, ich könnte das sonst gar nicht packen. Ich flippe leider noch täglich mit meinen Söhnen aus, da die Provokation von meinem Grösseren zur Routine geworden ist und nun leider auch der Jüngere diese Verhaltenmuster anfängt zu kopieren. Ich bin total zur Aussenseiterin geworden, die immer allen alles falsch macht. Das Fatale ist, ich selber darf das nicht wirklich glauben, da wir sonst alle untergehen.
      Ich vereinsame ansonsten sehr (reife erwachsene Gesellschaft). Ich fühle mich weiterhin stark isoliert. Was allen hier auf dieser Webseite fehlt ist das „afrikanische Dorf“, wo man Kinder Kinder sein lassen kann und man selber alltäglichen aber auch erwachsenenen Beschäftigungen nachgeht, ohne dabei in den Fokus genommen zu werden und den Stempel „schlechte aussenseitige Mutter“ trägt, die sich in den „Arbeitsalltag“ verstecken muss, um nicht aufzufallen. Ich liebäugle schon lange damit in ein „alternatives Dorf“ wie z.B Tamera in Portugal auszuwandern. Dazu habe ich natürlich nicht die erzieherische Obhut (und wünsche sie mir auch nicht). Aber in einem anderen Leben hätte ich das zwecks Alltagsteilung durch eine Gesellschaft vermutlich schon gemacht.
      Lustig: dabei wollte ich nie Kinder haben und heute sind sie mein einziger Lebensinhalt. Ich war damals recht aktiv und vielseitig unterwegs. Mein Ex hat sich immer gefragt, von woher ich so viel Enegrgie für so viel Vielseitiges und Zeit ausfüllendes Programm hernähme, und dabei trotzdem ersthaft jobbe und Geld verdiene. Das von einer Frau, die heute 40 ist und lustlos und stundenlang auf einem Sofa rumhockt, obwohl mir alles wehtut vor lauter fehlender körperlicher Bewegung.
      Wenigstens habe ich mich soweit zusammengerissen, nun mein Geld von früher in ein Eigenheim zu investieren. Das wird mal unsere Kosten senken und mir so etwas weniger administrative Sorgen bescheren.
      Meine Kinder tun mir so Leid mit mir und mit den ganzen crazy Verwandten. Aber auch nicht, denn ich liebe sie ganz fest. Wie soll ich normal sein, wenn meine ganze Umgebung nicht normal ist.
      Meine Mutter spielt eine ausschlaggebenede Rolle. Sie ist dabei aber auch die einzige, die uns mit Tat zur Seite steht. Ich wünsche uns allen ein „normaleres Leben“ ohne Schreien und täglichen Exzessen. Mal Tage, an denen ich abends noch mag und niemand niemanden wütend gemacht hat, und wir alle glücklich schlafen gehen können.
      Danke für’s Niederschreiben dürfen. Danke auch für’s Lesen.
      Euch alle ein glückliches und adrenalinfreieres Leben.

      1. SilkeAusL sagt:

        Hey Olivera, hast Du Lust, dass wir uns mal austauschen? Ich habe so ziemlich die gleichen Themen/Sorgen.
        Wenn wir schon kaum soziale Kontakte im „realen Leben“ haben, dann vielleicht so?
        Eventuell kann Christine da vermitteln; darf meine EMAIL-ADRESSE gerne an Dich weiter geben, wenn Du magst.
        Gruß Silke

    3. B sagt:

      Liebe D. Wenn Dir das Vollzeitmutter und Hausfrauendasein nicht gefällt und Du depressiv dabei wirst: bitte, bitte suche Dir eine Teilzeitstelle und organisiere die Betreuung für Deine Kinder und erspare somit Deiner Familie eine depressive Mutter!!! Nur eine Mutter, der es gut geht, kann eine gute Mutter sein. Der Zustand, so wie Du ihn beschreibst, ist unhaltbar: für Dich und Deine Umgebung. Bitte behandle Dich fürsorglich und nimm nicht Deine Familie als „Ausrede“. Du „verlässt“ sie nicht, wenn Du arbeiten gehst. Nein, im Gegenteil, Du rettest sie dadurch und nimmst ihnen die Schuldgefühle. Denn sie sind ja „schuld“ daran, dass es Dir so schlecht geht. Deine Kinder leiden, weil sie sehen, dass dir das Zuhausesein keinen Spass macht und sie schuld daran haben. BITTE befreie Deine Kinder von dieser Schuld und suche Dir eine Teilzeitstelle, die Dir Spass macht. Verstecke Dich nicht hinter Deiner Familie… Alles Gute.

  46. Verena sagt:

    Wahnsinn! Der Text könnte 1:1 von mir stammen. Du spiegelst meinen Alltag zu 100 % wider, so dass ich gerade Tränen in den Augen habe.
    Ich bin erst ganz neu auf das Thema HSP gestoßen. Ich habe mein Leben lang gedacht, dass mit mir etwas nicht stimmt. Irgendwie einfach anders als andere. Als Kind häufig als Mimose abgestempelt. Umso schöner ist es zu sehen, dass es Menschen gibt, die genauso ticken und wenn man die vielen Kommentare sieht, gibt es sogar sehr viele wie uns. Ich hatte auch immer das Idealbild einer Mutter im Kopf. Aber seit meine Kinder auf der Welt sind, bin ich dauer-unentspannt. Ständiges Gedanken machen, sich selbst hinterfragen, Sorgen, Reizüberflutung, schlechtes Gewissen, Empfindsamkeit, Verspannungen….Ja, ab und zu bereue ich es wirklich, Mutter geworden zu sein. Und dann schaue ich meine beiden Süßen an und bin von überwältigender Liebe erfüllt.

    1. Christine sagt:

      Liebe Verena,

      sei herzlich willkommen im „Club der hochsensiblen Mütter“ ;-)
      Ja, das mit der Mimose kenne ich auch noch aus meiner Kindheit. Die Hauptsache ist, dass wir uns heute als Erwachsene nicht selbst auch noch so abstempeln, sondern sagen dürfen: „Ich bin so wie ich bin und das ist gut so!“ Auch, wenn es manchmal schwer fällt.
      Ich freue mich, dass du da bist und sende dir ganz herzliche Grüße und viel Kraft für deinen Mama-Alltag!
      Liebe Grüße
      Christine

  47. Mama sagt:

    Hallo Bluemli,

    ein anderer Mensch kann man meiner Meinung nach tatsächlich nicht werden ;-) Mein Mann, wie auch ich, lieben das eigene, selbstbestimmte Leben einfach zu sehr. Wir arrangieren uns mit unseren Kids, machen das Beste draus, ermöglichen unseren Kindern alles was geht und ebnen ihnen den Weg ins spätere eigene Leben so gut wie eben bloß machbar. Und sobald die kleinen selbständig sind, beginnen wir ein stückweit mehr, wieder unser eigenes Leben zu führen. Das wird noch viele viele Jahre dauern, aber die Zeit wird kommen :-)
    Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft und Hoffnung ;-)

  48. Kerstin sagt:

    Moin Christine,

    ohweh! mir geht es auch so, wie Du beschreibst und wie so viele Andere quasi unterschreiben. Ich bin alleinerziehend mit einem Sohn, der mir sehr ähnlich ist und genau weiß, wie er mich triggert.
    Ich frage mich allerdings, wie sich das Hochsensibelsein in der Erziehung widerspiegelt.
    Ich habe mein Kind sicher so erzogen, dass ich „ihn aushalte“ (mit einer bestimmten Freundin hingegen kann ich mich nur ohne ihre Kinder treffen, weil ich eben diese gar nicht “ aushalte“ …..)
    was denkst du (und Andere) zum Thema Erziehung ?
    Gruß von Kerstin

  49. Eileen sagt:

    Habe nie einen passenderen beitrag gelesen. Mein kind ist 6. Gerade wenn das kind krank ist, verfalle ich in panik. Bei jedem kitaaushang magen darm od mund hand fuß. Ich kann es nicht ertragen. Das kind krank und ich muss zu hause bleiben. Ich wünsche mir meine kinderlose unbesorgte zeit zurück. Ich will meine ruhe zurück. Und wenn das kind selbst auch hochsensibel ist, dann kommt freude auf. Gott auf was man nicht alles achten muss. Auf welche Ängste man unbedingt eingehen muss. Nein muttersein ist nichts für mich. Aber wie ich mich fühlen würde wusste ich nicht. Woher auch. Jetzt steck ich fest bis sie mindestens 16 ist. Worte wie ich werde immer bei euch wohnen treiben mir d Schweißtropfen ins Gesicht oh gott sie wird nie ausziehen. Mein mann sieht das viel gelassener. Aber ich empfinde alles 10 mal so schlimm. Vielen dank für Ihren Artikel.

    1. Christine sagt:

      Liebe Eileen,

      auch Ihnen ganz herzlichen Dank für Ihre Offenheit! Ich stimme Ihnen zu, dass Menschen wie Sie oder ich so fühlen und denken, dass hätten wir vorher nicht wissen können, auch, wenn ein Großteil der Gesellschaft das immer gerne annimmt, wenn nicht sogar voraussetzt! Ich hoffe, Sie haben deswegen kein schlechtes Gewissen!
      Dass Ihnen Worte Ihres Kindes wie „Ich werde immer bei euch wohnen“ Schweißperlen auf die Stirn treiben, kann ich absolut nachvollziehen! Allerdings glaube ich, dass spätestens in der Pubertät auch gegensätzliche Sätze fallen werden. Bis dahin: Tief durchatmen ;-)
      Viele Grüße
      Christine

  50. Jasmin sagt:

    Wow, dem ist nichts hinzuzufügen. Ich bin 34 und habe 2 Kinder der große ist 9 Jahre kommt jetzt in die 4. Klasse und der kleine ist 6 und wird dieses Jahr eingeschult. Gott sei dank sind die Spiele schon anspruchsvoller geworden dafür aber auch die Bedürfnisse. Mir geht es genauso nur ist es leider ein absolutes tabuthema so das keiner darüber spricht. Ich glaube das wesentlich mehr Mütter davon betroffen sind und nicht immer sind die Männer auch eine Hilfe. Mein stresslevel steigt meist nochmal sehr an wenn mein Mann nach Hause kommt von der Arbeit. Aber es soll nicht heissen das wir uns nicht Lieben und wir nicht füreinander da sind. Bei mir ist es jetzt soweit das ich nach sehr langem bitten und reden von meinem Mann aus jetzt für mich eine Mutter kind kur beantragt habe. Er ist schon lange der Meinung das ich überlastet bin und will mir nur helfen. Ich bin nur froh es such mal zu lesen weil ich mich selber, wie bestimmt viele andere, darin wiederfinde. Danke für den Text.
    Lg Jasmin

  51. Zweiflerin sagt:

    Danke für Eure Einblicke, sie machen mich zögerlich in Bezug auf meinen Kinderwunsch. Ich werde bald 38, seit zwei Jahren schwanke ich ja nein ja nein ja nein nein ja ja nein… ich bin wahrscheinlich sowas ähnliches wie hochsensibel und werde schnell ungeduldig und vertrage Lärm überhaupt nicht. Ich hasse diese idealisierte Mutterrolle und bin sehr freiheitsliebend. Mein Partner will keine Kinder und ich bin unsicher und schwanke. Ich nehme seit zehn Jahren Antidepressiva und in den letzten Jahren geht es mir psychisch immer besser. Soll ich ein Kind bekommen (würde heißen meinen Partner den ich liebe verlassen und einen Erzeuger suchen) oder in meinem gemütlichen leben mit phasenweiser ein bissel innerer unzufriedenheit bleiben? Wahrscheinlich werde ich das sich bald schließende Fruchtbarkeitsfenster weiter tatenlos anschauen und wenn es dann zu ist vielleicht bereuen dass ich kein kind habe. Vielleicht oder auch nicht…

    1. Birgit sagt:

      Liebe Zweiflerin,

      ich bezweifle, dass Dich die Mutterschaft immens glücklich machen wird. Du wirst Dich wahrscheinlich wie alle Mütter mit dem Kinderhaben arrangieren und lernen, damit zu leben. Wenn ich so lese: hochsensibel und Depressionen und Partner verlassen: da läuten bei mir die Alarmglocken! Das Kinderhaben stellen sich Kinderlose oft sehr schön, romantisch und idyllisch vor. Das ist es definitiv nicht! Familie haben bedeutet of Krieg und stahlharte Nerven. Die Kinder reizen einen bis an die äussersten Grenzen auch wenn man sie liebt und das alles. Von demher würde ich Dir eher raten, kinderlos zu bleiben. Du kannst Dir ja hin und wieder Kinder von Bekannten „ausleihen“ und dann froh sein, sie wieder abgeben zu können….Alles Gute.

  52. Regina sagt:

    Hallo zusammen,
    ich bin nun 40 und inzwischen 6- fache Mutter. Zudem fast Vollzeit berufstätig (32Wochenstunden) bei einem extrem unterbezahlten und extrem anspruchsvollen Job. Nun versuche ich seit Monaten eine neue Stelle zu finden und scheitere stets an der Kinderschar. Entweder lesen potentielle Arbeitgeber ab der Anzahl der Kinder gar nicht weiter (sieht man daran, dass die Unterlagen nicht umgeblättert wurden) oder – wenn es zu einem Vorstellungsgespräch kommt – scheitert die Einstellung an den überzogenen Erwartungen bzgl. der Flexibilität oder der Einteilung der Arbeitszeiten. Mit einem Kindergartenkind ist das Pendeln zwischen den einzelnen Arbeitsstätten zwecks Einarbeitung oder Aushilfe ( teilweise 50 km!) einfach nicht machbar. Natürlich nehme ich dies stets als Scheitern meiner Person. Und ich ertappe mich auch dabei zu denken, wo wäre ich ohne Kinder heute? Leider ist das regelmäßige Abschalten so gut wie unmöglich, dies liest sich in den Ratgebern zwar leicht, die Umsetzung ist kaum machbar. Wenn man dann den sogenannten“Shitstorm“ auf Großfamilien im Netz liest( und darüber stolpert man unweigerlich, wenn der Großfamilien- Suchbegriff eingegeben wird) frage ich mich, was sich die Gesellschaft hier generell für Unverschämtheiten heraus nimmt. Die Arbeit als Mutter wird stets als selbstverständlich angesehen und ein Dasein nur als Hausfrau und Mutter ist kaum noch finanzierbar. Wäre ich nicht überzeugt von dieser großen Aufgabe, ich wäre längst gescheitert.

    1. SilkeAusL sagt:

      Hallo Regina,
      ich scheitere schon mit 2 kleinen Kinder an der Jobsuche. Bei den Bewerbungen, die ich in der Elternzeit geschrieben habe, kam noch nicht mal eine Antwort zurück.
      So fahre ich 4x die Woche 120 km täglich. Ein Umzug wird schwierig, weil mir der Vater da immer wieder reingrätscht, das könne man den Kindern nicht zumuten, sie aus ihrem sozialem Umfeld zu reissen.
      Aber mir kann man 2 Stunden Fahrweg zumuten plus Bring- und Abholstress täglich. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch leisten kann. Ohne großartige Erholungspausen, die sind auch bei mir nicht wirklich drin.
      Ich drücke Dir die Daumen, dass Du bald einen passenden Job findest!
      Gruß Silke

      1. Regina sagt:

        Hallo Silke,

        uglaublich hierbei ist auch die Vorgabe des Jobcenters, dass eine Stunde pro Fahrt an Fahrtweg zumutbar ist. wie soll das bitte bei den begrenzten Möglichkeiten der öffentlichen Kinderbetreuung gehen? Vor 7 Uhr ist keine Betreuung möglich, wenn der Arbeitstag dann um 8 Uhr beginnt, ist dies kaum umsetzbar. Daren scheitern immer wieder interessante Jobangebote. Außderdem ist man schon gezwungen, die Kinder ganztags irgendwo „abzuschieben“ – hier sind dann gleich die Kritikar aktiv, die uns dann als miserable Mütter darstellen. „Liebe Mamas, bleibt zu Hause – kümmert euch um die Kinder!“ Die Rente finanziert sich aber leider nicht aus der Kindererziehung. Auch das ist ein Manko. schließlich ist auch Hausfrau ein Full Time Job und die Kinder nochmal oben drauf. Das macht bereits zwei Vollzeitstellen. Geht Mama daneben nicht auch noch arbeiten (natürlich bei weniger Gahelt als die männlichen Kollegen) kommt spätestens im Rentenalter das Sozielamt auf den Plan. So viel zu unserem famlilienfreundlichen Staat… Liebe Grüße an Frau Merkel

  53. Hera sagt:

    Hallo Regina!
    Leider diskriminiert der Arbeitsmarkt. Das darfst Du nicht persoenlich nehmen. Es faengt damit an, dass man mit 40 als „alt “ gilt und hoert damit auf, dass einer Mutter mit egal vielen Kindern die Arbeitsfaehigkeit abgesprochen wird- als ob man das ganze Leben nur auf Kinder kriegen und grossziehen angelegt haette.
    Wenn ich Dir einen Tipp geben darf: erwaehne die Anzahl Deiner Kinder nicht im Lebenslauf, sag doch einfach „Frau mit Kindern“ und wenn die Frage dann kommt, wie Du das mit Beruf vereinbaren willst, dann sag doch einfach : weil Du schon arbeitest, dh Du kriegst es eben auf die Reihe, u die Tasache, dass Du ja 32 h die Woche arbeitest, ist Beweis genug…
    Auf jeden Fall nicht unterkriegen lassen. LEider ist es wahr, dass unser Gesetzgeber mehr tun koennte. Es waere doch z.B denkbar, dass Arbeitgeber , welche Muetter mit mehr Kindern anstellen, eine Art staatlichen Bonus bekommen ? Solange wir Muetter nicht auf den Putz hauen- ja im kleinen Kreis faengt es an- passiert leider gar nichts…

    1. Regina sagt:

      Hallo Hera,

      ja das Problem ist, dass ich mich noch gar nicht „alt“ fühle. Im Gegenteil… Ich frage mich, warum die Arbeitgeber uns Mütter nicht, anstelle uns pausenlos Fehlzeiten wegen kranker Kinder anzudichten, unserer Fähigkeiten als Organisationstalente erkennen. Unser Geschick im Umgang mit schwierigen Situationen oder Durchhaltevermögen. Auch bei Schlafmangel zu funtionieren, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun – ich könnte hier endlos weitermachen. Aber nein, Kinder bedeuten zwangsläufig permanetes Nichterscheinen auf der Arbeit. Interssanterweise sind es gerade die Koleginnen ohne Kinder, die bei jedem Schnupfen zu Hause bleiben, und zwar stets eine ganze Woche oder mehr… Mein letzter krankheitsbedingter Ausfall liegt inzwischen (drei Jahre !) zurück, wegen meiner Kinder habe ich in den vergangenen zwei jahren ganze zwei Tage gefehlt.
      Unser Vorteil ist die Tatsache, dass wir im wirklichen“ Alter“ unsere jetzt kleinen Mitmenschen als große Versionen an unserer Seite haben werden.

  54. Hera sagt:

    Hallo Silke
    Echte Unverschämtheit der Vater. Frag ihn doch mal , ob er auch bereit waere mehr Unterhalt zu zahlen, naemich spaetestens dann, wenn du infolge Burnouts zusammen krachst. Oder besser, dass er gleich den woechentlichen bring Stress uebernimmt? Gruß hera

  55. ZinZin sagt:

    oh mann, ich bin nur am Dauerheulen, seit ich deine Seite gefunden habe.
    Seitdem das Kind da und bei mir ist, ist es, als würde ich ständig nur die Luft anhalten, bis das Genörgel und Geheule wieder los geht.. irgendwie war die Rechnung vor der Geburt: die schönen Tagen werden die anstrengenden überwiegen. In Wirklichkeit ist das leider nicht der Fall.
    Danke für deine Worte; danke, dass ich mich auch mal so fühlen darf, wie ich mich fühle.

    1. Christine sagt:

      Liebe ZinZin,

      ich drücke dich ganz herzlich aus der Ferne ♥

      Christine

  56. TanteKäthe sagt:

    Liebe Christine, deine Seite habe ich vor einigen Tagen gefunden in einem mal wieder grenzwertigen Gefühlszustand. Du schreibst auch mir aus der Seele….ob ich wirklich hochsensibel bin weiß ich nicht, ich weiß aber dass ich freiheitsliebend bin und mir immer gewünscht hatte “naiver“ zu sein. Ich wünsche mir immer wieder, dass meine Kinder endlich in eine Betreuung gehen können und gleichzeitig schäme ich mich dafür….seitdem ich deine Seite lese (jeden Abend einen Artikel) geht es mir sehr, sehr viel besser….ich fühle mich stark und habe keine Angst mehr vorm nächsten Tag. Danke!!!!

    1. Christine sagt:

      Hallo liebe TanteKäthe,

      fühle dich herzlich willkommen auf meinem Blog für freiheitsliebende Mütter!
      Ich freue mich zu lesen, dass meine Texte dir momentan so eine große Stütze sind und wünsche dir sehr, dass sich der Zustand bei dir zuhause bald ändert. Dass du wieder mehr Zeit für dich hast und dich nicht mehr für deine Gedanken und Gefühle schämst.
      Fühle dich gedrückt, wenn du magst!
      Alles Liebe
      Christine

  57. Steffi sagt:

    Danke dir für diesen tollen beitrag

  58. Dachriwa sagt:

    Danke für den Artikel.
    An manchen Tagen geht es mir auch so. Ich würde so gerne mal wieder ausschlafen und nur das tun was mir gut tut.
    Manchmal hab ich das Gefühl, dass mein Mann nicht versteht warum das alles zt so frustet. Außerdem wirkt es manchmal so ein als müsste ich mich für jede freie Minute rechtfertigen

    1. Birgit sagt:

      Liebe Dachriwa,

      wieso fährst Du nicht mal eine Woche in Urlaub ohne Kind und lässt Vati und Kind zu Hause alleine wurschteln? Ich verspreche Dir: Du wirst Dich danach göttlich fühlen und Dein Mann wird Dich danach auf Händen tragen, denn in seinen Augen bist Du dann eine Königin, welche die stressige Zeit mit dem Kind toll meistert!

  59. Birgit sagt:

    Wenn man mal total ehrlich mit sich ist, muss man zugeben, dass sich um Babies und Kleinkinder zu kümmern nicht wirklich viel Spass macht und auslaugend ist und z.T. immens langweilig; das hat die Männerwelt schon sehr lange begriffen. Deshalb drücken sich auch oft Männer vor dieser Beschäftigung. Mal ein paar Stunden hier und da sind OK, aber monatelang oder gar jahrelang sich um die Kleinen zu kümmern und den Job aufzugeben käme für 90% der männlichen Bevölkerung wohl nicht in Frage….Deshalb haben sie es ganz geschickt eingerichtet, dass sie die Haupternährer sind und mit dem Thema „Kinder“ nicht allzusehr belästigt zu werden. Natürlich ist es toll, wenn man Kollegen Bilder der eigenen Kinder zeigen kann und sich stolz als Vater brüsken kann; gerne wird auch die Partnerin unter Druck gesetzt, mehr Kinder in die Welt zu setzen und wie selbstverständlich ist sie ganz allein zuständig für den Nachwuchs. Aber sich wirklich um den Nachwuchs kümmern so wie es Mütter tun, kommt für die meisten Väter nicht in Frage. Selbstredend ist, dass das Hausfrauen und Mutterdasein auch 0.0 finanziell bezahlt wird. Denn Mutterarbeit ist ja nichts wert….Der sog. „Muttermythos“ wird auch nur deshalb so gepflegt und am Leben erhalten weil man so die Mütter durch Schuldgefühle dazu bringt, sich für die Kinder für nichts und wieder nichts aufzuopfern, ihre berufliche Laufbahn aufzugeben (nur Mütter sind gut fürs Kind und müssen sich die ganze Zeit um sie kümmern sonst bekommt das Kind psychische Schäden und die Bindung leidet). Welcher Vater würde sich derart aufopfern, ausser er ist alleinerziehender Vater?
    Deshalb muss man auch keine Schuldgefühle haben, wenn einem die Einzelhaft zu Hause mit Nachwuchs langweilt und nicht gefällt: der Mensch ist für solch eine monotone Beschäftigung nicht gemacht. Und dass sich nur ein Erwachsener permanent um Kinder kümmert: das ist total krank und einseitig. Für den Erwachsenen und die Kinder….ich fände es viel gesünder, wenn beide Eltern nach Geburt des ersten Kindes auf Teilzeit gehen und sich paritätisch um den Nachwuchs kümmern. So wäre auch die Gefahr von Altersarmut auf beide Partner verteilt, denn so bleibt die Mutter finanziell vom Ehemann unabhängig (falls diesem später mal einfällt, dass er in der Midlife-crisis ein neues Frauenmodell braucht…). Wir müssen unbedingt weg von diesem romantisch-verklärten Familienbild: Vati in der Arbeit und Mutti zu Hause am Herd….

    Desweiteren habe ich mittlerweile erkannt, dass das Elternsein eine Art „Lebensschule“ darstellt, in der die eigene Persönlichkeit verbessert wird, Altruismus eingeübt wird. Ausserdem lernt das Elternteil idealerweise, sich nicht aufzuopfern, eigenen Bedürfnisse zu leben und in Einklang mit den kindlichen Bedürfnissen zu bringen, die eigene Selbstliebe zu erhöhen. Wenn man im göttlichen Lebensplan „Kinder“ hat, dann muss man durch diese harte Zeit auch hindurch um die eigene Persönlichkeit weiter zu bringen. Die Lebenserfahrung und Seelenbereicherung ist unbezahlbar (auch wenn sie manchmal sehr schmerzhaft ist und man mit seinen schwärzesten Seiten konfrontiert wird).

    1. Vera sagt:

      Hammer Kommentar Birgit! So sehe ich das auch ;)

    2. Christine sagt:

      Deiner Sichtweise der „Lebensschule“ stimme ich voll und ganz zu! :)

  60. Hera sagt:

    Liebe Birgit
    Vielen Dank für diese mutige und klare Analyse.
    Eines würde ich vielleicht hinzufügen: Zu Zeiten, als es noch Grossfamilie gab, hat sich die Erziehungsarbeit eben auch auf mehrere aufgeteilt. Da konnte es man sich auch nicht leisten, nur für die Kinder da zu sein: die Felder mussten bestellt werden usw. Im Zweifelsfalle haben dann eben auch die älteren Geschwister miterzogen, wenn dann sieben Kinder da war, war das ältere schon einsatzfähig , um Ersatzmama/papa zu spielen u die kleinsten zu beaufsichtigen u die Windeln zu wechselln. Einfach nur bei der aelteren Generation nachfragen, wie das war. Dann waren da noch die Onkels u Tanten Nichten un Neffen u die Grosseltern. Dann war auch der Stressfaktor deutlich kleiner, da sich dann die ganze Gruppe einfach selbst bespasst hat.
    Ich denke, wir muessen nicht nur zum Modell des paritätischen Mitbezugs des Partners finden, sondern ein Ersatz fuer die fehlende Grossfamilienstruktur finden. Ein Ansatz waeren da z.B Wohngemeinschaften in Kooperativen mit Sozialkomponente ( d.h man wohnt nicht nur, sondern muss auch eine Aufgabe in der Gemeinschaft uebernehmen).

    Was mich selbst betrifft, so habe ich nach meinem ersten Kind die Reissleine gezogen, nachdem sich herausstellte, dass ich alleinerziehend mit Mann bin. Mein Mann haette ja gerne noch nummer zwei und Nummer drei gewollt. Auch hat er Druck gemacht, wie Du das so schoen beschrieben hast.
    Ich konnte mich diesem Druck nur entziehen, indem ich wieder fast hundert Prozent ( mit sehr geregelten Arbeitszeiten, deswegen ging das) in den Job eingestiegen bin mit entsprechendem interessanten Gehalt (d.h ein Gehalt, mit dem man im Zweifel auf den Mann gut verzichten kann). Dann endlich war Ruhe…..
    Maennern kann man nur mit Kohle imponieren, ist echt traurig…alles andere ist zweitrangig. Unsere Gesellschaft hoert nur auf dieses eine Argument.
    Gruss Hera

    1. Birgit sagt:

      Hallo Hera,

      sehr mutig und authentisch von Dir, dass Du nach Kind Nr. 1 für Dich selbst eingestanden bist und nicht noch Nr. 2 und 3 nachgelegt hast; entgegen dem Druck der Aussenwelt. Bist du mit dem Vater der Kinder noch in einer Ehe/Partnerschaft oder habt Ihr Euch deswegen getrennt? Viele Frauen halten diesem Druck nicht stand und fügen sich ins Schicksal, noch mehr Kinder in die Welt zu setzen selbst wenn sie persönlich gar keinen Nachwuchs mehr haben wollen.
      Ja dieses monetäre kotzt mich auch total an in dieser männerdominierten Welt. Mit Männern muss man „männisch“ , „Klartext“ reden, alles andere verstehen sie nicht. Wenn man mit ihnen „frauisch“ redet, dann ziehen sie einen nur über den Tisch….leider auch so meine Erfahrung. Ich habe aber auch schon sehr früh gelernt, mich nicht ausbeuten zu lassen und ganz klar meine vertraglichen Bedingungen fürs Kinderhaben festzulegen. Da bin ich jetzt sehr dankbar darüber. Z.B. war bei mir Bedingung für Kind Nr. 2: nur wenn ich danach in Vollzeit gehe und er kümmert sich 1 Jahr lang ums Kind (vor der Kinderkrippenzeit). Nach Kind Nr. 2 haben wir erkannt, dass wir uns zu weit auseinandergelebt haben und die Liebe tot ist und haben uns getrennt. Jetzt arbeite ich 60% Teilzeit und er arbeitet 70% Teilzeit. Wir teilen uns die Kindererziehung 50/50, d.h. die Kinder sind eine Woche bei ihm und eine Woche bei mir im Wechsel. Das ist total erholsam und so habe ich auch viel kinderfreie Zeit mit neuem Partner am Wochenende z.B.
      Du hast Recht: neue Konzepte wie Wohngemeinschaften, bei denen die Mitglieder sich in den Familien engagieren (wie Grossfamilienkonzept) müssen her. Aber ich stelle mir solches auch sehr schwer umsetzbar um. Viele Kinderlose heutzutage möchten nichts mehr mit Kindern zu tun haben und wissen auch gar nicht mehr wie das geht. Ältere Leute möchten auch oft nichts mehr mit kleinen Kindern/Babies zu tun haben. Leider auch eine traurige Gesellschaftsentwicklung.
      Jedoch Vater und Mutter gibt es immer bei jedem Kind :-) Deshalb finde ich den Ansatz zur paritätischen Erziehung (selbst bei Trennung) sehr sehr wichtig und nützlich für die Paare. Natürlich wird es immer Männer geben, die sich nach Zeugung nicht mehr um die Kinder kümmern. Da muss man als Frau wirklich vorher austesten inwieweit der Mann „kindertauglich“ ist, denn im Worst Case hat man alle Kinder an der Backe und NULL finanzielle Unterstützung. Ich habe das Glück, dass der Vater meiner Kinder eine sehr gute Bindung zu den Kinder aufgebaut hat und sprichwörtlich ALLES für sie tun würde….

  61. Daria sagt:

    Ich glaube, wenn ich es austauschen könnte, würde ich eher wählen, NICHT HOCHSENSIBEL zu sein als NICHT MUTTER.
    Hochsensibel zu sein, empfinde ich sehr oft als Last. Die Last, ANDERS zu sein, die Last, alles so viel stärker wahrzunehmen. Die Abgase der Autos, die Sirenen von Ambulanz und Polizei, Baustellen, telefonierende Menschen, Menschen überhaupt, das Kind, die Stimmungen des Kindes, die EIGENE Stimmung. – Manchmal fühle ich mich, als würde ich auf einem Kettenkarussell sitzen, dem Kettenkarussell meiner hochempfindsamen Wahrnehmung. Im echten Leben fahre ich kein Karrussel. Nicht mal die Rutsche auf dem Spielplatz mag ich und schaukeln macht mir auch keinen Spaß. Jedenfalls nur ganz sanft. Jedenfalls habe ich oft das Gefühl, HOCHSENSIBEL zu sein, bringt nur LEID und ANSTRENGUNG. Das stimmt aber nicht. Es bringt auch Momente tiefer Faszination: Das Kind in der Badewanne beobachten, wie es einen Spielebecher in einen größeren steckt. Vollkommen vertieft, selbstvergessen, Raum und Zeit scheint es für den Kleinen nicht mehr zu geben. Und dabei das Brummeln und Schnurcheln in absoluter Versunkenheit in die Funktionsweise des Schachtel- oder Stapelprinzips. Und das Gefühl, alles dafür zu tun, dass es diesem Kleinen gut geht.
    Doch alles hat seine Grenzen. Vor allem ich selbst. Vor allem: zu fremdbestimmten Zeiten zu schlafen. Als gäbe es nichts anderes in meinem Leben als SCHLAFEN. Schlafen oder schreiben oder fernsehen oder lesen oder meditieren oder Kuchen backen oder Küche aufräumen oder Yoga machen oder ein Glas Wein trinken bei einem guten Film. Und morgen ist ein neuer Tag. Und wir werden sehen, wie wir ihn meistern. Manchmal, vormittags oder mittags, wenn ich mich AM MIESESTEN fühle, wenn ich meine Sonnenbrille nicht gefunden habe und dann trotzdem losgehe und mir kommen Leute auf der Straße entgegen, dann denke ich in all meinem Hass auf das Leben: GUCKT doch. GUCKT euch das hässliche Gesicht der Überforderung an, das Gesicht der UNLUST, das Gesicht der FREMDBESTIMMTHEIT. Guckt es euch an- ja, die Magazine LÜGEN. Und manchmal sieht man als Mutter einfach SCHEIßE aus. Und wisst ihr was? ICH bin mutiger und stärker als ihr alle zusammen. Ihr, die mir entgegenkommt mit euren Blicken hinter euren Großstadtgesichtern, euren verspiegelten oder geschwärzten Brillen, euren anonymen Augen. KEINER will den Hass sehen, die ÜBERFORDERUNG, das CHAOS und die WUT, die einen packt, wenn man gar nicht in den PARK will, sondern unter seine Bettdecke.
    Aber das sind MOMENTE.
    Und alles geht WEITER im Fluss der Zeit. Außer mir selbst habe ich noch keine Mutter weinend im Park sitzen sehen. Ich bin eben ANDERS. Stärker.

    1. Christine sagt:

      Ganz lieben Dank für deine tiefen und ehrlichen Einsichten, liebe Daria!

  62. Insa sagt:

    Ich lese das jetzt mitten in der Nacht, denn ich bin wie immer seit 10 Monaten (seit der Geburt meiner Tochter) wach – sie schläft, ich nicht. Ich schlafe nicht, esse nicht, habe keine sozialen Kontakte mehr. Ich kriege gar nichts mehr gerelgelt. Von meinem einstigen perfekt durchorganisierten Leben ist nichts mehr übrig. Seit ich Mutter bin, leide ich unter schweren Depressionen, Schuldgefühlen und diesem Wunsch, einfach die Zeit stehen zu lassen. Ich bin in die „Ich muss unbedingt eine gute Mutter sein“-Aufopferungsfalle getappt…Mein Arzt möchte dass ich Anti-Depressiva nehme, mein Mann möchte dass ich die 50er-Jahre-Übermutter werde die die Gesellschaft und Werbung uns eintrichtert. Eine Mutter hat sich aufzuopfern und ihre eigenen Bedürfnisse immer hinten anzustellen. Statt Verständnis wird Müttern wie mir oft noch ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich wünsche mir dass die Zeit stehen bleibt. Dann schlafe ich 15 Jahre, mache eine Therapie, hole meine Persönlichkeit zurück, verändere das Mutterbild in der deutschen Gesellschaft und lerne neue Strategien mit denen ich meinen Alltag als Mutter besser bewältigen kann.
    Krabbelgruppen besuche ich gar nicht mehr, weil ich diese vor Glück übersprudelnden pausenlos quatschenden Mütter nicht ertragen kann, die mit derselben Begeisterung über Beikost und Stuhlgang reden wie der Papst über Jesus.
    Da muss irgendwo ein Schalter sein auf dem „Muttermodus“ steht, der bei mir einfach vergessen wurde, ich habe den nicht.
    Vielen Dank für diesen Blog, er ist großartig!!!
    Auch wenn ich morgen wieder vor einem Leben stehe in dem ich nur noch „Mutter von…“ bin und überhaupt nicht mehr weiß wer ICH eigentlich bin (bleibt ja auch keine Zeit und Energie darüber nachzudenken), fühle ich mich jetzt zum ersten Mal verstanden.

    1. Nadine sagt:

      Als ich in deiner Situation war (mein Sohn ist gerade frisch drei Jahre alt geworden), hätte dieser Post exakt von mir sein können… Mir ging es über ein Jahr lang richtig dreckig, die Welt war schwarz, ich war absolut überzeugt davon, nie wieder ein normaler Mensch werden zu können. Noch dazu wollte mir kein Arzt helfen. Mein Hausarzt hat mich ausgelacht, meine Frauenärztin war hilflos, meine Hebamme auch… Kein Psychologe hatte Termine frei. Ich musste mich ganz allein aus dem Loch holen. Mein Mann wollte sich sogar trennen… Es war eine schlimme Zeit… Und was soll ich sagen… Heute geht es mir ganz gut. Immer noch nicht so wie anderen Müttern aus Leidenschaft. Aber ich denke nicht mehr dauernd an mein altes Leben. Was mir extrem geholfen hat, war das Ende der Elternzeit und der Kindergarten. Endlich habe ich wieder Luft zum atmen. Wie lange bleibst du zuhause? Ich kann dich echt so verstehen. Auch heute nerven mich andere Mütter… Ich komme mir schlecht vor. Unfähig. Aber es wird besser… Mehr Trost kann ich dir leider nicht mitgeben. Nur eins noch : du bist nicht allein. Auch wenn man das manchmal glaubt wenn man nur die glücklichen Mütter sieht…
      Für mich kommt übrigens kein zweites Kind mehr infrage, was mir auch leid tut. Aber es geht echt nicht. Nicht heute und nicht später.
      Liebe Grüße
      Nadine

    2. Birgit sagt:

      Liebe Insa, fühl Dich gedrückt! Und glaube mir, Du bist nicht allein mit diesen zwiespältigen Gefühlen! Bitte aber vertrau Deinen Gefühlen und zwinge Dich nicht in diese „Mutterrolle“. Höre auf Deinen Bauch und stehe für Dich selbst ein. Du bist gerade in einer richtigen Lebenskrise und Du musst für Dich selbst definieren, was eine „gute Mutter“ ist. Meiner Meinung nach ist eine gute Mutter, eine Mutter, die glücklich und zufrieden mit ihrem Leben ist! Ergo: du musst wieder die Dinge tun, welche Dich glücklich und zufrieden machen, mit oder ohne Kind. Da kommt jetzt leider eine schwere Zeit auf Dich zu. Der Vater deines Kindes muss auch um 180 Grad umdenken. So einfach kann er es sich nicht machen: du wirst als 60er Jahre Mutter total unglücklich und das weisst Du auch; also kämpfe für Dich und Deine Bedürfnisse! Der Mann muss mitmachen sonst weiss ich nicht, was aus Eurer Ehe wird….Ich kann Dir ein gutes Buch empfehlen: „Bitterfotze“ von Maria Sveland. Alles Gute und lass Dich nicht unterkriegen!

    3. Daria sagt:

      Liebe Insa, ja, die „pausenlos quatschenden vor Glück übersprudelnden“ Mütter, die kenn ich auch und die kennen wir alle hier. – Und ich glaube manchmal: manche sprudeln so, damit sie nicht so merken müssen, wie es ihnen eigentlich geht.

      Oder es geht ihnen gerade wirklich gut.
      Dann ist das so.

      Solche Kurse gar nicht zu besuchen, war für mich keine Option. Immerhin ist es ein Raum auch für die Kinder (auch wenn es oft zu viele zu laut usw ist) und … letztlich habe ich in einem dieser Krabbelkurse versucht, was passiert, wenn man sagt, es geht einem dreckig. Und man streitet sich nur mit dem Partner, und und und.
      Und in der nächsten Woche hab ich das wieder gesagt, weil es auch so war.
      Und bis zum Ende des Kurses kam ich mir vor, wie die NEGATIVITÄT in Person, was ich gar nicht war. Ich war nur empfindlicher und habe manche Sachen nicht als normal hingenommen, z.B., dass man nicht mehr schlafen kann und sich ausruhen, wenn man das braucht.
      Und tatsächlich gefiel es mir in dem einen Kurs nicht, weshalb ich immer seltener hin bin.
      Aber ich habe mir eine THERAPEUTIN gesucht. 1 Stunde pro Woche für mich. Und ich habe Termine bei der FAMILIENBERATUNG initiiert. – Um mal über gewisse Dinge zu reden. Ohne Kind.
      Und ich habe eine andere kostenlose Gruppe über den EVANGELISCHEN KIRCHENKREIS gefunden, über die ich andere Mütter und vor allem Kursleiterinnen getroffen habe, die VIEL mehr mein Fall waren und nicht pausenlos über irgendwelchen Quatsch reden, der keinen wirklich interessiert. Und ich habe überall nach ANSPRECHPARTNERN gesucht für diese ganzen PROBLEME, die ich plötzlich hatte- denn das hat mir bis jetzt immer am meisten geholfen: reden. Nicht sprudeln, aber sprechen. Antesten, wie offen ist mein Gegenüber für ehrliche Worte zum Muttersein… Erfahrung hören. Gefühle verstehen. Gehört werden. – Aber wenn dir der Blog hilft, ist es auch gut. Ein Anfang. Es ist so wichtig und heilsam, wenn man sich verstanden fühlt! Dann bekommt man NEUE KRAFT. Davon wünsche ich dir viel.

  63. Hera sagt:

    Hallo Insa
    Ich finde, Du fühlst völlig normal. Du bist so wie viele andere Mütter der grossen Lüge aufgesessen, dass das Glück jeder Frau im Kinderkriegen und-Grossziehen bestehen müsse. So wird uns das ja gerne eingetrichtert. Es fängt an mit der Pamperswerbung im Fernsehen und hört auf mit den lieben Verwandten, die, wenn man denn so sein Leid klagt, sagen: „mach doch jetzt noch ein zweites!“ Typisch, dass dann als Antwort kommt, man solle Pillchen schlucken. Kommt natürlich von einem Mann der Rat, stimmts ? Du bist nicht depressiv, sondern Du stellst einfach gerade fest, dass Dir etwas fehlt, nämlich die Ansprache als erwachsener Mensch mit einem gewissen intellektuellen Niveau ( die Krabbelgruppe reicht nicht, andere soziale Kontakte notwendig) Zeit für dich selbst und Schlaf. Das hat mit Depression nichts zu tun, sondern ist völlig normal, das einem das fehlt. Vielleicht nicht jemandem, der einen Supermarktkassiererposten gegen den Mutterjob eintauscht, da ist der Mutterjob dann schon abwechslungsreicher, aber für andere, besonders Akademiker oder auch andere Personen mit ausfüllendem Beruf schon. Und lass Dich nicht durch die strahlenden Mütter beeindrucken. Die meisten machen nämlich nur eine Show. Kochen alle nur mit heissem Wasser, nichts weiter.

    Ich würde Dir also den folgenden Rat geben: Lass Dir bloss nicht einreden, Du seist angeblich krank. Das ist eine ganz miese Masche. Zweitens, ein zweites Kind lieber hintenanstellen. Drittens, schaffe Dir Freiräume ( Babysitter, Verwandte, Milchabpumpen und den Mann mal machen lassen) zB einen freien Abend nur für Dich die Woche, und viertens: so schnell wie möglich wieder in den Beruf ! Man muss ja nicht drei Jahre lang in Elternzeit verschwinden. So einen Luxus gibt es ohnehin nur in Deutschland, Wenn das Kind ein Jahr alt ist, ist es, je nach Charakter, schon krippefähig., zumindest einen halben Tag, wenn nicht noch mehr. Meiner war schon mit sieben Monaten vier Stunden in der Krippe, und er lebt immer noch. Dann gibt es durchaus Möglichkeiten, dass der Partner auch das Pensum runterfährt. Er z.B 80 Prozent, sie achtzig Prozent, und die restlichen drei Tage kriegt man mit babysitter u Krippe rum. Ich kenne einige solcher ziemlich gleichberechtigt funktionnierender Paare um mich herum.
    Also, es gibt Möglichkeiten ! Setz Dich am besten mal mit Deinem Ehemann zusammen und sprich das mal durch, Viele Maenner sind durchaus zufrieden, wenn sie nicht die ganze finanzielle Last alleine tragen müssen. Und lass Dir die angeblichen Depression nicht aufschwaetzen, wenn der Mann womoeglich erst mal auf den Komfort des weitergehenden Trotts inklusive Karriereverlauf nicht verzichten will. Dann ist der andere schnell mal angeblich krank und dessen Meinung deswegen nicht vollwertig.
    Viel Glück
    Hera

  64. Sina sagt:

    Hallo Leidensgenossinnen,
    ich sitze gerade im Bad….harte Tage liegen hinter mir und ich war verzweifelt auf der Suche nach dem „was zur Hölle stimmt nicht mit mir?!?!“. Meine Depression hat mich wieder eingeholt und ich habe das Gefühl zu ersticken.
    Gibts denn so ne Art Selbsthilfegruppe für uns? Irgendetwas in diese Richtung?
    Liebe Grüße
    Sina

    1. Christine sagt:

      Hallo liebe Sina,

      tut mir leid zu hören, dass es dir wieder schlechter geht!
      Ich weiß jetzt nicht genau, ob deine Depression in Richtung PPD geht, wenn ja, vielleicht hilft dir das Forum Schatten und Licht weiter? Aber vielleicht hat ja jemand anderes auch noch Ideen!
      Ich sende dir jedenfalls ganz viele Grüße und vor allem viel Kraft!
      Christine

  65. Monica sagt:

    …das hat gut getan…ich dachte ich sei die einzige Ausserirdische…
    Ich würde mich vors Auto werfen für meine Kinder und doch stecke ich im gleichen Dilema….
    Alles Liebe

  66. Manu sagt:

    Ich danke euch für eure Geschichten, die Einblicke, die tolle Seite!
    Seit bald 4 Jahren bin ich Mama eines kleinen Jungen, er ist das Größte, die große Liebe aber ich merke vorallem jetzt als Mutter die Hochsensibilität ganz arg.
    Er war Langzeitstillkind, haben 3 Jahre gestillt und ich war 3 Jahre zuhause. Mein Problem war, dass ich erst jetzt das Kind „abgeben“ kann um mir selbst etwas Freiraum zu verschaffen. In den ersten 2 Jahren fiel mir das sehr schwer (liegt aber wohl auch an meinem Selbstbewusstsein und dem Verhälnis zu meiner Mutter, dem Aufwachsen).
    An manchen Tagen frisst mich der Stress regelrecht auf. Einfach mal selbst sein, schlafen wenn man müde ist und nicht angeknatscht zu werden wenn man sich mal für Minuten auf die Couch legt und die Augen zumacht. Spielen „müssen“ obwohl man mit dem Kopf schon einen Schritt weiter ist. Kindergarten konnten wir uns erst nicht vorstellen aber als er dann mit 3J.für 4 Stunden am Tag ging und er wunderbare Freundschaften entwickelte, war es ein Segen. Trotzdem braucht er viel Aufmerksamkeit, spielt eher selten allein und ich glaube auch, dass er hochsensibel ist.
    Ich versuche im nächsten Jahr eine Heilpraktikerin die sich auf Hochsensibilität spez.hat zu kontaktieren.
    Ich bewundere euch, dass ihr zwei oder mehr Kinder habt. Mein Herz sagt ja mein Kopf schreit laut nein.
    Ich bin traurig darüber aber es wird wohl so besser sein.
    Der Perfektionismus macht es auch nicht gerade leichter.
    Ich bin Vegetarierin aus Liebe zum Tier und bin da sehr empathisch und traurig wie es auf der Welt zugeht.
    In meinen Beruf als Pflegekraft bin ich BU, arbeite jetzt in einem anderen Bereich.
    Und so kämpfe ich weiter um den richtigen Weg für mich zu finden…

    Alles Liebe

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