Gesellschaft

Warum es hochsensiblen Müttern oft so schwer fällt, das Muttersein zu genießen

Am Freitag war absoluter Notstand in unserem Kindergarten. Der umhergehende Magen-Darm-Virus hatte nun auch viele Erzieherinnen erwischt und so wurden alle Eltern morgens direkt an der Tür gefragt, ob es möglich wäre, dass sie ihre Kinder wieder mit nach Hause nehmen könnten. Eine Mutter drehte wie selbstverständlich mit ihrer Tochter um, ein Lächeln auf den Lippen und meinte im Vorbeigehen: „Wie gut, dass ich heute meinen freien Tag habe!“ Das kuriose war: Sie meinte das keineswegs ironisch, sondern tatsächlich ernst!

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Falsches Geschlecht, Regretting Motherhood oder postpartale Depression: Was tun, wenn ich mich für meine negativen Gefühle schäme?

Eine Frau liegt auf der Liege beim Frauenarzt. Ihr Herz klopft, während ihr Blick erwartungsvoll zum Bildschirm des Ultraschallgeräts wandert. Hoffentlich wird es diesmal ein Mädchen! Der Doktor fährt mit seinem Sensor noch eine Runde über ihren Bauch, dann erkennt die Schwangere Gewissheit in seinem Blick. „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem zweiten Jungen!“ verkündet er. Ab jetzt strahlen alle im Raum. Der Mann am Fußende der Liege, der Arzt, der euphorisch mit seinem Zeigefinger „eindeutige Beweise“ am Bildschirm nachzeichnet, die Sprechstundenhilfe, die Notizen in den Computer tippt. Die Schwangere lächelt auch. Allerdings nur bis zum Auto. Dort, hinter verschlossenen Türen, wo sie keinen fremden Blicken mehr ausgesetzt ist, bricht sie in Tränen aus.

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Wieviel Muttergefühl braucht unsere Gesellschaft?

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Es war dieser Tweet einer empörten Impfbefürworterin zu meinem Nicht-Impfen-Beitrag, der mich anrührte und nicht mehr losließ: „Aber was ist schon saubere Wissenschaft gegen „Mamis Gefühle“? Ja, was eigentlich? Was bedeutet es, der Wissenschaft mehr zu vertrauen als dem eigenen Gefühl? Irgendwie scheint mir das in unserer westlichen Gesellschaft zur Grundhaltung geworden zu sein. Weiß Gott, nicht nur beim Thema Impfen. Aber ist das wirklich so erstrebenswert? Sind Muttergefühle wirklich aus der Steinzeit und nicht mehr wichtig für unsere Entscheidungen, für unsere ganze Gesellschaft?

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Bin ich eine Rabenmutter, weil ich Urlaub von meinen Kindern brauche?

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Es gibt Dinge im Leben, wenn man die ausspricht, dann erntet man spitze Aufschreie. Manchmal vor Entzückung („Ich bin schwanger!“), manchmal aus einer Unverhofftheit heraus („Mir wurde heute gekündigt.“). In meinem letzten Blogbeitrag habe ich festgestellt, dass ich urlaubsreif bin. Und zwar wegen meiner Kinder. Um es noch einmal anders zu formulieren: Ich habe meine Kinder satt und brauche Urlaub. Wenn du möchtest, darfst du jetzt aufschreien.

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„Möchtest du einen Lolli?“ Von zu vielen Süßigkeiten an der Kasse

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„Hier bitte schön, ihr Zwei!“ Ich stand mit den Kindern bei McDonalds an der Theke und hatte ihnen soeben einen Kakao bestellt. In dem Moment, als ich mich mit Nachwuchs und Heißgetränk einem der Tische zuwenden wollte, hörte ich das bekannte Gesäusel, mit dem die Kassiererin meinen Söhnen lächelnd je ein Päckchen mit Gummibärchen zuschob. Erst danach die rhetorische Frage an mich gerichtet, ob meine Kinder die denn auch haben dürften. Meinen heftigen Impuls, ihr den Süßkram wieder zurück über die Theke zu schleudern, unterdrückte ich nur widerwillig. Wutschnaubend entriss ich Mini und Maxi ihre Tütchen und stopfte sie in meine Handtasche. „Ja später!“ entfuhr es mir mit zusammengebissenen Zähnen, während ich die Kinder von der Verkaufsfläche wegschob.

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Eltern als ethisches Vorbild oder: Darf mein Kind in den Zirkus gehen?

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Das Plakat hing an dem Zaun, direkt gegenüber vom Rathaus. Rot bedruckt mit gelben Lettern leuchtete es mir grell entgegen, so dass es nicht zu übersehen war. Eben ein echtes Zirkusplakat, wie man es sich so vorstellt. Interessiert blieb ich stehen. Waren die Kinder inzwischen nicht in einem Alter, in dem ich den ersten Zirkusbesuch einläuten sollte? Das Wanderzelt versprach ein interessantes Programm. Neben Artisten und Clowns sollten die Besucher des Spektakels auch echte Araber (die Pferderasse versteht sich) in einer atemberaubenden Show erleben. Das klang nach Spaß und Spannung für die Zuschauer, brachte mich aber auch unmittelbar zum Nachdenken.

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Kinderlose Hotels – Genial oder grausam?

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Letztens beim Stöbern auf anderen Mama Blogs las ich zum ersten Mal von diesem Begriff: Erwachsenenhotels. Sprich, Urlaub ohne Kinder, Entspannen ganz ohne Babygekreische aus dem Nebenzimmer und Sonnen am Pool ohne übermütiges Kindergetobe aus dem Babybecken (logisch, schließlich sind entsprechende Vorrichtungen in kinderfreien Ferienanlagen gänzlich tabu). Es scheint ein –möglicherweise nicht neuer, aber zunehmend beliebter- Trend zu sein, unseren Nachwuchs bis zu einem gewissen Alter in immer mehr Hotels nicht einchecken zu lassen. Aus Rücksicht denjenigen gegenüber, die sich einen erholsamen Urlaub wünschen, bei dem zum Abendessen keine Kleinkinder Wettrennen um die Restauranttische veranstalten oder Neugeborene nachts um Drei vor lauter Hunger das ganze Hotel wachbrüllen. Und genau diese Hotelvorschriften treiben viele Eltern zur Weißglut.

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Arbeit als Ausrede? Wenn Mamasein nicht genug ist

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„Und dann fragte sie mich, was du denn beruflich machst.“ Meine Mutter schenkte mir gerade die zweite Tasse Tee ein, vielleicht in der Hoffnung, dass der Geruch von frischer Minze beruhigend auf mich einwirke, während sie mir vom Besuch bei ihrer Bekannten erzählte. Im erwähnten Gespräch kamen die beiden Frauen auf die Betreuungszeiten zu sprechen, die meine Mutter wöchentlich für ihre Enkel, sprich meine Kinder, einplant. Da der Bekannten dies ziemlich viel vorkam, stellte sie ebenjene Frage, auf die sie wahrscheinlich als Antwort Leiterin einer Werbeagentur, Dipl.-Ingenieurin in Vollzeit oder wenigstens Astronautin, auf jeden Fall einen Fulltimejob mit horrenden Arbeitszeiten erwartete. Der verständnisvolle Blick wich wohl einem ungläubigen Gesichtsausdruck, als meine Mutter ihrerseits berichtete, dass ich in Elternzeit und –Gott bewahre!- die meiste Zeit des Tages Zuhause sei.

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Wenn der Spielplatz zum Konfliktplatz wird

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Eines vorweg: Ich gehe gerne mit meinen Kindern auf den Spielplatz. Rutschen, Schaukeln und im Sandkasten nach Kippen Zutaten für den selbstgebackenen Sandkuchen graben, finden meine Kinder so schön und spannend, dass ich ihnen gerne die Freude mache, den Ort der Begierde aufzusuchen. Ich verlasse einen Spielplatz aber auch genauso gerne wieder. Nämlich dann, wenn andere Mütter mit ihrem Nachwuchs dazukommen. Das klingt sowohl kinder- als auch elternfeindlich, aber eigentlich habe ich einfach nur keine Lust auf Konflikte.