Gesellschaft

Erschöpft vom Muttersein und Angst vor traumatischen Auswirkungen: Was wir trotz unserer eigenen Defizite heilsames für unsere Kinder tun können

Premium-Blogbeitrag

„Mama, ich habe das Gefühl, dass du mich nicht liebhast. Immer schimpfst und meckerst du nur rum! Ich weiß, du sagst, dass du mich liebst, aber es fühlt sich nicht so an.“

Da war er, der gefürchtete Satz, bei dem ich quasi schon seit neun Jahren bangend darauf warte, dass er irgendwann mal ausgesprochen würde. Und ich wusste, dass er Recht hatte. Mein Ältester besitzt das Talent, die Dinge on Point auf den Tisch zu bringen, Gefühle und Stimmungen exakt erfassen und benennen zu können. Damals, vor neun Jahren, als er ein Baby war, konnte ich keine Liebe für ihn aufbringen. Mit Hilfe von Zeit, Therapien meinerseits und dem Wunsch, die Kluft zwischen uns zu überbrücken, gelang es mir nach und nach, die mütterliche Liebe für ihn wieder empfinden zu können.

Ein zartes Band, nicht stark genug, um Geschehenes ungeschehen zu machen, geschweige denn, um meinem Sohn das Urvertrauen nachzureichen, die Gewissheit, dass er bedingungslos geliebt wird.

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„Glaubst du, du wirst später lieber Oma als du heute Mutter bist?“

„Habt ihr euch eigentlich schon mal die Frage gestellt, ob und inwiefern ihr eure Kinder mit ihren Kindern (also euren Enkeln) unterstützen werdet?“ Das wollte vor nicht allzu langer Zeit Marie* in meiner Community von den anderen Müttern wissen. Sie fühle sich zwar in der Mutterrolle nicht so wohl wie erhofft, wisse aber nunmal um die Belastung, derer Eltern ausgesetzt sind und wolle daher später ganz sicher als unterstützende Oma zur Verfügung stehen! Immerhin würde die Rund-um-die-Uhr-Verantwortung, die man als Mutter hat, wegfallen und da wären ein paar Stündchen hier und ein Wochenende dort für sie als Oma bestimmt gut machbar.

Von Pusteblumengärtnerin Marie inspiriert und aus Neugierde, wie es wohl den anderen hochsensiblen, freiheitsliebenden Müttern „da draußen“ in Bezug auf ihre -vielleicht irgendwann eintretende- Rolle als Oma so ginge, startete ich in meinem letzten Newsletter eine kleine Umfrage zu diesem Thema.

Insgesamt 47 Mütter nahmen sich die Zeit, ehrlich darauf zu antworten und ich danke an dieser Stelle jeder einzelnen von ihnen ganz herzlich! ♥

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Abtreibung: Indiskutabel?

Letztens blieb meine Periode aus.

Seit ich die Pille nehme (und das sind mit zwei gewollten Unterbrechungen nun fast 20 Jahre am Stück), kann ich die Uhr danach stellen, wann meine Regel einsetzt. Aber nun blieb sie den ganzen Tag über aus und ich sah mich gezwungen, mich mit meiner ansteigenden Nervosität auseinanderzusetzen. Ich freunde mich zwar langsam mit meiner Mutterrolle an, aber jetzt nochmal bei Null beginnen? Das ganze Muttersein nochmal von vorne durchmachen?

Ein drittes Kind, selbst wenn es diesmal das langersehnte Mädchen würde, das wäre für mich zum jetzigen Zeitpunkt absolut unvorstellbar. Aber was wäre die Alternative, wenn ich tatsächlich schwanger war? Würde ich abtreiben?

Gesellschaft

„Ich bin Mutter und kann mit Kindern nichts anfangen.“ Muss ich es denn?

Ich saß auf dem Beifahrersitz, die Hände in meinem Schoß jeweils zu Fäusten verkrampft, und ließ mich von meinem Mann durch die Dunkelheit jagen. 140 km/h zeigte der Tacho an, und doch brachte er mich keinen Zentimeter fort von Mini und Maxi, die auf der Rückbank irgendeinem Hörspiel auf ihrem Tablet lauschten und mir, im wahrsten Sinne des Wortes, im Nacken saßen. Aber genau das wollte ich: Weit weg von meinen Kindern sein, am liebsten gar keine Mutter mehr sein, keine Verantwortung, kein Aushalten, einfach nur Ich sein dürfen. Mein Mann hatte meinen Durchhänger schon bemerkt, denn er versuchte auffallend vehement, mich auf andere Gedanken zu bringen. Was genau passiert war, dass meine Stimmung so düster und depressiv war wie die Nachtschwärze, die uns umfing, möchtest du nun wissen?

Gesellschaft

Wenn Mama Angst vor Nähe hat

„Wenn ich erstmal Kinder habe, werde ich ihnen viel zugewandter sein, als meine Eltern es jemals mir gegenüber waren.“ Noch kinderlos und in der Gewissheit, einmal eine liebevolle Mutter zu sein, die ihren Kindern stets mit offenen Armen und einem Lächeln auf den Lippen begegnen würde, wurde dieses selbstgefasste Ziel zu meiner inneren Überzeugung.

Ich war mir sicher: In mir steckte viel Liebe und die würde ich natürlich meinen Kindern schenken, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Gesellschaft

Junge statt langersehntem Mädchen? Warum Trauern beim „falschen“ Geschlecht so wichtig ist

„Wie soll ich nur je über diesen Verlust hinwegkommen?“ Viele Mütter klagen mir ihren Kummer, aufgefressen von dem jahrelangen Wunsch, ein Mädchen zu bekommen. Nun würde es (wieder) ein Junge werden und mit der Gewissheit, kein weiteres Kind in die Welt setzen zu wollen, stirbt auch die Hoffnung, die langersehnte Tochter würde irgendwann die Familie komplettieren.

Sterben. Ja dachte ich, genau das ist es. Es stirbt etwas in den Müttern, so wie damals auch in mir die Hoffnung nach meiner Sarah starb. Es stirbt der Wunsch, der mehr ist als ein „Wenn ich die Wahl hätte, würde ich ja ein Mädchen bevorzugen“. Dieser Wunsch, der mehr verspricht: Ein Ziehen, eine Sehnsucht, ja, oftmals eine Gewissheit.

Gesellschaft

„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?“

Ich lag in meinem Bett, starrte kraftlos die Decke über mir an und wünschte mir zum ich-weiß-nicht-wievielten-Male ich würde endlich erwachen. Aufwachen aus diesem Albtraum namens Muttersein, der mich jetzt schon seit Monaten festhielt in dieser grausamen Wirklichkeit, die unwirklicher nicht sein konnte. Unser Mini war Anfang des Jahres geboren und obwohl ich zu ihm gleich eine Bindung aufbauen konnte -im Gegensatz zu meinem Ältesten nach dessen Geburt-, drohte ich, in dem viel zu engen Korsett namens Mutterrolle zu ersticken.

Mama-Momente

Frau im Spiegel

Premium-Blogbeitrag

(Bisher unveröffentlichter Text, entstanden Frühjahr 2019, als ich noch sehr oft mit meinem Muttersein gehadert habe und meinen Kummer in Worte fassen musste, um nicht daran zu zerbrechen.)

Ich kann dich sehen.

Aus dem Spiegel heraus blickst du mich an und ich kann auf den Grund deiner Seele sehen. Das Muttersein hat dich müde gemacht. Der Glanz in deinen Augen ist verschwunden, du selbst hast dich tief in dein Innerstes zurückgezogen. Du lebst an einem Ort, den nur du kennst. Wenn du alleine bist. Dort ist es friedlich und ruhig. Kein Mensch ist da, nur Wälder, Blumen, Bäche und Tiere. Hierhin kannst du dich zurückziehen und dein erschöpftes Selbst betrachten, das nur hinter dem Spiegel existiert.