Gesellschaft

Schon wieder eine Pause? Warum Mütter mit Entwicklungstrauma kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie ständig Auszeiten benötigen

Die Idee für dieses Time-Out wuchs in mir heran, als meine Gedanken mal wieder Karussell fuhren. Wild und chaotisch, so nahm ich sie wahr. Vor allem geprägt von negativen Glaubenssätzen („Es wird ja eh nie besser“), durchtränkt von irrationalen Vorhaben („Morgen google ich ernsthaft nach einem Internat für die Jungs oder alternativ nach einer Zwei-Zimmer-Wohnung für mich“). Meinem Körper ging es nicht besser. Der Puls oben, der Zeiger meines imaginären Stressbarometers weit am Anschlag, es fühlte sich an wie kurz vorm Burnout.

Lebensfragen

10 Jahre Mutter sein mit Regretting Motherhood – Wie geht es mir heute?

Premium-Blogbeitrag

Bald ist es soweit und ich werde zehn Jahre Mutter sein. Angefangen hatte alles mit einer schweren postpartalen Depression und dem Wunsch, mein kinderloses Leben zurückzubekommen.

Kein schöner Start ins Muttersein, wenn Regretting Motherhood die Basis darstellt, obwohl ich mir (wie die meisten, die unter dem Phänomen leiden), so sehr gewünscht hatte, Mutter zu werden.

Nun sitze ich hier und verfasse nach 8 Jahren Bloggerdasein den sage und schreibe 400. (!!) Blogbeitrag (unglaublich, ich kann es selbst kaum greifen). Alleine daran erkenne ich, wie groß mein Bedürfnis war und ist, über dieses Lebensthema namens Muttersein zu schreiben. Meine Beiträge sind Ausdruck all meiner Gefühle, die ich dazu besitze.

Hand aufs Herz: Wie geht es mir nach fast genauso langer Zeit des Zusammenseins mit den Kindern, der Zeit der Aufarbeitung, der Therapiemaßnahmen und Selbstbesinnung? Wie ist es, wenn der Babystress wegfällt und die Kinder älter werden?

Mama-Momente

Warum das Muttersein meine Hochzeit nicht zum schönsten Tag in meinem Leben werden ließ

Premium-Blogbeitrag

Vor wenigen Wochen hatten mein Mann und ich Hochzeitstag. Ich erzähle allen, inklusive meinem Mann, immer, dass unsere Hochzeit damals der schönste Tag in meinem Leben war. Aber das stimmt so nicht. Die Erkenntnis darüber traf mich, als ich an diesem Mittwochmorgen im Badezimmer stand, um mich für unseren 9. Hochzeitstag zurechtzumachen: Nein, unsere Hochzeit war nicht der schönste Tag in meinem Leben.

Gesellschaft

Erschöpft vom Muttersein und Angst vor traumatischen Auswirkungen: Was wir trotz unserer eigenen Defizite heilsames für unsere Kinder tun können

Premium-Blogbeitrag

„Mama, ich habe das Gefühl, dass du mich nicht liebhast. Immer schimpfst und meckerst du nur rum! Ich weiß, du sagst, dass du mich liebst, aber es fühlt sich nicht so an.“

Da war er, der gefürchtete Satz, bei dem ich quasi schon seit neun Jahren bangend darauf warte, dass er irgendwann mal ausgesprochen würde. Und ich wusste, dass er Recht hatte. Mein Ältester besitzt das Talent, die Dinge on Point auf den Tisch zu bringen, Gefühle und Stimmungen exakt erfassen und benennen zu können. Damals, vor neun Jahren, als er ein Baby war, konnte ich keine Liebe für ihn aufbringen. Mit Hilfe von Zeit, Therapien meinerseits und dem Wunsch, die Kluft zwischen uns zu überbrücken, gelang es mir nach und nach, die mütterliche Liebe für ihn wieder empfinden zu können.

Ein zartes Band, nicht stark genug, um Geschehenes ungeschehen zu machen, geschweige denn, um meinem Sohn das Urvertrauen nachzureichen, die Gewissheit, dass er bedingungslos geliebt wird.

Gesellschaft

In den Zustand von Sicherheit und Entspannung kommen
Teil 1 der Serie „5 Strategien (+ 1 überlebenswichtige Regel) gegen Stress und Burnout, die dir als Mama während Corona helfen, bei dir selbst zu bleiben“

Vor kurzem habe ich mir eine längere Auszeit genommen. Fernab von Heim und Verpflichtungen verbrachte ich sieben Tage alleine in einer Ferienwohnung auf Nordstrand, der Halbinsel im Norden Deutschlands, die von den Einheimischen liebevoll „Meine Insel an Land“ genannt wird (zumindest, wenn man dem gleichnamigen Werbeslogan auf Flyern und Prospekten Glauben schenken darf). Ich war also eine Woche alleine. Ohne Mann, ohne Kinder. Nur ich und mein unruhiger Geist, welcher sich von Tag zu Tag der Weite des Himmels und den monotonen Rupfgeräuschen der grasenden Schafe anglich. Kurz gesagt: Ich fuhr tiefenentspannt zurück und wuchs entsprechend weit über mich und meine Verhältnisse hinaus:

Ich reagierte verständnisvoll auf Kinder-Kinkerlitzchen, hörte interessiert den Geschichten meines Siebenjährigen zu, leierte von mir aus einen Spielenachmittag an und warf dabei auch nach dem dritten Wutanfall des Großen nicht entnervt das Handtuch.

Der Trubel zuhause konnte mir nichts anhaben. Zumindest in den ersten Tagen.

Gesellschaft

Wenn Mama Angst vor Nähe hat

„Wenn ich erstmal Kinder habe, werde ich ihnen viel zugewandter sein, als meine Eltern es jemals mir gegenüber waren.“ Noch kinderlos und in der Gewissheit, einmal eine liebevolle Mutter zu sein, die ihren Kindern stets mit offenen Armen und einem Lächeln auf den Lippen begegnen würde, wurde dieses selbstgefasste Ziel zu meiner inneren Überzeugung.

Ich war mir sicher: In mir steckte viel Liebe und die würde ich natürlich meinen Kindern schenken, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Gesellschaft

Lieblingsmensch

Premium-Blogbeitrag

Kennst du den gleichnamigen Song von Namika? Wenn ich dir sage, dass mein Lieblingsmensch mein Mann ist, wirst du im ersten Moment vielleicht lächeln. Solange man kinderlos oder frisch verliebt ist, scheint es das natürlichste auf der Welt zu sein, den Partner als Lieblingsmenschen zu bezeichnen. Ich bin aber nicht kinderlos und auch nicht frisch verliebt. Ich bin seit fast acht Jahren verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Und nach wie vor ist mein Mann meine Nummer eins, nicht meine Kinder. Lächelst du immer noch verständnisvoll?

Mama-Momente

Elli, die Pusteblumen-Katze

Die erste Anschaffung für meine neue Arbeit als Begleiterin von Frauen, die sich mit dem Muttersein schwertun, war eine Katze. Das mag etwas ungewöhnlich klingen, denkt man in der Regel erstmal an Möbel, Bücher, vielleicht ein teures Notebook oder im besten Fall eine Massageliege. Bei mir war es eine vierbeinige Mitarbeiterin.

Lebensfragen

Vom Hobby zur Berufung: Mein neuer Job im Pusteblumengarten

Als ich das erste Mal darüber nachdachte, einen Blog zu gründen, befand ich mich in der wohl schwersten Krise meines Lebens. Mein Jüngster war gerade ein halbes Jahr alt und zu seinem Bruder hatte ich immer noch keine gesunde Mutter-Kind-Bindung aufbauen können. Mein Wunschleben als Mutter hatte sich als mein persönlicher Albtraum entpuppt, schwere Monate einer postpartalen Depression gepaart mit der täglich einhergehenden Sehnsucht, die Familie, und somit mein gefühltes Gefängnis, zu verlassen.

Lebensfragen

Aushalten der Mutterrolle – Wie dieser Zustand den Kontakt zu mir und meinen Kindern verbaut

„Denkt bitte ans Händewaschen, wir haben doch gerade gegessen!“ Augenrollend rief ich meinen Kindern hinterher, während diese genauso augenrollend auf dem Treppenabsatz kehrt machten und noch einmal genervt nach unten polterten, um ihrer Pflicht im Badezimmer nachzugehen. Und einmal mehr wünschte ich mir die Knopfleiste aus Stefan Raabs „TV Total“-Sendung herbei, auf der man verschiedene Sätze speichern und im passenden Moment per Knopfdruck wieder freigeben konnte. Jede kleine Regel, egal, ob es sich ums Händewaschen nach dem Essen, um das Abtreten der dreckigen Schuhe auf der Fußmatte vor Betreten des Hauses oder um sonst was handelte, hätte einen Platz auf dem Speichermedium verdient. Denn ich war es leid, auch nach acht Jahren meines Mutterseins gefühlte hundert Mal am Tag immer und immer wieder die gleichen Regeln auszusprechen. Ich drückte den (bislang leider nur imaginär vorhandenen) dritten Button von links und meine beiden Jungs bekamen noch die nächste wertvolle Info zugerufen: „Und bitte die Seife nicht vergessen!“ Danach legte sich mein Zeigefinger auf den größten Knopf von allen und ich hörte erneut meine eigene Stimme, diesmal leiser und resigniert: „Wie lange muss ich das eigentlich noch aushalten?“