Lebensfragen

Heimat – Ein Ort oder Gefühl?

Surreal, so wirkt das Meer auf mich an diesem Tag. Nicht mehr Heimat, aber auch nicht Urlaub, irgendwas dazwischen, so fühlt es sich an. Eine leichte Zerrissenheit macht sich in mir breit. Heute Morgen bin ich noch mitten im Wald aufgewacht und nun sitze ich plötzlich wieder an der großen Fensterfront des Indoor-Spielplatzes mit Blick direkt auf die wilde Nordsee. Da, wo ich viele Male in den letzten zwei Jahren saß und dachte, diese Gegend wäre das Ziel unserer Reise, denn unser Lebenstraum war es gewesen, die Kinder am Meer aufwachsen zu sehen. Bis zu dem Tag Ende letzten Jahres, an dem wir schweren Herzens entschieden, den Weg Richtung Heimat wieder anzutreten. Heimat – was ist das eigentlich? Und hat sie für mich nach fast 35 Jahren und sechs Umzügen überhaupt noch eine Bedeutung?

Mama-Momente

Tränen der Erinnerung

Auf den kleinen Gefühlsausbruch war ich gar nicht vorbereitet gewesen. Das letzte Mal des Stöberns in Erinnerungen war wohl schon zu lange her gewesen. Eigentlich wollte ich nur mal eben ein paar Fotos heraussuchen, nachdem ich beim Zubettbringen der Kinder auf die Idee gekommen war. Ich hatte in Minis Bett gesessen, gemeinsam hatten wir dem kleinen Bagger Ben aus der gleichnamigen Geschichte Gute Nacht gesagt und Minis Lieblingslied gesungen. Statt wie sonst anschließend herumzuhopsen, lag mein Jüngster nun immer noch ruhig auf meinem Schoß und ließ sich den Rücken kraulen. Es herrschte eine absolut friedliche Atmosphäre, die mich unweigerlich an unsere allererste gemeinsame Nacht nach seiner Geburt zurückdenken ließ. Die erste und einzige Nacht, in der ich es aushielt, mit einem meiner Kinder die Nacht gemeinsam im Bett zu liegen.

Im Dialog

Was bedeutet für dich Regretting Motherhood? Mein persönliches Interview für MitOhneMaske

Was bedeutet für dich “Regretting Motherhood”? Redest du in deiner Familie offen über deine Gefühle und Probleme und falls ja, wie reagiert dein Umfeld? Wie gehst du damit um, wenn Menschen sagen, dass du es ja selbst gewählt hast, Mutter zu sein und dich nun nicht beschweren sollst? Diese und zehn weitere Fragen über mich und zum Thema „Mutterrolle bereuen“ beantworte ich dem Team von „MitOhneMaske“.

Mama-Momente

Lerche oder Eule? Als Mutter eigentlich piepegal.

Es gibt da einen Spruch, der besagt, dass man entweder Typ Lerche sei oder eher dem Typ einer Eule entspräche. Konkret ist damit das Schlafverhalten gemeint, ob man vom Naturell Frühaufsteher oder durch den Biorhythmus eher in den Abendstunden aktiv ist. Ich bin weiß Gott nicht das eine und auch ganz sicher nicht das andere. Der Online-Test auf Onmeda.de bescheinigt mir, eine „leichte bis moderate Lerche“ zu sein. Wenn ich wählen müsste, wäre ich immer noch am liebsten ein Buchfink, der laut NABU etwa zehn Minuten vor Sonnenaufgang, und damit immerhin als letzter Piepmatz ins Vogelkonzert mit einstimmt. Ansonsten müsste mein Vogeltyp noch erfunden werden: Einer, der sich nochmal umdreht im Nest und anschließend den Tag (inklusive Mittagsschläfchen) genießt, um abends wieder früh genug die Augen zu schließen. Aber seit ich Mutter bin, kann mir das ganze sowieso schnurzpiepsegal sein, denn seitdem ist mein Biorhythmus durcheinander. Die einzige Frage, die ich noch an den NABU habe: Bringen Küken ihre Eltern eigentlich auch aus ihrem natürlichen Takt? Wird die Lerche nach dem Schlüpfen ihrer Kinder zur Eule und umgekehrt?

Gesellschaft

Auch schöne Begegnungen können stressen: Warum ich nicht gerne zu oft unter Leuten bin

Schon als ich meine Freundin Sabine* von weitem erblickte, huschte mir ein Lächeln über mein Gesicht. Ich freute mich sehr auf unser gemeinsames Mütterfrühstück beim Bäcker. Wir hatten uns seit über vier Wochen nicht gesehen, weil Sabine mit ihren drei Kindern auf Mutter-Kind-Kur war; ein Frauengespräch war also längst überfällig, nicht zuletzt deswegen, weil ich schon sehnsüchtig auf ihre detailreichen Anekdoten wartete, die sie mir während des Kuraufenthaltes zwischendurch immer wieder häppchenweise per WhatsApp servierte, ganz nach dem Motto: „Viele Grüße aus der Ferne. Alles scheiße, deine Elli.“ Auch bei mir hatte sich in den letzten Wochen einiges angesammelt, was es zu erzählen gab und ich spürte während unseres Treffens, wie wohltuend mal wieder ein sozialer Kontakt außerhalb meines Familiensystems für mich war. Und doch weiß ich, dass ich als introvertierte hochsensible Mutter aufpassen muss, nicht zu viel und zu oft unter Leuten zu sein.

Mama-Momente

5 Orte, an denen ich als Hochsensible zur Ruhe komme

Hochsensible Mütter, allen voran die Introvertierten, die ein starkes Bedürfnis nach Ruhepausen zwischen dem Babygeschrei und Kindergequake haben, benötigen vor allem Auszeiten, in denen sie ganz alleine für sich sein können. Natürlich sind auch inspirierende Gespräche mit der Freundin oder ein Abendessen mit dem Partner Momente, in denen die empfindliche Seele Kraft tanken kann. Aber so richtig zu sich selbst kommen und auch körperliche Ruhe finden, kann die Hochsensible nur, wenn sie ganz alleine ist. Denn ein Gegenüber strahlt immer auch eigene Stimmungen und Energien aus, welche die Hochsensible dann mitträgt und weiter aufwühlt, selbst, wenn es eine positive Begegnung ist.

Gesellschaft

Bereue ich die Mutterrolle, wenn mich der Alltag mit Kind stresst? Das Phänomen Regretting Motherhood und wen es häufig trifft

„Ich habe mit meinen Kindern auch mal einen schlechten Tag. Deswegen bereue ich doch nicht gleich die Mutterrolle!“ Als 2015 das erste Mal die Welle um Regretting Motherhood zu uns nach Deutschland schwappte, gab es viele empörte Stimmen, vor allem seitens glücklicher Mütter, die fanden, dass ein ziemlicher Hype veranstaltet wurde um „ein paar stressige Mama-Momente“. Bei mir war das anders, es traf den Nagel sogar ziemlich auf den Kopf. Der Mutterrolle entschwinden, mich noch einmal gegen das Mamawerden entscheiden, wenn ich könnte? Ja, damals hätte ich sofort zugestimmt! Und mit dem Begriff bekam ich endlich einen Namen für meine geheimsten Gedanken und Gefühle. Aber wo zieht man eigentlich die Grenze? Wann hat man als Mutter „nur“ schlechte Phasen und ab welchem Zeitpunkt spricht man von „Mutterrolle bereuen“?

Lebensfragen

Die Kraft der Vergebung – Meine innere Reise als Teil der Bewältigung von Regretting Motherhood

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Ein bisschen nervös bin ich schon, während ich in meinem Lieblingssessel sitze und einen Blick auf die Uhr werfe. Noch fünf Minuten, dann starte ich eine Reise der ganz besonderen Art. Keine Urlaubsreise, auch kein Tagestrip entlang der Küste, ja, nicht mal mein Wohnzimmer muss ich für dieses Erlebnis verlassen. Und doch wird diese Reise unvergesslich werden und mein bisher größtes Geschenk an mich selbst. Ich werde eine innere Reise machen, um negative Gefühle in mir aufzudecken und am Ende den Menschen zu vergeben, die mir das meiste Leid in meiner Kindheit zugefügt haben. Zumindest ist das der Plan; ob meine inneren Anteile dazu bereit sind, wird sich noch zeigen. Und ich reise nicht alleine. Begleitet werde ich von Intuitionscoach Ulrike Gorissen, die mich durch die verschiedenen Stationen führen und mir weiterhelfen wird, wenn ich feststecke.

Im Dialog

Von Schwierigkeiten im Umgang mit Nähe zum eigenen Kind – Gastbeitrag für „Zart Besaitet“

Manchmal sind es ja gerade die normalsten Dinge der Welt, die uns hochsensiblen Müttern besonders schwer zu schaffen machen. Wo andere, Nicht-Hochsensible scheinbar mühelos die richtige Balance finden, befinden wir uns in einem endlosen Spagat, der uns immer wieder an unsere Grenzen bringt. So auch im Umgang mit Nähe zu den eigenen Kindern.