Lebensfragen

Sind hochsensible Frauen die schlechteren Mütter?

Wie schwer es hochsensiblen Frauen fällt, ihre sensible Seite zu akzeptieren und in ihren Alltag zu integrieren bemerke ich immer wieder, nicht zuletzt an mir selbst. Dafür müssen diese Frauen nicht mal Mutter sein, auch ohne den „Eltern“-Stempel kommen Hochsensible schnell an ihre Grenzen: Ein Zuviel an Geräuschen, Gerüchen oder Emotionen (die eigenen oder die der Anderen) und schon ist die Hochsensible überfordert. Wie viel belastender das Ganze im Leben als Mutter mit einem oder mehreren Kindern sein muss, vor allem, wenn diese selbst hochsensibel sind, können in dem Ausmaß sicher nur andere hochsensitive Mütter nachvollziehen.

Im Dialog

Warum echte Mamas alles andere als perfekt sind – Mein Gastbeitrag für „Echte Mamas“

Als ich die Mail von Sara erhielt mit der Anfrage, ob ich für ihre Seite einen Gastbeitrag verfassen wolle, war ich sofort schwer begeistert. Nicht nur, weil ich so gerne schreibe und sich meine Hände auf der Tastatur eh viel wohler fühlen, als in Backhandschuhen oder an der Nähmaschine (ich besitze nicht mal Nadel und Faden), sondern auch, weil sich Saras Website und die dazugehörige Facebook-Gruppe „Echte Mamas“ nennt.

Mama-Momente

Achtsame Begleitung – Mein Weg der Eigenbetreuung

So geht es nicht weiter. Das waren meine letzten Worte. Geschrieben, aber vielmehr gedacht und gesagt, geheult und geschrieen. Die Eigenbetreuung meines Sohnes Maxi wurde bereits nach kurzer Zeit für mich ein schier unmögliches Unterfangen. Ich war mit meiner Kraft am Ende. Dabei waren seit seinem Kindergartenabschied gerade erst vier Wochen vergangen. „Von wegen „erst“. „Schon“ hätte ich schreiben sollen“, dachte ich bei mir. Denn dass mein Fünfjähriger so viele Stunden am Tag um mich herumwuselte, bespaßt werden und meine volle Aufmerksamkeit geschenkt bekommen wollte, das war ich weiß Gott nicht gewohnt und absolutes Neuland für uns beide. Und jetzt schlitterten wir Zwei geradewegs Richtung Abgrund.

Mama-Momente

Das letzte Mal… Sehnsucht nach kinderlosen Zeiten

Lauthals und wahrscheinlich mindestens genauso schief meine derzeitigen Lieblingssongs mitträllern – wann habe ich das eigentlich das letzte Mal gemacht? Ich bin allein, ich sitze in meinem Lieblingssessel, die quietschrosa Kopfhörer auf den Ohren und lausche den himmlischen Melodien, die mich weit wegtragen. Weg von meinen Sorgen, weg von meinem Alltag und vor allem weit weg von meiner Rolle als Mutter. Singen befreit Geist und Seele.

Im Dialog

„Ich nehme mir jeden Abend Zeit zum Danken.“ Ein tiefsinniger Liebster-Award

Um eines mal direkt klarzustellen: Ich kann mit Kettenbriefen genauso viel anfangen wie mit Backen oder Nähen: Nämlich gar nichts. Kettenbriefe, WhatsApp-Spiele, Blog-Stöckchen und mit was die Menschheit nicht noch alles derzeit so um sich wirft, sind wirklich nichts für mich, außer die reinste Zeitverschwendung. Ich habe eine Freundin, bei der nicht ein Tag vergeht, an dem sie mir nicht mindestens einen von diesem „Schicke diese Nachricht an mindestens elf weitere Personen oder du wirst die nächsten sieben Jahre Pech haben“-WhatsApp-Quatsch sendet. Wie gesagt, sie ist meine Freundin aus dem realen Leben. Nur deswegen kann ich ihr diese Liebesbekundungen gerade so verzeihen (und die Nachrichten gekonnt ignorieren). Und jetzt erhielt ich für meinen Mama-Blog bei Twitter eine Liebster-Award-Nominierung und mein erster Impuls war: „JUHU!“ Äh. Moment mal. Wie kommt das jetzt?

Lebensfragen

Manchmal

Manchmal hat ein Tag zu viele Stunden, eine Woche zu viele Tage, ein Jahr zu viele Sekunden. Du fragst dich, wo die Zeit geblieben ist, die du einmal nur für dich hattest. Als kein Kind deine permanente Aufmerksamkeit einforderte, keine Mutterpflichten dich in eine feste Alltagsstruktur zwangen. Die Zeit scheint verronnen, wie in einer Sanduhr.

Mama-Momente

„Mama, hast du mich immer schon geliebt?“ Wie ehrlich antwortet man einem Kind nach schweren postpartalen Depressionen?

Ich sitze in meinem Lieblingssessel, das Notebook auf dem Schoß, und sortiere Kinderfotos. In wenigen Tagen wird Maxi Fünf. Neben einer Auswahl an Spielsachen wird er dieses Jahr auch ein Fotoalbum geschenkt bekommen. Ganz persönlich von mir gestaltet. Es soll ein Album aus den letzten fünf Jahren, von seiner Geburt bis Heute, werden. Bisher hatte Maxi keins, was nicht nur an der beschränkten Auswahl wirklich hübscher Fotoalben in den Geschäften lag (entweder sind sie nicht kindgerecht oder gleich extrem kitschig), sondern vielleicht auch ein klein wenig an meiner Motivationslosigkeit, dem Aussuchen, Bestellen und Einkleben der zig Fotos genug Raum und Zeit zu widmen. Denn was abertausenden Müttern viel Freude bereitet, war für mich lange Zeit undenkbar: Immer wieder Babyfotos anzugucken, um sich an die schöne Säuglingszeit zu erinnern. Die gab es bei mir nämlich nicht.

Mama-Momente

„Danke, Oma!“ Hilfe aus dem Jenseits – Spuk, Schwachsinn oder Segen?

Liebe Oma,

erst heute Mittag war es wieder so weit. Maxi wollte nach dem Mittagsschlaf auch für den Nachmittag unbedingt eine Windel umgebunden bekommen und ich konnte das einfach so akzeptieren. Ohne ihn daran zu erinnern, dass er bald fünf Jahre alt wird. Ohne Augenrollen oder hörbares Aufstöhnen. Ja, selbst in mir drin, wo keiner zuguckt oder zuhört, konnte ich das einfach so hinnehmen, ganz ohne Bewertung. Und in diesem Moment hörte ich deine Stimme. „Gut gemacht!“ sagtest du anerkennend und ich war selbst stolz wie Oskar auf mich. Maxi hatte von all dem nichts mitbekommen. Wie auch? Schließlich kannst du nicht mehr einfach mit uns sprechen, denn du bist schon seit vielen Jahren tot.

Mama-Momente

Still wie der See

Gerade habe ich das Ufer erreicht. Kalt ist es hier. Kein Mensch zu sehen, nur das Mädchen mit ihrem Hund dreht eine kleine Runde. Ansonsten sehe ich Niemanden. Grau in Grau spiegelt sich der Himmel auf der festen Eisschicht, die sich auf dem See gebildet hat. Die Anlegestelle, an der im Frühjahr wieder Segelboote vertäut werden, ist nun ein fester Bestandteil des Eises. Sie hält genauso Winterschlaf wie die lichten Bäume am Ufer, deren knorrigen Äste sich lediglich vom Wind hin- und herwiegen lassen.