Regretting Motherhood

Die eigene Mutterrolle bereuen? Für viele Mütter unverständlich. Ich liebe doch mein Kind, wieso sollte ich das bereuen? Aber darum geht es bei „Regretting Motherhood“, der Studie der israelischen Soziologin Orna Donath, gar nicht. Mütter, die ihre Mutterrolle verfluchen, bereuen nämlich in den seltensten Fällen ihre Kinder. Nur, dass das eine ohne das andere eben nicht geht (Keine Mutter sein, aber gleichzeitig sein Kind behalten können).

Mütter, die ihre Mutterrolle bereuen, fühlen sich vor allem eingeengt von der Fremdbestimmtheit, die ihr Leben nun regiert. Der Nachwuchs bestimmt das Tempo und verlangt zu jeder Tages- und Nachtzeit Aufmerksamkeit, vor allem in jungen Jahren. Nebenbei will der Haushalt täglich gestemmt werden, gesundes Essen auf den Tisch kommen und die Mutter ihrem Kind die bestmögliche Entwicklung bieten, auch, wenn dies bei besonders engagierten Müttern drei Krabbel-, Pekip- oder Babyschwimmkurse in der Woche, und infolgedessen enormen Stress, bedeutet.

Frauen, die diese Veränderungen, die das Mamasein mit sich bringt, nicht als Bereicherung ihrer Mutterschaft erleben, sondern als extreme Belastung, vielleicht sogar als Bedrohung, wünschen sich mehr Selbstbestimmtheit und in schweren Momenten ihr kinderloses Dasein zurück. Mütter für diese Gedanken zu verurteilen, tut ihnen Unrecht. Denn Frauen, die ihre Mutterrolle bereuen, leiden genauso unter ihren Gefühlen und ihrem Wunsch, lieber wieder ein Leben ohne Kinder führen zu wollen. Schließlich sind sie genau in der Hoffnung Mutter geworden, das Muttersein sei die Erfüllung ihres Lebens.

Gerade hochsensible Mütter sind disponiert, nicht glücklich in ihrer Mutterrolle zu sein. Durch ihre ungefilterte Wahrnehmung und ihr erhöhtes Bedürfnis nach Struktur empfinden sie das viele Gewusel um sie herum, ständiges und lautes Schreien des Babys oder die Fremdbestimmtheit möglicherweise als Bedrängnis, vielleicht sogar als Gefängnis. Überempfindliche Mütter haben aufgrund des Dauerstresses mit Kleinkindern kaum Zeit zur Erholung, obwohl sie für ihre Regeneration viel öfter Pausen bräuchten als Nicht-Hochsensible, und leben permanent am Limit ihrer Belastungsgrenze. In dem Zustand fällt es schwer, die schönen Seiten mit Kind in den Fokus zu stellen und das Muttersein zu genießen.

Nichts bereuen ist aller Weisheit Anfang.

Ludwig Börne

Auch ich hadere immer noch oft mit der Mutterrolle. Für mich ist es deshalb sehr wichtig, dass ich mir genügend Zeit für mich persönlich und Tätigkeiten neben dem Mamasein nehme, um mich selbst nicht zu verlieren.

Du liebst dein Kind, kannst dich aber einfach nicht mit der Mutterrolle und der damit verbundenen Endlos-Verantwortung für ein Kind anfreunden? Du haderst oft mit deinem Muttersein? Du würdest gerne die Zeit zurückdrehen, wenn es möglich wäre, und dich für ein Leben ohne Kinder entscheiden?

Auf meinem Blog für freiheitsliebende Mütter findest du viele Beiträge, die sich mit dem Thema „Regretting Motherhood“ befassen. Ich habe dir unter diesem Text als Empfehlungen eine prägnante Auswahl zusammengestellt, aber du erhältst auch unter dem Schlagwort „Mutterrolle bereuen“ viel Lesematerial.

Meine eigene Geschichte, seit ich Mama bin, kannst du auf der Über mich-Seite nachlesen.

Zusätzlich findest du in meinem neuen Kontaktverzeichnis für hochsensible Mütter Frauen, die den Themenschwerpunkt „Regretting Motherhood“ in ihrem Profil angegeben haben und an einem Austausch unter Gleichgesinnten interessiert sind. Bei entsprechender Filtersetzung siehst du alle auf einen Blick.