Gesellschaft

In den Zustand von Sicherheit und Entspannung kommen
Teil 1 der Serie „5 Strategien (+ 1 überlebenswichtige Regel) gegen Stress und Burnout, die dir als Mama während Corona helfen, bei dir selbst zu bleiben“

Vor kurzem habe ich mir eine längere Auszeit genommen. Fernab von Heim und Verpflichtungen verbrachte ich sieben Tage alleine in einer Ferienwohnung auf Nordstrand, der Halbinsel im Norden Deutschlands, die von den Einheimischen liebevoll „Meine Insel an Land“ genannt wird (zumindest, wenn man dem gleichnamigen Werbeslogan auf Flyern und Prospekten Glauben schenken darf). Ich war also eine Woche alleine. Ohne Mann, ohne Kinder. Nur ich und mein unruhiger Geist, welcher sich von Tag zu Tag der Weite des Himmels und den monotonen Rupfgeräuschen der grasenden Schafe anglich. Kurz gesagt: Ich fuhr tiefenentspannt zurück und wuchs entsprechend weit über mich und meine Verhältnisse hinaus:

Ich reagierte verständnisvoll auf Kinder-Kinkerlitzchen, hörte interessiert den Geschichten meines Siebenjährigen zu, leierte von mir aus einen Spielenachmittag an und warf dabei auch nach dem dritten Wutanfall des Großen nicht entnervt das Handtuch.

Der Trubel zuhause konnte mir nichts anhaben. Zumindest in den ersten Tagen.

Gesellschaft

„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?“

Ich lag in meinem Bett, starrte kraftlos die Decke über mir an und wünschte mir zum ich-weiß-nicht-wievielten-Male ich würde endlich erwachen. Aufwachen aus diesem Albtraum namens Muttersein, der mich jetzt schon seit Monaten festhielt in dieser grausamen Wirklichkeit, die unwirklicher nicht sein konnte. Unser Mini war Anfang des Jahres geboren und obwohl ich zu ihm gleich eine Bindung aufbauen konnte -im Gegensatz zu meinem Ältesten nach dessen Geburt-, drohte ich, in dem viel zu engen Korsett namens Mutterrolle zu ersticken.

Im Dialog

Die Intuition der Pusteblume

Was kommt dabei heraus, wenn verschiedene Menschen an ein und derselben Geschichte schreiben? Wenn jede Person immer nur einen Satz schreiben darf und der letzte Satz aus einer anderen Feder stammen muss?

Vor diese Aufgabe stellte ich die Mitglieder meines Pusteblumengartens, in dem ich ihnen -passend zum Monatsthema „Intuition“- nur den ersten Satz vorgab, aus dem sich dann eine sinngebende Erzählung bilden sollte. Dass daraus am Ende nicht nur eine grammatikalisch korrekt formulierte Story, sondern gleich ein bildhaftes Märchen für all die freiheitsliebenden Mütter unter uns entstanden ist, hätten wir sicher alle während unserer intuitiven und individuellen Suche nach einer passenden Fortsetzung, Satz für Satz, nicht für möglich gehalten.

Mama-Momente

Frau im Spiegel

Premium-Blogbeitrag

(Bisher unveröffentlichter Text, entstanden Frühjahr 2019, als ich noch sehr oft mit meinem Muttersein gehadert habe und meinen Kummer in Worte fassen musste, um nicht daran zu zerbrechen.)

Ich kann dich sehen.

Aus dem Spiegel heraus blickst du mich an und ich kann auf den Grund deiner Seele sehen. Das Muttersein hat dich müde gemacht. Der Glanz in deinen Augen ist verschwunden, du selbst hast dich tief in dein Innerstes zurückgezogen. Du lebst an einem Ort, den nur du kennst. Wenn du alleine bist. Dort ist es friedlich und ruhig. Kein Mensch ist da, nur Wälder, Blumen, Bäche und Tiere. Hierhin kannst du dich zurückziehen und dein erschöpftes Selbst betrachten, das nur hinter dem Spiegel existiert.

Lebensfragen

Verantwortung und Kümmern als Preis fürs Muttersein zu hoch?

Ich betrat gut gelaunt das Esszimmer und wünschte meiner Familie einen guten Morgen, während diese bereits die Schulbrote für die große Pause schmierte. Alle antworteten fröhlich, bis auf meinen Mini. Der Siebenjährige saß wie so oft in letzter Zeit mit diesem Gesichtsausdruck am Tisch, der verriet, dass da jemand ganz schlechte Laune hatte. Klar war auch, es lag nicht an mir. Und trotzdem durfte ich jetzt als Mutter wieder versuchen, die Ursache zu klären, den unerwiderten Guten-Morgen-Gruß und -Kuss nicht persönlich zu nehmen und mich nebenbei nicht selbst von dieser Stimmung anstecken zu lassen. Und wie so oft wünschte ich mir, einfach mal nicht die verständnisvolle Mutter geben, mich nicht um diese Angelegenheit kümmern zu müssen, alle pädagogisch wertvollen Ansätze über Bord zu werfen und meinen Sohn gleich hinterher.

Gesellschaft

Lieblingsmensch

Premium-Blogbeitrag

Kennst du den gleichnamigen Song von Namika? Wenn ich dir sage, dass mein Lieblingsmensch mein Mann ist, wirst du im ersten Moment vielleicht lächeln. Solange man kinderlos oder frisch verliebt ist, scheint es das natürlichste auf der Welt zu sein, den Partner als Lieblingsmenschen zu bezeichnen. Ich bin aber nicht kinderlos und auch nicht frisch verliebt. Ich bin seit fast acht Jahren verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Und nach wie vor ist mein Mann meine Nummer eins, nicht meine Kinder. Lächelst du immer noch verständnisvoll?

Mama-Momente

Elli, die Pusteblumen-Katze

Die erste Anschaffung für meine neue Arbeit als Begleiterin von Frauen, die sich mit dem Muttersein schwertun, war eine Katze. Das mag etwas ungewöhnlich klingen, denkt man in der Regel erstmal an Möbel, Bücher, vielleicht ein teures Notebook oder im besten Fall eine Massageliege. Bei mir war es eine vierbeinige Mitarbeiterin.

Lebensfragen

Vom Hobby zur Berufung: Mein neuer Job im Pusteblumengarten

Als ich das erste Mal darüber nachdachte, einen Blog zu gründen, befand ich mich in der wohl schwersten Krise meines Lebens. Mein Jüngster war gerade ein halbes Jahr alt und zu seinem Bruder hatte ich immer noch keine gesunde Mutter-Kind-Bindung aufbauen können. Mein Wunschleben als Mutter hatte sich als mein persönlicher Albtraum entpuppt, schwere Monate einer postpartalen Depression gepaart mit der täglich einhergehenden Sehnsucht, die Familie, und somit mein gefühltes Gefängnis, zu verlassen.

Lebensfragen

Aushalten der Mutterrolle – Wie dieser Zustand den Kontakt zu mir und meinen Kindern verbaut

„Denkt bitte ans Händewaschen, wir haben doch gerade gegessen!“ Augenrollend rief ich meinen Kindern hinterher, während diese genauso augenrollend auf dem Treppenabsatz kehrt machten und noch einmal genervt nach unten polterten, um ihrer Pflicht im Badezimmer nachzugehen. Und einmal mehr wünschte ich mir die Knopfleiste aus Stefan Raabs „TV Total“-Sendung herbei, auf der man verschiedene Sätze speichern und im passenden Moment per Knopfdruck wieder freigeben konnte. Jede kleine Regel, egal, ob es sich ums Händewaschen nach dem Essen, um das Abtreten der dreckigen Schuhe auf der Fußmatte vor Betreten des Hauses oder um sonst was handelte, hätte einen Platz auf dem Speichermedium verdient. Denn ich war es leid, auch nach acht Jahren meines Mutterseins gefühlte hundert Mal am Tag immer und immer wieder die gleichen Regeln auszusprechen. Ich drückte den (bislang leider nur imaginär vorhandenen) dritten Button von links und meine beiden Jungs bekamen noch die nächste wertvolle Info zugerufen: „Und bitte die Seife nicht vergessen!“ Danach legte sich mein Zeigefinger auf den größten Knopf von allen und ich hörte erneut meine eigene Stimme, diesmal leiser und resigniert: „Wie lange muss ich das eigentlich noch aushalten?“