Mama-Momente

„Gib mir noch fünf Minuten!“ Wie wichtig kleine Mama-Pausen während der Mutter-Kind-Betreuung sind

Der Regen schimmerte wie viele kleine Glitzerpunkte an der Fensterscheibe. Draußen war es schon dunkel geworden und das Licht der Kerzen leuchtete warm und golden. Ich ließ mich in meinen Lesesessel fallen und nahm einen großen Schluck aus meiner heißen Teetasse. Ein Lächeln umspielte meine Lippen, aber irgendwie war es mehr als das: Es lächelte mein ganzes Ich, allen voran mein Mutterherz. Ich hatte das Abenteuer namens alleinige Kinderbetreuung nicht überlebt, nein, ich hatte es gemeistert.

Mama-Momente

Warum ich so eine Panik davor habe, mit meinen Kindern alleine zu sein

Ich schloss die Tür und lehnte mich erschöpft von Innen dagegen. Ich hörte mich vor Erleichterung laut aufseufzen und atmete tief ein. Endlich alleine. Der Blick zur Uhr zeigte Punkt Acht. Maxi war gerade vom Kindergartenbus abgeholt worden und mit ihm verschwand auch die Unruhe, die bis dahin hier im Haus geherrscht hatte. Die letzte Stunde waren wir zwei alleine gewesen; ein Zustand, den ich nur sehr schwer aushalte. Aber jetzt war Maxi fort und ich wieder für mich. Noch einmal seufzte ich schwer und langsam fiel die Last von mir ab. Ich hatte den Morgen überlebt.

Mama-Momente

5 Dinge, für die ich nach unserem Umzug dankbar bin

Unglaublich, aber wahr: Jetzt wohnen wir beinahe auf den Tag genau bereits drei Monate in unserer neuen Heimat! Obwohl es mir mindestens doppelt so lang vorkommt, so schnell, wie der neue Alltag an der Küste uns ins Leben zog. Wie ein Sog, dem wir uns alle Vier aber bedingungslos und entzückt hingaben. „Habt ihr euch denn inzwischen eingelebt?“ Diese Frage wird mir heute noch gestellt, von Freunden und Familie aus der 300-Kilometer-entfernten Heimat, dabei konnten wir schon an Tag eins nach unserem Umzug behaupten, angekommen zu sein. So richtig angekommen. Mit Kopf und Herz. Diese Frage erscheint mir also jedes Mal wie von einem anderen Stern, so abwegig wie die Nachfrage, ob denn auch Sand am Strand vorhanden sei.

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Tage wie dieser

Es sind diese Tage, an denen du schon frühmorgens schlecht gelaunt bist. Dunkle Wolken scheinen sich vor deine innere Sonne geschoben zu haben. Du bist aufgestanden und irgendetwas verhindert, dass du das Glas halbvoll sehen kannst. Stattdessen ist es für dich halbleer, genau wie dein Energiezustand, mit dem du fortan durch den Tag tigerst. Wer jetzt kein imaginäres Schutzschild vor sich her trägt, um deine Launen daran abprallen zu lassen, wird es schwer haben, an Tagen wie diesen.

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Herzensheimat

Der Sand knirscht unter meinen Gummistiefeln, als ich an den leeren Strandkörben entlanglaufe. Die Sitzmöbel, die an warmen Sommertagen Besuchern von Nah und Fern Schutz vor der Sonne und einen Platz zum Ausruhen bieten, sehen nun selbst so aus, als ob sie Erholung benötigten und die kältere Jahreszeit zum Luftholen bräuchten. Auch ich atme tief durch, nicht nur, weil die nummerierten Körbe mich dazu animieren, weil die klare Seeluft mein Gesicht streift oder weil ich wieder mehr Zeit für mich neben dem Mamasein habe. Ich hole tief Luft, weil ich die Freiheit meiner Herzensheimat spüre.

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Sarah Elisabeth

Den Namen meiner Tochter trug ich schon lange in mir. Länger noch, als den Namen des Jungen, der zuerst seinen Platz auf dieser Welt einnehmen würde. Sarah mit biblischem Hintergrund, der Zweitname Elisabeth war meiner verstorbenen Oma gewidmet. Sarah Elisabeth hatte bereits einen festen Platz in meinem Herzen und es war nur eine Frage der Zeit, wann sie auch einen sichtbaren Platz unter meinem Herzen einnehmen würde. Es war im Jahr 2011, als ich schwanger wurde, aber schon schnell, noch vor dem entscheidenden Ultraschall, fühlte ich, dass mein Erstgeborenes ein Junge werden würde. Sarah Elisabeth wartete derweil noch in himmlischen Sphären auf ihre Niederkunft.

Mama-Momente

„Ich möchte nicht, dass meine Kinder Kind sind. Ich hätte lieber zwei kleine Erwachsene.“

Wenn eine Mutter so einen Satz von sich gibt, sollte sie sich ernsthaft fragen, warum sie Mutter geworden ist. Das hätte ich wohl früher geantwortet, wenn ich mit so einer Aussage konfrontiert gewesen wäre. Kinder, die nicht Kind sein dürfen, wie kinderfeindlich ist das denn bitte? Heute bin ich selbst die Mutter, die genau das sagt. Und ich bin bestimmt nicht Mutter von zwei Wunschkindern geworden, um meinen Kindern keine Kindheit zu gönnen. Ich stelle das nicht mit Stolz fest, sondern mit einer Mischung aus Überraschung und nüchterner Klarheit. Aber es stimmt: Es wäre mir lieber, meine Kinder hätten die Reife eines Erwachsenen.

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„Ich war hochsensibel und wusste es nicht.“ Mein mühsames Leben als Kind und Jugendliche

Von meiner Hochsensibilität weiß ich erst, seit ich Mutter meines jüngsten Sohnes bin. Das ist, im Gegensatz zu meinem restlichen Leben, nur ein kleiner Bruchteil. In den vier Jahren konnte ich rückblickend viel verstehen, akzeptieren und mich selbst annehmen. Die Zeit davor glich allerdings mehr einem Spießroutenlauf, inklusive Steinen, die ich mir zusätzlich selbst in den Weg legte. Irgendwann konnte ich mich selbst nicht mehr lieben. Und meine Eltern taten sich auch nicht immer leicht mit meiner Sensitivität.

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Der Boden unter den Füßen weggerissen

Der Boden wurde mir unter den Füßen weggerissen und ich falle. Es fühlt sich an wie die Fahrt mit einem schnellen Fahrstuhl vom Dach eines Hochhauses bis in den Keller in drei Sekunden. Das Herz macht einen unangenehmen Hopser, gelangt aus seinem Rhythmus und deine Knie werden weich, weil du dich im freien Raum befindest, ohne zu wissen, wann du wieder landen wirst. Kennst du das Gefühl? Mit mir ist genau das heute passiert. Das Telefon klingelte. Ein Anruf vom heilpädagogischen Kindergarten, in den unser Sohn Maxi ab übermorgen gehen soll. Dem Jugendamt würden noch Unterlagen fehlen, der Aufnahmetermin müsse daher auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben werden. Die Nachricht löste beinahe einen Nervenzusammenbruch in mir aus.

Mama-Momente

Die Gezeiten des Mamaseins

Ich zog mir die Kapuze noch ein Stück tiefer ins Gesicht und versuchte, nicht auf die spitzesten Muscheln auf dem weißen Sandboden zu treten. Das Meerwasser war trotz des kurzen Regenschauers angenehm warm, so dass ich auf Gummistiefel verzichtet hatte und mir das erfrischende Nass über die nackten Füße spülen ließ. Gerade war Flut, keine Ebbe, wie das an der Nordsee eben alle sechs Stunden (genauer gesagt alle sechseinhalb Stunden) wechselt. Die Chancen stehen also fifty-fifty, wenn man über die Dünen späht und Richtung Ufer läuft. Ein bisschen ähnelt es meinem Gemütszustand mit der Mutterrolle, dachte ich bei mir. Heute war meine Bereitschaft, Mutter zu sein, da, genau wie die Flut. Gestern sah das Ganze noch anders aus.