Gesellschaft

Arbeit als Ausrede? Wenn Mamasein nicht genug ist


„Und dann fragte sie mich, was du denn beruflich machst.“ Meine Mutter schenkte mir gerade die zweite Tasse Tee ein, vielleicht in der Hoffnung, dass der Geruch von frischer Minze beruhigend auf mich einwirke, während sie mir vom Besuch bei ihrer Bekannten erzählte. Im erwähnten Gespräch kamen die beiden Frauen auf die Betreuungszeiten zu sprechen, die meine Mutter wöchentlich für ihre Enkel, sprich meine Kinder, einplant. Da der Bekannten dies ziemlich viel vorkam, stellte sie ebenjene Frage, auf die sie wahrscheinlich als Antwort Leiterin einer Werbeagentur, Dipl.-Ingenieurin in Vollzeit oder wenigstens Astronautin, auf jeden Fall einen Fulltimejob mit horrenden Arbeitszeiten erwartete. Der verständnisvolle Blick wich wohl einem ungläubigen Gesichtsausdruck, als meine Mutter ihrerseits berichtete, dass ich in Elternzeit und –Gott bewahre!- die meiste Zeit des Tages Zuhause sei.

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Wenn der Spielplatz zum Konfliktplatz wird

Eines vorweg: Ich gehe gerne mit meinen Kindern auf den Spielplatz. Rutschen, Schaukeln und im Sandkasten nach Kippen Zutaten für den selbstgebackenen Sandkuchen graben, finden meine Kinder so schön und spannend, dass ich ihnen gerne die Freude mache, den Ort der Begierde aufzusuchen. Ich verlasse einen Spielplatz aber auch genauso gerne wieder. Nämlich dann, wenn andere Mütter mit ihrem Nachwuchs dazukommen. Das klingt sowohl kinder- als auch elternfeindlich, aber eigentlich habe ich einfach nur keine Lust auf Konflikte.

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„Komm mit, ich zeig dir einen richtigen Hasen!“

Wie du wahrscheinlich dem Titel dieses Mama Blog Beitrags schon entnommen hast, geht es mir heute um ein wichtiges Thema, auf das ich letztens eher zufällig gestoßen wurde. In meinem Beitrag „Für den Kleinen noch eine Scheibe Wurst?“ ging es mir in erster Linie darum, dass heutzutage meiner Meinung nach zu viele Kekse und Süßigkeiten in den Supermärkten an unsere Kinder verteilt werden. Ein Kommentar blieb mir daraufhin besonders im Gedächtnis, deswegen möchte ich ihn in Auszügen gerne hier zitieren:

„Was ich viel schwieriger finde: Wo mache ich die Grenze? Wie lernen Kinder, dass sie die Scheibe Wurst an der Theke nehmen dürfen, das Bonbon von dem fremden Mann auf dem Spielplatz aber nicht?! Die neue Verkäuferin ist uns auch “fremd”. Den Mann auf dem Spielplatz haben wir aber doch letzte Woche auch schon gesehen? Kleine Kinder (mein Jüngster ist noch nicht drei) können da doch noch gar keinen Unterschied machen. Klar, er ist auch nicht alleine einkaufen und auf dem Spielplatz, aber seit einer Spielplatz-Bonbon-Situation letztens beschäftigt mich das doch sehr. Liebe Grüße Melanie.“

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Für den Kleinen noch eine Scheibe Wurst?


Früher, ja früher war alles besser. Na gut, alles natürlich nicht. Früher gab’s kein Internet, keine Billigflüge nach Mallorca und keinen IKEA. Dafür gab es an der Wursttheke immer eine Scheibe Wurst, wenn ich mit meiner Mutter einkaufen war. Und heute? Heute gibt es nicht nur die obligatorische Mortadella („Kinderwurst“, wie wir sie früher nannten). Heute gibt es für die Kinder auch noch Schokolade, Lollis und sonstigen Süßkram an der Fleischtheke.

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„Penis, Mama!“

Es geschah an einer vollen Kasse des örtlichen Supermarktes. Eine Mutter stand mit ihrem Einkaufswagen und zwei Töchtern in der Warteschlange, als die Jüngere, etwa 3 oder 4 Jahre alt, plötzlich laut und deutlich „Penis, Mama!“ sagte. Die Mutter murmelte leise etwas zustimmendes, aber das hielt die Tochter in keinster Weise davon ab, ihr Anliegen diesmal beinahe schreiend zu wiederholen.

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Gender Mainstreaming? Mir doch egal(ia)!

Stell dir bitte einmal folgende Szene vor: Ein befreundetes Pärchen erwartet sein erstes Kind. Endlich ist der Tag der Geburt gekommen und die freudige Nachricht macht ihre Runde. Aber du erfährst das Geschlecht nicht. Das Kind erhält von den Eltern einen geschlechtsneutralen Namen (ähnlich wie „Dickie“ bei Loriot) und niemals erfährt irgendwer (außer denen, die es mal nackt zu Gesicht bekommen), ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt, nur damit der neue Erdenbürger die Chance bekommt, möglichst wertfrei und offen die Welt zu erkunden. Wie fändest du diese Vorstellung?

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Mit Kindern im Aufzug und andere Katastrophen


Weißt du noch, wann du das letzte Mal auf einer Rolltreppe gestanden hast? Ja? Dann hast du entweder ein gutes Gedächtnis, (noch) keine Kinder oder die Kleinen sind inzwischen schon groß genug, selbstständig auf Besagter mitzufahren, auf ihr herumzuspringen oder während des Rollvorgangs die Stufen auf- und abzulaufen, sehr zum Leidwesen aller Mitreisenden. Um auf meine Ausgangsfrage zurückzukommen: Nein ich weiß es nicht. Muss irgendwann vor zwei Jahren gewesen sein, als ich froh war, mit dickem Kugelbauch und schweren Beinen nicht die Stufen im verdreckten Treppenhaus eines großen Kaufhauses aufgrund einer defekten Rolltreppe benutzen zu müssen.

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Petition unterschreiben, trotz schlechter Erfahrung mit Hebamme?


Nach aktuellem Stand gibt es bald keine freiberuflichen Hebammen mehr. Politiker und Versicherungen treiben einen ganzen Berufsstand nicht nur an den Rand der Verzweiflung, sondern gar an den Rand seiner Existenz. Im Internet kann Jeder eine virtuelle Unterschrift abgeben, um ein Zeichen zu setzen und auf die Wichtigkeit des Hebammen-Berufs aufmerksam zu machen. Aber was ist, wenn man während und nach der Schwangerschaft keine fürsorgliche Hebamme zur Unterstützung hatte? Wenn man in der Geburtshelferin nicht viel mehr sehen konnte, als eine Frau, die ihren Job mehr als lästige Pflicht, denn erfüllte Leidenschaft betrachtet? Soll man in diesem Fall auch unterschreiben?