Lebensfragen

Hilfe, mein Kind will nicht kuscheln!

Okay, nimm den Hilferuf aus der Überschrift wieder heraus. Wenn ich mich heute, drei Jahre nach der Geburt des ersten Kindes, immer noch über die mangelnde Bereitschaft, sich von Mama und Papa mal drücken zu lassen, ernsthaft aufregen würde, gäbe es viel zu oft Anlässe, mir sehnsüchtig andere Zeiten herbeizusehnen. Was nicht heißen soll, dass der Prozess zum Akzeptieren der Tatsachen schmerzlos war. Und ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass das Verhalten meiner Jungs auch heute noch spurlos an mir vorbeiginge. Auch ich bin nur ein Mensch. Und zwar einer, der gerne kuschelt. Meine Kinder leider nicht.

Früher hatte ich mir das (mal wieder) ganz anders vorgestellt (erschreckend, dass so viele meiner Mama Blog Beiträge mit diesem Satz beginnen…). Babys und Kleinkinder schmusen und kuscheln in den ersten Lebensjahren täglich und stundenlang mit ihren Eltern – so wurde es mir durch Fernsehen, Werbung, Ratgeber und andere Mütter immer suggeriert. Nirgendwo las oder hörte ich von „unkuscheligen“ Mutter-Kind-Beziehungen. Vielleicht gingen die paar wenigen Berichte aber auch nur unbemerkt an mir vorbei.

Dann kamen meine Kinder auf die Welt und schnell wurde mir klar: Die haben irgendwie andere Vorstellungen von Gruppenkuscheln auf der Couch als ich. Da wird eher gehampelt, geboxt und wieder vom Sofa gesprungen anstatt einigermaßen still dazusitzen und Mamas und Papas Nähe zu genießen. Sicher, jedes Kind ist anders und nicht alle haben ein ausgeprägtes Kuschelbedürfnis. Aber manchmal wünschte ich, meine Kinder würden auch zu der Schmusefraktion gehören.

Maxi wollte schon als Säugling nicht ins Tragetuch und hörte bei Fieber erst mit dem Weinen auf, wenn ich ihn in seinen Stubenwagen legte, wo er sich alleine beruhigen konnte. Wenn man ihn vorm Schlafengehen fragt, ob man ihn mal in den Arm nehmen dürfe, kommt meist ein entschiedenes „Nä!“ Sein Bruder Mini hingegen findet ab und zu ein wenig Gefallen an Umarmungen. Auch, wenn sie nicht ausgiebig ausfallen, kommt er aber immerhin auch von sich aus an, wenn ihn das seltene Bedürfnis nach Körperkontakt übermannt.

Am Schlimmsten waren für mich lange Zeit die Fragen in meinem Kopf, die sich schnell zu Selbstzweifeln entwickelten. Mache ich irgendwas falsch? Liegt es an den postpartalen Depressionen und der fehlenden Bindung, die ich nach Maxis Geburt hatte? Aber er mag ja auch nicht ausgedehnt mit seinem Vater kuscheln, zu dem er die intensivere Beziehung hat. Was mache ich falsch? Bin ich selbst zu distanziert zu den Kindern? Oder dränge ich mich ihnen schon auf? Was mache ich falsch?

Hilfe, mein Kind will nicht kuscheln!Eins ist mir mit der Zeit klar geworden: Wenn ich eine gute Beziehung mit körperlicher Nähe gleichsetze, ist Scheitern vorprogrammiert. Denn, dass Mini und Maxi plötzlich noch zu Schmusetieren mutieren, geht ziemlich sicher an der Realität vorbei. Und, mal von dem Kuschelaspekt abgesehen, finde ich unser Mutter-Kind-Verhältnis eigentlich ziemlich normal. Bei beiden Kindern.

Trotzdem schwirren permanent Sätze in meinem Kopf herum à la „Kinder brauchen viel Nähe“ oder „Eine sichere Bindung zur Mutter entsteht vor allem durch Körperkontakt“. Dann fühle ich mich schnell wie eine Rabenmutter, wenn die Kindergärtnerin Maxi morgens mit einem „Dann gib mal der Mama ein Küsschen zum Abschied“ ermuntert, mein Sohn aber nur entgeistert dreinschaut, als würde sie von ihm verlangen, mal eben einen Sack Reis nach China zu karren.

Er muss mir ja auch kein Küsschen geben. Zumindest ich bestehe nicht darauf. Ich gebe meinen Kindern zum Abschied immer einen Kuss, habe jedoch noch nie selbiges von ihnen verlangt, weil ich mir denke: Wo ist da die Grenze zwischen „Vormachen“ auf der einen und „Bedrängen“ auf der anderen Seite? Immer Tante Gitti von früher im Kopf, die jedes Mal ungefragt feuchte Küsschen an Alle verteilte. Ob man wollte oder nicht wurde ignoriert. Und ich möchte, dass meine Kinder lernen, selbst entscheiden zu dürfen, wie viel Körperkontakt sie von Anderen zulassen wollen; Eltern eben eingeschlossen.

Ich bin ehrlich, ein wenig neidisch bin ich schon ab und zu, wenn ich sehe, wie andere Kinder sich im Kindergarten morgens von ihren Müttern verabschieden. Umarmen, Küssen und Drücken gehört da meist zum Standard. Mein Junge winkt aus sicherer Entfernung. Das tut manchmal schon weh. Aber was nützt es, sich darüber aufzuregen? Mit aufgezwungener Liebe macht man es jedenfalls garantiert nur schlimmer. Vor ein paar Tagen kletterten Mini und Maxi plötzlich aus heiterem Himmel auf meinen Schoß und wollten kuscheln. Zwar nur für knappe vier Sekunden, dann sprang Maxi auf mit den Worten „Genug!“, aber das ist schon in Ordnung. Ich freue mich dann, dass ein natürlicher Wunsch nach Nähe irgendwo auch in meinen Kindern schlummert. Und wenn es sie dann plötzlich übermannt, bin ich die Letzte, die sich dem entzieht.

Wie kuschelig ist dein Kind denn so? Ist es bei dir vielleicht genau andersherum, dass das Gekuschel deiner Kinder dir manchmal schon zu viel ist? Oder sollte es tatsächlich irgendeine Mutti da Draußen geben, die ein ähnlich unschmusiges Exemplar zuhause hat? Ich freue mich über jeden Kommentar. Wenn du magst, fühl dich ganz spontan mal gedrückt. Ohne Tante Gittis Küsschen.

Nachtrag vom 02.09.2020: Ich habe seit diesem Artikel vor fünf Jahren mit der Zeit erkannt, dass vor allem ich es bin, die Nähe nur schwer aushält und bin im Nachhinein überzeugt davon, dass das beschriebene Verhalten meines Sohnes/meiner Söhne nur eine Reaktion darauf war. Hier geht es also zum Forsetzungsbeitrag: Wenn Mama Angst vor Nähe hat

41 Gedanken zu „Hilfe, mein Kind will nicht kuscheln!“

  1. Jessi sagt:

    Hallo!
    Zuerst einmal fühle dich von mir virtuell gedrückt.
    Ich kuschel auch gerne mit meiner Püppi (14 Monate), die das aber nicht seit ihrer Geburt auch gleichermaßen brauchte. Das Kuschelbedürfnis kam erst nach und nach und ist mittlerweile – zu meinem Glück – sehr ausgeprägt. Nach der Geburt empfand ich Glückwünsche à la „eine schöne Kuschelzeit wünsche ich euch“ als blanken Hohn. Denn mein Kind wollte zwar viel getragen werden, verlangte dabei aber zugleich eine gewisse körperliche Distanz. Nur in arg gestressten Situationen wollte sie ganz eng an mich ran (Tragetuch), aber das war irgendwie auch kein Kuscheln.
    In der Kinderkrippe hörte ich zu anfangs dann auch schnell „die kuschelt aber nicht gern“ – und umso überraschter waren dann alle, als sie es doch noch wurde…
    Allerdings sind deine Jungs schon ein bissl was größer… Ich finde es gut, dass du sie so akzeptiert wie sie sind (auch wenn es weh tut) und vielleicht kommen ja doch noch mehr Kuschelmomente in Zukunft!

    Liebe Grüße
    die Mama der Terrorpüppi

    1. Chrissi sagt:

      Hallo,
      Meine Kleine ist jetzt 8 Monate alt und ich habe das gleiche Problem. Nur das ich noch nie Probleme mit Nähe hatte und mein Mann und ich beide sehr verschmust sind.
      Meine Kleine aber mag weder getragen werden noch zum einschlafen geschaukelt werden und ab den dritten Monat hat sie meine Brust angeschrien, so dass ich immer im Schlaf stillen musste. Das allein macht mich sehr traurig und irgendwie auch wütend wenn sie mich so abstoßt beim schmusen/einschlafen.
      Habt ihr irgendwelche Tipps wie man da als Mama am Besten umgeht ?
      Vllt wird das ja wenn sie älter wird und versteht was wir mit der Nähe bezwecken :-D.
      Danke.
      Liebe Grüße

      1. Christine sagt:

        Liebe Chrissi,

        vielleicht hat die Abneigung deiner Tochter, getragen und zum Einschlafen geschaukelt zu werden, auch organische Ursachen. Hast du diesbezüglich schon mal deinen Kinderarzt aufgesucht? Vielleicht hilft auch ein Osteopath weiter in der Ursachenklärung.
        Liebe Grüße
        Christine

      2. Danny sagt:

        Wir haben das selbe Problem. Seit einigen Wochen hasst sie die Babytrage, kuscheln ist blöd und Stillen geht wenn überhaupt nur im Schlaf. Sie ist jetzt 3 Monate alt. Da sind solche Tipps wie den Stillstreik durch viel Haut zu Haut Kontakt zu durchbrechen oder intuitives Stillen auszuprobieren echt frustrierend, wenn diese Versuche nur in Gebrüll enden… :/ habe noch ein bisschen Hoffnung, dass es irgendwann besser wird…

  2. Frühlingskindermama sagt:

    Ich habe ein ähnliches Exemplar hier. Mein Großer ist das unkuscheligste Kind, was ich kenne, und war das schon von Geburt an. Er ließ sich als Baby weder streicheln, kuscheln, küssen, massieren, also alles, wo man vorher denkt, dass es normal sei, ging nicht. Er hat es einfach nicht zugelassen. Er verabschiedet sich nicht, so wie ich es gern hätte, begrüßt uns nicht, rennt mir in der Kita nicht entgegen, winkt auf der Straße keinen Freunden etc. Körperkontakt lässt er mittlerweile beim Vorlesen, beim Raufen und beim Trösten zu, das muss reichen;)
    Auch ich dachte immer, dass es an meinen zwiespältigen Gefühlen ihm gegenüber von Babyzeiten an liegen würde, aber zum Papa war genauso (wie bei euch). Ich versuche, es zu akzeptieren, wie er ist, aber es fällt zugegebenermaßen sehr schwer. Weniger, weil die Erwartung oder Vorstellung eine andere war, sondern, weil ich selbst das Bedürfnis habe, mein Kind in den Arm zu nehmen.
    Nun habe ich zum Glück auch noch ein gegensätzliches Exemplar, meine Kleine, die ganz anders ist. Ein verschmustes Kind, was die Arme um meinen Hals schmiegt, gerne auf dem Schoß sitzt, sich auch mal an die Hand nehmen lässt, das man streicheln und liebkosen kann und dies auch genießt. Es ist also tatsächlich Veranlagung, und man kann nichts erzwingen. Aber hart ist es trotzdem in manchen Momenten, das glaube ich Dir gern und fühle genauso.
    Liebe Grüße!

  3. Daniela sagt:

    Hallo Christine,
    ich arbeite selbst in einer Kita und habe mittlerweile schon alles gesehen. Kinder, die ihre Mama gar nicht loslassen wollen und Kinder, die sich schnell verabschieden, winken und dann gleich spielen.
    Ein Kind läuft sogar immer sofort auf mich zu und umarmt mich, hat aber für Mama nur ein „Tschühüüs!“ übrig.
    Meine Maus selbst ist auch eher unkuschelig. Sie ist lieber auf Achse und entdeckt ihre Umgebung als bei Mama auf dem Schoß zu sitzen. Gelegentlich hat sie dann aber doch Momente, in denen sie kommt, mich ganz fest drückt und mir ein (meistens nasses) Küsschen aufdrückt. Die Momente genieße ich dann aber gleich doppelt…

    Liebe Grüße
    Daniela

  4. kullerkind sagt:

    Ich fühle mit dir… ich musste mir heute ein kleines Küsschen ganz ganz hart erkämpfen! ;)

    1. Christine sagt:

      Liebe Kathi,

      fühl dich virtuell gedrückt!

      1. Desiree sagt:

        Vielen Dank für diesen tollen Einblick ❤️ Ich stelle mir diese Frage bereits seit einiger Zeit.. Frage mich immer wieder ob ich etwas falsch mache und/oder woran es denn liegen könnte 🙁

        Durch deinen Beitrag weiß ich.. Ich mache nichts falsch und es ist alles in Ordnung. Mein kleiner möchte einfach nur nicht kuscheln außer er ist krank 🙈

        Danke dir ❤️

  5. viktoria nierhaus sagt:

    Der Beitrag ist nun schon ewig her. Aber es kommt mir vor, als hätte ich ihn geschrieben. Mit dem Unterschied, dass ich nur einen kleinen mucki hab, der jetzt 11 monate ist und absolut keine Nähe zu lässt. Vergangene Woche waren wir im krankenhaus, weil er so schlimm fieber hatte. Ich hatte so viel Liebe und tröstende Umarmungen zu geben. Und er wollte einfach nichts. Es tut mir so weh 😕😕
    Trotzdem ein bisschen aufmunternd, dass es nicht nur mir so geht.
    Liebe grüße und danke für deine ehrliche Worte!!

    1. Christine sagt:

      Liebe Viktoria,

      sei herzlich willkommen auf meinem Mama-Blog für hochsensible Mütter! Lieben Dank für deinen Kommentar zum Thema, auch, wenn der Beitrag schon älter ist. Das macht doch nichts! Ich fühle ganz sehr mit dir und schicke dir eine virtuelle Umarmung, wenn du sie annehmen möchtest! Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Kind die Mutterliebe scheinbar nicht annehmen will oder kann. Man fühlt sich gleich mitverantwortlich oder sucht die Schuld gar bei sich selbst. Ich möchte dich ermutigen, die Abweisungen deines Sohnes nicht persönlich zu nehmen. Was auch immer dahinter steckt, dass er sich nicht körperlich trösten lassen möchte, du bist sicher nicht Schuld daran und hast auch nichts falsch gemacht. Anscheinend reichte es ihm einfach, dass du da warst an seinem Krankenbett und ihm auch sonst immer signalisierst, dass er geliebt wird und immer zu dir kommen kann. Auch, wenn er es jetzt (noch) nicht so annimmt bzw. erwidert, wie du es dir wünschst.

      Alles, alles Liebe für dich!!
      Christine

      1. Alex sagt:

        Hallo! Der Beitrag ist schon sehr alt aber ich bin gerade darauf gestossen weil
        ich einen sehr ernüchternden Abend hatt mit meiner Kleinen. Ich konnte sie zwar bis 6 Monate tragen und streicheln aber seit sie mobiler ist und Kraft hat. wehrt sie sich dagegen und will einem nur kratzen und Haare ziehen. Heute hab ich sie ins Bett gebracht und dann im Garten giessen. Irgendwann hörte ich sie weinen und sie war schon ganz verhäult und stehend im Bett. Hab sie sofort auf den Arm genommen und wollte sie trösten und sogleich hat sie sich gegen mich gestemmt. Also hab ich sie auf den Boden gestellt und da hat sie wieder geweint. Bei mir wollte sie aber auch nicht sein oder nur balgen und kratzen :(
        Ich dachte immer das kommt noch aber irgendwie entmutigt mich das schon. Ich finds einerseits super ist sie so selbstständig aber es fehlt mir schon ganz doll.
        Liebe Grüsse an all die Mamis denen es auch so geht!

  6. Anita sagt:

    Ich war auf der Suche nach einer Stimme die mich hört und versteht. Ich bin so Froh deinen Eintrag gefunden zu haben. Mein Sohn will einfach nicht kuscheln. Ich frage ihn ob ich vllt einen Kuss haben könnte ….Nein…. vllt eine Umarmung….Nein…ich habe es sogar mit Händeschütteln versucht….Nein…
    Es bleibt mir ja nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren. Er lässt sich auch nicht so leicht beruhigen. Schon als Baby war das so. Die Hebamme meinte dann er fühlt wahrscheinlich das er nicht gewollt ist.
    Ich hatte vorher ein paar Fehlgeburten und habe mich in der Schwangerschaft von meinem Baby etwas distanziert. Ich hatte Angst ihn zu verlieren und wieder in ein tiefes Loch zu fallen.
    Ob das dazu führte das er so ist wie er ist?
    Ich liebe ihn von Kopf bis Fuß mit Haut und Haaren. Ich liebe ihn so wie er ist.

    1. Christine sagt:

      Liebe Anita,

      sei herzlich willkommen auf meinem Mama-Blog für hochsensible Mütter und entschuldige bitte, dass ich dir erst jetzt antworte!

      Es tut mir sehr leid zu lesen, dass dein Sohn sich nicht die Nähe von dir wünscht, die du ihm gerne geben würdest. Dass sich das ganz schlimm für eine (hochsensible?) Mama anfühlt, weiß ich ja selbst nur zu gut.

      Noch schlimmer wird das Ganze, wenn man die Schuld bei sich sucht. Deswegen würde ich der Aussage deiner Hebamme nur bedingt zustimmen. Natürlich ist es möglich, dass dein Sohn noch an deiner damaligen Distanz zu ihm zu knabbern hat und ja, ich denke auch, dass Kinder (und wenn sie noch so klein sind) so etwas spüren. Deine Angst vor einer erneuten Fehlgeburt kann ich sehr nachvollziehen. Niemand (auch du selbst nicht!) kann dir vorwerfen, dass du dich aus Selbstschutz von deinem Baby distanziert hast, um einer erneuten, schmerzhaften Enttäuschung zu entgehen.

      Auf der anderen Seite liebst du deinen Sohn bedingungslos, seit er auf der Welt ist (zumindest habe ich das so aus deinem Kommentar herausgelesen). Und ich bin mir ganz sicher, dass dein Sohn diese intensive Liebe auch spürt und sich angenommen und getragen fühlt. Vielleicht braucht er einfach noch ein bisschen mehr Zeit, um ein (vielleicht?) fehlendes Urvertrauen wieder aufbauen zu können.

      Vielleicht gehört er aber auch einfach zu den Kindern, die mit weniger Körperkontakt auskommen und trotzdem glücklich in der Beziehung zu ihrer Mutter sind.

      Ich wünsche dir, dass du nicht selbst mit dir hart ins Gericht gehst. Manche Dinge passieren einfach und Niemand hat Schuld daran. Ich bin mir sicher du bist eine großartige Mutter für deinen Sohn und lässt ihn das auch jederzeit spüren. Und er wird es auch fühlen!

      Dass du bereits mehrere Fehlgeburten hattest, tut mir sehr leid für dich. Ich selbst habe keine Sternenkinder und ich kann mir nur Ansatzweise vorstellen, wie sehr du darunter gelitten hast oder vielleicht heute noch leidest. Ich wünsche dir, dass du auch bei ihrem frühen Abschied nicht die Schuld bei dir suchst und deinen Frieden mit dir und den Kindern machst. Andernfalls, solltest du heute noch Schwierigkeiten mit der Trauerverarbeitung haben, möchte ich dir gerne außenstehende Hilfe (Caritas, ProFamilia, Trauer-Selbsthilfegruppe vor Ort, etc.) ans Herz legen. Ich glaube, wenn du alte Blockaden (auf-)lösen kannst, hilft das vielleicht auch deiner Beziehung zu deinem Sohn.

      Ich wünsche dir alles, alles Liebe! Danke, dass du mich und meine Leserinnen an deiner ergreifenden Geschichte hast teilhaben lassen. Das berührt mich sehr!

      Christine

  7. Sissi sagt:

    Hallo Christine,
    ich wollte dich mal fragen, ob sich in der Zwischenzeit das Kuschelbedürfnis deiner Jungs etwas gesteigert hat? Wie alt sind sie denn nun?
    Ich habe einen 4 jährigen Sohn, der auch nicht gerne kuschelt. Und ich vermisse das so sehr…
    Sissi

    1. Christine sagt:

      Liebe Sissi,

      meine Jungs sind inzwischen vier und fünf Jahre alt. Sie sind immer noch nicht die Kuschelkönige schlechthin, allerdings glaube ich inzwischen auch, dass meine Erwartungen in der Hinsicht (auch früher) zu hoch sind/waren, genau wie ich immer noch ungläubig mit ansehen muss, dass die beiden alle zwei Minuten das Spiel gegen die Bastelschere gegen das Puzzle gegen die Bude unterm Bett […] tauschen können.

      Kuscheln, wie ich mir das früher immer vorgestellt habe, gibt es auch heute noch nicht. Allerdings ist der Wunsch nach Körperkontakt bei beiden vorhanden und das finde ich viel wichtiger. Sie können z.B. sehr lange an mich gedrückt auf dem Sofa Bücher vorgelesen bekommen und auch abends am Bett darf ich mal über den Rücken streicheln. Allerdings meist mit begleitendem Gehampel.

      Vielleicht liegt es ja auch an ihrem Geschlecht oder ihrem Alter. Oder beidem. :)

      Ich kann dich verstehen, dass dir das gemeinsame Kuscheln mit deinem Sohn fehlt, kann dir aber aus eigener Erfahrung nur raten, es ihm nicht aufzwingen zu wollen. Auch, wenn es sehr schwerfällt ♡

      Liebe Grüße
      Christine

  8. Nana sagt:

    Warst du in meinem Kopf?

    Mein Sohn ist jetzt 2,5 Jahre. Ich hatte auch postnatale Depression. Zudem kam noch ab dem der kleine 3 Monate alt war Psychoterror (ohne Rücksicht auf Verluste oder einem schlafenden Baby) vom Nachbarn über uns. Den ich nach der Höchsten Spitze noch 6 Monate ertragen musste bis wir eine neue Wohnung gefunden hatten. Ich weiß dass ich von meinen 2 Männern in Haus manchmal zuviel Nähe/Zuneigung erwarte aber weiß ich zu unterscheiden wann ich das Bedürfnis oder wirklich Not habe.
    Mein Sohn lässt sich von mir auch nicht umarmen. Und „ich bin immer nur gut genug wenn er sich weh getan hat oder Angst hat“. (da hab ich ja nochmal Glück gehabt dass er so ein Angsthase ist 😅) Wenn dies der Fall ist klettert er förmlich an einem hoch und wenn man ihn runterlassen will zieht er die Füße bis zu den Ohren hoch damit man ihn auch nicht absetzen kann. Ich sehe das aber eher als Vertrauensbeweis. Aber ich habe in den letzten Monaten gemerkt dass er kuschliger geworden ist. Auch wenn es nur ein Trick ist um nicht ins Bett gehen zu müssen. Aber Nähe verwehren kann ich ihm nicht-und das ist das einzigste was zieht damit er nicht schlafen gehen muss. :D

    1. Christine sagt:

      Liebe Nana,

      vielen lieben Dank für deine offenen Worte!
      Na, da musstest du ja schon allerhand durchmachen zuhause, vor allem Psychoterror kann man dann ja wohl gar nicht gebrauchen. Eigentlich zu keiner Zeit, aber schon gar nicht mit Depressionen und Kleinkind.

      Es ist gut, dass du das als Vetrauensbeweis deines Sohnes sehen kannst, wenn er bei Angst oder Hilflosigkeit auf deinen Arm möchte, so würde ich das auch sehen. Und ich glaube, wenn er partout keine Nähe vertragen würde, würde er sicherlich nicht zum Kuscheln kommen, nur, weil es der einzige Weg ist, um abends länger aufbleiben zu können. Scheint, als ob dein kleiner Mann mit dem Älterwerden das Kuscheln für sich entdecken würde :)

      Alles Liebe dir weiterhin
      Christine

  9. Fias Mama sagt:

    Liebe Christine,

    Ich möchte mich ganz herzlich für deinen Blogeintrag bedanken und mich als Mutter einer 2-jährigen Tochter outen, die nicht kuscheln mag.
    Ich hatte leider nach der Geburt mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und körperlich kaum Kraft mich um unsere Tochter zu kümmern – allerdings hatten wir Glück im Unglück, da der Papa als Inhaber seiner eigenen Firma von zu Hause aus arbeiten konnte. So verbrachte sie das erste Jahr fast komplett im Tragetuch an der Brust allerdings bei Papa – natürlich aber auch bei mir auf dem Arm, und bei meiner Mutter, die sie auch heiß und innig liebt. Unsere Kleine ist lebhaft, lustig, aufgeweckt und so humorvoll – sogar das gefürchtete schlafen klappte von Anfang an gut. Aber knuddeln, schmusen… ist nicht. Weder mit mir noch mit dem Papa, zu dem sie ein ganz, ganz enges Verhältnis hat. Ab und zu kommt sie schon mal und schmiegt sich an, vor Allem wenn sie ein Buch oder Bilder mit einem angucken will – und ab und an, ganz selten mal, gibts mal ein Bussi. Ansonsten wird nur gehampelt, gestrampelt und geguckt wo als nächstes Schabernack getrieben werden kann. Bei uns im Bett schlafen möchte sie nicht, mochte sie von Anfang an nicht – allerdings darf sie bis heute in ihrem Kinderbett neben unserem Bett schlafen, was ihr auch gut gefällt.
    Viele Leute, die uns und sie beobachten sagen ‚ist doch toll, dass ihr eine so sichere Bindung habt und sie so viel Vertrauen hat!‘.
    Das finde ich auch. Und trotzdem fehlt mir das Kuscheln, an das ich auch so hohe Erwartungen gehabt hatte, sehr – und frage mich immer wieder ob nicht doch irgendetwas falsch gelaufen ist. Allerdings war sie ab dem Moment ihrer Geburt ’so‘ wie sie ist, man sah ihren Charakter schon so deutlich in ihrem kleinen Gesichtchen, und sie mochte von Anfang an nicht wirklich auf unserem Bauch liegen – im Tragetuch gefiel es ihr aber sehr gut! Das ganze ist ein unglaublich schwieriges Thema, vielen Dank dass du es so ehrlich angesprochen und ausgesprochen hast.

    Liebe Grüße und alles Gute für euch!

    1. Christine sagt:

      Liebe Mama von Fia :)

      ich danke dir ganz herzlich für deine lieben Worte zu meinem Beitrag und dass du mir so offen von deiner Situation geschrieben hast.
      Ich kann gerade diese Grübeleien nachvollziehen, ob nicht irgendetwas falsch gelaufen ist oder man etwas hätte beeinflussen können, um ein kuscheligeres Kind zu bekommen. Mich verfolgen diese Gedanken heute auch noch, obwohl es sich schon so kurz nach der Geburt abgezeichnet hatte, dass Maxi einfach nicht so ein kuschelbedürftiges Kind ist. Du hast ja ähnliche Erfahrungen gemacht.

      Ich habe schon viele (auch Therapeuten oder Ärzte) sagen hören, dass es eben solche Kinder gibt, die nicht so ein Nähe-Bedürfnis haben und ich mir keine Gedanken machen soll, weil ich meinem Sohn gegenüber nach der Geburt so distanziert war. Aber wirklich beruhigen kann mich damit keiner, weil ich einfach glaube, dass das Spuren hinterlassen haben wird. Vielleicht kommen auch beide (oder noch mehr) Faktoren zusammen, wer weiß das im Nachhinein schon…

      Ich wünsche dir und eurer Mutter-Tochter-Beziehung alles, alles gute und dass sich vielleicht beim Älterwerden ein Mittelweg in Punkto Nähe/Kuscheln ergibt, der euch beiden gefällt und gut tut!

      Liebe Grüße
      Christine

  10. Barbara sagt:

    Liebe Christine,

    danke für diesen Beitrag. Ich habe beinahe geheult als ich ihn durchgelesen habe, da ich mich darin absolut wiederfinde. Mein Kleiner ist nun knapp über 2 Jahre alt und auch überhaupt kein Kuschler :-(

    Schon von Geburt an ließ er keine Nähe zu. Er wollte nie herumgetragen bzw. hochgenommen werden. Am Glücklichsten war er wenn er in seinem Bettchen liegen und herumschauen konnte. Ich weiß noch wie meine Mutter zu mir sagte: „Du musst ihn schon hochnehmen und tragen. Babys brauchen Körperkontakt!“ Ich hab dann gemeint, sie könne es ja mal probieren…. Sie hat ihn hochgenommen und er hat gleich begonnen zu strampeln und zu protestieren. Mum hat mich dann ganz entgeistert angeschaut und gemeint: „Der will ja wirklich nicht getragen werden!“ Ja genau so ist es…..

    Grundsätzlich war es anfangs ja recht praktisch. Ich konnte nebenher alles machen, da ich ihn nie mit mir herumschleppen musste. Entweder er lag im Bettchen, auf der Spieldecke oder im Kinderwagen.

    Trotzdem fehlte, und fehlt mir bis heute das Kuscheln sehr. Mein Mann und ich würden so gerne mit ihm kuscheln, aber unser Kleiner lässt es einfach nicht zu. Er schafft es maximal ein paar Sekunden, dann springt er schon wieder auf und hat was anderes vor. Beim Buch vorlesen ist es auch so, dass er brav neben uns sitzt oder liegt und sich auch an uns drückt, aber das wars dann auch schon.

    Und ich kann die Mütter beruhigen die die Schuld bei sich selbst suchen und glauben ihr Kind wäre durch eine postnatale Depression od. Ängste während der SS so „unkuschelig“. Ich hatte während der SS überhaupt keine Ängste, irgendwie wusste ich immer, dass alles gut gehen wird und ich hatte eine tolle und problemlose SS. Auch danach hatte ich keine Depression oder ein distanziertes Verhältnis zum Kleinen oder so…. Unser Kleiner ist sehr selbstbewusst und hat ein extrem ausgeprägtes Urvertrauen.
    Er ist ein Entdecker und interessiert sich einfach für alles. Leider ist er dadurch auch ein „Wegläufer“ und manchmal auch „Zerstörer“ weil er einfach alles anfassen und ausprobieren möchte.

    In der Kinderkrippe gibt’s auch nur ein schnelles Winken in der Früh und max. ein ganz schnelles kleines Küsschen wenn ich ihn drum bitte. Zu Mittag möchte er nie mit heim fahren und es ist immer sehr kräfteraubend ihn dazu zu überreden.

    Ich bin auch neidisch wenn ich andere Mütter mit ihren Kindern kuscheln sehe und es macht mich immer wehmütig und traurig. Ich würde gerne viel öfter mit unserem Kleinen was unternehmen und ihn überall hin mitnehmen, aber das geht nur sehr selten, weil er einfach nicht „bei mir“ bleibt sondern immer wegläuft um alles zu erkunden. Ich kann ihn leider keine Sekunde aus den Augen lassen. Ich wollte früher nie ein „Rockzipfelkind“, aber mittlerweile wünsche ich mir das doch in vielen Situationen.

    Selbst wenn er sich weh tut möchte er nicht in den Arm genommen und getröstet werden. Ich darf max. pusten.

    Ich bin sehr froh hier auf „Leidensgenossinnen“ gestoßen zu sein, denn ich werde immer nur komisch und verständnislos angeschaut, wenn ich behaupte, dass unser Kleiner nicht kuscheln will.

    Liebe Grüße, Barbara

    1. Christine sagt:

      Hallo liebe Barbara,

      sei herzlich gegrüßt hier auf meinem Mama-Blog! Es ist schön, dass du dich so gut verstanden fühlst!
      Und gleichzeitig fühle ich mit dir, dass dein Kind auch so ein „unkuscheliges“ Exemplar ist.
      Hilfreich für mich waren auch deine Worte, dass du nicht unter postpartalen Depressionen gelitten hast, ihr beide eine gesunde Beziehung habt und er „trotzdem“ nicht schmusen mag.

      Ich kann dich gut verstehen. Eigentlich bin ich auch nicht der Typ Mutter, der ständig bebusselt werden mag oder sein Kind gerne permanent am Rockzipfel hängen sieht. Auf der anderen Seite würde ich es mir bei meinem Großen manchmal wünschen.

      Ich wünsche dir alles Liebe und vor allem Verständnis in deinem Umfeld ♥
      Christine

    2. Anna sagt:

      Hallo. Ich kann dir sagen: Du bist nicht allein. Liest sich wie mein Sohn, was du beschreibst. Ein ist sicher: Er liebt dich und vertraut dir. Deshalb ist er so. Du bist sein sicherer Hafen von dem aus er alles erkundet und wohin er zurück kehrt.
      Ich hab zu Anfang auch gelitten und mir Vorwürfe gemacht.
      Aber was soll man machen?
      Meiner hat zwar Monate lang auf mir gelebt und wurde viel getragen. Aber gekuschelt hat der nie. Auf mir liegen: Ja. Streicheln lassen: Definitiv Nein.
      Unserer ist mit 14 Wochen in sein eigenes Zimmer gezogen und schläft seitdem alleine. Wehe da ist jemand bei! Das stört den bloß.
      Ich habe Asperger Autismus und denke mir: vielleicht kommt er da nach mir?
      Wie es auch ist: es ist ok. Ich denke wir möchten alle, dass unser Kind sich gesund entwickelt. Dazu gehört für mich, seine Grenzen zu respektieren. Nur so lernt er, später gegen Übergriffe NEIN zu sagen.
      Ich hab auch lange damit „zu knapsen“ gehabt, aber sein Wohlergehen geht vor meines. Ich habe mich immer zügeln müssen, ihn nicht zu sehr zu bedrängen. Mittlerweile klappt das gut.

      Mein Rat an dich: Versuche die radikale Akzeptanz.
      Ich weiß, wie du dich fühlst.
      Aber jeden Tag darum zu trauern (falls mein Eindruck, den ich aus dem von dir geschriebenen Worten ziehe, falsch ist, entschuldige bitte!) Ist nicht gut. Befreiung dich davon.
      Akzeptanz. Radikal. Dann wird das.
      Lieben Gruß und viel Kraft.

    3. Alex sagt:

      Hi Barbara
      wow drei Jahre ist dein Kommentar her aber ich finde mich 1:1 wieder! Falls di das liest, wie ist es denn mittlerweile? Kann ich noch hoffen? ;) meine ist 11 Monate alt.
      Liebe Grüsse Alexandra

  11. Anna sagt:

    Das Kuscheln meines (19 Monate alten) Sohnes beschränkt sich auf anlehnen beim Buch angucken. 😂
    Mein Mann und ich akzeptieren es eben. Seitdem wir uns nicht mehr aufdrängen, kommt er öfter mal und drückt uns. So ne zweihundertstel Sekunde etwa… Und das fällt dann unter lang. Morgens gibt es ein Hey, abends aus 3 Meter Entfernung winken. Und das, obwohl er ein Schreibaby war, dass ich bis vor 4 Monaten noch sehr oft getragen habe. Ich glaube er hat sich da nen „Schmuseakku“ aufgeladen und davon zehrt er jetzt noch n paar Jahre. Oder so 😃
    Schlimm finde ich, dass uns mal direkt, mal indirekt, unterstellt wird, dass wir da was vermurkst haben.
    Ich habe Asperger Autismus und ich mag zB Nähe und Berührung nur, wenn sie in den Kontext passen.
    Also wenn mich ein Verkäufer zB am Arm durch den Laden zum Regal führt, geht bei mir garnichts mehr.
    Ich mag auch kein streicheln oder so „gehauchte“ Berührungen. Aber feste drücken und boxen und knuffen, das finde ich toll und er auch.
    Die Leute gucken immer, auch unsere Familien, wie dolle wir 2 knuddeln (eher rangeln).
    Mir ist das wurscht. Er ist, wie er ist. Und wenn er irgendwann sagt er will ein rosa Einhornkostüm, oder lieber ein Mädchen sein oder was auch immer: Ich bin seine Mutter, ich bin für ihn da, ich liebe ihn unendlich und unbeschreiblich und das wird immer so sein, egal was er tut (ja ganz egal, was er tut!).
    Er ist, wie er ist. Und das ist verdammt gut so.

    1. Christine sagt:

      Liebe Anna,

      ich glaube da sagst du etwas sehr wichtiges, was übertragbar für alle Lebenslagen ist: Akzeptieren, nicht aufdrängen/festhalten! Dann entsteht auch wieder Raum für Unverkrampftheit.
      Ich finde es toll, wie du mit deinem Sohn, mit der Situation und seinem Wesen umgehst. Das empfinde ich als sehr vorbildlich für uns alle!
      Und -by the way- ich würde es auch extrem unangenehm finden, von einem Verkäufer am Arm zum Regal geführt zu werden! :-D
      Alles Liebe dir und vielen Dank für deinen Kommentar!

  12. Mirjam D. sagt:

    Meine Tochter ist knapp 11 Monate und abgesehen von den ersten Wochen, in denen sie nicht von meinem Bauch herunter wollte, konnte sie mit kuscheln noch nie etwas anfangen. Sie möchte immer auf den Arm, aber festgehalten werden geht gar nicht. Sie dreht sich auch immer nach vorne. Umarmen ist ein Unding und wenn ich von Freundinnen höre, dass ihre Babys abends auf ihnen einschlafen werde ich schon sehr neidisch. Es verletzt mich sehr, dass mein süßes Mädchen so gar nicht mit mir schmusen mag. Sie hat die ersten 6 Monate fast nur geschrien. Ich habe sie darum viel getragen. Den Kopf hat sie dabei wehemend von mir weg gehalten – als würde sie sonst einen Stromschlag bekommen. Erst wenn sie nach viel Geschrei eingeschlafen ist, konnte ich den herum baumelnden Kopf an mich lehnen. Wenn sie müde oder traurig ist, möchte sie auf den Arm – den Kopf anlehnen würde sie niemals freiwillig. Wenn es ihr doch für eine Sekunde passiert, drückt sie sich erschrocken weg. Warum ist das so? Fühlt es sich für sie so schrecklich an? Stinke ich? Bin ich ihr zu warm? Will sie einfach frei sein? Heute Nacht hat sie stundenlang geschrien. Aber eingeschlafen ist sie nicht auf meinem Arm, mein wippen und singen hat sie nicht beruhigt. Das streicheln fand sie ätzend und sie schlug meine Hand weg. Irgendwann ist sie dann mit ihrer Flasche in ihrem Bett eingeschlafen. Ihre Flasche … mit der kuschelt sie. die ist ihre große Liebe. Sie behandelt sie wie ein Kuscheltier: überall muss sie dabei sein, ständig erreichbar bleiben und wenn die Milch alle ist, gibt es Geschrei. Einschlafen mit voller Milchflasche: in der Regel kein Problem. Einschlafen mit Mama: großes Problem…

    1. Christine sagt:

      Liebe Mirjam,

      ich fühle mit dir! Ich kann deinen Neid auf deine Freundinnen absolut nachvollziehen, vor allem, wenn man sonst Niemanden kennt, dem es mit seinem Kind ähnlich geht. Da kann man schnell das Gefühl bekommen, es läge an einem selbst, als würdest du als Mutter etwas machen (oder nicht-machen), was deine Tochter dazu veranlasst, sich von dir wegzudrehen oder sich nicht bei dir anzulehnen. Ich wünsche dir sehr, dass du ihr Verhalten nicht persönlich nimmst oder als Ablehnung deiner Person siehst, auch, wenn es (vor allem gefühlsmäßig) sehr schwer ist, diese Haltung anzunehmen!
      Inzwischen habe ich gelernt, dass Liebe sich nicht unbedingt in körperlicher Nähe ausdrücken muss, aber ich weiß auch, wie weh es tut, wenn der eigene Nachwuchs zu den „unkuscheligeren“ Exemplaren zählt – vor allem in den ersten Lebensjahren stößt man immer wieder an seine Grenzen als Mutter, wie du auch im Fall der Milchflasche schilderst: Es klingt beinahe, als wäre die Flasche deine größte Konkurrentin, aber damit möchte ich mich auf keinen Fall über dich lustig machen! Mir wäre es jedenfalls in deiner Situation garantiert so ergangen, dass ich eifersüchtig auf die blöde Flasche gewesen wäre!

      Bitte fühle dich nicht wie eine schlechte Mutter! Du bist großartig, genau so wie du bist!
      Fühle dich herzlich gedrückt, wenn du magst!
      Viele Grüße
      Christine

    2. Mirjam L. sagt:

      Hallo Mirjam!

      Eine Leidesgenossin aus dem Forum hat mich auf den Blog aufmerksam gemacht und auch die Kommentare sind sehr tröstend, aber deines am meisten!

      Ich muss meinen Sohn (8 Monate) auch immer in den Schlaf tragen, oder wir wippen mit ihm am Schaukelstuhl, allerdings müssen wir ihn da meistens festhalten sonst beruhigt er sich nicht. Er drückt seinen Kopf auch immer weg von uns, schreit aber hysterisch, wenn wir ihn ablegen würden (auch mit ihn ins Bett funktioniert nur selten). Wir glauben ja, dass er das schlafen hasst und deswegen seinen Kopf nicht ablegen will, weder auf uns noch im Bett o.ä.
      Aber auch so kuschelt er nur wenn er an der Brust eingeschlafen ist (da kann er sich nicht wehren!). Meine Brust ist also für ihn sowas wie für deine die Flasche. Mag zwar ein Vorteil sein, aber wenn deine schmerzenden Brüste das einzige sind, das ihn zum Einschlafen bringt, dann sehe ich ihn nicht 😕

      Kurz gesagt: In der Beschreibung deiner Tochter sehe ich meinen Sohn wieder!! Bloß den Kopf nicht an der Mama anlehnen (seit neuesten macht er das für eine halbe Sekunde wenn er echt schon müde ist und ich ihn trage!) Hände halten oder streicheln ist unerwünscht, aber nicht am Arm oder in Berührungsreichweite zu sein ist eine Katastrophe.

      Zumindest hat er nichts gegen Kopfi streicheln!

      Liebe Grüße,
      Mirjam L. ;)

  13. Sonja sagt:

    Mein Sohn (inzwischen 7 Jahre) ist auch kein Kuschler. War er auch noch nie. Er war und ist ein absolutes Wunschkind. Und was freute ich mich, als ich hörte, es wird ein Junge. Weil Jungs und ihre Mamas…. Weit gefehlt. Kein Kuscheln, kein Küsschen… Oft noch nicht einmal ein „gute Nacht sagen“ im Sinne von Drücken oder so. Keine Sätze wie: später heirate ich meine Mama.
    Die ersten fünf Jahre schlief er in seinem eigenen Bett. Dann ging es los, dass er nachts (jede Nacht) zu uns kam. Jetzt schläft er die ganze Nacht in unserem Bett um vorher auf dem Sofa einzuschlafen. Viele verstehen nicht, dass wir das zulassen. Aber wir wollen auch nicht so hart sein, wie wir es in der Kindheit erlebt haben, wenn man mal nicht einschlafen konnte und sich unter Zwang in den Schlaf geweint hat. Die Nächte sind auch für mich nicht so erholsam ( er liegt am Rand und ich in der Mitte als Barriere, um meinem Mann einen guten Schlaf zu gewährleisten). Doch denke ich mir, dass er sich vielleicht so die Nähe holt, die er tagsüber nicht möchte.
    Ich möchte ihn auch zu nichts drängen, bekomme auch in unterschiedlichsten Situationen (bei Oma, früher im Kindergarten…) zu hören, dass er niemanden an sich ranlässt. Nicht einmal, wenn er sich weh tut. Er macht alles mit sich selbst aus, lässt keine Schwäche zu. Asperger ging mir schon durch den Kopf, was, nicht falsch verstehen, kein Drama wäre. Doch ich suche nach einer Erklärung. Mein Mann sagt, er sei völlig normal. Und trotzdem mache ich mir Gedanken, vielleicht etwas falsch gemacht zu haben. Habe ich ihn mal zurück gewiesen und er hat es so verinnerlicht, dass er nicht mehr kuscheln möchte? Habe ich ihn zu selbstbewusst erzogen?… Aber anscheinend stehe ich, MEGA-KUSCHEL-FAN (ich brauche immer viel Körperkontakt, auch wenn ich es bei meinem Sohn nicht erzwinge), nicht allein vor diesem Problem und muss mich einfach damit abfinden. Jeder Jeck is anders. Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass wir ihm so eine Sicherheit geben, dass er das Kuscheln nicht unbedingt braucht.

    1. Christine sagt:

      Liebe Sonja,

      ich finde, ihr habt einen tollen Weg gefunden, mit dem Nicht-Kuschelbedürfnis eures Sohnes umzugehen und ihm jetzt nachts die Nähe gibt, die er ja von sich aus einfordert (und immerhin ist das an Zeit ja nicht grade wenig, sondern beinahe die Hälfte eines ganzen 24h-Tages!). Ich glaube genau wie du, dass es das Beste ist, nichts erzwingen zu wollen, egal bei welchem Thema, das geht immer auf Kosten desjenigen, der sich dagegen sträubt. Und so habt ihr alle drei doch einen guten Mittelweg gewählt.

      Dass du an Asperger denkst verstehe ich nicht falsch. Man sucht eben nach Erklärungen, wenn es bei Anderen (eben dem Großteil) anders läuft. Diese Gedanken, auch in Bezug auf Zurückweisungen (bei mir geht es in Richtung postpartale Depression), die kenne ich auch nur zu gut. Irgendwie sucht man eine Ursache aus der -nahen oder fernen- Vergangenheit. Manchmal ist es am Schwersten, die Dinge einfach zu akzeptieren, auf die man wohl nie eine eindeutige Antwort findet…

      Lieben Dank, dass du uns so offen von deinen Gedanken und Gefühlen berichtet hast!
      Viele Grüße
      Christine

  14. Hummel sagt:

    Ich bin froh, dass es Anderen ähnlich geht wie mir! Meine Tochter (jetzt 10) war ein Schreibaby, das sich nicht trösten ließ, auf dem Arm wegbog und durch Berührungen unruhig wurde. Als das anhaltende Schreien durch mehr Schlaf und ihre eigene Fähigkeit sich abzulenken besser wurde (durch zunehmende Mobilität), blieb die Unnahbarkeit. Kein Kopfablegen auf der Schulter, Wiegehaltung wurde mit Schreien beantwortet. Ich war lediglich ihr Träger, um die Welt sehen zu können… Später kein Rückversichern im Krabbelalter, kein Winken, Küsschen o.ä. zum Abschied/zur Begrüßung. Toleranz der Nähe nur beim Buchvorlesen. Kein Bedürfnis, getröstet zu werden, nie die Geste der ausgestreckten Arme, um hoch genommen zu werden… Ich wollte lange kein 2. Kind, auch aus Schuldgefühlen meiner Tochter gegenüber, aus Angst, dieses mehr zu lieben… Nun ist mein Sohn knapp 3 Monate alt und ich erlebe dasselbe nochmal. Augenkontakt und soziales Lachen nur auf sichere Distanz, auf dem Arm ein konsequentes Abwenden, bei mir, meinem Mann, allen Personen! Ich bin schon sehr traurig, das kann ich nicht leugnen. Natürlich liebe ich beide Kinder sehr! Wir scheinen nur nicht so gut zusammen zu passen, da ich ein sehr körperlicher und feinfühliger Mensch bin. Ist es erblich? Ist es Autismus? Es ist letztlich egal, weil man es einfach akzeptieren muss. Daran arbeite ich aktuell noch. Es schmerzt sehr und wird es vermutlich immer irgendwie.

    1. Leila sagt:

      Bei uns ist es sehr ähnlich. Unsere Große (gerade 3) war auch ein Schreibaby. Nichts konnte sie beruhigen, teilweise ist sie nach zig Schreistunden einfach mitten im Schrei umgekippt und hat geschnarcht, um nach 20min absolut unausgeschlafen den nächsten Tag durch zu schreien. Mein Mann und ich haben die Nächte in 3-Stunden- Wechselschi hten eingeteilt, um irgendwie schlafen zu können. Ich hatte immer den Eindruck, dass unsere Tochter neue Reize suchte. Sie wollte und will bis heute lieber die Welt entdecken und verstehen, als sich mit Kuscheln auf zu halten. Auch bei uns war die Eingewöhnung im Kindergarten recht problemlos. Wenn ich sie abhole, will sie meist auch nicht mitkommen….
      Unser Sohn ist mittlerweile 1,5 Jahre alt. Er ist im Vergleich viel kuscheliger, absolut Mama-fixiert und ein kleiner Strahlemann, aber auch er will die Welt erkunden und ist viel unruhiger als unser Mädchen. Er muss permanent in Bewegung sein, was bedeutet, dass das Kuscheln maximal 2 Sekunden dauert. Oft bekommt man Kopfnüsse, fast Zähne ausgeschlagen oder Ellenbogen oder Knie in Bauch/Brust gerammt, weil der Herr sich auf einen wirft und unmittelbar danach wieder runterklettern will. Wir haben also häufiges Speed-Kuscheln. Er hat als Baby nicht so viel geschrien, muss aber auch alles erkunden und genauso beklettern wie seine Schwester. Auch bei mir laufen die Kinder dauernd weg, so dass ich alleine noch nicht einmal auf den Spielplatz mit ihnen kann. Es kostet
      mich einfach zu viel Kraft dauernd die Kinder ein zu fangen, von (für sie noch zu hohen) Gerüsten zu retten, gleichzeitig das andere Kind zu trösten, weil es natürlich gefallen ist, als es aus der Babyschaukel klettern wollte, weil ich das Geschwisterkind grad kurz vor der Straße wieder einsammeln musste. Ich habe keine Sekunde, muss immer 100% aufmerksam sein und beten, dass ich alle Zwischenfälle
      nacheinander abarbeiten kann. Aber meist wird es vom anderen Kind ausgenutzt, wenn ich mit einem Kind in einer Situation gebunden bin (Windeln wechseln, ein Kind in der Babyschaukel schaukeln, vom Kindergarten zum Auto gehen und einem Kind dabei die Schuhe wieder anziehen)…
      Ich schiebe diese Unkuscheligkeit und die permanente Unruhe bei den Kindern auf die Neugier. Ich denke, sie nutzen ihre Kapazitäten, um die Welt mit allen Sinnen und Kanälen auf zu saugen… meine Kinder wollen permanent Input… Kuscheln ist aber Stillstand….
      Kopf anlehnen beim Buch lesen geht mittlerweile bei unserer Großen auch und getröstet werden wollte sie schon immer, aber das wars dann auch. Ich sehe unsere Große schon als 18-jährige die Welt mit einem riesen Rucksack bereisen… Indien, New Zeeland, etc. Von uns Eltern wird sie sich sicher nix sagen lassen wollen… und der Kleine? Hm, der wird Rugby-Spieler und ruft 1Mal pro Woche Mama an…. ;-) Aber: Auch wenn ich mir mehr Innigkeit wünsche (unsere Große ist zudem seit der Trotzphase, die mit Punkt 2 Jahren begann, eine absolute Kratzbürste) und auch hoffe, dass zumindest dieser Punkt besser wird, denke ich, dass es für sie selber besser ist, wenn sie selbständige Menschen sind. Sie sollen eines Tages mit beiden Beinen im Leben stehen und das kann man am besten, wenn man die Welt und ihre Abläufe bereits gut kennengelernt hat!
      Zudem sehe ich in unserer Verwandschaft, dass unheimlich brave, liebe, es den Eltern immer Recht machend wollende Kuschelkinder, die mittlerweile bereits studiert haben, es meiner Meinung nach echt schwer haben werden im weiteren Leben. Nicht immer kann man Mama anrufen und um Hilfe bitten… einige Schritte muss man auch allein gehen können….
      Übrigens war ich selber ein Rockzipfel-Kind. Ich war immer unsicher und habe sehr sehr lange die Deckung gesucht und beobachtet, ehe ich mich heraus getraut habe. Nie hätte ich ein Brötchen selber gekauft oder überhaupt das Geld über die Ladentheke gereicht in dem Alter… Für mein Kind, mit nur leichter Scheu, aber gar kein Problem…. Wenn ich so zurück denke: Ich hätte mich selber auch nicht unbedingt als Kind haben wollen. So unbeschwert und ausgelassen getollt wie meine Kinder habe ich erst nach Wochenlangem Auskundschaften aller Beteiligten… da wären mir viele Momente mit strahlenden Augen und herzhaftem Lachen wirklich entgangen. Zudem bin ich bis heute jemand, der 1000 Mal durchdenkt, ob ich alles richtig mache und mich und mein Verhalten mit dem anderer vergleiche. (Auch meinen Erziehungsstil) Das wirkt auf andere unsicher, was das Leben auch nicht einfacher macht….
      Es hat alles also Vor- und Nachteile!
      Ich habe übrigens auch schon gehört, dass unkuschlige Kinder anhängliche Erwachsene wurden, die mittlerweile einen sehr engen Kontakt zur Mutter pflegen… während die kuschligen Kinder ihre Nähe zu ihrem (Ehe-)Partner aufgebaut haben und Mama in den Hintergrund gerückt ist…
      Es kann sich also auch nochmal drehen!
      An Euch Mamas da draußen: Seid nicht traurig! Das Mutterdasein ist ein großes Geben, aber wenn sie nicht wollen, dann ist einfach schon genug Liebe in ihren Herzen und die Rabauken müssen sich grad um etwas anderes kümmern.

      Alles Liebe an Euch mit Euren Kleinen (oder auch mittlerweile etwas Größeren) ;-) Mich würde auch interessieren, ob sich Eure Kinder oder Eure Beziehung sich noch geändert hat über die Zeit…

  15. Julia sagt:

    Hallo ihr lieben Mamis,

    Ich habe gerade all eure Beiträge gelesen und bin froh nicht alleine zu sein. Wir haben eine 16 Monate alte Tochter und sie war von Anfang an ein absolutes Schreikind (high Need Baby) die erste Nacht im Krankenhaus als sie geboren wurde war schon horror… sie schrie was das Zeug hält und wir waren auf der ganzen Station bekannt. Ich dachte es würde sich nach ein paar Tagen legen und es sei der Stress von der Geburt, aber falsch gedacht zu Hause ging das ganze weiter. Sie schrie von morgens 8uhr bis nachts 1uhr durch und war den ganzen Tag wach.. ich habe sie getragen, gewogen, bin spazieren gegangen, Auto gefahren nichts konnte sie beruhigen. Ich fing an an mir selbst zu Zweifeln und habe sie oft 8 Stunden durchgehend weinenden getragen, weil ich selbst nicht mehr konnte. Ich habe mir immer so sehr ein Baby gewünscht es zu berühren zu küssen zu riechen und das es aus meiner Brust schläft, aber das blieb leider nur ein Traum. Nachts ist sie dann vor Erschöpfung eingeschlafen und hat bis zum nächsten Tag durchgeschlafen bis das ganze Spiel von vorne los ging.. sie war den ganzen Tag wach strampelte mit Händen und Füßen und war nie ruhig. Wir waren sogar stationär mit ihr im Krankenhaus, weil wir dachten sie sei krank und schreie deswegen so auch bei der schreiambulanz waren wir aber keiner konnte uns wirklich helfen.

    Irgendwann hat es sich dann gelegt mit dem schreien naja und was soll ich sagen.. sie ist ein sehr aufgewecktes Kind was nicht ruhig sitzen kann alles entdecken muss (mit ihr fällt man immer auf wenn man irgendwohin geht) sie will nicht bei uns im Bett schlafen mag keine Berührungen bzw wenn man sie festhält .. ich denke sie hat Platzangst 🤷‍♀️
    So wie viele hier beschreiben beim Buch gucken lässt sie Nähe zu und setzt sich auch von ihr aus auf meinen Schoß.. ab und zu kommt sie und sagt Mama arm dann legt sie ihren Kopf auf meine Schulter und klopft mit ihrer Hand dreimal meinen Rücken ab.. zwischendurch gibt sie mir auch Küsschen von sich aus und abends beim zu Bett gehen drückt sie mich immer ganz feste und das sogar fast schon eine Minute und gibt Papa und mir auch gute Nacht Küsschen .. aber so richtig kuscheln oder in unserem Bett schlafen ist nicht. Wenn wir unterwegs sind interessieren wir sie kaum sie geht auf alle Leute zu und hört nicht. Nur bei großen Menschenmengen fremdelt sie und vergräbt sich in meinen Armen.
    Mir tut es so weh als Mutter, weil ich Angst habe auch etwas falsch gemacht zu haben und unsere Bindung gestört ist.. ich hoffe das es sich legt und sie irgendwann wirklich kuschelt das wünsche ich mir so sehr zumal sie Einzelkind bleiben soll.

    Ich drücke euch ganz feste!

  16. Bibi sagt:

    Na ENDLICH!!!
    ICH HAB SCHON SEIT EINIGER ZEIT HEULKRÄMPFE WEIL ICH MICH DESHALB SO SCHLECHT FÜHLE…SO VIELE JAHRE VERSUCHT EIN KIND ZU BEKOMMEN. .. JETZT IST ER 4 JAHRE UND IST ZU 100 PROZENT WIE DEINE KINDER😓
    ICH HAB MICH SELBER SO FERTIG GEMACHT. .. UND MEIN SOHN SAGT NICHTS UND WENN ICH HEULE GUCKT ER SICH DAS NUR VON WEITEM AN. NUR ABENDS WENN ICH VORLESEN KOMMT ER AUF MEINEM SCHOSS… ER SAGT MAMA LESEN IST KUSCHELN… DANN BEKOMME ICH AB UND ZU NOCHMAL EIN KÜSSCHEN UND DAS WARS…. ICH HATTE MIR IMMER SO EIN KUSCHELKIND GEWÜNSCHT UND HAB JETZT DAA KRASSE GEGENTEIL.
    ABER DANKE DAS DU DAS GESCHRIEBEN HAST ICH GLAUBE ES TUT MIR GUT ZU HÖREN DAS ES NICHT MEINE SCHULD IST… VIELEN LIEBEN DANK

  17. Janina sagt:

    DANKE!!! Ich sitze heulend hier und lese deinen Beitrag und die folgenden Kommentare… Ihr alle sprecht mir aus der Seele!!
    Ich gönne niemandem so kleine Kuschelverweigerer und trotzdem ist es tröstend zu wissen, dass man nicht alleine ist und scheinbar nicht’s falsch gemacht hat…!!
    Ich wünsche allen weiterhin viel Kraft & schicke Umarmungen, die alle wir so dringend brauchen!!

  18. Julia sagt:

    Vielen Dank für den Artikel und auch die vielen Beiträge.
    Du meintest, man solle auch schreiben, wenn man das Gegenteil zu Hause hat.
    Unsere Kleine hat sich die ersten 12 Wochen ihres Lebens gar nicht ablegen lassen. Sie wollte immer eng an uns sein, hat auf mir geschlafen und nur zum Baden und wickeln mit viel Körperkontakt überhaupt mal auf den Rücken legen lassen. Nach der 12. Woche konnte sie auch mal eng angeschmiegt neben mir liegend schlafen und mittlerweile reicht die Nähe beim Einschlafen, und das ich nicht weggehe, sondern immer dableibe. Sie kam in der 40. Woche, ambulant entbunden, gleich nach Hause, gestillt und ab dem Moment nahezu non stop am Körper geschlafen, gestillt oder getragen.
    Im Tragetuch wollte sie auch nicht sein, nur auf dem Arm und ab dem 2. Monat auch nur nach vorne gerichtet, außer sie war müde. Das hat sie sich auch als Lieblingshaltung beibehalten und dreht sich bei jedem auf dem Arm wieder vorwärts.
    Mittlerweile ist sie 11 Monate alt. Sie kuschelt beim Stillen und Schlafen viel mit mir und ist dafür den Rest des Tages ein kleiner Wirbelwind. Ihr Papa hat ein sehr wundervolles Verhältnis zu ihr und sie immer viel getragen und auch auf dem Arm schlafen lassen. Er trägt sie immer noch viel als mobiles Taxi, oder läuft mit ihr an der Hand. Sie zeigt und winkt dahin, wo sie hin möchte, aber aktiv schmusen möchte sie dann auch nicht, sondern Abenteuer erleben. Sie verbringt gerne viel Zeit mit ihrem Abenteuerspasspapa, auch alleine, aber schimpft ihn auch, wenn er ein Küsschen zu viel gibt oder sie schmust, obwohl sie gerade purzeln will. Ich weiß auch, dass ihm das manchmal nahe geht, weil er auch gerne kuschelt. Wenn sie spielt und er versucht mit mir zu schmusen, kommt sie angekrabbelt und klettert auf mich, um dann zu stillen. Also kommt es da leider auch zu kurz, aber sie ist ein gut gelaunter kleiner Sonnenschein mit starker Willen, und das macht insgesamt einfach viel Spaß. Sie hat uns klare Rollen gegeben, die Einschlafkuschelmama und den Abenteuerspasspapa.

    Zu den vielen Berichten hier, woran das nicht kuscheln wollen liegen könnte. Therapeutisch gibt es viele Möglichkeiten: Probleme in der Schwangerschaft, traumatische Erfahrungen im Krankenhaus, zu wenig bonding anfangs, emotionale Distanziertheit, zu früh Ersatztrostobjekte wie Beruhigungssauger, Kuscheltuch, weißes Rauschen eingesetzt, Schlaftrainings, das Nähebedürfnis des Kindes zurückgewiesen, aber auch aufgezwungene Nähe entgegen der Bedürfnisse des Kindes, auch durch vermehrtes Rumreichen an andere Personen, oder eine Bindungsverwirrung, etc sind denkbar… Aber das sind alles nur Möglichkeiten, nichts davon muss dazu führen und tut es bei vielen auch nicht. Hinzu kommt ja auch noch das individuelle Nähebedürfnis und der Charakter.
    Ich denke, dass jede Mama hier für ihr Kind genau die richtige ist. Wenn man versucht bei sich irgendwo einen Fehler zu finden, dann wird das sicherlich gelingen, weil man so viele Entscheidungen treffen muss, dass gar nicht jede immer richtig sein kann und oftmals wird man auch widersprüchlich beraten. Dazu kommen noch Umstände für die man manchmal schlicht und ergreifend nichts kann.

    Demnach helfen dann auch die präventiven Empfehlungen mit viel bonding, stillen nach Bedarf, tragen, Familienbett, Bedürfnisse gleich befriedigen etc… die im Bindungstheorien hervorgehoben werden, nicht immer weiter, wenn das entgegen dem Wesen des Kindes wäre, oder aufgrund von Umständen einfach nicht möglich ist. Unabhängig davon, ob es gut wäre.

    Ich denke es wurde das beste aus der jeweiligen Situation gemacht

    Herzliche Grüße an alle
    Therapeutenmama Julia

    1. Christine sagt:

      Liebe Julia,

      hab vielen Dank für deine psychologischen und privaten Einsichten und dass du alles so wertschätzend geschrieben hast!
      Inzwischen bin ich mir absolut sicher, dass in meinem persönlichen Fall das fehlende Nähe-Bedürfnis meines Sohnes daher rührt, weil ich ihn nach der Geburt stark abgelehnt habe und ihn das traumatisiert haben muss. Denn eigentlich habe ich „zuerst“ mit dem schwierigen Nähe-Distanz-Verhalten angefangen.

      Ich bin ganz bei dir, dass jede Mutter für ihr Kind die richtige ist. Und es klingt absolut plausibel, dass gutgemeinte Empfehlungen und Maßnahmen nicht für jede Familie passen. Es kommt eben immer auf die individuelle Situation und Vorgeschichte an!

      Herzlichst
      Christine

  19. Steffi sagt:

    Was man hier so liest ist sehr traurig. Körperliche Nähe gilt als Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Es gibt zahlreiche Studien die belegen wie wichtig das Kuscheln für uns alle ist. Kuscheln stärkt das Immunsystem und schützt somit vor Krankheit, es fördert die Ausschüttung von dem Hormon Oxytocin, das wiederum unseren Stresspegel senkt, es fördert unsere soziale Intelligenz und scheinbar sogar unsere gesamte Intelligenz. Außerdem verleiht es uns ein Gefühl angenommen zu sein, ohne etwas dafür leisten zu müssen. Und ja, trotzdem gibt es Menschen Babys, Kinder und Erwachsene, die Schwierigkeiten haben sich auf körperliche Nähe einzulassen. Die Gründe hierfür können viele sein. Oft können die Mütter gar nichts dafür. Es können einzig und allein Schwierigkeiten in der Wahrnehmungsverarbeitung hierfür verantwortlich sein. Ich habe das als Kind selbst erlebt. Erst konnte ich kuscheln und habe es immer sehr genossen. Und plötzlich fühlte ich mich wie blockiert. Ich konnte keinerlei Zuwendung meiner Mutter mehr zulassen. Sie hat es nach einigen Versuchen dann einfach irgendwann aufgegeben. Aber mein Herz schrie nach Zuwendung. Heute kuschele ich wieder sehr gerne. Kuscheln kann man lernen und man kann die Angst vor Berührung schrittweise abbauen. Ich will hier allen Mut zusprechen, seht die Abweisung eurer Kinder nicht als normal an. Eure Kinder sehnen sich nach eurer Nähe. Macht ihnen immer wieder Angebote. Nehmt auch viel Blickkontakt auf. Und wenn das nicht reicht holt euch Hilfe! (+ Buchtipp)

  20. maren sagt:

    Ich bin eher zufällig über diesen Post gestolpert bei der Recherche, wie lange Kinder gerne kuscheln bzw. wie sich das in der (Vor-)pubertät verändert. Generell habe ich bei meinen Kindern (Sohn, 7 Jahre, und Tochter, 3 Jahre) die Erfahrung gemacht, dass so richtig aktives Kuscheln erst mit ca. 2 Jahren eingesetzt hat. Ich habe beide auch bin über den zweiten Geburtstag hinaus gestillt und so lange war das der Kuschelersatz und hat für genügend Körperkontakt und Nähe gesorgt. Nach dem Abstillen haben sie dann angefangen, bewusst zu kuscheln. Mein Sohn ist generell ein eher rationales Kind, naturwissenschaftliche interessiert, eher wenig empathisch, und Kuscheln tut er tatsächlich nur mit mir. Selbst beim Papa und den Großeltern ist er da sehr abwehrend. Meine Tochter ist generell emotionaler und kuschelt mit allen Bezugspersonen (Mama, Papa, Großeltern, Kita-ErzieherInnen) sehr gern. Ich bin keine Medizinerin und möchte da keine falschen Fässer aufmachen sozusagen…aber mit fällt immer ein, dass Autisten ja körperliche Nähe oft auch nur schwer zulassen können. Und dass es ja ein großes Spektrum bzw. fließendem Verlauf zwischen einfach einem weniger gefühlsbetonten, unempathischen Charakter und diagnostiziertem Autismus gibt. Gelesen habe ich auch mal von einer sogenannten Diagnose „Körperkontaktblockierung“, die (ähnlich meiner Vorschreiberin) Kinder dazu bewegt, körperliche Nähe eher abzulehnen obwohl das Bedürfnis danach dennoch stark ist (siehe z.B. hier: http://www.dr-kuehle.de/koerperkontaktblockierung). Ich möchte keinesfalls irgendwie beleidigend oder übergriffig wirken…vielleicht ist es wirklich einfach nur Charakter und vielleicht holt sich das Kind die körperliche Nähe auch von gleichaltrigen Freunden und Spielpartnern. Aber um einfach in alle Richtungen zu denken, noch die o.g. Anregungen.

  21. Angi sagt:

    Hi, hab gerade deinen Blog entdeckt.. Es ist 10 vor 03 und ich google schon seit Std.. Jetzt kann ich ruhig schlafen. Danke
    LG Angi

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