Gesellschaft

„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?“

Ich lag in meinem Bett, starrte kraftlos die Decke über mir an und wünschte mir zum ich-weiß-nicht-wievielten-Male ich würde endlich erwachen. Aufwachen aus diesem Albtraum namens Muttersein, der mich jetzt schon seit Monaten festhielt in dieser grausamen Wirklichkeit, die unwirklicher nicht sein konnte. Unser Mini war Anfang des Jahres geboren und obwohl ich zu ihm gleich eine Bindung aufbauen konnte -im Gegensatz zu meinem Ältesten nach dessen Geburt-, drohte ich, in dem viel zu engen Korsett namens Mutterrolle zu ersticken.

Das sollte nun mein Leben sein? Ich hatte es mir ganz anders vorgestellt. Zwei Wunschkinder + eine glückliche Mutter = Glück hoch 3. Leider ging die Rechnung nicht auf. Im Gegenteil. Schlaflose Nächte, fremdbestimmte Tage und ganz viele unglückliche Gedanken brachten mich auch an diesem Morgen in meinem Bett zu der Einsicht, dass es nur eine Lösung geben würde, die für alle Beteiligten die Beste wäre: Ich musste abhauen.

„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?“

Als ich meinen Pusteblumengarten-Müttern das Interview von „Die Frage: Bin ich bereit für ein Kind?“ verlinkte, in dem der Reporter der jungen Mutter zum Thema Regretting Motherhood genau diese Frage stellte, musste ich mit einem schiefen, melancholischen Lächeln zurückdenken an jenen Morgen, an dem ich ernsthaft mit dem Gedanken spielte, mein neues Leben hinter mir zu lassen, um mein altes zurückzubekommen: Das Leben in Freiheit, das ich als Kinderlose für so selbstverständlich hielt, dass es beinahe arrogant klingt, wenn ich diese Selbstverständlichkeit als Naivität bezeichnen würde.

Inzwischen weiß ich, dass ich nicht naiv, sondern einfach unwissend war. Wie soll man auch ernsthaft als Kinderlose wissen, wie sich Muttersein anfühlt? Wenn man zum x-ten Mal nachts aufsteht, um das schreiende Kind zu beruhigen und sich wie die schlechteste Mutter fühlt, wenn es sich nicht beruhigen lässt. Wenn man erst mit Kind merkt, wie freiheitsliebend man eigentlich war – und immer noch ist! Wenn tiefsitzende Bedürfnisse aus der eigenen Kindheit sich erst melden, nachdem der eigene Nachwuchs das Licht der Welt erblickt hat und man nichts mehr rückgängig machen kann.

Ohio. Das war der Wunschort, an den ich mich klammerte. Mein gedanklicher Zufluchtsort, meine Chance auf ein zweites, kinderloses Leben. Da, wo ich eine neue Zukunft aufbauen könnte, wenn ich heimlich abhauen und Mann und Kinder über Nacht verlassen würde. Wo keiner Fragen stellen oder zumindest keine konkreten Antworten bekommen würde.

„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?“Dabei wusste ich nicht mal genau, wo genau sich Ohio eigentlich befand. Ehrlich gesagt habe ich bis heute noch nicht danach gegooglet. Irgendwo in Amerika, weit, weit weg von meinem neuen Leben als unglückliche Frau in Deutschland, so viel stand fest. Ohio klang in meinen Ohren nach Wildem Westen oder zumindest nach einem Ort, der so weit entfernt meiner Vorstellungskraft lag, dass es sich für Niemanden hier lohnte, mir nachzureisen und mich zur Vernunft zu bringen.

Ich würde alle Zelte zuhause abbrechen, jeden Kontakt einstellen und ganz alleine ein neues Leben beginnen.

In Freiheit.

„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?“

Wenn eine Mutter diesen Gedanken tatsächlich hegt, gibt das einen Aufschrei in der Gesellschaft. Eine Mutter, die ihre Kinder verlässt, das gleicht einer Todsünde, und wenn es die achte wäre, die man noch ergänzen müsste in der Liste der sieben Todsünden. Bei Vätern, die das Handtuch schmeißen wird gerade mal verständnislos der Kopf geschüttelt. „Schon wieder so einer, der die Verantwortung von sich schiebt.“ Das war’s in der Regel. Wenn Frauen die Verantwortung von ihrer Brust schieben möchten, weil sie von ihr erdrückt werden, möchte die Gesellschaft am liebsten den Scheiterhaufen wieder hervorkramen.

Einer Mutter wird es einfach nicht gestattet, sich der „natürlichsten Rolle ihres Lebens“ zu entziehen, selbst wenn sie todunglücklich damit ist.

Nicht jede Mutter, die ihre Mutterrolle bereut, spielt automatisch mit dem Gedanken, irgendwo alleine nochmal neu anzufangen. Ich tat es. Und nicht nur einmal.

Meine inzwischen achteinhalb Jahre Muttersein waren die reinste Berg- und Talfahrt, wobei die Episoden, in denen ich den Kopf um 90° Richtung Himmel recken musste, um ihn zu erkennen, deutlich überwogen. Und wenn es gar unerträglich schien, die Sonne sich zu lange hinter grauen Wolken versteckte und ich gefühlt keinen Meter vorwärts kam, dachte ich auch wieder an eine einsame Blockhütte im Wald, ganz weit weg, wo ich, abgeschieden von der verurteilenden Gesellschaft, meine Seele wiederbeleben könnte.

Ich bin in meinem Leben schon mehrmals umgezogen, quer durch Deutschland. Eines habe ich dabei gelernt: So weit du auch weggehst, um deinen Sorgen aus dem alten Leben zu entfliehen, du wirst sie nicht los. Oh ja sicher, ein paar Dinge ändern sich: Du bekommst einen neuen Alltag mit neuen Bekanntschaften und Routinen. Du wirst äußerlich dein altes Leben los. Aber dein schlechtes Gewissen, deine Schuldgefühle, deine Fehler und Sehnsüchte, deine Ängste und Abhängigkeiten, sie alle begleiten dich auch weiterhin, ob du es willst oder nicht.

Eigentlich war mir also schon klar, dass ein Auszug nach Ohio meine Probleme nicht lösen würde, nur, weil ich versuchte, vor ihnen davonzurennen. Und dennoch: Ohio wurde ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben, selbst noch einige Zeit später, als ich mir die Auswandererpläne endgültig aus dem Kopf geschlagen hatte. Ohio wurde zu meinem Freiheitssymbol.

Ich brauchte wenigstens in meinen Gedanken diese Fluchtmöglichkeit, um das ohnehin schon auf ein Minimum reduzierte Gefühl der Selbstbestimmtheit nicht zu verlieren.

Und wenn ich diesen Wunsch nur in Gedanken vor mir selbst aussprach. Jede Frau, die sich eingeengt fühlt in ihrer Rolle, die sie zu bedienen hat, braucht die Gewissheit, dass sie sich weit wegwünschen darf, ganz ohne schlechtes Gewissen.

„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?“Als ich das letzte Mal mit dem Gedanken spielte, die Familie zu verlassen, ging es schon gar nicht mehr um Ohio. Es war vor knapp drei Jahren, als wir an der Nordseeküste wohnten und ich die Möglichkeit in Betracht zog, wenigstens in eine kleine 2-Zimmer-Wohnung drei Straßen weiter zu ziehen. Als Rückzugsort für mich, während die Kinder beim Papa weiterwohnen würden.

Es scheiterte (neben den finanziellen Gründen) an meinem noch stärkeren Bedürfnis, mit meinem Mann weiterhin zusammenleben zu wollen. Außerdem war da immer noch das tiefsitzende Gefühl, auf meinem eigenen Lebensweg versagt zu haben, wenn ich diese Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung jetzt abbrechen würde. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass jeder sein Päckchen zu tragen bekommt, um daran zu wachsen. Auch, wenn es sich zeitweise wie ein überdimensionaler Karton, vollgestopft mit Wackersteinen, anfühlt.

„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?“

Ich kenne zwei Frauen, die diesen Gedanken in die Tat umgesetzt haben. Sie sind nicht nach Ohio ausgewandert, um sich eine neue Identität zu erschaffen, sondern sie sind in der Nähe ihrer Familie geblieben, um sich auch weiterhin um ihre Kinder kümmern zu können.

Ich verurteile diese Mütter nicht, sondern spreche ihnen meinen höchsten Respekt aus, dass sie sich dem hohen gesellschaftlichen Druck und ihrem eigenen schlechten Gewissen aussetzen. Denn so eine Entscheidung muss auch enorme Schuldgefühle gegenüber den eigenen Kindern auslösen, die im schlimmsten Fall noch die Schuld bei sich suchen, dass Mama gegangen ist, obwohl sie es natürlich nicht sind!

Bewundernswert, wer das alles aushält. Aber auch daran erkennt man, wie groß die Sehnsucht jener Frauen nach Freiheit, Autonomie und Selbstverwirklichung ist – Bedürfnisse, welche viele der heute bereuenden Mütter in ihrer Kindheit bereits nicht (genug) erfüllt bekamen.

Rückblickend bin ich sehr dankbar, meine Familie nicht verlassen zu haben. Ich bin mir sicher, dass ich das wirklich bereut hätte, viel mehr als die Mutterrolle an sich. Und dennoch flüchte ich oft zu meinem geheimen Ort, an dem ich ganz alleine bin. Dieser Ort, ein einsamer Strandabschnitt, befindet sich in meinem Kopf und ist nur einen Lidschlag von meinem Mama-Alltag entfernt.

Meistens besuche ich meinen Strand morgens nach dem Frühstück vom Sofa aus, wenn die Kinder in der Schule oder -corona- bzw. ferienbedingt – zuhause sind. 5 Minuten reichen mir in der Regel schon, um meinem Bedürfnis nach Freiheit nachzukommen. Solch einen Seelen-Ort kann ich jeder Frau nur empfehlen – egal, ob sie Mutter oder kinderlos ist! Denn die weibliche Seele braucht einen Platz, an dem sie ganz sie selbst und frei sein darf.

Apropos Freiheit: Dass diese viel mit unseren inneren Glaubenssätzen und dem Wunsch nach Sicherheit zu tun hat, erklärt (Trauma-) Therapeutin Verena König in ihrem Podcast „Wie du ein Leben in Freiheit kreieren kannst“.

Ich ahne, dass auch das Gefühl der Fremdbestimmtheit viel mit unserer inneren Einstellung zu tun hat und der Wunsch nach mehr Freiheit nur sekundär dem Dasein unserer Kinder geschuldet ist.

Ich werde mal in Ruhe darüber nachdenken. Vielleicht schon morgen, in meinen 5 Minuten alleine am Strand.

Zum Reinhören und inspirieren lassen:

Aus der Reihe „Die Frage: Bin ich bereit für ein Kind?“ Diesmal: Regretting Motherhood. Sabrina erzählt anonym, wie es ist, das Muttersein zu bereuen.

Podcast von Therapeutin Verena König: „Wie du ein Leben in Freiheit kreieren kannst“

Fotolizenzen mit freundlicher Unterstützung von Flo Karr (Titel) und Patrick Schneider. (Die Frau am Strand bin tatsächlich ich selbst.)

15 Gedanken zu „„Hast du als Mutter schon mal den Gedanken gehabt, abzuhauen? Die Familie zu verlassen?““

  1. Nova sagt:

    ❤️

  2. Birgit sagt:

    Das „mit der Familie verlassen“ wollen habe ich vor der Trennung einmal wöchentlich überlegt. Als mir Alles zuviel wurde: dass ständig die Kinder und der Mann um mich herum waren. Dass der Haushalt aussah wie bei Hempels unterm Sofa weil mein Ex-Partner eine (Verzeihung) Haushaltssau ist und ihm nie richtig Ordnung und Sauberkeit beigebracht wurde und ich immer am putzen und aufräumen war. Da habe ich oft davon geträumt, einfach abzuhauen und diese Höllenfamilie einfach ihrem Schicksal zu überlassen.
    Gottseidank kam dann irgendwann die erlösende Trennung vom Kindsvater und ich konnte mir mein eigenes sauberes Reich (wie in kinderfreien Zeiten!!!) wieder aufbauen und für Ordnung sorgen. Die Kinder kamen jetzt nur noch jede 2. Woche und die Zeit mit ihnen blieb und bleibt immer noch eine grosse Herausforderung für mich. Ich denke in der Kinderwoche täglich, wann bin ich endlich wieder frei von dieser beschxxxx Mutterrolle? Wann kann ich endlich wieder ICH selbst sein??!?
    Die Kinder sind von Natur aus faul, bequem und undankbar. Zu aller Mithilfe im HH muss man sie zwingen/überreden. Obwohl ich beim Ältesten (12 Jahre) jetzt Fortschritte mache und ich ihm erfolgreich das Kochen näher bringe. Trotzdem freue ich mich auf die Zeit wenn meine Kinder ENDLICH selbständig sind und ausziehen und ich wieder Unmengen an freier Zeit für mich selbst habe und die Kinder weit weit weg im Ausland leben. Für mich ist kinderfreie Zeit mittlerweile ein Luxus, der unbezahlbar ist. „Familie“ das ist einfach nichts für mich, musste ich mir bitter eingestehen. Besonders dem „Mutter-macht-alles-und-opfert-sich-für-ihre-Familie-auf“ Familienleben kann ich Null Komma Null abgewinnen. Es ist wie ein Spiel, bei dem ich als Mutter immer die A-Karte ziehe.
    Wo ist der „Undo“-Button, der mich wieder in eine kinderlose Frau verwandelt??? Wie eine Gefängnisinsassin zeiche ich jeden Tag im Geist einen Strich an die Wand, bis ich wieder entlassen werde. Was zur Hölle soll am Kinderhaben denn toll sein??? Besonders für die arme Mutter ????

    1. Mona sagt:

      Liebe Birgit,

      genau diese Gedankengänge habe ich auch ständig.Dieses aufopfern wir im Gefägnis und was daran toll sein soll so wie es immer dargestellt wird.Furchtbar es kommt mir so unehrlich vor.Aber vermutlich hat nur jeder andere Empfindungen. Für mich ist es schrecklich.Ständige sorgen und diese ganze Verantwortung. Und man bekommt eigentlich nix zurück. Die schlimmste Zeit meines Lebens und man kann es nicht rückgängig machen.

  3. lnda sagt:

    ich habe natürlich auch mutterfrust sonst wäre ich ja nicht auf diese Seite gestossen.Abhauen denke ich nicht, weil ich da nicht glücklich wäre, wegen schlechtem gewissen, aber die zeit zurückdrehen schon. Ich habe aber auch einen Ehefrust und wünschte mir , ich hätte einen besseren Mann für meine Kinder ausgesucht. Er ist stinkfaul zu Hause, ist nie da, ausser spätabends kommt er nach Hause zum schlafen, sogar am Wochenende, oft sehen wir uns gerade mal eine Stunde am Tag, wo er schnell isst was ich kochen musste und dann ist er wieder unterwegs. Es bleibt alles an mir hängen mit den Kindern. Aber wirklich alles. Und ich denke gerade deshalb machen meine Kinder was sie wollen, lassen sich nichts sagen, weil sie sehen was der Vater macht, ich bin froh wenn die kleinste endlich in den kiga kommt und ich ruhe habe, dann werde ich die Zeit neben dem beschissenen haushalt vor dem TV verbringen und mein Leben irgendwie über die Runden bringen. Ich lasse meine Kids auch jetzt undendlich viel vor dem TV weil ich einfach ruhe von denen will. die eine schreit und heult den ganzen tag, ich kanns nicht mehr ertragen, und die andere ist extremst wild., es mag auch iemand im umfeld auf sie schauen, weil die alle sagen die ist zu wild, ich mag der nicht nach. ich fühle mich am abend wie ich einen marathon gelaufen bin, so ausser atem vom tag, fix und fertig, die andere ist zu faul zum eine ausbildung machen und geht halbeits nicht zu ihrem praktikum . die kinder machen mich fertig und wo bleibe ich, ausgepowert, und alles, ich denke hätte ich einen anderen mann, der mir zumindest am wochenende und abends helfen würde, wäre alles anders. da würde mir mehr zeit für mich bleiben zum erholen und wäre ausgeglichener

  4. Constanze sagt:

    Nein diese Gedanken hatte ich noch nie, klar ist es manchmal schwer, aber man übersteht!

  5. Daniela sagt:

    Hallo, ich bin gerade auf deine Website aufmerksam geworden als ich „Distanz zum Kind gewinnen“ heimlich bei Google eingegeben habe. Mein Sohn ist 2 und ich liebe ihn über alles. Die Schwangerschaft war ungeplant aber irgendwie freute ich mich auf einen neuen, einen „erwachsenen“ Lebensabschnitt. Jeder hat uns zum Familienzuwachs beglückwünscht, als ich schon dachte: oh je, wie lange muss ich das aushalten bis ich endlich wieder ich Selbst sein kann? Und ich will es ja nicht nur „aushalten“, sondern eine gute Mutter sein, ein lebensbejahrendes Vorbild, die das Kind liebevoll führt und leitet, bis es selbständig seinen eigenen Weg geht. Stattdessen würde ich am liebsten schreien und weinen, wenn der Kleine abends nicht ohne Mama einschlafen will oder tagsüber ständig auf den Arm möchte. Seine Schreianfälle fühlen sich für mich so an, als würde mein Herz explodieren und demnach würde ich am liebsten alles tun, damit er damit aufhört. Er bekommt also oft seinen Willen. (Meist verlangt er mit den Schreianfällen einfach nach Mamas Nähe). Papa verweigert. Er fühlt sich persönlich von den Mama-Rufen angegriffen bzw. ausgeschlossen und macht mir ständig Vorwürfe, ich solle das Kind doch endlich mal schreien lassen, sonst versteht er es nie… aber ich kann nicht. Es zerreißt mir das Herz und dann kommen Schuld- und Versagensgefühle. Gegenüber dem Kind oder dem Papa, je nachdem für welche Reaktion ich mich entscheide.
    Muttersein macht mir absolut keinen Spaß. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe mein Kind und sein Lachen lässt mein Herz bis in den Himmel schlagen. Aber es fühlt sich so an, als würde ich das, was mich als Mensch ausmacht für diese Rolle (Mama-Rolle) opfern.
    Danke für deine Website, hier fühle euch mich ein bisschen mehr verstanden und nicht verrückt :-)
    Vielleicht bin ich eine Hochsensible Mama und weiß es noch nicht? Ich werde recherchieren :-) Alles Gute für alle Mamas

    1. Christine sagt:

      Liebe Daniela,

      ich habe soeben einen Artikel veröffentlich: Wenn Mama Angst vor Nähe hat. Vielleicht findest du dich darin auch wieder?
      Diese Beschreibung von dir „Er bekommt also oft seinen Willen“ kommt mir selbst noch sehr bekannt vor. Inzwischen habe ich erkannt, dass Schreien des Kindes nichts mit Aufmucken oder Willen durchsetzen zu tun hat; es ist einfach seine einzige Möglichkeit, um Hilfe zu bitten. Und das Bedürfnis nach Nähe ist existentiell, also für ihn lebensbedrohlich, wenn er sie nicht bekommt. Versteh mich bitte nicht falsch: Ich weiß, wie nervenzehrend es ist, wenn gefühlt 24h am Stück gebrüllt wird und man als Mutter nur noch funktioniert und selbst mit seinen Bedürfnissen zurückstecken muss, vor allem, wenn man selbst früher von seiner eigenen Mutter auch nicht so umsorgt wurde, wie man es gebraucht hätte (ich spreche von mir).

      Dass dein Mann sich von den Mama-Rufen ausgeschlossen fühlt ist sicher schmerzhaft für ihn, aber SEIN Problem aus seiner eigenen Kindheit, das er versuchen sollte, nicht in euer Familiensystem zu bringen (sondern mit einem einfühlsamen Therapeuten aufzuarbeiten). Es tut eurem Sohn nicht gut, wenn Eifersüchte (die dort nicht hingehören) den Zugang zu ihm blockieren, also, dass dein Mann dich mit seinem Gefühl von ausgeschlossen-sein dazu bringt, dass du deinem Sohn nicht die Nähe zukommen lässt, die er aber so dringend benötigt. Dein Sohn kann deine Reaktion, ihn schreien zu lassen, noch nicht verstehen, dazu ist er zu jung! Im Zweifel solltest du dich immer für die Reaktion deines Kindes entscheiden (jetzt in diesem sensiblen Alter, wenn es noch nicht ums gegenseitige Ausstechen der Eltern geht).

      Ich sage das auf keinen Fall, um dich (oder deinen Mann) zu verurteilen. Es ist wichtig, dass ihr gut für euch sorgt, als Paar, aber eben auch jeder für sich, dass ihr viel Zeit zum Auftanken bekommt! Egal, ob hochsensibel oder nicht.

      Alles Liebe dir!

  6. Freespirit11 sagt:

    Ich kann mal wieder nicht schlafen – überlege ob ich abhauen soll weil ich diesen Tinnitus vom Stress nicht mehr aushalte. Immer ist was. Die Kinder krank der papa im burnout und immer will irgendjemand irgend was von mir und ich stelle mein Leben hinten an. Ich fühle mich als habe ich nicht mehr die Kraft das alles zusammen zu halten und mich dazu. Ich kann es nicht ertragen das immer jemand meinen Schlaf stört und ich bin dauernd unter Strom weil ich denke jetzt muss ich wieder dies dann wenn es ch nicht genug mache im Auge meiner größeren 3 jährigen pinkelt sie alles ein „Mama ich hab dir gezeigt.“ zwischen Wut und schlechtem Gewissen hangel ich mich durch in der Hoffnung das nie wieder die Kita zu macht und wir endlich mal wieder reisen dürfen. Ich träume jede Nacht von meiner tollen Zeit beim reisen feiern und leben genießen ! Viel Sex, 10 kg leichter und ohne Hänge Bauch … ja die Kids haben einiges gekostet an Kraft und Lebensfreude und sie geben mir auch schöne Momente besonders die kleine die viel lacht. Aber wenn die dann wieder austritt wie ein Esel beim Windeln wechseln und ihre kacke überall verteilt würde ich sie am liebsten mit in den Windel einer schmeißen. Ich habe eine Mutter die alles andere als normal war. Und Mein Vater war auch nie da und ich frage mich wieso Leute wie ich überhaupt Kinder bekommen dürfen. Ich bin der Sache weder gewachsen noch dafür gemacht und eigentlich würde ich gerne weg rennen damit ich den Kindern nicht noch mehr Schaden zufüge ! Ich schreie sie oft an oder renne weg oder ziehe mich zurück. Ich konnte mich nie auf meine Eltern verlassen und komme aus sehr unbeständigen Verhältnissen und jetzt mache ich nichts anders. In manchen Dingen ist mein Mann wirklich besser gestellt und auch heilsam und zumindest loyal aber der hat auch dauernd was. Schlechte Laune Stress und ist immer soooo müde am Wochenende. Ich bin auch müde und gelangweilt so langweilig war mir selten ! Es gibt wenig worauf man sich freuen kann außer ein weiterer Spaziergang im Wald und mal Eis essen das man versucht als Knaller zu sehen. Für jemand der mal in New York gelebt hat oder die Welt bereist ein oft öder Eindruck der sich immer und immer wiederholt. So wie all die scheisse Windeln. Immer noch so viele. Die Kids sind 1,5 und 3 und ich denke immer jetzt wird es bald besser. Dann wieder ein Tobsuchtsanfall meiner großen weil wir den Apfel in schnitze geschnitten haben sie wollte ihn aber so essen. Der Welt Untergang der First World … in der 3. Welt sind die irgendwie normaler die Kinder denke ich. Kranke Welt kranke Kinder … wegrennen ist auch nicht die Lösung oder vielleicht doch …

    1. Birgit sagt:

      Hallo Freespirit,

      ich kann mich erinnern an die Zeit als meine Kinder auch so klein waren. Wie schrecklich anstrengend das alles war und wie nervig die Zornausbrüche der Kinder und meine Hoffnung, dass es doch endlich besser werden würde. Ich denke, dass Du schon längst über den Punkt des „Burnout“ hinaus bist. Ein Zustand reiner Verzweiflung. Du schreibst, dass Dein Partner Burnout hat aber doch manchmal sehr heilsam ist und scheinbar noch Kraftreserven übrig hat (?)
      Wieso gehst Du nicht allein für ein verlängertes Wochenende oder eine Woche lang zu einer (kinderlosen) Freundin / Bekannten / Familie oder auch nur ganz allein in eine Ferienwohnung in einer hübschen Gegend (Meer, Berge) und lässt Deinen Partner in der Zeit die Kinder betreuen, der dafür Urlaub/Gleitzeit nimmt? Du brauchst dringend eine Auszeit und musst etwas anderes sehen. Und das würde ich regelmässig so 3-4 mal im Jahr durchziehen. Scheiss auf den Familienurlaub: das ist nur Stress für die Mutter weil der stressvolle Alltag für die Mutter dort trotzdem weitergeht und der Partner das auch weiss und ausnutzt!
      Also ich denke Du musst Deinem Partner mehr Verantwortung die KInder betreffend übertragen. Oder denkst Du, das könnte schlimm/tödlich enden wenn Du mal für kurze Zeit den Verschwindibus machst?
      Ich garantiere Dir: du wirst viel glücklicher heimkehren mit viel mehr Energie als du davor hattest, wenn Du jetzt schon von einem freien Leben träumst….Rette Dich selbst: KEINER WIRD ES FÜR DICH TUN!!!!

      ach ja: und wenn Du dann ausgeglichener und glücklicher bist, werden sich auch deine Kinder anpassen und ihr Verhalten wird sich schlagartig ändern. Sie reagieren auf Deinen Stress….

  7. Sonja sagt:

    Oh, ist erkenne meine Situation in vielen Postings wieder. Hinzu kommt, dass meine 10jährige Tochter verhaltensauffällig ist und dadurch 0,0 Freunde hat. So hängt sie wie eine Klette an mir. Zig Therapeuten konnten ihr bisher nicht helfen (Impulsivität) und in 9 Monaten (schnell ist anders) fahre ich in eine reine Mütterkur. Mein stinkefauler Ehemann wird sich wundern. Danach werde ich mir wieder eine Vollzeitstelle nehmen und ausziehen.

  8. Natascha sagt:

    Hallo alle zusammen!

    Ich habe meinen Mann und meine beiden Kinder (7, 10) vor vier Monaten „verlassen“, bin direkt mit einem neuen Mann zusammen gezogen! Geht es mit jetzt besser?! Mal so mal so… mein „neuer“ trägt mich auf Händen, liest mir jeden Wunsch von den Augen ab und ist einfach perfekt. Der Sex ist mega und ich hab endlich wieder das Gefühl geliebt zu werden, jemanden zu haben der sich auf mich freut, mich als Frau, nicht als Frau die alles tut, nicht als Mama… er bedankt sich sogar wenn ich seine Sachen bügele oder aufräume… das hab ich in den 11Jahren Ehe gefühlt kaum gehört.
    Jetzt die Kehrseite der Medaille :( Mein schlechtes Gewissen macht es mir sehr schwer das alles genießen zu können… die Selbstvorwürfe und Schuldgefühle nehmen manchmal überhand und ich frage mich fast täglich warum ich das getan hab. Hätte ich der Kinder wegen nicht einfach durchhalten sollen? Ich hatte doch ein gutes Leben. Einen Mann der mich hat alles machen lassen, wie ich es wollte, ein wunderschönes zu Hause, Garten, zwei bis drei mal im Jahr Urlaub (günstig in die Ferienwohnung von bekannten!), war für die Kinder zu Hause, damit sie mich immer hatten und nicht in die Betreuung mussten… keine finanziellen Sorgen, klar mussten wir uns einschränken, aber das haben wir gelernt. Und trotzdem war ich unglücklich, habe mich selner teilweise gehasst, weil ich war wie ich war… unzufrieden, genervt, gereizt, mit nichts zufrieden, ständig am zweifeln… genervt vom
    ständigen streiten den Kinder… und dann kam
    Er… hat mir gezeigt das es „mich“ noch gibt. Ich hab mich wieder gefunden, mich wieder als Frau gefühlt… mein Mann hat mir auch gesagt das er mich liebt oder mich schön findet, aber das war irgendwie was anderes. Versteht ihr wie ich das meine? Ich hab meinen Mann betrogen, konnte nicht glauben was ich getan hab, es war so unreall, als wäre es nie passiert. Ich hab mir Hilfe gesucht bei einer ehrenamtlichen Familientherapeutin…ihr alles erzählt was passiert ist, gesagt das ich „Scheiße“ gebaut hab und meinen Mann betrogen habe. Darauf hin hat sie gesagt: „Sie haben keine Scheiße gebaut, sie haben sich Hilfe geholt“.
    Dieser Satz hat viel ins Rollen gebracht… viele Gedanken in Gang gesetzt… und wie ihr schon wisst hab ich mich getrennt. Mein Mann hat mich angefleht zu bleiben. Er war der Meinung das wir wieder zueinander finden, wenn es entspannter wird im Leben… aber was hätte sich geändert? Wir wären die gleichen, die „Probleme“ in unserer Beziehung die gleichen. Hätte, hätte… du weiß nicht wohin der Weg mich bringt… im
    Moment fühlt es sich oft scheiße an… ich habe „wieder“ alles aufgegeben (wie bei der Geburt des großen, der ein absolutes Wunschkind war)… das Haus, die Kinder, die finanzielle Unabhängigkeit. Noch keinen neuen Job, vom Minijob kann man schlecht leben. Dann noch Corona, eine Familie die nicht hinter mir steht, sondern mit Vorwürfe macht oder sich von mir abgewendet hat… aber ich werde meinen Weg gehen! Ich bin fest davon überzeugt das nichts ohne Grund passiert! Und sich alles zum
    Guten wendet und wenn ich alt und faltig bin und auf mein Leben zurück schaue, ich sagen kann das ich alles richtig gemacht habe!
    Ich würde mich total freuen, von anderen zu lesen, die auch gegangen sind… macht ihr euch auch solche Selbstvorwürfe und habt ihr so krasse Schuldgefühle? Könnt ihr die neue Liebe in vollen Zügen genießen? Euer neues, freies Leben? Ich muss langsam lernen, mal nichts zu tun, oder an mich zu denken…

    Übrigens verstehen mein Ex und ich uns super. Wir sind weiterhin Eltern und sehen uns regelmäßig. Die Jungs kennen meinen neuen und finden ihn gut. Er hat mich auch finanziell für den Neuanfang unterstützt. Da bin ich ihm sehr dankbar für! Ich bringe die Jungs zwei mal die Woche zur Schule und sehe sie zwei bis drei mal die Woche nachmittags und bringe sie zwei mal die Woche mit ins Bett. Und jedes zweite Wochenende verbringe ich mit ihnen. Bin quasi ständig da. Hab aber das Gefühl das wir drei das brauchen, besonders am Anfang… sorry, wenn’s zu viel war! Mir fehlen solche Erfahrungen anderer Mütter so sehr. Ich hoffe ich konnte jemanden von euch helfen, damit das ich „kurz“ angeschnitten hab.

    1. Katja sagt:

      Hallo Natascha,
      Ich habe mich Ende Januar getrennt. Damit unsere 4 Kinder (16,15,15,13) in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, bin ich ausgezogen. Es geht mir schlecht damit. Bisher habe ich meine Kinder tagsüber besucht, wenn der Papa zur Arbeit war.
      Er ist verletzt und will nichts mehr mit mir zu tun haben.
      Nun macht er sich über WhatsApp Luft, beschimpft mich.
      Ich quäle mich seitdem noch mehr, fühle mich schrecklich einsam.
      Ich kann keine 4 Kinder aufnehmen. Meine Wohnung ist eine Rumpelbude. Alles kommt step by step.
      Mir fehlt der Austausch mit anderen Müttern die gegangen sind.
      Wie schaffen Sie das?

  9. Susanne sagt:

    Wenn ich lese, dass jemand seine eigenen Kinder als faul, bequem und undankbar beschreibt, dann tut es mir für die Kinder sehr leid. Von wem haben sie das wohl gelernt? Klar sicher vom Vater….

    Die Verantwortung für den täglichen Stress, den Umgangston und wie locker wir durch das Leben gehen können, liegt hier in unserer Kultur meistens bei uns selber. Es gibt Länder, dort bestehen andere Zwänge und Umstände, die durchaus ungünstiger sind, über die reden wir hier aber nicht. Wohl auch nicht über Fälle, in denen Gewalt im Spiel ist. Hier sollte eine sofortige Trennung erfolgen und mit den Kindern ausgezogen werden. Es geht ja mehr darum, dass man mehr vom Leben erwartet hat und keine Lust mehr auf die soziale Verantwortung hat. ja, es ist das Lustprinzip, das in unserer heutigen Zeit so wichtig geworden ist. Das Leben muss Spaß machen.

    Wenn hier einige im Prinzip von fehlender Selbstverwirklichung reden, dann würde mich interessieren, wie sie sich denn danach selbstverwirklicht haben? Oder war es doch nur die eigene Bequemlichkeit und Abneigung von sozialer Anstrengung?
    Wenn ich die Kommentare lesen, dann habe ich das Gefühl, dass die Mütter, die gehen, gerade nicht diejenigen sind, die sich danach auf eine erfüllende berufliche Sache stürzen. Sondern häufig scheint die Erwartungshaltung ein Leben ohne soziale Pflichten und Verantwortung zu sein. So wie das Leben zwischen zwischen 17- Mitte zwanzig war?
    Alternativ könnte man zwar auch seine eigene Einstellung überdenken und erstmal bei sich selber im Umgang mit anderen anfangen. Mit mehr Gelassenheit, Humor und Ruhe kann sich schon sehr viel im Leben ändern. Dieser Weg erfordert allerdings die Einsicht, dass man selber Schwachstellen hat und daran arbeiten kann. Das erscheint nicht halb so verlockend, wie der „schnelle“ Erfolg. Oben hat zumindest niemand darüber geschrieben, was man alternativ zur Situationsverbesserung unternommen hatte, welche Fehler man selber macht, auch kein Wort zum Thema Reife. Dafür sehr viel Selbstmitleid und teils schon recht respektlose Kommentare über die eigenen Kinder und Partner. macht doch mal eine Liste mit der Familie und schreibt auf, wer was alles im Laufe eines Tages macht. Dabei kann jeder
    erstens das sagen was er bei den anderen Familienmitglieder wahr nimmt und zweitens, das was sie/er selber bei sich wahr nimmt.
    Es gibt viele Ansätze, um etwas zu ändern, wenn man nur will.

    Was mich auch interessieren würde, wie ist das Leben denn im Alter, wenn man 70+ ist? Kommen die eigenen Kinder dann noch, oder bevorzugen sie dann ebenfalls lieber ein Leben ohne Zwänge und anstrengenden Verpflichtungen gegenüber den Eltern? So wie sie es von Mama gelernt haben?
    Findet man sich dann in einer kleinen Wohnung oder im Altersheim alleine wieder oder baut man auf den reichen fidelen Partner?
    Viele der hier geschilderten Zustände wirken schon sehr selbstsüchtig, auch wenn man das nicht hören mag. Es ist wie es ist.

    1. Christine sagt:

      Liebe Susanne,
      diese Selbstsucht, von der du sprichst, oder auch Narzissmus, ist für mich eine logische Folge von mangelnder Mütterlichkeit und natürlich bin ich auch nicht frei davon, denn es ist das Hauptthema meines Blogs ;-)

  10. Luna sagt:

    Liebe Christine,
    es ist sehr hilfreich die ganzen Geschichten zu lesen und ich habe schon sehr oft daran gedacht einfach zu gehen. Mehr aus dem Zustand des „Einfach nicht mehr Könnens“ als nach dem Wunsch mein altes Leben zurück zu bekommen. Ich bin sehr viel rumgekommen, hab in Boston und Costa Rica gelebt. Bin mit Motorrad und Zelt durch halb Europa gecruist…Abenteuer waren mein Ding.
    Dann kam der erste feste „tolle“ Job und ich ward sesshaft. In dieser Zeit habe ich auch meinen Mann kennengelernt. Ich war so wahnsinnig verliebt, verstanden und aufgehoben. Wenige Wochen nach unseren Kennenlernen war ich schwanger (ich war schon 33 und absolut sicher das ist mein Mann)
    Hochschwanger wurde ich aus meinem Job gemobbt. Als schwangere und baldige Mutter kann man solche Tätigkeiten nicht mehr verlässlich ausüben…
    Meine tolle Wohnung hab ich dann auch aufgegeben und bin zu meinem Mann in eine andere Stadt gezogen.
    Dann war mein Job Einkaufen Putzen Kochen und aufräumen bis zur Geburt meines ersten Kindes. Tataaa nach einer 3-Tages Geburt kam das süßeste Schreikind in unser Leben. Meine Brüste haben geblutet und ich konnte und kann bis heute (6 Jahre später) nicht länger als 2h am Stück schlafen. Dazu kam der Druck seitens meines Mannes wieder einen Job zu finden. zeitweise war ich kurz davor den kleinen Mann aus dem Fenster zu schmeißen. und dann dieses unverständnis wenn ich nicht weiter wusste – Du bist doch die Mutter Du weisst doch was am besten für Dein Kind ist…
    Und doch entschied ich mich 1 Jahr später für ein zweites Kind. Zum einen hatte wollten wir kein Einzelkind ich sowieso noch keinen festen Job. wunderwas wurde es sogar ein Mädchen und dazu super pflegeleicht aber mein Mann ist ausgetickt. Sein Vater war derweil verstorben und ich konnte ihm nicht helfen. zumal er mir gebeichtet hatte mich über seine Vergangenheit angelogen zu haben war ich nur würend. Er war wütender und wurde handgreiflich. Und ich immer stiller – ich konnte nicht anders. Als ich zu einer Beratung ging sagte mir die Frau nur : einmal Gewalt und es wird immer schlimmer und die scheidungsanwältin riet mir durchzuhalten weil Alleinerziehend würde ich echt scheisse dastehen. Es war die Hölle und trotzdem war ich der Überzeugung es wird besser und die Kinder brauchen Ihren Vater, den ich immer noch liebe.
    Ich hab mich in mich vergraben, rede mir ein ich hab noch achtung vor mir selbst und meine Kinder lassen Ihren Frust natürlich immer bei mir ab und nicht bei Papa, der mittlerweile glücklicherweise nur noch mit Worten kämpft.
    Und dann kam die ungewollte dritte Schwangerschaft und ich bin völlig zerbrochen. Ich liebe meine Kinder und kann wie oben schon mal beschrieben Sie einfach nicht weinen hören. Ich ertrage es nicht. Aber ich schreie sie an weil sie mich nicht ernst nehmen und ja natürlich totale Egoisten sind. Und trotzdem viel zu gut für mich und zu fordernd. Es ist einfach so unglaublich anstrengend und zwar immer tag und nacht – selbst bei duschen oder auf dem Klo und dann ständig die Angst es passiert was.
    Dann letzt Woche die Diagnose dass ich irgendwie eine Entzündung im Nervensystem habe und zwar im Kopf. Meine einzige Hoffnung war immer durchhalten, es wird besser … Nix war’s mein Körper mag wohl nicht mehr.

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