Über mich. Tausend Fragen Teil 3 (Frage 200-299)

1000 Fragen an mich selbst

Wer bin ich, Christine, eigentlich hinter meiner Mutterrolle? In Anlehnung an Johannas Experiment auf ihrer Seite Pinkepank notiere hier Teil 3 meiner Gedanken zu den 1000 Fragen aus der Zeitschrift „Flow“. Für dich, um mich ein bisschen näher kennenzulernen. Für mich, um nicht zu vergessen, dass es noch ein Ich hinter der kochenden, Sachen-hinterhertragenden, Ausflüge-organisierenden Mama gibt. Nachmachen ist absolut empfehlenswert! Vielleicht magst du mir per Mail von deinen Gedanken erzählen?

200. Welches legendäre Fest wird dir in Erinnerung bleiben?

Meine eigene Hochzeit.

201. Wie gut kennst du deine Nachbarn?

Ich bin kein Mensch, der unbedingt mit jedem Nachbarn per Du sein muss und sich gegenseitig Milch und Eier ausleiht. Die Nachbarn links von uns sehe ich allerdings fast täglich, weil unsere Einfahrten lediglich von einer hüfthohen Hecke getrennt sind. Mit dem älteren Nachbarn gegenüber habe ich bislang nie mehr als ein freundliches „Moin“ gewechselt, wenn er wie ein Tiger durch seinen Garten streift. Man versteht sich. Unsere unmittelbaren Nachbarn der Doppelhaushälfte habe ich dagegen noch nie zu Gesicht bekommen.

202. Hast du oft Glück?

Wenn es um das Glück geht, im Lotto zu gewinnen oder bei Preisausschreiben, dann nicht. Allerdings glaube ich, dass uns das Glück im Alltag oft genug entgegenspringt; wir haben nur den Blick dafür verloren, es zu entdecken.

203. Von welcher Freundin unterscheidest du dich am meisten?

Das kann ich so pauschal nicht beantworten. Jede Freundin ist mir in gewissen Punkten sehr nah und in anderen wieder fremd. Objektiv betrachtet unterscheiden sich die kinderlosen von mir wohl am meisten.

204. Was machst du anders als deine Eltern?

Ich nehme die Sensitivität meiner Kinder ernst(er).

205. Was gibt dir neue Energie?

Zeit für mich alleine. Mein Mann. Schöne Momente mit meinen Kindern. Tagträume (siehe Punkt 208).

206. Warst du in der Pubertät glücklich?

Gefühlt hatte ich keine Pubertät.

207. Wann hast du zuletzt eine Nacht durchgemacht?

Wenn überhaupt muss das schon fünfzehn Jahre her sein. Ich vermisse es nicht.

208. Womit beschäftigst du dich am liebsten in deinen Tagträumen?

Mit Aktivitäten, die ich in kinderlosen Zeiten ausüben werde. Derzeit träumen mein Mann und ich von einem Wochenend-Trip nach Dänemark. Keine Ahnung, wann der stattfinden wird. Vielleicht dieses Jahr noch, möglicherweise erst nächstes oder im darauffolgenden Jahr. Der Zeitpunkt an sich ist dabei egal. Die Sehnsucht und die Kraft dahinter helfen mir durch schwierige Zeiten.

209. Blickst du dich oft um?

Auf der Straße? Nur, wenn es dunkel ist.

210. Was wissen die meisten Menschen nicht über dich?

Mir wird oft schlecht, wenn ich Aufzug fahre. Dabei kann ich es prima in gläsernen Fahrstühlen aushalten, es ist eher mein Gleichgewichtssinn, der bei zügigen Fahrten gestört wird. Deswegen kann ich auch nicht mehr schaukeln, wie ich es als Kind gerne getan habe. Was neue Kontakte, die ich knüpfe, auch oft überrascht, ist die Tatsache, dass ich Anfang meiner Zwanziger der Gothic-Szene zugeneigt war und ausschließlich in Schwarz und mit Metalmusik in den Ohren herumlief. Heute trage ich Schwarz nur noch zu Beerdigungen. Aber mit Lacuna Coil und Nightwish darf man mir trotzdem ab und an noch kommen.

211. Worüber hast du mit deinem Partner immer wieder Streit?

Auch wenn es kitschig klingt, aber wir streiten uns so gut wie nie. Zum einen haben wir verdammt ähnliche Ansichten, zum anderen wissen wir um den Energieverlust, den so ein Streit bewirkt. Energie, die wir weiß Gott woanders brauchen. Stichwort Kinder.

212. Worauf freust du dich jeden Tag?

Als erstes auf meinen Tee zum Frühstück.

213. Welche Freundschaft von früher fehlt dir?

Mir fehlt keine. Jede Zeit hat ihre Begegnungen. Auch in Freundschaften muss man loslassen können, wenn die Zeit des Abschieds gekommen ist. Was aber nicht heißt, dass ich nicht gerne an die Zeit zurückdenke. Nur ohne Wehmut.

214. Wie gehst du mit Stress um?

Sehr schwer. Ich bin kein Mensch, der Stress gut aushält, meistens bekomme ich schnell körperliche Symptome wie Bauchschmerzen. Auch Multitasking liegt mir nicht, weil das schnell zum Stress führt. Manchmal schaffe ich es, in einen unpersönlichen/distanzierten Zustand zu kommen, in dem ich die Situation nicht so an mich heranlasse. Dann bin ich „Beobachter von außen“ und gerate nicht selbst in die Stressspirale. Das geht aber nur an Tagen, an denen ich nicht eh schon dünnhäutig bin.

215. Gibst du dich gelegentlich anders, als du in Wirklichkeit bist?

Ich würde im realen Leben nie durch den Kindergarten gehen und anderen Müttern erzählen, wie ungern ich oft Mutter bin. In meiner Jugend habe ich versucht, möglichst cool zu wirken, obwohl ich es nie war. Es kommt immer auf mein Gegenüber und meine Bedürfnisse, meinen Selbstschutz an.

216. In welchen Punkten gleichst du deinem Vater?

Ich behaupte, wir sind ähnlich sensibel. Wir mögen beide Jazzmusik, sind eher ruhig und introvertiert und haben Schwierigkeiten in unserer Rolle als Elternteil.

217. Kann man Glück erzwingen?

Zwang und Glück schließen sich schon gegenseitig aus. Ich würde eher sagen, dass man dem großen Glück auf die Sprünge helfen kann, indem man herausfindet, welches kleine Glück im Alltag einem Zufriedenheit schenkt. Die heiße Tasse Kaffee? Ein paar Minuten Nichtstun? Die Blume am Wegesrand? Die Lieblingsübung beim Yoga? Und dann versuchen, so viele persönliche Glücksmomente wie möglich in den Alltag einzubauen und einen dankbaren Blick dafür zu bekommen. Dann ist das große Glück (bzw. die Summe aller kleinen Glücksmomente) sicher nicht mehr weit.

218. Welcher Streittyp bist du?

Früher habe ich die Macht meiner Worte dazu eingesetzt, andere im Streit zu kränken. Heute versuche ich, den Streit so sachlich-harmonisch wie möglich zu halten und den Streitpartner mit Argumenten zu überzeugen. Ganz wichtig: Ich-Botschaften, keine Angriffe.

219. Bist du morgens gleich nach dem Aufwachen richtig munter?

Ja. Zum Leidwesen meines Mannes. Bzw. zu meinem eigenen Leid, weil es noch zwei Stunden dauern kann, bis der Mann zu sinnvollen Gesprächen bereit ist.

220. Wie klingt dein Lachen?

Es ist alles dabei. Vom Leisen „Knurpsen“ bis hin zum schallenden Gelächter.

221. Gibt es Freundschaft auf den ersten Blick?

Ich hatte schon zweimal im Leben Begegnungen mit Frauen, bei der ich intuitiv eine tiefe Verbundenheit spürte. Allerdings glaube ich auch an Reinkarnation und die Gewissheit, manche Personen aus einem anderen Leben in neuer Form wiedertreffen zu können. Aus den beiden Fällen ist dennoch keine Freundschaft geworden.

222. Gönnst du dir selbst regelmäßig eine Pause?

Mein Mittagsschlaf ist zu einer täglichen und wichtigen Konstante geworden, die ich nicht mehr missen möchte. Ganz großer Luxus für mich! Auch aufgrund meiner Freiheitsliebe, die ich als Mutter entdeckt habe, bin ich dazu gezwungen, mir immer wieder Zeiten nur für mich einzubauen. Früher als Kinderlose konnte ich teilweise bis zu zwölf Stunden am Tag durcharbeiten, aber das wäre heute auch ohne Kinder nicht mehr anstrebenswert für mich.

223. Bist du jemals verliebt gewesen ohne es zu wollen?

So fängt Verliebtheit für mich logischerweise immer an. Man verliebt sich und denkt: „Aha, der ist es also!“ Und danach wollte ich natürlich auch. Umgekehrt hat es bei mir noch nie funktioniert, mich „nach Plan“ zu verlieben.

224. Steckst du Menschen in Schubladen?

Ich versuche es schon lange nicht mehr, weil ich weiß, wie vielschichtig jeder ist. Trotzdem legen viele Menschen, die ich beobachte, ein Verhalten an den Tag, das ich ihnen auch genauso zugesagt hätte. Sicherlich ist es ein schmaler Grat zwischen Menschenkenntnis und Schubladendenken.

225. Welches Geräusch magst du?

Wellenrauschen. Pferdeschnauben. Glockengeläut.

226. Wann warst du am glücklichsten?

Während meiner ersten Schwangerschaft. Ich war mit meinem Sohn eng verbunden, glücklich mit dem Leben und mir und ahnte noch nichts von den mehr als anstrengenden Folgejahren.

227. Mit wem bist du gern zusammen?

Mit meiner Schwester.

228. Willst du immer alles erklären?

Ohja, ich bin beinahe besessen davon. Nicht immer ein Vorteil.

229. Wann hast du zuletzt deine Angst überwunden?

Als ich meinem Sohn zuliebe Wasserbahn gefahren bin. Es war ein riesen Spaß!

230. Was war deine größte Jugendsünde?

Ich habe geraucht. Spannender wird’s hier nicht mehr.

231. Was willst du einfach nicht einsehen?

Dass meine Kinder Kinder sind und keine kleinen Erwachsene.

232. Welche Anekdote über dich hörst du noch häufig?

Als mich die Kassiererin eines Drogeriemarktes aufgrund meiner damaligen Frisur und meiner Kleidung für einen Jungen hielt und an der wartenden Schlange vorbei ihrer Kollegin weiter hinten im Laden laut zurief: „Frau Schmiiiihiiiiiiidt! Hier ist ein junger Mann, der wissen möchte, wieviel die Ware kostet!“ Oberpeinlich für ein schüchternes Mädchen wie mich, das eh schon genug Schwierigkeiten damit hatte, die Weiblichkeit für sich zu entdecken.

233. Welchen Tag in deinem Leben würdest du gerne noch einmal erleben?

Keinen. Mir reichen die Erinnerungen daran. Jeder Tag ist ein Einzelstück und ich möchte durch ein erneutes Durchleben und hohe Erwartungen die ersten Erinnerungen nicht trüben.

234. Hättest du lieber mehr Zeit oder mehr Geld?

Ich bin immer für mehr Zeit als für mehr Geld zu haben. Vor allem mit Kindern.

235. Würdest du gerne in die Zukunft schauen können?

Auf keinen Fall. Ich will weder wissen wann ich sterbe noch welche Schwierigkeiten mich noch erwarten. Ich glaube ein Blick in die Zukunft nimmt den Ansporn, es grundsaätzlich immer besser machen zu wollen.

236. Kannst du gut deine Grenzen definieren?

Mittlerweile ja. Aber als Hochsensible ist das schon ein schwieriger Prozess.

237. Bist du jemals in eine gefährliche Situation geraten?

Ich wäre beinahe als Kind im Schwimmbad ertrunken. Es war viel los in dem Becken und irgendetwas zog mich immer wieder unter Wasser. Ich japste immer wieder nach Luft und strudelte sofort wieder nach unten. Plötzlich waren da wie aus dem Nichts zwei starke Hände eines fremden Mannes unter meinem Bauch, die mich sicher zur Treppe geleiteten. Für mich war er Engel und Lebensretter zugleich. Heute würde ich ihm so gerne Danke sagen.

238. Hast du einen Tick?

Abends muss ich als letzte Aktion vorm Schlafengehen immer aufs Klo gehen. Selbst wenn ich fünf Minuten vorher noch war.

239. Ist Glück ein Ziel oder eine Momentaufnahme?

Vielleicht geht auch beides (siehe Frage 217). Wobei es einer ständigen Dankbarkeit bedarf, das erreichte Lebensglück auch dauerhaft als Glück zu empfinden und nicht immer mehr zu wollen. Dann wird man wieder unglücklich.

240. Mit wem würdest du deine letzten Minuten verbringen wollen?

Entweder mit meinem Mann oder ganz alleine.

241. Fühlst du dich im Leben zu etwas berufen?

Ich empfinde inzwischen die Arbeit auf meinem Blog als Berufung: Menschen in schwierigen Situationen zu begleiten und „negative“ Gefühle transparent zu machen, vor allem erst einmal sich selbst gegenüber.

242. Bist du nach etwas süchtig?

Nach den Küssen meines Mannes.

243. Wessen Tod hat dich am meisten berührt?

Der plötzliche Tod der jungen Schauspielerin Brittany Murphy (gestorben 2009 im Alter von 32 Jahren). Bis heute zweifeln viele an der Todesursache „Lungenentzündung“. Damals stand die Vermutung „Mord aus Habgier“ durch die Mutter im Raum. Die Vorstellung fand ich entsetzlich. Egal, was es im Endeffekt auch war: Für mich kam ihr Tod unerwartet; war sie doch eine Schauspielerin, deren Filme ich gerne sah. Allen voran: „Sag kein Wort“.

244. Wie würde der Titel deiner Autobiografie lauten?

Achterbahnfahrt durchs Leben einer freiheitsliebenden Hochsensiblen.

245. In welchem Maße entsprichst du bereits der Person, die du sein möchtest?

Ich bin schon ziemlich nah dran.

246. Wann muss man eine Beziehung beenden?

Wenn beide nicht mehr in die gleiche Richtung blicken (wollen) und den anderen nicht so sein lassen können, wie er ist.

247. Wie wichtig ist dir deine Arbeit?

Erfüllende Arbeit ist mir sehr wichtig, denn sie entspricht einem Teil meines Wesens.

248. Was würdest du gerne gut beherrschen?

Die Kunst des Schweigens. Nicht immer einmischen, alles erklären oder die Gedanken mitteilen wollen.

249. Glaubst du, dass Geld glücklich macht?

Wenn man damit gut für sich sorgt, auch gerne teilen kann, dann glaube ich, dass Geld glücklich macht. Aber wie das mit allem ist: Ein zu viel oder zu wenig macht unglücklich. Die Balance muss stimmen. Sobald man Existenzängste hat macht Geld unglücklich, genauso wenn die Gier nach immer mehr Reichtum die Gedanken und somit das Leben beherrschen.

250. Würdest du dich heute wieder für deinen Partner entscheiden?

Immer, immer, immer!

251. In welcher Sportart bist du deiner Meinung nach gut?

In Badminton und Schwimmen. Ballsportarten wie Fußball oder Basketball gehen gar nicht.

252. Heuchelst du häufig Interesse?

Seit ich Mutter bin vor allem bei meinen Kindern („Oh wie schön, schon wieder ein gemaltes Bild…Sooo viele Striche und Kreise und ein wildes Durcheinander…Was genau ist da jetzt zu sehen?“). Ich möchte ihnen gerne die Aufmerksamkeit schenken, die sie brauchen, aber es ist für mich ein Kraftakt, mich für Banalitäten zu interessieren.

253. Kannst du gut Geschichten erzählen?

Erfinden nein. Nacherzählen schon eher. Vorlesen am besten.

254. Wem gönnst du nur das Allerbeste?

Jedem. Wir sind alle gleich, jeder ist ein Teil dieses Planeten. Warum sollte ich mich oder ein paar wenige Auserwählte über alle anderen stellen?

255. Was hast du zu deinem eigenen Bedauern verpasst?

So manche Feier mit nahen Verwandten und Freunden, der wir aufgrund der Kinder nicht beiwohnen konnten, weil sie erst abends stattfanden.

256. Kannst du dich gut ablenken?

Kommt darauf an, wie sehr mich Gedanken bzw. Situationen beschäftigen. In der Regel tue ich mich mit Ablenken schwer.

257. In welcher Kleidung fühlst du dich am wohlsten?

In der Kleidung, die der Situation angemessen ist. Auf Feiern mache ich mich gerne schick, aber im Alltag laufe ich gerne bequem mit Jeans und Shirt herum. Umgekehrt würde ich mich allerdings sowohl in dem einen als auch dem anderen Dress unwohl fühlen.

258. Wovon hast du geglaubt, dass es dir nie passieren würde?

Dass ich die Mutterrolle bereuen würde.

259. Würdest du gern zum anderen Geschlecht gehören?

Nein, ich bin gerne weiblich.

260. Wer nervt dich gelegentlich?

Leider meine Kinder. Und leider viel zu oft.

261. Über welche Themen unterhältst du dich am liebsten?

Spiritualität, Sinn des Lebens und was kommt nach dem Tod? Ich unterhalte mich am liebsten über tiefgründige Themen. Small Talk geht bei mir wirklich nur in Maßen. Genauso wenig wie Unterhaltungen mit meinen Kindern, wenn man sie überhaupt so nennen kann.

262. Kannst du leicht Fehler eingestehen?

Ja. Sie zuzugeben und mich zu entschuldigen fällt mir manchmal schwerer.

263. Was möchtest du nie mehr tun?

Ins Kino gehen. Ehrlich, das haben mein Mann und ich uns nach dem letzten Film geschworen (die Ausnahme bilden Kinofilme mit/für die Kinder später. Aber mir persönlich reicht mein Sofa zuhause).

264. Wie ist dein Gemütszustand üblicherweise?

Ich empfinde mich grundsätzlich als ausgeglichen und positiv gestimmt. Leider kriegen meine Kinder das nur selten mit. Im ihrem Beisein bin ich nämlich leider viel zu oft genervt, ungeduldig und gereizt.

265. Sagst du immer die Wahrheit?

In der Regel schon. Es sei denn die Kinder fragen, wann ich das letzte Mal Süßigkeiten gegessen habe.

266. Was bedeutet Musik für dich?

Leben. Seelentröster, Wachmacher, Begleiter in allen Lebenslagen. Ich wollte eher blind als taub werden.

267. Hast du schon einmal einen Weinkrampf vorgetäuscht?

Von solchen Fragen bekomme ich höchstens einen Lachkrampf! Nicht, dass ich wüsste.

268. Arbeitest du gern im Team oder lieber allein?

Und wenn mir jetzt soundso viele Experten mit ihren Studienergebnissen und Vorteilen zum Thema Teamarbeit kommen: Ich habe und werde immer lieber alleine arbeiten.

269. Welchen Fehler verzeihst du dir immer noch nicht?

Ich verzeihe mir alles. Und Fehler gibt es meiner Meinung nach nicht. Höchstens Wege und Entscheidungen, die man aus einem bestimmten Grund gegangen ist und getroffen hat. Deswegen fällt es mir auch leichter, anderen Menschen zu verzeihen.

270. Welche Verliebtheit, die du empfindest, verstehst du selber nicht?

Da gibt es keine, die ich nicht verstehe.

271. Denkst du intensiv genug über das Leben nach?

Manches Mal beinahe zu intensiv.

272. Fühlst du dich manchen Personen gegenüber sehr unsicher?

Weniger Personen als Situationen gegenüber. Hauptsächlich Bereiche betreffend, in denen ich mich nicht gut genug auskenne. Dann werde ich sehr unsicher und weiß oft nicht, was ich machen soll.

273. Bist du autoritätsgläubig?

Zumindest empfinde ich Autoritäten gegenüber automatisch einen großen Respekt.

274. Bist du gern allein?

Tagsüber ja, abends nein. Wenn ich ausnahmsweise einen Abend ohne meinen Mann verbringen muss, fühle ich mich einsam. Im Gegensatz zu den vielen Stunden am Tag, in denen ich mich in der gleichen Situation nicht einsam oder alleingelassen fühlen würde.

275. Welche eigenen Interessen hast du durchgesetzt?

Was unsere Beziehung betrifft, die Meisten. Wir wohnen an meinem Traumort (Nordseeküste), die Wohnung ist nach meinen Wünschen eingerichtet und ich gehe meinen eigenen Interessen nach (Job, Hobbys). Allerdings steht nichts davon im Widerspruch zu den Interessen meines Mannes. Ich habe ihn nicht übergangen. Höchstens mit dem einen oder anderen Dekogegenstand.

276. Welchen guten Zweck förderst du?

Ich vermeide so oft es geht Plastikmüll und unterzeichne auch mal die eine oder andere Kampagne für Greenpeace. Außerdem sind mir die kleinen Dinge im Alltag wichtig: Anderen Menschen die Tür aufhalten, einem Bettler etwas Geld geben oder anonym beim Bäcker für den nächsten Kunden einen Kaffee bestellen.

277. Wie sieht dein Traumhaus aus?

Es ist ein friesisches Backsteinhaus mit Reetdach. Es muss dabei gar nicht unbedingt groß sein, aber ländlich gelegen, gerne etwas weiter von der nächsten Hauptstraße weg, ohne, dass wir von der Zivilisation abgeschnitten wären. Ein bisschen Garten, innen drin Weiß gehalten. Hachz.

278. Machst du leicht Versprechungen?

Zumindest mache ich nur solche, die ich halten kann. Ich finde das gerade meinen Kindern gegenüber wichtig, dass sie sich auf mein Wort verlassen können.

279. Wie weit gehst du für Geld?

Ich bin unbestechlich. Im Gegenteil mache ich (viel zu) viel unentgeltlich. Mein Blog, Tonaufnahmen für ein Filmprojekt, ehrenamtliche Arbeit. Mir ist die Sache dahinter wichtiger als die Bezahlung. Zumal auch dankbare Blicke, Mails und andere Stimmen Entlohnung genug sind.

280. Bist du häufig eigensinnig, auch wenn es zu deinem Nachteil ist?

Eher selten.

281. Malst du oft den Teufel an die Wand?

Nein. Ich denke mir immer, alles im Leben hat seinen Sinn. Es wird das passieren, was passieren soll.

282. Was schiebst du zu häufig auf?

Früher Hausaufgaben, heute Telefonate oder bürokratische Angelegenheiten. Ich warte meist bis zur Deadline damit.

283. Sind Tiere genauso wichtig wie Menschen?

Alle Lebewesen und alles Natürliche (Steine, Mineralien, Pflanzen) gehört zu dieser Erde und sollte als eine Einheit gesehen werden. Wir Menschen müssen endlich anfangen, wieder zu unserem natürlichen Ursprung zurückzufinden und Hand in Hand mit der Natur zu arbeiten, statt gegen sie. Wieso sollte ich als Mensch Gott spielen mit der Umwelt, die eben Jener uns anvertraut hat? Und trotzdem stehen Tiere für mich nicht auf einer (Bewusstseins-)Stufe wie wir Menschen. Ich respektiere Tiere, auch, wenn ich ihr Fleisch esse. Und trotzdem würde ich den entlaufenen Löwen im Zoo eher erschießen, als ihn seinem natürlichen Instinkt folgen zu lassen und zuzugucken, wie er Menschen anfällt. Anschließend könnte man vielleicht über Sinn und Unsinn eines Zoos nachdenken, um sich und den Löwen gar nicht erst in diese prekäre Lage bringen zu müssen.

284. Bist du dir deiner selbst bewusst?

Ja, auch, wenn es nicht direkt greifbar ist.

285. Was war ein unvergesslicher Tag für dich?

Der 11. September 2001, als die Flugzeuge ins World Trade Center geflogen sind. Wie wohl jeder andere weiß auch ich noch, wie ich an jenem Tag von der Nachricht erfahren habe. Es war gegen 15h, als ich die Tür zum Geigenunterricht öffnete. Eine andere Schülerin erzählte es soeben meiner Geigenlehrerin, die völlig aufgelöst und fassungslos war. Ich war damals siebzehn und hatte noch nie von den beiden Towern gehört. Und dennoch wusste ich anhand der Reaktion meiner Geigenlehrerin, dass gerade etwas wirklich Furchtbares passiert sein musste. Zuhause verbrachten wir dann den restlichen Tag vorm Fernseher.

286. Was wagst du dir nicht einzugestehen?

Ich lebe sehr gut damit, mir alles einzugestehen. Auch, wenn das oft auch mit Schmerzen verbunden ist. Aber nur dadurch ist eine Akzeptanz und somit innerer Friede möglich.

287. Bei welcher Filmszene musstest du weinen?

„Sophie Scholl – Die letzten Tage“ mit Julia Jentsch. Die letzte Szene, ihre Hinrichtung, ist eigentlich keine Szene mehr. Das Bild ist schwarz, man hört nur noch ihre letzten Worte, dann einen Knall und dann nichts mehr. Ich habe geheult wie ich es noch nie bei einem Film getan habe.

288. Welche gute Idee hattest du zuletzt?

Zwei gute Ideen waren es! Und ich hoffe, dass Jemand mitliest, der es erfindet und zur „Höhle der Löwen“ bringt: Spielplatzsand, der für Menschen geruchsneutral ist, aber freilaufende Katzen davon abhält, ihr Geschäft darin zu erledigen. Außerdem ein Duschgel mit integriertem Mücken- und Zeckenschutz (wahlweise natürlich auch noch Sonnenschutz), welches nach Pfirsich duftet und das man nicht umständlich aufsprühen muss.

289. Welche Geschichten würdest du gerne mit der ganzen Welt teilen?

Vor allem die von kleinen Alltagshelden, die mehr Menschlichkeit in die Welt bringen.

290. Verzeihst du anderen Menschen leicht?

Leicht nicht in jedem Fall, aber irgendwann immer! Sonst wird es einem selbst zu schwer ums Herz.

291. Was hast du früher in einer Beziehung getan, tust es aber heute nicht mehr?

Früher habe ich schneller die beleidigte Leberwurst gegeben oder in Streitsituationen einfach das Weite gesucht und meinen Partner so stehen lassen. Heute halte ich es aus, wenn Kritik an mir geäußert wird, ohne es gleich persönlich zu nehmen und mich unnötig aufzuspielen.

292. Was hoffst du, nie mehr zu erleben?

Auch, wenn ich es damals nicht miterlebt habe: Menschenverachtende Zustände wie die Mauer in Deutschland oder der Holocaust.

293. Gilt für dich das Motto: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“?

Im Zusammenleben mit zwei kleinen Kindern ist das manchmal wirklich von Vorteil.

294. Wie wichtig ist bei deinen Entscheidungen die Meinung anderer?

Immer weniger wichtig. Je mehr ich auf meine eigene Meinung und mein Bauchgefühl vertraue, desto mehr bin ich bei mir selbst und entwickle meine Intuition weiter. Was nicht heißt, dass ich nicht auch mal meine engsten Vertrauten um mich herum um Rat bitte.

295. Bist du ein Zukunftsträumer oder ein Vergangenheitsträumer?

Ich bin eher geneigt, wehmütig zurück zu schauen, allerdings versuche ich, wann immer es mir bewusst wird, in die Gegenwart zurückzukehren. Achtsam im Hier und Jetzt leben ist gar nicht einfach.

296. Nimmst du eine Konfrontation leicht an?

Ich übe mich darin, erst einmal durchzuatmen, die Konfrontation sacken zu lassen und zu überlegen, ob es wirklich wichtig genug ist, zu reagieren.

297. In welchen Punkten unterscheidest du dich von deiner Mutter?

Im Gegensatz zu mir hat sie nie ihre Mutterrolle bereut. Sie besitzt noch einen Kassettenrecorder. Meine Unlust zum Backen oder für Näharbeiten habe ich nicht von ihr geerbt.

298. Wo bist du am liebsten?

Zuhause. Bei meinem Mann. Am Meer.

299. Wirst du vom anderen Geschlecht genug beachtet?

Ich bin glücklich verheiratet. Meine beiden Söhne werfen mit Komplimenten nur so um sich: „Mama, heute siehst du aber komisch aus!“ „Meine Erzieherin hat soooooooo dicke Beine. Deine sehen auch so aus.“ Was will ich also mehr?

(Zu Teil 4 geht es auf der nächsten Seite)