Im Dialog

Deutschland und die Debatte um Regretting Motherhood – Mein Interview für die Rue89


Eigentlich klicke ich bei so was direkt auf den „Löschen“-Button. Emails, auf Englisch verfasst und mit ausländischem Absender wollen mir nämlich entweder blaue Pillen verkaufen oder sie verkünden mir eine millionenschwere Erbschaft in Bangladesh. Doch irgendetwas ließ mich noch einmal einen zweiten Blick auf den Inhalt der Mail werfen, die da den Weg in meinen virtuellen Blog-Briefkasten gefunden hatte. Vielleicht war es die Betreffzeile „Your text for a french journal“ (zu gut deutsch: Dein Text für eine französische Zeitschrift), die mich neugierig werden ließ.

Mama-Momente

Wenn Mamasein die Luft zum Atmen nimmt


Mir ist schlecht. Mein Hals ist wie zugeschnürt. Ich kriege kaum Luft. Ich will das nicht. Und doch ist es da, tief in mir drin: Das Gefühl, meine Mutterrolle loswerden zu wollen. Einfach mal auskotzen, die Belastung loswerden. Luft holen vom Mamasein. Ich habe es so satt. Die ewig gleichen Auseinandersetzungen mit den Kindern. Der ewig gleiche Eiertanz zwischen Unterforderung und Überforderung. Die ewig gleichen Blogbeiträge.

Mama-Momente

Warum es mir heute schwer fällt, meinen Hochzeitstag zu genießen

„Schatz, was hältst du davon, wenn wir morgen Nachmittag mit den Kindern in den Zoo fahren?“ Manchmal trifft es mich immer noch tief. Dann ballt sich in meinem Magen alles zusammen und wandert meinen Hals hinauf, bis mich ein dicker Kloß beinahe ersticken lässt. Ich fühle mich dann erschöpft, ohnmächtig und regungslos, unfähig, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. In diesen Momenten empfinde ich meine Kinder wieder als Klotz am Bein.

Mama-Momente

Reif für die Insel


Die Matratze schmiegt sich weich an mein Gesicht. Von Draußen dringt melodisch Amselgezwitscher durchs gekippte Fenster. Der kühle Abendwind umfängt mich sacht. Kinder kreischen irgendwo. Es könnte der idyllische Auszug eines Frühlingsgedichts sein, wäre da nicht die kleine Träne, die sich leise ihren Weg über meine Wange bahnt. Ich liege nicht in meinem Bett, weil ich den Vögeln beim Singen zuhören will. Ich liege in meinem Bett, weil ich nebenan am Abendbrottisch nicht explodieren wollte. Ich liege in meinem Bett, weil ich mein Mutterdasein satt habe.

Mama-Momente

Feiertagsfrust


Ich kann Feiertage nicht ausstehen. Die Tage, an denen sich Weihnachtsmann und Osterhase Gute Nacht sagen, die Heiligen drei Könige sich zum Neujahrsempfang zuprosten oder Christi aufgrund von Kindergartenferien gen Himmel fährt, zählen für mich auch nach vier Jahren Muttersein noch zu den meist gefürchteten. Warum?

Lebensfragen

„Heute bin ich auch mit Kindern glücklich“


„Christine, bist du glücklich?“ Ich saß bei meiner Mutter auf dem Sofa, während sie mir gerade die zweite Tasse Tee einschenkte. Während wir so über dies und jenes plauderten, kam nun eben diese Frage auf. Eine Frage, die sich sicher Jeder ab und an stellt. Gerade, wenn man vielleicht nicht die dicken Millionen auf dem Schweizer Bankkonto liegen und vor Kurzem den zweiten Wohnsitz auf Mallorca angemeldet hat, sondern eher für’n Appel und ´n Ei einer 40-Stunden Woche hinterher rennt, um abends im Aufzug mit den schrulligen Nachbarn Richtung fünfter Stock zu fahren. Mein Handicap, also quasi mein fünfter Stock (um im Bild zu bleiben), war seit vier Jahren mein Leben als Mutter. Nur mit dem Unterschied, dass das nicht aus einer 40-Stunden-Woche bestand (um noch mehr im Bild zu bleiben). Mein Part als Mutter war und ist vierundzwanzig Stunden an sieben Wochentagen gefragt.

Mama-Momente

Oh du fröhliche? Wenn die Kindergartenferien zur Belastungsprobe werden


Ich stand in der Küche und spürte deutlich meinen Puls. Jetzt bloß nicht schon die Nerven verlieren, dachte ich bei mir. Schließlich zeigte die Uhr gerade mal halb Neun, der Mann war nicht mal dreißig Minuten aus dem Haus. Und trotzdem spürte ich diese Unruhe. Eine Unruhe um mich herum in Form zweier aufgedrehter Kleinkinder, die ihren ersten gemeinsamen, freien Kindergartentag zuhause verbrachten. Aber das war nicht die Unruhe, die mir Sorgen bereitete. Die andere verspürte ich in mir drin, was weitaus unangenehmer war, zeigte es mir doch, wie unausgeglichen ich schon in den Tag startete. Drei Wochen Weihnachtsferien. Drei Wochen, in denen die Kindergartentore geschlossen blieben. Drei Wochen, die in mir eine leichte Panik auslösten. Und heute war erst der Anfang.

Mama-Momente

„Mama, du bist die Beste!“


Ich drückte auf den Klingelknopf und atmete noch einmal tief durch. Wissend, was mich gleich erwarten würde. Maxi hatte die Nacht bei seiner Omi verbracht und jetzt war es Zeit, ihn abzuholen. Die Morgendämmerung war gerade erst dichten Nieselregenwolken gewichen, unter denen ich nicht nur sinnbildlich jetzt stand und darauf wartete, mich gleich als erstes anschreien zu lassen. Was auch prompt passierte, als die Haustür aufging und mein Sohn mich registrierte. Wie gesagt, ich war darauf vorbereitet. Auch, dass Maxi sich mit Händen und Füßen wehrte, mit zum Auto zu gehen und sich von mir anschnallen zu lassen. Ohne Proteste meiner- oder seinerseits durfte das die Omi übernehmen. Abschiedswinken, dann saßen wir zwei im Auto und schwiegen uns frustriert an.

Mama-Momente

Heute ist: Murmeltiertag!

Kennst du den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray in der Hauptrolle, in der er als zynischer TV-Wetteransager in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer und immer wieder erlebt? Genauso fühle ich mich derzeit. Nur ohne Murmeltier und mit täglich wechselndem Wetter. Aber ansonsten spielt sich hier immer das gleiche Szenario ab: