Lebensfragen

Warum ich gerne schon als Kinderlose von meiner Hochsensibilität gewusst hätte

Dass ich hochsensibel bin, davon erfuhr ich erst viele Monate, nachdem mein zweiter Sohn geboren wurde. Rückblickend stellte ich mir so manches Mal die Frage, ob es etwas geändert hätte, wenn ich schon als Kinderlose von meinem hochsensitiven Wesenszug gewusst hätte. Wäre ich von postpartalen Depressionen verschont geblieben? Von all den dunklen Stunden, in denen ich die Mutterrolle bereut habe? Und die wohl entscheidende Frage von allen: Hätte ich heute überhaupt Kinder?

Lebensfragen

Friede sei mit dir! Und wie wir ihn im Alltag finden

Jetzt in der Weihnachtszeit fällt es mir leichter, dich zu entdecken. Im Lichterglanz des Weihnachtsmarktes, während der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln an mir vorüberziehen. Am Weihnachtsmorgen, wenn noch alles still ist im Haus und leise Schneeflocken an unserem Fenster vorbeifliegen. Oder am Heiligen Abend, die Kinder spielen glücklich mit ihren Geschenken, während der Mann und ich mit einem Glas Rotwein anstoßen und im Hintergrund Dean Martin aus den Lautsprechern singt. Die Zeit scheint für einen Moment still zu stehen, ein tiefer Seufzer des Glücks vertreibt die Anspannung in meinem Körper, lockert sämtliche Muskeln und zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht. Da bist du nun und am Liebsten wäre es mir, du würdest gar nicht mehr gehen.

Mama-Momente

5 Allheilmittel, die mich in meinem Mamastress auffangen

Bei der einen Mutter ist es die Tafel Lieblingsschokolade, bei der anderen der Griff zum Kaffeepott oder das neue Paar Schuhe: Es gibt wohl für Jede die ultimative (Kurzzeit-)Lösung, wenn es stressig wird, und das tut es mit Kindern im Allgemeinen ja doch des Öfteren. Aber Schokolade alleine ist natürlich nicht die Lösung. Man denke auf Dauer an die vielen Kalorien! Deswegen teile ich heute mit dir mal meine Top 5 der Allheilmittel, die nachhaltig wirken und mich in den letzten vier Jahren oft aus dem einen oder anderen Sumpf gezogen haben.

Gesellschaft

Falsches Geschlecht, Regretting Motherhood oder postpartale Depression: Was tun, wenn ich mich für meine negativen Gefühle schäme?

Eine Frau liegt auf der Liege beim Frauenarzt. Ihr Herz klopft, während ihr Blick erwartungsvoll zum Bildschirm des Ultraschallgeräts wandert. Hoffentlich wird es diesmal ein Mädchen! Der Doktor fährt mit seinem Sensor noch eine Runde über ihren Bauch, dann erkennt die Schwangere Gewissheit in seinem Blick. „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem zweiten Jungen!“ verkündet er. Ab jetzt strahlen alle im Raum. Der Mann am Fußende der Liege, der Arzt, der euphorisch mit seinem Zeigefinger „eindeutige Beweise“ am Bildschirm nachzeichnet, die Sprechstundenhilfe, die Notizen in den Computer tippt. Die Schwangere lächelt auch. Allerdings nur bis zum Auto. Dort, hinter verschlossenen Türen, wo sie keinen fremden Blicken mehr ausgesetzt ist, bricht sie in Tränen aus.

Mama-Momente

„Immer muss ich alles alleine ausbaden!“ Mama als Managerin der Kinderbetreuung


Laut heulend zetere ich vor mich hin. Schon wieder ein unterdrückter Anruf auf meinem Telefon. Ich kann mir schon denken, wer dahinter steckt. Und ja, wer hätte das gedacht, es ist der Kindergarten. Mal wieder. Kein Wunder, dass die immer anonym anrufen. Würde sonst wahrscheinlich Keiner mehr drangehen, denke ich bei mir, nehme ab und mache mich auf das Schlimmste gefasst.

Lebensfragen

Und man fragt sich, wann man als Mutter eigentlich versagt hatte


Den Boden unter den Füßen spüren. Wissen, dass es einen Ort gibt, der einen erdet. Mutter Erde war es bei mir gerade. „Ich geh’ noch ein halbes Stündchen spazieren“ hatte ich gesagt. Mehr gefühlt, als mit dem Kopf überlegt. Meine ganze Anspannung wollte sich einen Weg bahnen, irgendwo hingehen, also ging ich mit. Den Kopf frei pusten, Gedanken loslassen, die sich seit dem frühen Abend zwischen meinen Ohren festgesetzt hatten: An welcher Stelle der Erziehung habe ich eigentlich versagt?

Im Dialog

Deutschland und die Debatte um Regretting Motherhood – Mein Interview für die Rue89


Eigentlich klicke ich bei so was direkt auf den „Löschen“-Button. Emails, auf Englisch verfasst und mit ausländischem Absender wollen mir nämlich entweder blaue Pillen verkaufen oder sie verkünden mir eine millionenschwere Erbschaft in Bangladesh. Doch irgendetwas ließ mich noch einmal einen zweiten Blick auf den Inhalt der Mail werfen, die da den Weg in meinen virtuellen Blog-Briefkasten gefunden hatte. Vielleicht war es die Betreffzeile „Your text for a french journal“ (zu gut deutsch: Dein Text für eine französische Zeitschrift), die mich neugierig werden ließ.

Mama-Momente

Wenn Mamasein die Luft zum Atmen nimmt


Mir ist schlecht. Mein Hals ist wie zugeschnürt. Ich kriege kaum Luft. Ich will das nicht. Und doch ist es da, tief in mir drin: Das Gefühl, meine Mutterrolle loswerden zu wollen. Einfach mal auskotzen, die Belastung loswerden. Luft holen vom Mamasein. Ich habe es so satt. Die ewig gleichen Auseinandersetzungen mit den Kindern. Der ewig gleiche Eiertanz zwischen Unterforderung und Überforderung. Die ewig gleichen Blogbeiträge.

Mama-Momente

Warum es mir heute schwer fällt, meinen Hochzeitstag zu genießen

„Schatz, was hältst du davon, wenn wir morgen Nachmittag mit den Kindern in den Zoo fahren?“ Manchmal trifft es mich immer noch tief. Dann ballt sich in meinem Magen alles zusammen und wandert meinen Hals hinauf, bis mich ein dicker Kloß beinahe ersticken lässt. Ich fühle mich dann erschöpft, ohnmächtig und regungslos, unfähig, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. In diesen Momenten empfinde ich meine Kinder wieder als Klotz am Bein.

Mama-Momente

Reif für die Insel


Die Matratze schmiegt sich weich an mein Gesicht. Von Draußen dringt melodisch Amselgezwitscher durchs gekippte Fenster. Der kühle Abendwind umfängt mich sacht. Kinder kreischen irgendwo. Es könnte der idyllische Auszug eines Frühlingsgedichts sein, wäre da nicht die kleine Träne, die sich leise ihren Weg über meine Wange bahnt. Ich liege nicht in meinem Bett, weil ich den Vögeln beim Singen zuhören will. Ich liege in meinem Bett, weil ich nebenan am Abendbrottisch nicht explodieren wollte. Ich liege in meinem Bett, weil ich mein Mutterdasein satt habe.