Mama-Momente

Zweiundzwanzig Tage bis zum Licht am Ende des Tunnels

Zweiundzwanzig. Das war sie nun also, die magische Zahl. Ich überprüfte das Ergebnis nochmal, nur um sicher zu gehen, aber es stimmte. Zweiundzwanzig Tage Selbstbetreuung, die noch vor mir lagen. Das waren weniger, als ich erwartet hatte, bevor ich den Kalender gezückt und jeden Wochentag von Montag bis Freitag bis zum Datum unseres Umzugs einzeln mit dem Finger nachgefahren war. Mittwoche ausgenommen, an denen betreut meine Mutter meinen Fünfjährigen. Zweiundzwanzig. Ich spürte das innere Lächeln, ein Flügelschlag von Leichtigkeit und das Gefühl, Licht am Ende meines persönlichen Tunnels zu sehen.

Mama-Momente

Achtsame Begleitung – Mein Weg der Eigenbetreuung

So geht es nicht weiter. Das waren meine letzten Worte. Geschrieben, aber vielmehr gedacht und gesagt, geheult und geschrieen. Die Eigenbetreuung meines Sohnes Maxi wurde bereits nach kurzer Zeit für mich ein schier unmögliches Unterfangen. Ich war mit meiner Kraft am Ende. Dabei waren seit seinem Kindergartenabschied gerade erst vier Wochen vergangen. „Von wegen „erst“. „Schon“ hätte ich schreiben sollen“, dachte ich bei mir. Denn dass mein Fünfjähriger so viele Stunden am Tag um mich herumwuselte, bespaßt werden und meine volle Aufmerksamkeit geschenkt bekommen wollte, das war ich weiß Gott nicht gewohnt und absolutes Neuland für uns beide. Und jetzt schlitterten wir Zwei geradewegs Richtung Abgrund.

Mama-Momente

Eigenbetreuung statt Kindergarten: Türen auf für einen Neuanfang

Die Stille breitete sich wieder in meinem Kopf aus. Zu viele Gedanken, die nicht in Worte gefasst werden konnten. Ich fühlte mich wie im Zentrum eines Wirbelsturms, in dem man kurioserweise nichts von dem Trubel um einen herum mitbekommt. Aber eigentlich war gar nichts still. Weder in mir drin, noch um mich herum. Der Baum stand selbst am Heilig Abend noch ungeschmückt im Wohnzimmer, der Dreijährige lag mit hohem Fieber im Bett und der Mann schleppte heimlich die Geschenke aus dem Keller in den vierten Stock. Das Christkind hatte es dieses Jahr wohl in der Eile nicht die Treppen hoch geschafft.
Währenddessen waren Maxi und ich auf dem Weg in die Dorfkirche zum Weihnachtsgottesdienst. Wildes Glockengeläut empfing uns bereits mehrere Straßen vom Kirchplatz entfernt. Es klang festlich, geradezu majestätisch, so dass es einem durch und durch geht und eine Gänsehaut beschert. Es hörte sich an wie die Einläutung einer neuen Ära. Der passende Soundtrack zu einem neuen Lebensabschnitt. Aber genau das war es ja auch für uns beide.

Lebensfragen

Erzieherinnen duzen? Wie nah darf die Eltern-/Erzieher-Beziehung sein?

Villa Schaukelpferd-Klassiker


„Das ist aber schön, dass Sie beide gemeinsam die Zeit für dieses Gespräch finden konnten. Setzen Sie sich doch!“ Frau Kindergartenleitung rückte meinem Mann und mir mit ihrem warmherzigen Lächeln die Stühle zurecht, bevor sie dann selbst auf einem Platz nahm. Es war Mittwochmittag und wir fanden uns für ein Elterngespräch im Büro der Kindergarteneinrichtung ein, in die seit Februar letzten Jahres unser vierjähriger Maxi geht. Aber bevor es zum eigentlichen Thema ging, überfiel uns Frau Kindergartenleitung erst einmal mit etwas ganz anderem: „Darf ich Ihnen das „Du“ anbieten?“

Mama-Momente

„Klar darfst du das!“ Wenn ErzieherInnen Eltern in den Rücken fallen

Villa Schaukelpferd-Klassiker


Maxi marschierte in den Fuchsbau und ließ sich geradewegs auf ein Kinderstühlchen am Kindertisch plumpsen. „Mama, ich will jetzt was essen!“ Seine Ansage war klar und deutlich, für mich jedoch ein Grund, meinen Sohn erst einmal von dieser absurden Idee abzubringen. Immerhin waren wir nur auf einen Sprung da, um Bruder Mini von der Tagesbetreuung abzuholen. Maxi hatte sowieso gerade erst in seinem eigenen Kindergarten zu Mittag gegessen und erhoffte sich nun mit aller Wahrscheinlichkeit einen zweiten Nachtisch. Neuer Ort, neues Essen? Das sah ich gar nicht ein. „Nein Maxi, du hattest doch gerade schon was; jetzt gibt es nichts zu essen!“ Frau Jäger, die Leiterin der Tageseinrichtung stand neben mir und lauschte interessiert unserer Diskussion. In diesem Moment schwenkte Maxi seinen bettelnden Blick in ihre Richtung. Sicherlich würde auch sie ihm jetzt dasselbe antworten wie ich es noch vor Sekunden getan hatte, wähnte ich mich beruhigt in Sicherheit. Aber weit gefehlt.

Kinderkram

„Stefanie hat mir den Rüssel abgerissen!“

Villa Schaukelpferd-Klassiker


Jeden Tag erleben Menschen die schlimmsten Katastrophen, die man sich vorstellen kann. Sie flüchten aus ihrem Heimatland, weil dort nur Krieg und Gewalt herrschen. Sterben während eines Autounfalls oder an Krebs, werden in der Schule gemobbt oder aufgrund ihrer homosexuellen Neigung bespuckt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man aus den Medien nicht von irgendwelchen Grausamkeiten erfährt. Und doch ist das alles nichts gegen das, was mir täglich an Problemen unter die Nase gerieben wird.

Mama-Momente

Ein Stück zurückgewonnene Freiheit

Villa Schaukelpferd-Klassiker


Ich kam nach Hause und schaltete (dicht gefolgt von der Kaffeemaschine) als Erstes das Radio an. Pharrell Williams’ „Happy“ drang an mein Ohr und irgendwie hörte es sich heute noch ein wenig beschwingter und ausgelassener an. Kein Wunder, dies schien der perfekte Soundtrack für diesen besonderen Tag zu sein. Heute beginnt für mich und meinen Mini nämlich eine neue Ära:

Mama-Momente

Kuchenkatastrophe zum Kindergeburtstag (und ein bombensicheres Muffin-Rezept!)

Villa Schaukelpferd-Klassiker

„Sollen wir Maxis Geburtstag auch hier im Kindergarten feiern? Ich würde sagen, Sie backen einfach einen Kuchen oder ein paar Muffins für übermorgen. Nichts Wildes.“ Der Vorschlag der Erzieherin, den jede andere Mutti lediglich mit einem fröhlichen Lächeln quittiert hätte, löste bei mir binnen Millisekunden Schweißausbrüche aus.

Mama-Momente

Tibetische Klangschalen und Wackelpudding: Der erste Elternabend

Villa Schaukelpferd-Klassiker

So. Gestern war also unser erster Elternabend im Kindergarten. Ich muss sagen, meine Begeisterung hielt sich im Vorfeld erstmal in Grenzen. Es geisterten schließlich schon diverse Horrorszenarien durch meinem Kopf; zu groß war der Pool an Möglichkeiten, wie man so einen Abend auf Mini-Kinderstühlchen über sich ergehen lassen verbringen dürfte. Die „We survived Elternabend“-Kommentare bei Twitter reißen jedenfalls nicht ab. Von „sich-Klorollen-zuwerf-Spielen“ bis hin zu Eltern-Diskussionen über pädagogisch wertvolles Frühstück und dreistündiges Zusammensitzen – die Aussicht auf ein gruseliges Beisammensein wuchs mit jedem Klick im Web.

Kinderkram

Tschüss, Bruderherz!

Villa Schaukelpferd-Klassiker

Heute ist Freitag und somit der fünfte, reguläre Kindergartentag für unseren Maxi nach der Eingewöhnungsphase. Die morgendlichen Verabschiedungen von Mama verliefen seit Montag verständlicherweise noch etwas klammernd, jedoch ohne Tränen. Sobald ihn eine Erzieherin an die Hand nahm, war Maxis Interesse für die Gruppenräume zum Spielen schnell größer als das Bedürfnis, wieder in Mamas Arme zu flüchten rennen. Demnach beschloss ich gestern Abend, dass die Zeit reif sein könnte, nun auch Maxis Bruder Mini mit in die Verabschiedungsphase zu integrieren, sprich, mit zwei Kindern in den Kindergarten hineinzugehen und nur mit einem wieder herauszukommen.