Mama-Momente

Sarah Elisabeth

Den Namen meiner Tochter trug ich schon lange in mir. Länger noch, als den Namen des Jungen, der zuerst seinen Platz auf dieser Welt einnehmen würde. Sarah mit biblischem Hintergrund, der Zweitname Elisabeth war meiner verstorbenen Oma gewidmet. Sarah Elisabeth hatte bereits einen festen Platz in meinem Herzen und es war nur eine Frage der Zeit, wann sie auch einen sichtbaren Platz unter meinem Herzen einnehmen würde. Es war im Jahr 2011, als ich schwanger wurde, aber schon schnell, noch vor dem entscheidenden Ultraschall, fühlte ich, dass mein Erstgeborenes ein Junge werden würde. Sarah Elisabeth wartete derweil noch in himmlischen Sphären auf ihre Niederkunft.

Kinderkram

Na herzlichen Glückwunsch auch!

Flatsch! Der dicke Schoko-Klecks der süßlich-klebrigen Torte landete genau auf meinem Oberschenkel, während Jemand neben mir penetrant und immer lauter werdend ins Ohr quengelte, er wolle bitte bei der bevorstehenden Schatzsuche mitmachen. Das war er, mein Tiefpunkt des Tages, definitiv. Ein Tag, der einzig und allein aus Kindergeburtstag bestand. Dies musste ein falscher Film sein, zumindest ein ganz schlechter, und ich war mittendrin. Die klebrig-feuchte Schokolade, die mir jetzt jedoch kühl durch die Strumpfhose Richtung Knie rann, sagte etwas anderes. Das war kein Film, das war die bittere Realität!

Kinderkram

Warum es für mich so schwer ist, mit meinen Kindern unter einem Dach zu leben

Das Zusammensein mit anderen Menschen ist für mich so eine Sache. Auf der einen Seite liebe ich die gemeinsame Zeit des Austauschs, der tiefsinnigen (oder manchmal auch einfach banalen) Gespräche und das Erleben von verschiedenen Persönlichkeiten, Ansichten und Temperamenten. Auf der anderen Seite ist genau das auch ein Punkt, der mich immer wieder die Einsamkeit aufsuchen lässt: Ich umgebe mich nämlich gerne mit Gleichgesinnten; Menschen, die ähnlich wie ich ticken und sich etwa auf meinem ruhigen Energielevel befinden.

Im Dialog

Warum echte Mamas alles andere als perfekt sind – Mein Gastbeitrag für „Echte Mamas“

Als ich die Mail von Sara erhielt mit der Anfrage, ob ich für ihre Seite einen Gastbeitrag verfassen wolle, war ich sofort schwer begeistert. Nicht nur, weil ich so gerne schreibe und sich meine Hände auf der Tastatur eh viel wohler fühlen, als in Backhandschuhen oder an der Nähmaschine (ich besitze nicht mal Nadel und Faden), sondern auch, weil sich Saras Website und die dazugehörige Facebook-Gruppe „Echte Mamas“ nennt.

Mama-Momente

Achtsame Begleitung – Mein Weg der Eigenbetreuung

So geht es nicht weiter. Das waren meine letzten Worte. Geschrieben, aber vielmehr gedacht und gesagt, geheult und geschrieen. Die Eigenbetreuung meines Sohnes Maxi wurde bereits nach kurzer Zeit für mich ein schier unmögliches Unterfangen. Ich war mit meiner Kraft am Ende. Dabei waren seit seinem Kindergartenabschied gerade erst vier Wochen vergangen. „Von wegen „erst“. „Schon“ hätte ich schreiben sollen“, dachte ich bei mir. Denn dass mein Fünfjähriger so viele Stunden am Tag um mich herumwuselte, bespaßt werden und meine volle Aufmerksamkeit geschenkt bekommen wollte, das war ich weiß Gott nicht gewohnt und absolutes Neuland für uns beide. Und jetzt schlitterten wir Zwei geradewegs Richtung Abgrund.

Gesellschaft

Falsches Geschlecht, Regretting Motherhood oder postpartale Depression: Was tun, wenn ich mich für meine negativen Gefühle schäme?

Eine Frau liegt auf der Liege beim Frauenarzt. Ihr Herz klopft, während ihr Blick erwartungsvoll zum Bildschirm des Ultraschallgeräts wandert. Hoffentlich wird es diesmal ein Mädchen! Der Doktor fährt mit seinem Sensor noch eine Runde über ihren Bauch, dann erkennt die Schwangere Gewissheit in seinem Blick. „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem zweiten Jungen!“ verkündet er. Ab jetzt strahlen alle im Raum. Der Mann am Fußende der Liege, der Arzt, der euphorisch mit seinem Zeigefinger „eindeutige Beweise“ am Bildschirm nachzeichnet, die Sprechstundenhilfe, die Notizen in den Computer tippt. Die Schwangere lächelt auch. Allerdings nur bis zum Auto. Dort, hinter verschlossenen Türen, wo sie keinen fremden Blicken mehr ausgesetzt ist, bricht sie in Tränen aus.

Kinderkram

Jetzt ist aber Kirmes! Juhu! Ach nee, doch nicht.

Villa Schaukelpferd-Klassiker


Unsere Nachbarstadt steht derzeit Kopf. Man kann dies sogar wörtlich nehmen, sitzt man gerade angeschnallt in einer Gondel dieses Fahrgeschäftes, bei dem einen beim Zugucken schon schlecht wird. Kurzum: Es ist Kirmes und alle rennen hin. Wenn die Tage wieder kürzer werden, der Herbst kurz vor der Tür steht, finden sie sich alle ein: Schausteller, Popcorn-Verkäufer, Wahrsagerinnen und Losbudenbesitzer. Fünf Tage Spektakel mit Bratwurst, Zuckerwatte, Kettenkarussell und Autoscooter. Und meine Söhne und ich mittendrin.

Lebensfragen

Der 1. Aufklärungsversuch: Bienchen und Blümchen oder nackte Tatsachen?

Villa Schaukelpferd-Klassiker


„Mamaaaa? Wo kommen eigentlich die Babys her?“ Bäm! Da war sie nun also, die Frage aller Fragen. Klar, irgendwann musste sie ja kommen, aber schon von einem Vierjährigen? Sicher, ich war darauf vorbereitet gewesen, so vorbereitet, wie man bei der ersten Aufklärungswelle weit vor der Pubertät eben sein kann (nämlich gar nicht). Wer Kinder kriegt, muss sich schließlich nicht nur vorher schon Gedanken darüber machen, wie das geht, sondern auch hinterher, wie man selbigen Akt dem Nachwuchs früher oder später erklärt.

Kinderkram

Das Schönste an dem Alter? Leben im Hier und Jetzt

Villa Schaukelpferd-Klassiker


„Mama, warte mal, ich will mit dir an den Blättern riechen!“ Maxi und ich waren gerade auf dem Weg zur örtlichen Kirmes unterwegs, als mein Vierjähriger abrupt neben der unscheinbaren Hecke stehen blieb. „Schau mal, die riechen so gut!“ bekam ich von einem Meter weiter unten erklärt und schon sah ich auch mich meine Nase zwischen die kleinen Äste stecken. Wollten wir uns nicht beeilen, um zum Jahrmarkt zu kommen? Mit all den blinkenden Fahrgeschäften, Luftballons und Zuckerwatteständen? Sollten wir nicht lieber einen Schritt schneller gehen, als ausgerechnet hier auf dem langweiligen Gehweg anzuhalten?

Kinderkram

Das Schlimmste an dem Alter? Fehlendes Einfühlungsvermögen!

Villa Schaukelpferd-Klassiker


Es geschah heute Morgen auf unserem Parkplatz vor der Haustür. Mini öffnete zum Einsteigen die hintere Autotür, zog sie rückwärts stolpernd auf und trat infolgedessen unsanft, das ganze Gewicht dabei auf seine Füße zentriert, auf meinen Fußrücken. Der Schmerz, der mich durchfuhr war aber nichts zu meiner Wut, die unmittelbar darauf folgte. Am Liebsten hätte ich meinem Sohn aus purem Reflex im Gegenzug auch auf den Fuß getreten. Aber das wäre ja erstens total kindisch und zweitens nicht mal hilfreich gewesen. Zumindest nicht für meinen Dreijährigen. So bahnte sich meine Wut in lauten Flüchen, die der Nachbarschaft das Aufstehen erleichterten, ihren Weg nach Draußen.