Lebensfragen

Heilt die Zeit wirklich alle Wunden?

„Die Zeit heilt alle Wunden“, mit diesen Worten rief einst der französische Philosoph Voltaire sein vielleicht berühmtestes Zitat ins Leben, das von Generation zu Generation so gerne weitergegeben wird – als Trost in schweren Stunden, wenn das Leben einem mehr Zitronen gibt, als man zu Limonade verarbeiten kann.
Aber stimmt seine Aussage tatsächlich? Kann die Zeit wirklich alle Wunden heilen? Oder wenigstens die eine oder andere? Denn spätestens mit dem Mutterwerden kann man die Worte Voltaires nicht mehr einfach so hinnehmen, ohne sie zu hinterfragen; das habe ich bereits kurz nach der Geburt meines Ältesten gemerkt.

Mama-Momente

Warum das Muttersein meine Hochzeit nicht zum schönsten Tag in meinem Leben werden ließ

Premium-Blogbeitrag

Vor wenigen Wochen hatten mein Mann und ich Hochzeitstag. Ich erzähle allen, inklusive meinem Mann, immer, dass unsere Hochzeit damals der schönste Tag in meinem Leben war. Aber das stimmt so nicht. Die Erkenntnis darüber traf mich, als ich an diesem Mittwochmorgen im Badezimmer stand, um mich für unseren 9. Hochzeitstag zurechtzumachen: Nein, unsere Hochzeit war nicht der schönste Tag in meinem Leben.

Lebensfragen

Hingabe statt Aufopferung

Eine Szene aus einem Familienalltag beim gemeinsamen Abendessen: Die Mutter hat liebevoll und mit einem Lächeln auf den Lippen den Tisch gedeckt, summt dabei leise eine ausgedachte Melodie und ruft die Kinder, während sie noch den hübsch arrangierten Teller mit Gemüsesticks aus dem Kühlschrank holt. Die Kinder stürmen zu ihren Plätzen, nehmen die getane Arbeit ihrer Mutter gar nicht wahr, stattdessen der beherzte Griff zu Paprikastreifen und Käsebrot und -huch!-, in aller Hektik wurde der Becher Kakao umgestoßen und verteilt sich nun über den halben Tisch. Die Mutter wird nicht laut und schimpft auch nicht, sondern eilt zur Spüle, um einen Lappen zum Aufwischen zu holen. Halb so schlimm, Mama hilft aus der Patsche! Alles abgewischt und alles ist wieder gut, das familiäre Beisammensein kann weitergehen!

Gesellschaft

Erschöpft vom Muttersein und Angst vor traumatischen Auswirkungen: Was wir trotz unserer eigenen Defizite heilsames für unsere Kinder tun können

Premium-Blogbeitrag

„Mama, ich habe das Gefühl, dass du mich nicht liebhast. Immer schimpfst und meckerst du nur rum! Ich weiß, du sagst, dass du mich liebst, aber es fühlt sich nicht so an.“

Da war er, der gefürchtete Satz, bei dem ich quasi schon seit neun Jahren bangend darauf warte, dass er irgendwann mal ausgesprochen würde. Und ich wusste, dass er Recht hatte. Mein Ältester besitzt das Talent, die Dinge on Point auf den Tisch zu bringen, Gefühle und Stimmungen exakt erfassen und benennen zu können. Damals, vor neun Jahren, als er ein Baby war, konnte ich keine Liebe für ihn aufbringen. Mit Hilfe von Zeit, Therapien meinerseits und dem Wunsch, die Kluft zwischen uns zu überbrücken, gelang es mir nach und nach, die mütterliche Liebe für ihn wieder empfinden zu können.

Ein zartes Band, nicht stark genug, um Geschehenes ungeschehen zu machen, geschweige denn, um meinem Sohn das Urvertrauen nachzureichen, die Gewissheit, dass er bedingungslos geliebt wird.

Gesellschaft

„Glaubst du, du wirst später lieber Oma als du heute Mutter bist?“

„Habt ihr euch eigentlich schon mal die Frage gestellt, ob und inwiefern ihr eure Kinder mit ihren Kindern (also euren Enkeln) unterstützen werdet?“ Das wollte vor nicht allzu langer Zeit Marie* in meiner Community von den anderen Müttern wissen. Sie fühle sich zwar in der Mutterrolle nicht so wohl wie erhofft, wisse aber nunmal um die Belastung, derer Eltern ausgesetzt sind und wolle daher später ganz sicher als unterstützende Oma zur Verfügung stehen! Immerhin würde die Rund-um-die-Uhr-Verantwortung, die man als Mutter hat, wegfallen und da wären ein paar Stündchen hier und ein Wochenende dort für sie als Oma bestimmt gut machbar.

Von Pusteblumengärtnerin Marie inspiriert und aus Neugierde, wie es wohl den anderen hochsensiblen, freiheitsliebenden Müttern „da draußen“ in Bezug auf ihre -vielleicht irgendwann eintretende- Rolle als Oma so ginge, startete ich in meinem letzten Newsletter eine kleine Umfrage zu diesem Thema.

Insgesamt 47 Mütter nahmen sich die Zeit, ehrlich darauf zu antworten und ich danke an dieser Stelle jeder einzelnen von ihnen ganz herzlich! ♥