Postpartale Depressionen

Du hattest dich so auf dein Baby und deine neue Rolle als Mutter gefreut, aber jetzt ist alles anders? Die Tage sind grau, deine Sorglosigkeit dahin und du fühlst dich völlig überfordert mit deinem neuen Leben? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Frauen, die hochsensibel sind, unter postpartalen Depressionen litten. Von mir selbst weiß ich es am Besten.

Postpartale Depressionen sind immer noch ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Wer möchte gerne offen zugeben, dass man sein eigen Fleisch und Blut nicht so lieben kann, wie man es gerne würde? Im Allgemeinen wird von einer Mutter eben erwartet, dass sie nach der Geburt vor Liebe und Zuneigung zu ihrem Baby nur so strotzt. Und wenn man diesem hohen Ideal nicht entsprechen kann, ist es schwer, seine Umwelt mit der Wahrheit zu konfrontieren.

Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen,
sondern jedes Mal wieder aufzustehen.

Nelson Mandela

Andere Betroffene lieben ihr Kind abgöttisch, leiden aber dennoch unter Zwangsgedanken, ihrem Nachwuchs etwas anzutun oder fühlen sich einfach wahnsinnig überfordert mit ihrer neuen Rolle als Mutter.

Wenn bei dir der normale Baby Blues, der typische „Heultag“ nach der Geburt bereits seit Wochen anhält, du dich zunehmend zurückziehst und es dir nicht gut geht, leidest du womöglich unter einer postnatalen bzw. postpartalen Depression (PPD).

Vielleicht quälen dich Schuldgefühle, du schämst dich oder bist enttäuscht von dir selbst. Du bist nicht alleine! Es gibt so viele Mütter da Draußen, denen es ähnlich ergeht wie dir. Nur spricht leider kaum Jemand darüber, weil diese psychische Krankheit in unserer Gesellschaft immer noch unter den Teppich gekehrt wird. Wer will schon als „Versager-Mutter“ abgestempelt werden? Dabei bist du das doch gar nicht!

Trau deiner Sehnsucht mehr als deiner Verzweiflung!

Heinrich Dickerhoff

Ich habe nach der Geburt meines ersten Sohnes monatelang unter postpartalen Depressionen gelitten und möchte dir sagen, dass es Hoffnung gibt, die Krankheit zu überwinden. Mir haben dabei vor allem drei Dinge geholfen: Eine kompetente Therapeutin, ein wohlwollendes und unterstützendes Umfeld, sowie vor allem Selbstliebe. Aber das braucht Zeit, manchmal sehr lange Zeit.

Ich möchte dich ermutigen, dich Jemandem anzuvertrauen. Einer Freundin, die es gut mit dir meint. Deinem Frauenarzt, deiner Hebamme, deinem Mann oder deiner Mutter. Du weißt am Besten, wem du vertrauen kannst. Aber igle dich nicht ein! Ich weiß aus Erfahrung, wie gut es tun kann, mit Jemandem offen über seine Gefühle zu reden.

Oder suche dir Hilfe im Internet.

Ein paar Links habe ich dir bereits herausgesucht, die dir und deinen Angehörigen weiterhelfen könnten:

Selbsthilfeforum „Schatten und Licht“

Fragebogen zur Selbsteinschätzung

Literatur zu peripartalen psychischen Erkrankungen

„Wie gehe ich mit ihr um?“ Hilfe für Angehörige

„Welcher Rat hat wirklich in der ersten Babyzeit geholfen?“ Sozialpädagogin Suse hat mithilfe von vielen Müttern eine Liste mit den besten Ratschlägen zusammengebracht, die ich jeder Neu-Mama (nicht nur denen mit Depressionen) wärmstens ans Herz legen kann!

Wenn du dich über therapeutische Hilfe informieren möchtest oder direkt einen Psychologen in deiner Nähe suchst:

Was macht ein Therapeut eigentlich und welche Behandlungsformen gibt es?

Wo finde ich einen Psychologen in meiner Nähe?

Deutsche Psychotherapeutenvereinigung

Mutter-Kind-Einrichtungen

Falls du aus Österreich kommst:

Katharina Kittinger-Sereinig betreibt ihre Praxis für Psychotherapie in Graz. Einer ihrer Schwerpunkte liegt auf der Behandlung und Begleitung von Müttern mit postnatalen Depressionen.

Du darfst mich auch gerne persönlich per Mail kontaktieren und mir anonym deine Geschichte erzählen. Ich bin gerne für dich da.

Deine Christine