Mama-Momente

Gespräche mit dem Zweijährigen: Es hapert an der Kommunikation


Oh Mann, heute muss ich mal wieder motzen! Wir sind gerade in einer Phase angekommen, in der unser zweieinhalbjähriger Maxi immer mehr Wörter lernt und versucht, mit uns zu kommunizieren. Das ist soweit schön. Lange genug habe ich schließlich auf diese Phase gewartet, in der man endlich kapiert, was die Kleinen von einem wollen. Allerdings ist das Ergebnis meines Erachtens noch ausbaufähig.

Erst letztens, als ich Maxi mit einem „Ich hab dich lieb“ vom Wickeltisch hob, war seine Antwort darauf: „Mini AA macht?“ Oder wenn man ihn fragt: „Was hat der Baustein denn für eine Farbe?“ wird selten das Farbspektrum aufgeführt, sondern eher das Wetter kommentiert. Du verstehst was ich meine?

Natürlich erwarte ich nicht, dass Maxi sich seinerseits um meinen Hals wirft, „Mama ich hab dich auch soooo lieb!“ herausposaunt oder auf die Bausteinfrage mit einem „Mutter, ich tendiere zu einem Türkisgrün“ antwortet. Ich weiß, das wird früher oder später noch kommen. Dann werde ich sicher genervt sein, wenn ich keine kurze Antwort erhalte, stattdessen stundenlang über die verschiedenen Grüntöne diskutieren muss. Weiß ich jetzt schon.

Ich motze deswegen heute ein bisschen rum, weil ich schlichtweg genervt von dieser Dauerphase bin. Wenn ich z.B. morgens an den Frühstückstisch komme, den Kindern einen „Guten Morgen“ wünsche und kein Gegenlächeln erhalte, sondern nur die Fleischwurst fixiert wird, als würde sie sich klammheimlich vom Tisch davonstehlen, wenn man sie auch nur für eine Sekunde aus den Augen ließe. Meinem Mann ergeht es dabei auch nicht besser. Für einen Gastbeitrag hier im Mama Blog reicht es anscheinend noch nicht, aber auch er raunte mir vorhin leise in der Küche zu, wie ermüdend es sei, wenn er morgens mit einem gut gelaunten „Hallo Maxi“ das Kinderzimmer betritt und als Antwort nur: „Schlüssel! Haben! Windel AA wegmachen!“ erntet. Und das soll man jetzt jeden Tag wegstecken, darüber schmunzeln und sich sagen, dass auch dies mal wieder nur eine Phase ist?

Woher nehmen andere Mütter bitte schön die Kraft, dann genauso gut gelaunt weiter zu machen? Rennen die vielleicht den ganzen Tag heimlich mit Ohrstöpseln herum oder haben einen VHS-Kurs zum Überhören solcher Sätze besucht? Bitte erzähl mir davon, wie du diese Phase meisterst bzw. gemeistert hast! Dass ich sie in ein paar Jahren erfolgreich wieder verdrängt haben werde, ist nicht nur eine geniale Gesetzmäßigkeit der Natur, sondern für mich ein kleiner Strohhalm, an den ich mich klammern kann. Aber dieser Halm wird immer dünner, genau wie meine Nerven. Vielleicht werde ich heute beim Abendessen auch mal sinnlose Sachen antworten. Das kapiert Maxi dann zwar auch nicht, aber immerhin habe ich noch meinen Spaß und einen verwirrten Mann dabei…

2 Gedanken zu „Gespräche mit dem Zweijährigen: Es hapert an der Kommunikation“

  1. Ruhrpottzwerge sagt:

    Huhu. Also beim Rabauken ist die Phase mit 3,5 Jahren noch voll aktiv. Liegt wohl daran, dass Empathie sich erst mit 5 Jahren zu entwickeln beginnt und die Zwerge mit Höflichkeitsfloskeln nix anfangen können. Glaub mir, irgendwann bekommt man das -resigniert- gar nicht mehr mit….wie das Gedudel irgendwelcher Musikspielzeuge. ;)lg Sabrina

    1. Christine sagt:

      Danke, dass du mich immer aufbaust :-)

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