Mama-Momente

Lerche oder Eule? Als Mutter eigentlich piepegal.

Es gibt da einen Spruch, der besagt, dass man entweder Typ Lerche sei oder eher dem Typ einer Eule entspräche. Konkret ist damit das Schlafverhalten gemeint, ob man vom Naturell Frühaufsteher oder durch den Biorhythmus eher in den Abendstunden aktiv ist. Ich bin weiß Gott nicht das eine und auch ganz sicher nicht das andere. Der Online-Test auf Onmeda.de bescheinigt mir, eine „leichte bis moderate Lerche“ zu sein. Wenn ich wählen müsste, wäre ich immer noch am liebsten ein Buchfink, der laut NABU etwa zehn Minuten vor Sonnenaufgang, und damit immerhin als letzter Piepmatz ins Vogelkonzert mit einstimmt. Ansonsten müsste mein Vogeltyp noch erfunden werden: Einer, der sich nochmal umdreht im Nest und anschließend den Tag (inklusive Mittagsschläfchen) genießt, um abends wieder früh genug die Augen zu schließen. Aber seit ich Mutter bin, kann mir das ganze sowieso schnurzpiepsegal sein, denn seitdem ist mein Biorhythmus durcheinander. Die einzige Frage, die ich noch an den NABU habe: Bringen Küken ihre Eltern eigentlich auch aus ihrem natürlichen Takt? Wird die Lerche nach dem Schlüpfen ihrer Kinder zur Eule und umgekehrt?

Mal ehrlich, nun ist es zwar schon ein paar Jahre her, dass meine Kinder Säuglinge waren, aber ich erinnere mich (leider) noch zu gut an all die schlaflosen Nächte. Menschenkinder genießen den Luxus, nicht, wie beispielsweise das Okapi, eine halbe Stunde nach der Geburt auf ihren wackeligen Beinen stehen zu müssen, um in freier Wildbahn notfalls vor dem bösen Leoparden davonlaufen zu können. Im Gegenteil, unsere Babys lassen sich erst einmal richtig viel Zeit mit der Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten und dazu gehört auch das Trinkverhalten und der Schlaf-/ Wachrhythmus. Für jede Mutter eine große Herausforderung und für die Hochsensible mitunter eine extrem belastende Situation.

Liebe Mutter Natur: Muss es denn so extrem sein?

Lerchen sind bereits über eine Stunde vor Sonnenaufgang wach, Eulen werden erst in den späten Abendstunden munter. Und dennoch sind sich Experten sicher, dass die meisten Menschen Mischtypen sind, also morgens (wenn sie nicht vom Wecker geweckt werden) weder um 5 Uhr aus dem Bett springen noch bis 11h freiwillig schlafen, um dann abends auch in etwa die goldene Mitte zum Einschlafen zu wählen. Zumindest die Ausgewachsenen.

Und trotzdem: Es gibt diese Menschen mit ihrem extremen Naturell! Ich kenne tatsächlich persönlich Leute, die wachen bereits um 4h in der Früh auf und backen aus Langeweile direkt einen Kuchen, weil sie nicht wissen wohin mit ihrer Wachheit. Oder sie erledigen samstags schon den Hausputz, noch bevor der Bäcker öffnet und sind dann selbstredend die Ersten, um ihre Brötchen fürs zweite Frühstück zu besorgen. Andere kommen erst gegen Nachmittag richtig auf Touren und arbeiten erst, wenn es draußen dunkel ist am effizientesten, während ich schon ab 17 Uhr abbaue.

Lerche oder Eule?

Als Hochsensible mag ich das Mittelmaß und weniger die Extreme. Natürlich gab es auch Zeiten, in denen ich die Nacht zum Tag machte, aber seien wir ehrlich, das passierte eher aus Coolness und Mitläufigkeit in meiner Jugend. Wenn wir abends noch einen Energy-Drink nach dem anderen kippten, um die bevorstehende Disco-Nacht durchzuhalten. Heute, als alte Frau mit ihren 34 Jahren, muss ich schon aufpassen, nach 11 Uhr (vormittags, wohlbemerkt!) kein Koffein mehr zu mir zu nehmen, weil ich sonst in der darauffolgenden Nacht nicht schlafen kann und mich mit all den Eulen-Müttern da Draußen unterhalten oder die Nacht durchtanzen könnte. Für mich kein wünschenswerter Zustand mehr, denn im Gegensatz zu früher kann ich heute den Schlaf am nächsten Tag nicht einfach nachholen. Da hätten zwei energiegeladene Piepmätze etwas dagegen! Kein Wunder, dass Silvester, seit ich Mutter bin, von mir zum unattraktivsten Tag des Jahres gekürt wurde und ich das Event am liebsten -ganz spießig- verbieten würde.

Da bin ich doch lieber die leichte bis moderate Lerche. Vor allem bin ich sofort ansprechbar und kann direkt losphilosophieren. Im Gegensatz zu meinem Mann, der generell zwei bis drei Stunden und gefühlt zwölf Tassen Kaffee zum Wachwerden benötigt, egal, zu welcher Uhrzeit er aufsteht. Immerhin hat er es in unseren sieben Ehejahren inzwischen perfektioniert, interessiert zu gucken und kurze Laute von sich zu geben, wenn er von mir oder den Kindern am Frühstückstisch angesprochen wird.

Und meine Kinder? Die haben sechs bzw. sieben Jahre nach dem Säuglings-Wirrwarr ihren Rhythmus gefunden, auch, wenn mir der immer noch ein Rätsel ist. Abends schlafen sie gegen 20 Uhr ein, um dann morgens um kurz nach Sechs wieder putzmunter durch die Betten zu turnen. Wohlweislich nur am Wochenende oder an Feiertagen, wenn wir alle ausschlafen könnten. Unter der Woche hat mein Mann Mühe, die Kinder um kurz vor Sieben aus ihren Träumen zu reißen.

Sonntag morgens stopfe ich mir also nochmal die Bettdecke in die Ohren, drehe mich auf die andere Seite, in der Hoffnung, man möge meinen genervten Gesichtsausdruck nicht bemerken und tröste ich mich immerhin mit der Zukunftsvision, wenn ich die jungen Männer in zehn Jahren mit lautem Bollern der Staubsaugerdüse gegen ihre Zimmertür wecke – nachmittags um Drei.

Aber das werden sicher alle Eltern durchmachen, vielleicht auch die Vogeleltern. Wenn der Lerchen-Nachwuchs nachts gemeinsam mit den coolen Eulen um die Häuser zieht, nur, um am nächsten Morgen im Elternnest nicht aus den Federn zu kommen. Wir können nur abwarten, bis es besser wird.

Piep.

2 Gedanken zu „Lerche oder Eule? Als Mutter eigentlich piepegal.“

  1. Dana sagt:

    Ich habe den Test jetzt mal gemacht und bin genauso eine leichte bis moderate Lerche.
    Morgens kann ich recht schnell losschwaddeln, zuhören aber noch nicht so. (Vor allem schwer, da Kind Nr. 1 morgens auch direkt ohne Punkt und Komme spricht.) Wenn ich müde werde, werde ich sehr still und will überhaupt nicht mehr sprechen, zuhören auch nicht mehr und antworten gleich garnicht. Silvester bräuchte ich, seit wir Kinder haben, überhaupt nicht mehr, Ich bleibe nur meinem Mann und den Kindern zuliebe wach.
    Als Jugendliche war ich tatsächlich eher eine Eule, konnte gegen 2 Uhr ins Bett gehen und mittags bis 11/12 Uhr schlafen – problemlos.
    Liebe Grüße
    Dana

  2. S. sagt:

    Klingt interessant, leider ist mein aktueller Rhythmus momentan SO aus dem Ruder, dass ich die Fragen nicht wirklich beantworten kann …😅
    Von 3-7 Uhr schlafen kann für keinen gesund sein XD…Kinder sind aber vermutlich niedlicher als Jura Texte XD

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