Mama-Momente

Muss ich wirklich zum Babyschwimmen?

Villa Schaukelpferd-Klassiker

„Wie wär’s denn mit Babyschwimmen?“ Unsere Hebamme schwärmte bereits im Geburtsvorbereitungskurs davon und ich hörte Alle „Ach wie schööööön“ seufzen. Babyschwimmen? Pekip-Kurs? Krabbelgruppe? Für mich klang Alles gleich. Nämlich nach quietschvergnügten, vor Lachen kreischenden Wesen, die durchs Wasser toben oder sich an Land über den Boden robben. Ich meine damit übrigens die Mütter, nicht die armen Kinder, die zu diesen Veranstaltungen ungefragt mitgeschleppt werden.

Ein Aufeinandertreffen stolzer Frauen, die ihre Albert Einsteins, Franziska von Almsicks und Lukas Podolskis in Miniaturformat vorzeigen müssen, auch wenn diese eher tollpatschig und pummelig wirken, wie es sich nun mal für ein 3-monate altes Kind gehört. Und in solch einen Kurs sollte ich nun gehen? Nur weil Alle das machen? Weil man das als frischgebackene Mutti zu machen hat? Ich entschied mich dagegen. Aber glaub mal ja nicht, dass das Thema nun vom Tisch gewesen wäre!

„Haben Sie sich schon zu einem Kurs angemeldet?“ flötete meine Hebamme beim dritten Nachsorgetermin. Und auch im Bekanntenkreis waren Krabbelkurse das Thema Nr. 1: „Wieso willst du denn nicht zum Pekip-Kurs? Die Sonja geht auch in so einen, das soll ganz toll sein.“ Toll? Wie soll ich entspannt zwischen zwölf nackten Kindern sitzen, der Gefahr eines Pipistrahls oder noch Schlimmeren ständig ausgeliefert? Oder auf dem Boden mit lauter enthusiastischen Müttern hocken, an jeder Ecke ein „Dutzi-dutzi-Schnucki-Putzi“ im Ohr? Kann mir doch Keiner sagen, dass das der neue Lebensinhalt aller Frauen sein kann, nur weil die Hormone verrückt spielen?Ich für meinen Teil nahm jedenfalls keiner krabbelfreudigen Mama den Platz in einem Kurs weg und fand das überaus sozial von mir.

Bis zu dem Tag vor ein paar Wochen, an dem ich mich selbst zum Hörer greifen und mich zum Babyschwimmkurs anmelden sah. Falsch. Nicht mich. Sondern Maxi. Mein Name war völlig uninteressant. Weder für die Unterlagen, noch für die Übungsleiterin, die schon Tim und Karla die Hand gegeben hatte, bevor Maxi und ich ins warme Becken stiegen. Hier waren die Kinder die Hauptpersonen. Und ich war eben die „Mutter von Maxi“. So wie es auch die „Mutter von Tim“ und die „Mutter von Karla“ gab, deren Namen ich bis zum Ende des Kurses übrigens nie erfahren habe.

Ich muss zugeben, dass mir der Kurs tatsächlich ein bisschen Spaß gemacht hat. Maxi übrigens nicht so sehr. Der interessierte sich nicht so fürs Wasser. Während Tim, Karla und Co. brav vom Beckenrand hopsten und sich in Rückenlage durchs Wasser ziehen ließen, fand Maxi die Lampen am Deckenboden weitaus reizvoller, genauso wie vorbeilaufende Badegäste und kaputte Kabel, die aus der Wand ragten. Den Rest der Stunde zog mein 20-monatiger Sohn eine grimmige Schnute oder testete seine Stimmbänder.

Also alles für die Katz? Ach nein, so ist er eben, mein Maxi. Kann er ja nichts dafür, dass seine quietschvergnügte Mama ihn ungefragt zum Babyschwimmen mitgeschleppt hat. Unserer Mama-Sohn-Beziehung tat das ohnehin kein Abbruch. Im Gegenteil! Das ungewohnte Terrain, (ich nenn es mal vorsichtig) „bescheidende“ Umstände (zieh dich mal zusammen mit deinem Kleinkind in einer Einzelkabine ohne Wickeltisch um!) und der Umgang mit den wirklich netten Muttis und ihren Kindern war eine Bereicherung für uns beide. Mit dem nächsten Kurs werde ich dann aber doch noch ein bisschen warten…

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