Mama-Momente

Kuchenkatastrophe zum Kindergeburtstag (und ein bombensicheres Muffin-Rezept!)

Villa Schaukelpferd-Klassiker

„Sollen wir Maxis Geburtstag auch hier im Kindergarten feiern? Ich würde sagen, Sie backen einfach einen Kuchen oder ein paar Muffins für übermorgen. Nichts Wildes.“ Der Vorschlag der Erzieherin, den jede andere Mutti lediglich mit einem fröhlichen Lächeln quittiert hätte, löste bei mir binnen Millisekunden Schweißausbrüche aus.

Ich und backen? Seit ich denken kann, stehe ich mit bunten Silikonförmchen, Knethaken und Rührschüssel auf Kriegsfuß. Und jetzt sollte ich mal eben einen Kuchen oder Muffins aus dem Ärmel schütteln? „Das können Sie gleich vergessen. Entweder Sie akzeptieren Coppenrath & Wiese oder backen selbst!“ So oder ähnlich lautete meine Antwort. Die ich natürlich nicht laut aussprach. Stattdessen hörte ich mich lediglich ein „Kein Problem, für wie viele Kinder denn?“ herausflöten. Und damit begannen die gefürchtetsten 48 Stunden meines Lebens des ersten Kindergartenquartals.

„Nimm doch einfach eine fertige Backmischung, das ist doch den Kindern egal!“ Obwohl ich meiner Schwester mehr als dankbar für ihre Einschätzung war, wusste ich tief im Inneren, dass es hundertprozentig eine Person auf diesem Planeten geben würde, der es nicht egal wäre. Und das war ich selbst. Tüte aufreißen und ab in die Backform? Nee nee nee, nicht mit mir! Ich würde es doch wohl noch hinbekommen, einen Kuchen für die Geburtstagsfeier meines Sohnes zuzubereiten, ohne, dass der Teig wie Kaugummi an den Zähnen klebte oder mein Ofen explodierte. Kurzerhand bat ich meine Mutter um ihr traditionelles Rezept für Marmorkuchen. Ein Klassiker, den ja wohl Jeder hinbekommt.

Kuchenkatastrophe zum Kindergeburtstag (und ein bombensicheres Muffin-Rezept!)„Marmorkuchen???!!!“ Die warnende Stimme meiner Mutter am Telefon ignorierte ich ebenso wie die Tatsache, dass sie mir kurze Zeit später neben Omas Originalrezept zusätzlich noch drei weitere Backbücher in die Hand drückte „damit du den Teig auch wirklich hinbekommst, das ist nämlich gar nicht so einfach, die richtige Konsistenz zu erhalten.“

Nachdem ich die Zutaten zuhause nebeneinander aufgereiht und meinen Mann die Rolle des Sous-Chefs zugeteilt hatte, wurde mir dann langsam klar, worauf ich mich da eingelassen hatte. „1/8 l – 250ml Milch, je nach Größe der Eier“ stand da. Super. Ich wusste gerade mal, dass Eier mit der Beschriftung „M“ kleiner waren, als ihr Pendant in Größe „L“. Aber bedeutete das jetzt, dass ich bei kleineren Eiern dementsprechend mehr oder weniger Milch zum Teig geben sollte? Gott sei Dank half uns der Tipp aus dem zerfledderten Uralt-Backbuch von Dr. Oetkers Erstauflage weiter, so viel Milch zuzugießen, bis der Teig sich „leicht und zügig vom Löffel reißen“ ließe. Ein Rezept mit Nasch-Lizenz! Super. So merkten wir schnell, dass nicht nur Konsistenz, sondern auch Teigaroma unseren Geschmack traf. Rein in die Form, Marmormuster mit der Gabel kunstvoll eingedreht und ab in den Ofen. Was war eigentlich am Backen noch mal so schwer?

Kuchenkatastrophe zum Kindergeburtstag (und ein bombensicheres Muffin-Rezept!)Der unheilvolle Geruch nach Angebranntem erreichte uns zehn Minuten vor Beendigung der Backzeit auf dem Sofa. Schnick, schnack, schnuck, wer der Buhmann war, der das Drama im Ofen als Erster begutachten durfte und schon tropfte mir gemütlich ein weiterer Flatschen Teig entgegen, dem es in der Kuchenform sichtlich zu eng geworden war.

Die verständnislos kopfschüttelnde Nachfrage vom Ehemann, wie ich denn überhaupt auf die dämliche Idee gekommen sei, von mir aus dem Kindergarten vorzuschlagen, einen Kuchen zu backen, gab mir nach der Kuchenkatastrophe dann endgültig den Rest und beschleunigte den Griff zu Schokolade und Weinflasche. Und auch die dicke Schicht Schokoladenguss mit bunten Streuseln konnte letztendlich nicht von dem tiefen Krater der kleinen Delle im fertigen Kuchen ablenken. Da half am nächsten Tag bei der Kuchenübergabe nur noch Kopf hochhalten und so tun, als hätte man nichts bemerkt. Hoffentlich würde es den Kindern wenigstens schmecken.

Kuchenkatastrophe zum Kindergeburtstag (und ein bombensicheres Muffin-Rezept!)Zu Maxis Geburtstagsfeier mit den Verwandten zuhause verzichtete ich dann auf meine neu gewonnenen Backerkenntnisse und holte vorsichtshalber gleich den Tiefkühlkuchen nach Hause. Aber etwas Selbstgebackenes sollte auf der Kaffeetafel trotzdem nicht fehlen und zusätzlich mein Ego wieder aufpolieren. Nachdem ich erfolgreich ein paar Tage vorher mit Maxi Muffins gebacken hatte, allerdings mit einer Fertigmischung aus dem Supermarkt, beschloss ich, mir diesmal Hilfe vom Profi zu holen, der 1.) oft und gerne backt und 2.) ein todsicheres Rezept für absolute Backnieten in petto hat. Schnell fiel die Wahl auf meine Freundin Krissi, die bereits unsere Hochzeitstorte fertigte und die auf ihrem Blog regelmäßig Rezepte für Kuchenfans und Naschkatzen aller Art vorstellt.

Sie empfahl mir ihre Chocolate-Cupcakes, bei denen ich vorsichtshalber nur den Grundteig mit den Schokostückchen backte und auf das Topping verzichtete, um mein Glück nicht vollkommen überzustrapazieren. Und was soll ich sagen? Sie waren ruck-zuck fertig, die Gäste waren hellauf begeistert und ein zweistündiges Säubern des Ofens blieb mir auch erspart. Kann ich jeder Mutter in meiner Lage nur empfehlen. Der nächste Kindergartengeburtstag kann jedenfalls kommen!
Kuchenkatastrophe zum Kindergeburtstag (und ein bombensicheres Muffin-Rezept!)
Kuchenkatastrophe zum Kindergeburtstag (und ein bombensicheres Muffin-Rezept!)

Ein Gedanke zu „Kuchenkatastrophe zum Kindergeburtstag (und ein bombensicheres Muffin-Rezept!)“

  1. Mina sagt:

    Hallo!
    Ich bin auch nicht wirklich ein Fan vom Backen. Aber ein Fan von Fertigtüten bin ich auch nicht. Der Kuchen von MiniHelds erstem Geburtstag war mega süß und für mich gar nicht essbar, aber am Ende des Tages war er weg!
    Werde nächsten Monat auf seinem zweiten Geburtstag auf jeden Fall das Muffin Rezept versuchen ;)
    Liebe grüße
    aus dem heldennest

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