Mama-Momente

Knatschige Tage – Wenn die Kinder übermüdet sind


An manchen Tagen würde ich auch gerne einmal wieder zum Trotzkind werden. Ich würde dann auf dem Fußboden aufstampfen, das Treppenhaus zusammenbrüllen oder mit den Türen knallen. Letzteres nehme ich mir ab und zu auch mal raus. An Tagen wie heute, wo ein Mini oder ein Maxi derart schlechte Laune verbreitet, dass man mit netten Worten nicht mehr dagegen ankommt, frage ich mich, ob es irgendwo ein Loch im Wohnzimmerboden gibt, in dem ich mich heimlich verstecken könnte.

Ich würde dann die Klappe der Falltür über mir leise schließen, die Finger in die Ohren stecken und das Gejammer, Gemotze und Geheule über mir ignorieren. Leider scheint das nicht möglich, weil meine drei- und vierjährigen Jungs einen eingebauten Seismographen in ihrem Körper stecken haben, der mich in Nullkommanix aufspürt.

„Mamaaaaa? Warum liegt die Packung Sahnekäse im Mülleimer?“ – „Weil ich ihn vorhin aufgegessen habe.“ – „OH MAAAAAANN! ICH WOLLTE DEN AUFESSEN!!“

„Mama, was machen wir in zwei Wochen?“ „Ich weiß noch nicht, ich habe noch nichts geplant.“ „Und was machen wir in drei Wochen? Und in vier Wochen?“ „Puuh, ich kann es dir noch nicht sagen.“ „Und was machen wir in fünf Wochen, Mama?“

„Ich will aber! Ich will aber! ICH WILL ABER!“

Am Schlimmsten sind die Nachmittage, an denen die Kinder übermüdet sind. Zum Beispiel, weil sie keinen Mittagsschlaf gehalten haben. Oder, weil sie Mittagschlaf gehalten haben. Danach liegt die Wahrscheinlichkeit bei 75%, dass der restliche Tag in einem einzigen Geknatsche stattfindet.

Knatschige Nachmittage - Wenn die Kinder übermüdet sind
Gespräche, Fragen oder Antworten finden dementsprechend nicht mehr gesprochen, sondern lediglich geheult ihren Weg vom Kindermund nach Draußen. Mit vorsichtigen Nachfragen, wie es denn im Kindergarten war oder ob der Teddy mit ins Auto möchte, begibt man sich auf ein Minenfeld, schließlich könnte jederzeit als Antwort eine Wutbombe hochgehen.

Selbst die Erfüllung von Kinderwünschen ist keine Garantie für bessere Laune. Die gewünschte Fahrt in die Waschanlage, die Lieblingsserie im Fernsehen, die Handvoll Kekse. Kaum reicht man den kleinen Finger, gibt es Theater, weil nicht zwei Handvoll gegeben wurden („Ich will aber meeeeeehhhhr!!!“).

Ich muss mich an solchen Tagen schon sehr anstrengen, die positiven Momente zu sehen: Die zwei Minuten allein auf dem Klo, der Mann, der mir das Abendessen mit den Kindern abnimmt, die Wäsche, die mich vom Wäscheständer herunter noch nicht angepflaumt hat.

Stoppen kann das Drama im Grunde genommen nur eine deftige Portion Schlaf. Für alle Parteien. Und vielleicht das kleine Loch mit der Falltür in meinem Wohnzimmerboden. Wenn ich mich etwas quetsche, ist für dich auch noch Platz hier drin.

3 Gedanken zu „Knatschige Tage – Wenn die Kinder übermüdet sind“

  1. SilkeAusL sagt:

    ….wenn die Kinder denn nachts wenigstens schlafen würden.Was hier im Moment dank Grippe(erst hohes Fieber,jetzt das besser, dafür Husten)leider seit längerem(zwei Wochen?)nicht der Fall ist. Sooo zickig und launisch hab ich meine Kleine noch nie erlebt. Und ihre Schwester und ich müssen es ausbaden. Da KANN man im Moment nur alles falsch machen.Falscher Trinkbecher(kann ich ahnen,dass es beim zweiten Kakao heute der Becher sein soll, den die Schwester eben noch hatte?!). Licht an, Licht aus. „Arm nehmen“.“Nicht Arm nehmen“.Kuscheln, nicht kuscheln. Aaaah.

    1. Christine sagt:

      Oha, bei euch brennt’s ja noch mehr. Ich wünsche ganz ganz schnelle Genesung für deine Kleine und deine Nerven!

  2. SilkeAusL sagt:

    Dankeschön!

Was sagst du dazu? Schreibe einen Kommentar!

Dein Kommentar wurde nicht (oder nur unvollständig) freigeschaltet? Lies hier, warum!