Mama-Momente

Welchen Kinderwagen soll ich kaufen?


Mit dem ersten Kinderwagen ist es wohl wie mit dem ersten Auto: Man hat so seine Vorstellungen wie er aussehen soll, geht dann in ein Fachgeschäft und muss sich plötzlich um tausend Sachen Gedanken machen, von denen man vorher noch nie gehört hat. Dabei sollte er doch eigentlich nur schick aussehen und funktionieren.

Vielleicht bist du ja in der Situation, dass du dir langsam aber sicher Gedanken um ein fahrbares Transportmittel für dein Baby machst. Glücklich die Eltern, die das Ganze schon hinter sich haben. Ich erinnere mich noch gut an unser erstes „Probe-Gucken“ in einem riesigen Babyfachmarkt. Ganz nach dem Motto „Da ist die Auswahl größer“, standen wir schätzungsweise 165 Modellen auf dreimal so vielen Quadratmetern gegenüber.

Und was es da nicht alles gab: Erstlingswagen, Kombikinderwagen, Reisesysteme, Buggys, Shopper, Sportwagen, Jogger, 3-Rad-Wagen, Geschwisterwagen, und und und. In allen Formen und Farben. Und was davon brauchen wir nun? Da kommt man schon beim Gucken ins Schwitzen. Mein Tipp: Am Besten, du gehst zuallererst nach dem Preis-Prinzip vor. Das schließt schon mal einige Modelle aus. Es sei denn, du bekommst den Kinderwagen von den Großeltern gesponsert, dann hast du die Qual der Wahl. Alle Anderen werden abwägen, wie viel Geld sie ausgeben möchten, schließlich will auch noch die Wickelkommode, das Kinderbett und ein TÜV-sicherer Autositz bezahlt werden (von den ganzen Anziehsachen ganz zu schweigen).

Ich werde dir hier keinen ernst zu nehmenden Produkttest auftischen, den bekommst du garantiert auf 537 anderen Mama Blogs. Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung berichten und an deinen Menschenverstand appellieren: Kein Kind schläft besser, wenn es in einem 1.500€-Modell liegt. Stylisher ist das natürlich, keine Frage. Aber du musst auch realistisch nachrechnen, wie lange du den Wagen im Endeffekt nutzt. Unsere beiden Söhne konnten sich nach sechs Monaten so weit aufrichten, auf den Bauch rollen und herumhampeln, dass wir schon nach einem halben Jahr zum Buggy wechseln mussten.

Dann kommt es natürlich auch noch darauf an, wie oft du mit dem Kinderwagen unterwegs bist und vor allem wo du herfährst. Ein Modell, das nur sonntags durch die Innenstadt geschoben wird, muss nicht so belastbar (und nicht so teuer!) sein, wie der Kinderwagen, der täglich den Mount Everest erklimmen muss. Es ist auch eine Überlegung in die Zukunft wert. Sind noch weitere Kinder geplant, die den Wagen einmal erben werden? Wir haben uns z.B. für ein neutrales, braunes Modell entschieden, weil wir ja noch nicht wussten, ob das zweite Kind ein Mini oder eine Minimaus wird.

Was ich dir auf jeden Fall empfehlen kann, sind Second-Hand-Abteilungen im Babyfachmarkt (frag mal in deiner Umgebung danach!). Viele Geschäfte bieten gebrauchte Kinderwagen zu günstigen Konditionen an. Oder du schaust mal im Internet und vergleichst Preise. Der Nachteil ist hier (selbst schon erlebt), dass du Mängel und Schwächen des Kinderwagens erst entdeckst, wenn er nach Hause geliefert wird. Aber wenn du kein Problem damit hast, reihenweise Modelle wieder zurück an Absender zu schicken, ist das sicher eine Möglichkeit.

Wir hätten uns damals gerne einen Second-Hand-Kinderwagen der Upperclass aus dem Babyfachmarkt geschnappt, aber leider passte der nicht in unser damaliges Auto. Auch eine Sache, auf die man achten sollte… Die beiden Modelle auf dem Foto sind unser Kinderwagen und der erste Buggy. Ich kann dir keinen von Beiden empfehlen. Da wir auf unser Budget achten mussten, erkannten wir schnell den Unterschied zu den Ferraris unter den Transportern. Der Eine blich im ersten Sommer in der Sonne aus, so dass er nun nicht mehr braun, sondern stark lila schimmert (und das mit zwei Jungs innendrin). Außerdem fing er nach ein paar Wochen an, fürchterlich zu quietschen. Und mit dem Buggy ist es jedes Mal eine Herausforderung, über Bürgersteigkanten und kleinere Wurzeln zu fahren. Ich hoffe, du treffst eine besser Wahl. Oder nimmst gleich ein Tragetuch.

3 Gedanken zu „Welchen Kinderwagen soll ich kaufen?“

  1. mamafraumensch sagt:

    Ich sehe das ähnlich. Wir haben unseren Kinderwagen auch secondhand gekauft und dafür lieber mehr Geld in eine sichere Babyschale und kürzlich in einen neuen, rückwärts gerichteten Kindersitz gesteckt.

    LG, Anja

    PS: Ich finde deine Artikel lesen sich echt gut… werde hier öfter vorbeischauen!

    1. Christine sagt:

      Hallo,

      das freut mich für dich, dass du einen schönen Kinderwagen im Second Hand gefunden hast. Manchmal muss man eben Prioritäten setzen, auch wenn man am Liebsten alles neu hätte. Vielen Dank für deinen Kommentar, schön, dass es dir bei mir gefällt!

  2. kullerkind sagt:

    Huhu… der Kinderwagen ist eines der wenigen Dinge für die wir wirklich viel Kohle ausgegeben haben. Es sollte ein Emmaljunga sein. Warum? Weil wir direkt am Wald wohnen… und der hat wirklich wirklich verrückte Wege. Ich brauchte also 1. etwas sehr gut gefedertes und 2. sehr gute Reifen.

    Und was soll ich sagen? Ein Großteil der Kinderwagen hatte immer diese schwenkbaren Plastikrädchen. Damit kann man mich ja hier auf dem „Land“ jagen… in der Stadt braucht man die bestimmt. Ich hätte sie verschenkt :D! Gebraucht habe ich Emmaljungas auch immer nur für viiiiiel Geld gesehen… und mir gedacht: wenn die so einen guten Wiederverkaufswert haben, dann kaufste neu. Und weil Oma etwas beigesteuert hat, isses dann der geworden. Für VIEL Geld.

    Nun ist es aber so, dass das Kindlein – ich glaube – ab 4 Monaten gar nicht mehr drin liegen wollte. Wir haben hier halt einen Tragling :). Somit konnte ich das Teil für 4 Monate nutzen… und nun steht er da. Und steht und steht. Ich versuche es immer mal wieder… greife aber meistens doch zum Tragetuch. Ich weiß nicht, ob ich noch mal so viel Geld für einen KIWA ausgeben würde. Ich hatte nicht im Traum daran gedacht, dass ein Kind da nicht drin liegen will. Ich dachte immer, das sei eine Allzweckwaffe. So kann man sich irren. :)

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