Mama-Momente

Im Januar ging’s an die Wall Street


Am Mittwoch war es endlich soweit: Unser erster gemeinsamer Abend als Paar ganz ohne Kinder in diesem Jahr war im Kalender eingetragen. Auf dem Plan stand ein Kinoabend (schließlich waren wir das letzte Mal bei „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ im Kino; du kannst dir denken wie lange das her sein muss) und für diesen Abend hatten wir uns „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle ausgesucht.

Der Trailer klang vielversprechend, der Hauptdarsteller sowieso und Abendvorstellung + drei Stunden Filmdauer konnten uns nicht abschrecken. Meine Mutter sprang gerne als Babysitter ein (wofür ich ihr auch rückblickend noch sehr dankbar bin), schließlich gönnte sie uns den Abend von Herzen. Also hieß es um 19.30h „Sachen krallen und weg hier“, um 30 Autominuten später dort anzukommen, wo wir gefühlte Ewigkeiten nicht mehr waren: In der Außenwelt. Anderswelt. In der kinderfreien Zone. Am Puls der Zeit.

Da wir uns einen Wochentag ausgesucht hatten, war der Kinosaal zum Glück auch nicht überfüllt. Bis zur Trailervorschau durfte ich sogar die Premiere meines Lebens genießen, keinen Menschen vor mir sitzen zu haben (siehe Foto). In der Regel sind das sowieso die Spezies Männer mit über 1,90m Stockmaß. Wie gesagt, kurz vor Filmbeginn kam mein Vordermann dann doch noch, aber ein zusätzliches Sitzkissen meinerseits war nicht nötig, da der Herr günstiger Weise tief in seinem Sessel versank.

Du glaubst gar nicht, wie sehr sich die Sicht auf die Dinge verändert, wenn man Kinder hat und dementsprechend nicht mehr so spontan wie alle Kinderlosen ins Kino gehen kann. Die meisten Kinobesucher schienen mindestens zehn Jahre jünger, frisch verliebt und/oder Studenten zu sein, die es sich erlauben konnten, mal eben so unter der Woche ins Lichtspielhaus zu gehen. Keine Verpflichtungen zuhause, ob man am nächsten Tag unausgeschlafen zur Uni kam (oder gar nicht erst hin ging), darüber schien sich Keiner Gedanken machen zu müssen.

Nur meinem Mann und mir war schmerzlich bewusst, dass wir nicht vor halb eins zuhause sein würden, um trotzdem fit und munter um sieben Uhr wieder mit den Kindern am Frühstückstisch sitzen zu müssen. Wir sind es eben seit über zwei Jahren nicht mehr gewohnt, den Abend nach 23.00h überhaupt noch irgendwo anders zu verbringen als schlafend im Bett. Zum Glück machte sich meine Müdigkeit aber am Mittwoch erst pünktlich zum Abspann bemerkbar (und hielt dafür bis zum Ende des nächsten Tages an). Mein Mann konnte die Kinder übrigens nicht völlig aus seinem Kopf verbannen. Immer wenn es lauter aus den Boxen dröhnte, wollte er den Verantwortlichen für die Lautstärkeregulierung gerne an die schlafenden Kinder erinnern.

Ja was soll ich sagen, ich will ja jetzt an dieser Stelle keine Filmkritik schreiben, trotzdem kann ich zumindest allen Interessierten sagen, dass der Film in erster Linie sehenswert ist (und die Oscarnominierung für den besten Hauptdarsteller gerechtfertigt. Es ist schon eine Kunst, derart lange Monologe auswendig lernen zu müssen und einen Typen zu spielen, der ständig „high“ ist). Auch wenn man den Filmstoff meiner Meinung nach auch in der Hälfte der Zeit hätte erzählen können. Neben massenweise nackten Frauen, Drogenkonsum und ordinären Sprüchen kommt tatsächlich auch noch die Hauptgeschichte durch und die sorgt (neben brillanten Schauspielern) dafür, dass der Film nicht auf ein niedriges Niveau sinkt.

Fazit: Es war mal wieder schön, raus zu kommen, trotzdem blieb die Zweisamkeit natürlich etwas auf der Strecke, weil wir ja nur nebeneinander saßen, den Film sahen und danach (Uhrzeitbedingt) direkt wieder nach Hause mussten. Deswegen gebe ich dem Januar-Date 3 von 5 Sternen.

Ein Gedanke zu „Im Januar ging’s an die Wall Street“

  1. elf19 sagt:

    Hihi, den gleichen Film hatten wir uns auch angeschaut – an einem der wenigen Tagen, an dem wir unsere zwei Jungs „abgeben“ können. Bei uns wird es zwar nicht jedes Monat klappen, aber so bald sich die Gelegenheit bietet, werden wir diese auch nutzen ;-)

    Lieben Dank auch für Deinen netten Kommentar auf meinem Blog – ich freue mich immer total, wenn ich merke, dass anscheinend auch tatsächlich gelesen wird, was ich so schreibe ;-)))

    Zu Deiner Frage: die Mini-Gugls sind wirklich winzig (ich schätze mal so 3 cm Durchmesser).

    Aber ich wenn ich einen großen Gugelhupf mache, dann immer so ungefähr nach diesem Rezept hier:
    https://www.chefkoch.de/rezepte/899311195327648/Bananen-Gugelhupf.html

    In diesem Fall mit Ei – ich finde, bei der Größe wird der Teig dann doch lockerer als ohne…

    Ganz liebe Grüße & viel Spaß beim Backen,
    Kerstin

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