Mama-Momente

Wenn Mama nicht mit ihren Kindern spielen mag

Villa Schaukelpferd-Klassiker


Nur, damit kein falscher Eindruck entsteht: Meine beiden Söhne sind absolute Wunschkinder, auf die Erziehung habe ich mich schon während der Schwangerschaft gefreut und dass ich für jedes Kind drei Jahre Elternzeit einplante, war für mich so selbstverständlich wie die Tatsache, dass man sich als Frau auf Rastplatztoiletten nur hinhockt.

Ich freute mich schon vor der Niederkunft darauf, möglichst viel Zeit mit den Kindern zu verbringen und vor allem viel mit ihnen zu spielen. Mit der Zeit habe ich jedoch –trotz bester Absicht- ein Phänomen bei mir entdeckt, das mir irgendwie peinlich ist (aber da wir hier ja unter uns sind, kann ich es dir ja sagen): Das Spielen mit Mini und Maxi löst in mir eine gähnende Langeweile aus. Irgendwie hatte ich wohl naiver Weise damit gerechnet, dass die Beiden schon ein paar Wochen nach der Geburt zum Memory-Spiel oder den Malsachen greifen würden.

Ich stellte mir vor, wie ich Mini und Maxi abends zum Einschlafen ein Buch vorlesen würde und tagsüber mit ihnen puzzelte. Jetzt sind schon zwei Jahre rum und hier interessiert sich Keiner für all die Sachen. Gut, mit Maxi kann man inzwischen schon ein Bilderbuch angucken, aber die Aufmerksamkeitsspanne ist bereits nach fünf Minuten beendet. Danach wollen Beide lieber wieder mit Duplosteinen durchs Wohnzimmer rennen, um sie sich anschließend genüsslich in den Mund zu stecken.

„Ja, das sind eben noch Kleinkinder“ heißt es dann. Ja das ist bei mir inzwischen auch angekommen, zu meinem Leidwesen. Da wo Maxi nach fünf Minuten das Interesse am Bilderbuch verliert, ist meine Unlust nach fünf Minuten unproduktiven Daseins auf dem Spieleteppich zu spüren. Ich gebe es offen zu: Ich bin keine Krabbelmama, die den ganzen Tag mit „Bubu, Dutzi-dutzi und Mach-die-Mäh-mal-Ei“ hinter ihren Kindern auf allen Vieren hinterher robbt.

Als hochsensible Mutter brauche ich einen Sinn im Spiel mit meinen Kindern. Und den brauchen meine Kinder anscheinend noch nicht. Für mich muss alles logisch, spannend und produktiv sein. Für Mini und Maxi muss es vor allem in den Mund passen oder Krach machen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann wir da mal auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Bitte sag mir, dass diese Phase bald ein Ende hat. Dass Maxi’s Gehirn plötzlich einen Quantensprung nach vorne macht und er mir abends am Bett Gute-Nacht-Geschichten vorliest. Und Mini nicht nur die Memory-Karten vollsabbert, sondern mich Runde um Runde abzockt. Wie ist das denn bei dir zuhause? Bist du Krabbelmama oder Memory-Mama? Ich freue mich sehr auf deinen Kommentar und dein Statement zu diesem Thema! Und ich bin dankbar für jeden Tipp, wie ich die Langeweile zwischen Mini, Maxi und mir auf dem Spielteppich vertreiben kann.

9 Gedanken zu „Wenn Mama nicht mit ihren Kindern spielen mag“

  1. GorillaMum sagt:

    Von Memory-Mama zu Memory-Mama: Es wird besser!!! Nicht den Mut verlieren, bei Maxi kommt spätestens in 2,3, Monaten der ersehnte Durchbruch ;-) Ich wünsche es dir von Herzen! Ich musste sehr lachen und konnte mich total darin wiederfinden.
    Mein „Warum-können-wir-denn-nichts-Vernünftiges-zusammen-Spielen“-Frust äußerte sich bei mir zeitweise in nie gekannter Sortierfimmel-Manier, es machte mich wahnsinnig, wenn die Knetfarben sich bei Jans exzessiven einfach mal alles aufeinander Kletschen anschließend in den unvermeidbaren oliv-braunen Einheitsbrei verwandelt hatten. Ich klaute ihm einzelne Farbbröckchen um wenigstens einige Primärfarben zu retten… Es wurde dann aber mit der Zeit besser oder ich gelassener und ein großer braun-grüner Klumpen bringt mich nicht so schnell aus der Fassung!

    1. Christine sagt:

      Liebe GorillaMum,

      ich bin unendlich dankbar, dass es noch mehr von meiner Spezies zu geben scheint und habe herzlich über deine Knet-Fummel-Manie gelacht. Toll, dass es besser und du gelassener wurdest und dich so ein Klumpen nun nicht mehr an den Rande des Wahnsinns treibt. Das macht mir Mut. Wenn ich das nächste Mal genervt auf dem Teppich herumrutsche, werde ich an dich (und deine Erfolge) denken.
      Ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar!

  2. Cati sagt:

    Sehr schön geschrieben :-) wir spielen zwar noch im Stubenwagen aber ich vermute auch ich hänge irgendwAnm ähnlich auf dem Teppich *lach.

  3. Anika sagt:

    So geht es mir beim 75. Feuerwehreinsatz auf dem Straßenteppich auch..das Problem ist Junior ist 4 und schaltet dabei wunderbar ab und ich glaube das auch er HSP ist. Und mich zerreißt es weil ich weiß wie seine Augen leuchten wenn wir miteinander spielen….aber Lust habe ich dazu gar keine es tut mir fast weh das zu tun…ein ewiger Konflikt für mich…

    1. Christine sagt:

      Liebe Anika,

      diesen Konflikt, den kenne ich. Ich wünsche dir sehr, dass ihr beide irgendwann ein Spiel findet, mit dem ihr beide glücklich seid! Bis dahin werde ich bei jedem meiner Feuerwehreinsätze an dich denken :)
      Liebe Grüße

  4. Dorkas sagt:

    Erst jetzt lese ich grad deine anderen phänomenal guten Beiträge, danke nur mal dazu : ) Also wie ich das mittlerweile mit dem Spielen sehe. Ich dachte eigentlich immer das ich gerne mit Kindern spiele und das ich sehr verspielt bin, als ich nur meine erste hatte, bin ich oft am Spielplatz mit gerutscht oder mit geschaukelt. Und tja das wars dann auch schon *haha* nein scherz beseite….ich dachte eigentlich das ich gerne spiele, in der Puppenküche, Playmobil, Autos fahren, Puppenpicknick usw usf…..oft bin ich aber nur daneben gesessen und hab mir gedacht „Mit der Zeit wo ich da sitze und eh nur zuschaue könnte ich so viele andere Dinge tun, die ich wieder mal tun wollte“. Und das Spielen machte keinen Spaß, ich suchte dann auch irgendeine Ausrede, das ich Kochen müsste oder Staubsaugen oder sonst irgendeinen Haushaltskram. Denn das was ich mal wieder tun will, kann ich nicht, in dem Ausmaß, im Beisein meiner Kinder tun.

    Aber ich hab plötzlich auch eine ganz andere Sache erkannt beim Spielen und die war die für mich wesentlich interessantere. Ich spiele eigentlich auch gerne mal irgendwelche Spiele, in denen man in Rollen oder Berufe schlüpfen muss. In der Bank arbeiten, als Ladentischverkäufer, Arzt, Bäcker was auch immer, ABER ich spiele es lieber dann gerne (und auch vorausgesetzt die Nacht war halbwegs erträglich, ich bin gut gelaunt, bin gesund usw usf) wenn ich, so blöd es klingt mich aktiv und dominant eine Rolle übernehme. D.h. für mich ich bin die Ärztin, Patient, ich bin Bäcker, Bankangestellter was auch immer und ich bin nicht das was meine Tochter gern hätte was ich spielen soll. Natürlich begebe ich mich auch in diese Rollen, aber es sind die, wo ich irgendwann passiv spielend nur noch daran denken kann, was ich als nächstes machen könnt.
    Es macht einfach nun mal mehr spaß selbst und freiwillig einem Spiel nachzugehen und wenn man das nicht will, dann will man das nicht, ich fühle mich selbst oft genug schlecht damit, aber es ist einfach Ballast den man abwerfen sollte, ob man dauernd mit seinen Kindern spielt oder nicht, sagt nichts über die Qualität der Beziehung aus.

    Ich versuche mich gerade ernsthaft zu bemühen, ein Mittelmaß für alle Beteiligten zu finden, manchmal spiele ich, obwohl es mich nicht ganz so freut, manchmal möchte ich auch sagen können, jetzt möchte ich nicht spielen und dann wieder möchte ich mitspielen und werde genau festlegen, welcher Part ich beim spielen bin. Für die Gesellschaftspiele die ich gerne spiele sind sie noch zu klein, aber auch noch für Lego oder Puzzle oder sonstigen Geduldspielen. Mal schauen wo es hinläuft. Aber ich hoffe und freue mich auch gleichzeitig das sie irgendwann ein Alter erreichen wo man gemeinsam am Abend ein Brettspiel spielt oder tagelang rumpuzzelt *g* hoffe ich zumindestens :)

    1. Christine sagt:

      Liebe Dorkas,

      auch hier vielen lieben Dank für deine netten Worte zu meinen Beiträgen!
      Es klingt interessant, vor allem auch logisch, was du in Bezug auf die „dominanten“ Rollen im Spiel sagst, bzw. wie verändert du spielst, wenn du dir die Rolle aussuchst und sie dir nicht „überstülpen“ lässt. Soweit bin ich leider noch nicht ;-)

      Ich wünsche dir sehr, dass deine Wunschvorstellungen zu einem gemeinsamen, ausgiebigen Spieleabend, sehr bald in Erfüllung gehen. Ich hoffe auch immer noch…;-)

      Alles Liebe
      Christine

  5. Sonja sagt:

    Hallo Christine,

    ich bin erst vor Kurzem auf deine Seite gestoßen. Es tut so gut zu lesen dass man nicht alleine ist mit diesen Gefühlen. Mein Sohn ist ein Jahr alt und ich kann nur fünf Minuten mit ihm spielen und dann ist mir langweilig und ich kann nur noch daran denken was ich alles in der Zeit erledigen könnte. Hab immer ein schlechtes Gewissen aber es geht nicht anders.
    Ich hoffe es ändert sich irgendwann.

    Lebe Grüße

    1. Christine sagt:

      Hallo liebe Sonja,

      sei herzlich willkommen auf meinem Blog für hochsensible Mütter!
      Nein, du bist nicht alleine! Auch, wenn die alleinige Erkenntnis noch keine Besserung für dich bewirkt! Vielleicht kann ich dich insofern aufbauen, als dass ich dir davon berichten kann, dass zumindest das Spielen mit meinem Vierjährigen langsam Spaß macht (zumindest in Punkto Gesellschaftsspiele). Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder kann er auch gut verlieren, was das Ganze deutlich angenehmer macht.
      Ansonsten kann ich dir nur mein herzliches Beileid aussprechen – das Gekrabbel auf dem Kinderzimmerteppich und Spielen mit irgendwelchen Figürchen fällt mir auch immer noch genauso schwer.
      Ich wünsche dir sehr, dass du zumindest dein schlechtes Gewissen irgendwann weitesgehend ablegen kannst und ihr beide interessenmäßig bald auf einen gemeinsamen Nenner kommt! :)

      Herzlichst,
      Christine

Was sagst du dazu? Schreibe einen Kommentar!

Dein Kommentar wurde nicht (oder nur unvollständig) freigeschaltet? Lies hier, warum!