Mama-Momente

5 Geräusche von Kindern, die mich als Mutter extrem stressen

Der Hörsinn ist einer meiner liebsten Sinne. Ohne Musik, Vogelgezwitscher oder Stimmen von lieben Menschen um mich herum wäre mein Leben eindeutig trister. Wenn ich vor die Entscheidung gestellt würde, entweder auf den Sehsinn oder den Hörsinn verzichten zu müssen, ich würde eher erblinden wollen, als taub zu werden. Verrückterweise ist es aber gerade der Hörsinn, der bei mir als hochsensiblen Mutter am schnellsten zur Überreizung neigt. Vor allem Geräusche, die ich nicht mag, bringen mein Stresslevel in Sekundenschnelle ganz weit nach oben. Und die finden sich im Mutteralltag in Hülle und Fülle an jeder Ecke.

1. Laute Geräusche

Ich glaube ich war noch nie ein Fan von lauten Geräuschen. Im Kindergarten hasste ich schon Spiele, in denen man Luftballons zum Platzen bringen musste. Nicht mal Clubs und Diskotheken konnten mir als Jugendliche dauerhaft Spaß bereiten, auch, wenn die Musik noch so gut war. Dort hatte ich jedoch immer noch die Möglichkeit, dem Treiben einfach fernzubleiben. Was mich aber heute als hochsensitive Mutter vor allem unter Stress setzt, sind laute Geräusche, denen ich unkontrolliert ausgesetzt bin. Ein plötzliches Türenknallen von meinen Kindern. Das Martinshorn am Playmobil-Feuerwehrauto. Der Holzhammer, der minutenlang akribisch an den Bettpfosten gehämmert werden muss. Natürlich könnte ich meinen Kindern die Batterie aus Tatütata-Fahrzeugen heimlich entfernen. Oder sie nur noch mit Wattebäuschchen spielen lassen. Und wie würde ich mich dann damit fühlen? Eben.

2. Subtile Geräusche

Die subtilen Geräusche sind in der Regel alles andere als laut, ja, fast kaum hörbar. Zumindest für Normalsensible. Ich hingegen drehe innerlich am Rad, wenn am Tisch das Kind neben mir Kaugeräusche von sich gibt, leise schmatzt, schlürft oder die Nase hochzieht. Genauso verhält es sich mit Nägelkauen beim Buchvorlesen. Oder dem Dauerhusten in der Erkältungszeit. Oder Türklinken, die von Mini oder Maxi in Dauerschleife hoch und runtergedrückt werden, während das entsprechende Kind mir vorm Hinausgehen noch etwas erzählen will.
5 Geräusche von Kindern, die mich als Mutter extrem stressen

3. Unnötige Geräusche

Ja, in der Tat, auf unnötige Geräusche könnte ich als hochsensible Mutter gerne gänzlich verzichten. Meine Kinder leider nicht. Die haben vor allem (aus ihrer Sicht berechtigten) Spaß daran. Da wird die schrille Wohnungsklingel beim Nachhausekommen mehrmals betätigt, obwohl wir alle vor der Tür stehen und hinein wollen und von Innen garantiert keiner öffnen kann. Oder ich erlebe schwungvolles Zudonnern der Autotür (ersetze es durch lautstarkes Trampeln durchs Treppenhaus oder sonstige geräuschvolle Regelverstöße), obwohl wir schon mehrmals gesagt haben, dass wir das nicht möchten.

4. Kinderquakgeräusche

Klingt erstmal halb so wild, ist für mich aber ein Grund, innerlich an die Decke zu gehen: Die Vierjährigen spielen Baby. Da wird mit hoher Stimme gepiepst, gequakt, manchmal auch auffallend laut geheult, dass wir Eltern mehr als einmal besorgt ins Kinderzimmer stürzten, um dem vermeintlich Verletzten zu helfen. Und das Kindergequake beschränkt sich nicht nur aufs Kinderzimmer, sondern wird selbstredend auch auf die offene Straße, in die Kassenschlange bei EDEKA oder an den Abendbrottisch verlegt. Bei diesen Geräuschen richten sich bei mir sämtliche Nackenhaare auf, nerven sie mich zum einen und erinnern sie mich zum anderen an die Säuglingsphase der Kinder, als ich viel zu oft gefordert („Das Baby schreit“) oder überfordert („Was will es denn jetzt nur?“) war.

5. Rhythmisch wiederkehrende Geräusche

Und das sind meistens die Schlimmsten! Ich kann es gar nicht leiden, wenn alle paar Sekunden eine Dose auf- und anschließend wieder zugedrückt wird, nur, um das Ganze anschließend noch zwölfeindutzend Mal zu wiederholen. Die fröhlichen Titelsongs der Fernsehserien „Conni“ oder „Sam, der Feuerwehrmann“ sind nett anzuhören. Aber nicht alle zehn Minuten, wenn dann die eine Folge zu Ende ist und die nächste der Serie beginnt. Und auch das Quietschen der verrosteten Schaukel, Getrommel auf irgendwelchen Gegenständen, das Klirren der Kindermesser auf dem Tellerrand oder das xte „Mamaaaaaa?“ am Tag lösen bei mir meistens keine Beifallsbekundungen aus.

5 Geräusche von Kindern, die mich als Mutter extrem stressenGemeinsam haben alle fünf Geräusche, dass sie von Außen (in diesem Fall von meinen Kindern) produziert werden und ich sie nicht steuern, bzw. einfach abstellen kann. Früher mied ich die meisten unangenehmen Geräusche einfach, dann bin ich beispielsweise eben nicht mehr in den lauten Club gegangen. In meinen eigenen vier Wänden konnte ich die meisten nervtötenden Geräusche auch abstellen. Einen tropfenden Wasserhahn binnen kürzester Zeit reparieren lassen oder den nervigen Rasenmäher vom Nachbarn mit Kopfhörern in den Ohren überdecken.

Im Unterschied zu heute war auch einfach die Summe an stressauslösenden Geräuschen um ein Vielfaches kleiner, mein Energiehaushalt nicht bei jedem Bisschen durcheinander.

Heute kann ich die Geräusche in meiner Wohnung, die von Mini und Maxi herrühren, nur bedingt reduzieren. Ich kann Regeln aufstellen, Verbote aussprechen oder auch mal die Kinderzimmertür zumachen. Vor allem aber muss ich sehr kompromissbereit sein, versuchen, mich mit manchen Geräuschen anzufreunden. Und das klappt –wie so oft- am Besten, wenn ich entspannt und in meiner Mitte bin. Und da komme ich vor allem in der Stille hin.

Ein Gedanke zu „5 Geräusche von Kindern, die mich als Mutter extrem stressen“

  1. Mokey sagt:

    Ja, Geräusche sind für mich eigentlich das anstrengendste am Muttersein. Das, was mich dann irgendwann selbst zum Rumbrüllen bringt. Obwohl ich es nicht will und obwohl es dadurch eher lauter als leiser wird.
    Seitdem ich mich mit Hochsensibilität beschäftige ist mir etwas aufgefallen: früher mochte ich es zwar auch lieber leise, aber wenn es nicht anders ging, konnte ich Geräusche sehr gut ausblenden.
    Jetzt kann ich diese Strategie nicht mehr anwenden. Denn dann würde ich ja auch mögliche Alarmschreie, Hilferufe oder ähnliches ausblenden. Ich bin also in permanenter Alarmbereitschaft – und das ist wahnsinnig anstrengend.
    Diese Erkenntnis ändert erst mal nichts an dem Problem, aber es hilft mir etwas runterzukommen. Im Idealfall schaffe ich es damit die Kinder nicht anzubrüllen, sondern leise und ruhig zu bitten etwas leiser zu sein. Oder ihnen Alternativen vorzuschlagen. Z. B. auf ein anderes Lied zu wechseln (nach dem 20x „Bibi und Tina reiten geschwind weil sie Freunde sind“)
    Und ich sage mir immer wieder, dass die Kinder die Geräusche nicht machen um mich zu ärgern, ich versuche es also weniger „persönlich“ zu nehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Ihre Meinungen auf Twitter zu diesem Beitrag: