Mama-Momente

Die Hitze weggeknetet


Also ich weiß ja nicht, wie bei dir am letzten Freitag das Wetter war, aber bei uns herrschten Wüstenverhältnisse. Nur ohne den Sand. Und ohne schattenspendende Oasen aus Palmen. Nur die unerträgliche Hitze knallte auf unser Städtchen nieder, so dass ich erst gar nicht lange darüber nachdachte, den Nachmittag mit Mini und Maxi Drinnen zu verbringen, sondern es einfach tat.

Draußen stand die Luft, es war stickig und über 33°C im Schatten (wenn man ein Glückspilz war und welchen fand). Drinnen herrschten zwar ebensolche Verhältnisse, nur dass wir im Wohnzimmer Herr über die Sonne spielen durften und ihr wenigstens mit unseren Vorhängen ein wenig Angst einjagen und sie vorm vollständigen Hereinkommen ein wenig hindern konnten.

Jetzt ist es nur so, dass ein Einjähriger und ein Zweijähriger natürlich beschäftigt werden wollen und (so ganz anders als ihre Mutter) nicht auf die Idee kommen, den ganzen halben Tag in der Horizontalen und Luft zufächernd in einem Liegestuhl zu verbringen. Glücklicherweise hatte ich aber vorgesorgt. Samstag vor einer Woche hatten mein Mann und ich nämlich einen Groß-Einkauf bei Toys `R Us getätigt (ein Laden, in dem ich in meinem ganzen Leben vielleicht drei Mal drin gewesen bin. Als Kind durfte ich nie, als Erwachsene wollte ich nicht).

Dort wird man ja zugeschüttet mit Allem, was aus Plastik und nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Spielzeug, das singt, tutet und auch mal aus Langeweile mit sich selbst spielt, wenn der quengelnde Besitzer grad nicht mag. Aber wir fanden tatsächlich auch noch Sachen nach unserem Geschmack. Unter anderem ganz viele Töpfchen voller bunter Knete mit Ausstechförmchen in ebenso grellen Farben. Mein Ass, das ich mir letzten Freitag aus dem Ärmel schütteln konnte!

Die Hitze weggeknetet
Ehrlich gesagt, hatte ich mir vorher schon ausgerechnet, dass ich länger damit beschäftigt sein würde, den eh schon leeren Esstisch abzuräumen und mit Unterlagen, als Schutz vor diversen Knetflecken, auszustatten, als wie die Kinder meine Begeisterung für die Modelliermasse teilen würden. Zehn Minuten Ruhe für meine Nerven plante ich also vorher großzügig ein und war gespannt, wie viel eher den Jungs der Spaß am Kneten wohl vergehen würde.

Die Hitze weggeknetet
Die Hitze weggeknetet
In den ersten zehn Minuten war ich erstmal damit beschäftigt, Mini beizubringen, dass die rote Knete zwar nach Kirsche roch, dies aber kein Grund sei, sie sich gänzlich in den Mund zu stecken und anschließend vollgesabbert an Mamas Arm abzuwischen. Ansonsten saßen beide Kinder konzentriert in ihren Hochstühlen und stritten sich um die besten Förmchen, die natürlich immer der Andere hatte. Alles wie immer also.

Die Hitze weggeknetet
Die Hitze weggeknetet
Mama ließ ihrer Kreativität auch freien Lauf, formte Schnecken und Autos, die sie dann unverzüglich an Mini und Maxi zu verschenken hatte. Nach 25 Minuten hatte Mini dann genug von der Knete und verabschiedete sich Richtung Besen. Maxi ließ sich nicht davon stören. Eifrig klopfte und matschte er auf der roten Masse herum, stapelte die Ausstecher und half dabei, die von Mama aufgesammelten Knetbrösel wieder auf dem Boden zu verteilen, damit bevor Mini sie finden und sich in die Ohren stecken konnte.

Und dann war der Nachmittag rum und es wurde Zeit fürs Abendessen. Wie? Denkst du jetzt vielleicht. Hat sie nicht vergessen vom Rest des Tages zu erzählen? Hat sie nicht. Würde sie, wenn sie könnte. Aber mehr haben wir nicht gemacht. Zumindest Maxi nicht. Sage und schreibe 3 (!!) Stunden (in Worten: d-r-e-i-S-t-u-n-d-e-n) hat sich mein Ältester mit der Knetmasse und seinen Förmchen beschäftigt. Und wehe, Jemand wollte ihn stören. Lediglich eine kleine Zwischenmahlzeit wurde akzeptiert, unter der Prämisse, dass danach sofort die Knete wieder anrücken müsse.

So saß ich also geduldig neben meinem kreativen Kind, begutachtete seine Werke und guckte mir ab und zu mit Mini Bilderbücher an. Was für ein toller Nachmittag! Und das (fast) ganz ohne Geschrei, Gezanke und Genörgel. Im Ernst, selbst der Liegestuhl wäre in diesem Fall auch für mich nur zweite Wahl gewesen.
Die Hitze weggeknetet

2 Gedanken zu „Die Hitze weggeknetet“

  1. Mina sagt:

    Hey!
    Drei Stunden? Wow…das ist wirklich genial. Was hat er so lange gemacht? Eine Knetburg gebaut und Drachen geformt? Das ist ja wirklich eine lange, laaaange Zeit. Da weiß man, was man zum Geburtstag schenkt ;)

    Viele Liebe Grüße
    aus dem HeldenNest

    1. Christine sagt:

      Hey Mina,

      ja das war schon toll. Inzwischen haben sich die Knetzeiten aber schon auf humane 20 Minuten eingependelt ;-)
      Liebe Grüße
      Christine

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