Mama-Momente

Deko to go

Villa Schaukelpferd-Klassiker

Wer Kinder hat, muss lernen zu verzichten. Das weiß man ja theoretisch schon vor der Geburt. Spüren tut man das, wenn es konkret wird. Für mich bedeutet das im Klartext: Weg mit der Dekoration.

Alles, was sich unterhalb von 1,70 m Körpergröße befindet, wird von Mini und Maxi ohne Rücksicht auf Verluste gnadenlos runtergeschmissen oder schwebt zumindest in Lebensgefahr. Kerzen, Tischdecken, Blumen (plus Vasen) und Nippeskram sind offensichtlich Magnete für Kinderaugen und –hände. Wenn du zu mir nach Hause kämst, würdest du wahrscheinlich annehmen, dass wir morgen umziehen und schon alles ausgeräumt haben. Nur die Umzugskisten wirst du nicht entdecken. Immerhin etwas. Schließlich sieht es nicht mehr sehr gemütlich aus in meinem Wohnzimmer.

Du ahnst ja gar nicht, was für eine Qual das für mich ist! Lust am Dekorieren und Wohnung verschönern habe ich schon lange. Aber so richtig in Fahrt kam ich vor allem in der ersten Schwangerschaft. Da hat man ja noch Zeit für so Einiges. Als ich mit dickem Bauch und schweren Beinen den ganzen Tag auf der Couch lag, blätterte ich mich gerne stundenlang durch sämtliche Zeitschriften (mache ich heute neben dem Mama Blog übrigens immer noch sehr gerne, zumindest wenn am Ende des Tages noch Zeit dafür ist). Besonders die Wohn- und Deko-Zeitschriften haben es mir dabei angetan.

Plötzlich bekam ich lauter kreative Ideen, die umgesetzt werden wollten: Adventsgestecke, Tisch-Arrangements, farblich aufeinander abgestimmte Dekorationen usw. Bis kurz nach der Geburt konnte ich meinem neuen Hobby auch noch frönen. Dann kam die große Ernüchterung. Eine Zeitlang ging es noch ganz gut. Als Maxi noch nicht krabbeln konnte. Da war das Chaos noch überschaubar. Als er anfing, sich langsam an Möbeln hochzuziehen, musste die Deko schon zusammenrücken und sich in der Mitte des Tisches versammeln. Dicht an dicht.

Sah zwar auch nicht prickelnd aus, aber immerhin hatte ich noch was davon. Und wenn es nur die Hoffnung war, Tag X so lange wie möglich vor mir herzuschieben. Aber dann kam er. Und nun ist alles verschwunden und es sieht reichlich kahl aus. Bis auf unseren Fernseher findest du jetzt nichts mehr, was weniger als 3 Zentner wiegt und sich von Kinderhänden runterreißen lässt. Na gut, ein bisschen findest du noch. Die „Kinder-Deko“. Von Mini und Maxi selbst platziert. Du würdest es nur wahrscheinlich nicht „Deko“ nennen, sondern „Spielzeug auf den Tisch gelegt“.

Mein Mann versucht mich zu trösten, weil ich die liebgewonnene Leidenschaft jetzt wohl erst einmal für ein paar Jahre auf Eis legen muss. Dann holt er abends, wenn die Kinder im Bett sind und das Porzellan sich sicher fühlen kann, ein paar wenige, auserwählte Kerzen und Gläser vom (1,80m hohen) Regal herunter und stellt sie vor mir auf den Tisch. „Deko to go“ nennt er das. Vielleicht damit wenigstens ich das Gefühl habe, morgen nicht ausziehen zu müssen.

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