Mama-Momente

Papa ist der Superheld, Mama abgeschrieben


Es gibt so Tage, da könnte ich tief in den nächsten Wald laufen und laut schreien. Wenn ich versuche, als Mutter alles richtig zu machen und ich es den Kindern trotzdem nicht recht machen kann was ziemlich oft der Fall ist. Wenn ich eigentlich Zeit für mich bräuchte, aber stattdessen in der Küche am Herd stehen muss. Wenn ich versuche, ruhig zu bleiben, während zwei kleine Kinder vor meiner Nase laut rumkreischen.

Heute ist wieder so ein Tag. Heute ist Sonntag. Eigentlich der gemütlichste Tag der Woche, schließlich ist der Kindspapa zuhause, der sich ebenso um die Bespaßung der Jungs, wie um volle Windeln und leere Bäuche kümmert. Die Kinder wiederum finden’s toll, dass Papa nicht arbeiten muss. Und Mama ist froh, mal wieder ungestört einen Blogbeitrag schreiben oder einfach nur ausschlafen zu können. Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer.

Ist Papa da, ist Mama abgeschrieben. Ein Zustand, den wohl jede Mutti schon mal erlebt hat: „Nicht Mama wickeln. Papa!“ Neeeee, Zähneputzen, nicht Mama. Papa Zähneputzen gehen.“ Eigentlich ein Grund, mich zu freuen, dass ich auch mal frei habe. Dass ich nicht jedes Mal Spalier stehen muss, wenn die Fliegen um den Kinderpopo kreisen oder Jemand eine Banane geschält haben möchte. Und dennoch fühle ich auch heute manchmal noch einen kleinen Stich im Herzen, wenn Maxi nur mit Papa kuscheln und von ihm versorgt werden möchte. Es ist wie ein Déja-Vu, eine Erinnerung an meine Zeit mit postpartalen Depressionen.

Eine Zeit, in der ich es als persönliche Kränkung empfunden habe, wenn ich von meinem Ältesten zurückgewiesen wurde. Heute kann ich schon oft genug gelassen reagieren. Ich weiß, dass solche Phasen alle Eltern durchmachen. Dass die Kinder beide Elternteile lieben und natürlich über jede Minute froh sind, die ihr Papa neben der Arbeit auch mal Zeit für sie hat, wo sonst nur die Mama zur Stelle ist. Aber manchmal bin ich eben nicht so gelassen. Wenn Maxi direkt anfängt zu heulen, wenn ich mit ihm Richtung Wickeltisch laufen möchte. Wenn wir zusammen auf dem Sofa sitzen, sich auf Papa’s Schoß vier Kinderbeine quetschen, während meiner unbeachtet bleibt.

Dann verdrücke auch ich mal eine Träne oder zwei und könnte laut schreiend durch den Wald laufen, bis ich keine Puste mehr habe. Tja, vielleicht könnte ich das alles besser wegstecken, wenn ich keine postnatalen Depressionen gehabt hätte. Wenn ich nicht hochsensibel wäre und etwas „abgehärteter“ im Bezug auf die Kommentare meiner Kinder reagierte. Vielleicht ist das aber alles auch nur menschlich.

Wie gehst du eigentlich mit solchen Gefühlen um? Kennst du überhaupt solche Situationen? Wie reagierst du dann? Ich freue mich über jeden Kommentar, ein paar Ohrstöpsel und eine rosarote Brille für den Rest des Tages. Du findest mich dann im Wald, folge einfach meinem Schrei.Papa ist der Superheld, Mama abgeschrieben

4 Gedanken zu „Papa ist der Superheld, Mama abgeschrieben“

  1. Kristina sagt:

    Eigentlich ist das doch nur ein Zeichen dafür dass du deine Kinder liebst! Sieh es positiv und genieß die Zeit die du dadurch gewinnst. Das wird sich auch wieder drehen :) :-*

    1. Christine sagt:

      Liebe Kristina,
      manchmal ist es nicht gar einfach das zu glauben, aber ich versuche es :) Danke für deine netten Worte.

  2. Lisa sagt:

    Oh ich fühle so sehr mit dir! Ich empfinde das genau so, zurückgewiesen sein und bin dann irgendwie sogar eifersüchtig
    Klar könnte ich mich über gewonnene Zeit freuen aber ich find es so schwierig damit umzugehen diese Umstellung von immer beide Jungs an mir dran zu plötzlich steh ich allein in der Küche …

    1. Christine sagt:

      Liebe Lisa,

      mein Artikel ist nun über dreieinhalb Jahre her und ich kann dir Gott sei Dank sagen: Es wird besser!!
      Bei uns hat sich das Ganze mit dem Alter der Kinder wieder gedreht, dass wir als Eltern inzwischen beide „gleich wichtig“ sind. Manchmal gibt es Phasen, da bin ich für den Jüngsten eher Ansprechpartner und dann wieder eher für den Großen, es kommt auch aufs Thema an. Aber so extrem, wie ich es in dem Beitrag beschrieben und empfunden habe ist es längst nicht mehr! Ich hoffe, ich kann dir damit Mut machen, auch, wenn es sich für dich jetzt in der aktuellen Situation blöd anfühlt.
      Alles Liebe dir <3

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