Mama-Momente

„Mini, was ist nur los mit dir?“ Mamas verzweifelter Brief

Villa Schaukelpferd-Klassiker


Mein lieber Mini,

seit ein paar Tagen finde ich dich nicht mehr. Natürlich wohnst du noch bei uns, und doch lebst du irgendwo anders. Wie in einer Traumblase, eine Welt, die nur du sehen kannst. Wenn man dich anspricht, reagierst du kaum und dein so typisch fröhliches Lachen weicht so häufig einem traurigen Gesicht. Was ist passiert? Wo ist mein lebensfroher Junge nur hin? Du wirkst nicht krank; hast keine Temperatur, isst ganz normal und klagst nicht über Schmerzen. Du gehst nicht mehr gerne in den Fuchsbau, obwohl dort in der KiTa dein bester Freund täglich auf dich wartet. Nicht mal mehr zu Oma und Opa magst du gehen, eigentlich willst du am Liebsten gar nirgendwo mehr hingehen. Nur in deine Traumwelt, in die deine Seele so häufig wandert.

Manchmal bist du so in dieser Welt, dass du gar nicht mitkriegst, wenn Andere mit dir sprechen. So vieles lässt dich derzeit in Tränen ausbrechen und dich gar nicht mehr einkriegen. Nur manchmal, ganz selten, tauchst du aus deiner Blase auf. Dann springst du plötzlich lachend durchs Zimmer oder spielst zufrieden mit deinem Lastwagen, nur um im nächsten Moment wieder weinend in der Ecke zu sitzen. Abends, wenn ich dich ins Bett bringe, strahlst du mich an, singst „Der Mond ist aufgegangen“ lautstark mit, gibst mir einen (+ 53 weitere) Gute-Nacht-Küsschen und ich denke, am nächsten Morgen bist du wieder der Alte. Aber so ist es nicht.

"Mini, was ist nur los mit dir?" Mamas verzweifelter Brief
Was bereitet dir so einen Kummer? Was macht dir Angst? Machst du gerade wieder einen großen Wachstumsschub durch, wie so manches Mal, wenn du kurz vorher eine knatschige Phase hattest? Mein kleiner Mini, langsam mache ich mir Sorgen. Die Phase hält schon so lange an und ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann. Ich bin immer für dich da, das weißt du doch. Bitte mach dir keine Sorgen um den nächsten Schritt, den das Leben für dich bereithält. Du wirst das packen, da bin ich mir ganz sicher! Du bist doch gerade stolze drei Jahre alt geworden. Wie gerne würde ich dir sagen, dass dich nach dieser Entwicklung keine Schwierigkeiten mehr erwarten werden, aber das kann ich dir nicht versprechen. Aber ich verspreche dir, dass ich immer an deiner Seite sein werde, egal was auch auf dich zukommen mag. Du bist nicht alleine, denn wir haben dich alle sehr lieb. Aber komm bitte raus aus deiner Traumwelt. Bitte komm zu uns zurück!

Mama

Nachtrag am 22.2.16:

Lieber Mini,

wie schön, du hast meinen Brief anscheinend gelesen, denn du bist endlich zu uns zurückgekehrt! Mit vielen neuen motorischen Fähigkeiten im Gepäck (du kannst z.B. nun endlich beim Treppabwärtsgehen jeden Fuß einzeln auf die Stufen setzen und ziehst nicht mehr den zweiten Fuß nach). Und auch dein Lachen und deine Offenheit hast du wiedergefunden. Mama dankt dir von Herzen und ist sehr stolz auf dich! Willkommen Zuhause, kleiner Mann!

2 Gedanken zu „„Mini, was ist nur los mit dir?“ Mamas verzweifelter Brief“

  1. Mama geht online sagt:

    Also wenn ich das lese, kommen mir die Tränen.
    So schön geschrieben, aber der Inhalt ist so traurig. Ich wünsche euch das allerbeste. Kopf hoch, alles wird bestimmt wieder gut.
    LG Anke

    1. Christine sagt:

      Liebe Anke,

      danke dir für deine aufmunternden Worte. Zum Glück ist alles wieder gut, wie du im Nachtrag nachlesen kannst.
      Liebe Grüße
      Christine

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