Mama-Momente

Adventskalender für die Allerkleinsten


Im Laufe meines Lebens hatte ich schon viele Adventskalender gesehen. Genauer gesagt immer aus der Position heraus, sie täglich öffnen und mich dem Zauber der Überraschung hingeben zu dürfen, der mich im Inneren erwartete. Damals war ich ein junges Mädchen, das von seiner Mutter jedes Jahr am ersten Dezember ein (meist selbstgebasteltes) Exemplar überreicht bekam. Nun stand ich auf der anderen Seite –die der Erwachsenen- und befand mich in der schwierigen Situation, anderen –nämlich meinen Kindern- diesen Zauber zu ermöglichen.

Eine schöne, wenngleich heikle Aufgabe. Päckchen öffnen und sich an den Geschenken erfreuen wurde dieses Mal schließlich nicht von mir erwartet. Stattdessen war meine Kreativität gefragt, vierundzwanzig Mal vier Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Und das bei zwei Söhnen, die gerade mal zwei und drei Jahre alt waren und den Sinn eines Adventskalenders nicht mal im Ansatz verstehen konnten. Nun ja, Geschenke aufreißen hatten sie schon mehrfach geübt; in der Hinsicht konnte schon mal nix schief gehen. Mehr Sorgen machte ich mir schon über interessante Kalenderinhalte; schließlich wollte ich meinen Kindern in ihren jungen Jahren nicht die gesamte Adventszeit über täglich Süßkram und Schokolade bescheren. Ein alternativer Adventskalender für wenig Geld musste also her!

Adventskalender für die Allerkleinsten
Ich suchte nach Rat im Internet. Aber auch das konnte mir nicht weiterhelfen. Vielleicht suchte ich auch zu wenig oder an den falschen Orten. Aber alles, was mir entgegen sprang, war entweder nicht altersgemäß, zu aufwendig für meine Bastelkenntnisse oder eben doch zu schokoladig. Es muss doch auch einfacher gehen, dachte ich mir. Wie viel Kreativität fordern schon unter Dreijährige? Woran erfreuten sich meine Kinder überhaupt gerade? Mein Blick wanderte auf den Kinderzimmerteppich, auf dem sich angenagte Duplosteine neben zerrissenen Kinderbüchern stapelten. Natürlich! Das war es! Zum ersten Mal empfand ich den Umstand, dass Mini und Maxi liebend gerne ihr Spielzeug zerstörten, als hilfreichen Wink mit dem Zaunpfahl, denn als Grund, mich darüber aufzuregen.

Adventskalender für die Allerkleinsten
Es mussten keine Schokoladenadventskalender sein. Auch keine aufwendig genähten Säckchen mit Spielzeug drin, das später nur angeknabbert neben den Duplosteinen auf dem Kinderzimmerteppich liegen würde. Aber wie wäre es mit einem Bilder-Adventskalender? Selbstgemacht versteht sich. Und der nach Herzenslust angelutscht oder zerrissen werden durfte. Ich fuhr noch am selben Tag in den nächstbesten Laden und kaufte hübsches Geschenkpapier für Kinder. Drei Rollen mit verschiedenen Motiven, um ein wenig Abwechslung in die Sache zu bringen.

Adventskalender für die Allerkleinsten
Zuhause kramte ich dann alles aus meinen Schränken heraus, was mir so in die Hände fiel: Zeitschriften, Familienfotos, bunte Servietten, Wimpelketten und alte Postkarten. Alle Bilder, die spannend und kindgerecht genug wirkten, wurden ausgeschnitten und jeweils im Zweierpack mit einem anderen Bildausschnitt in Geschenkpapier eingewickelt. So entstanden vierundzwanzig Päckchen, die nur noch mithilfe von Klammern an einer Paketschnur (weit genug oben an der Wand montiert, um neugierige Kinderhände an der Selbstbedienung zu hindern) befestigt werden mussten.

Adventskalender für die Allerkleinsten
Jeden Tag durften Mini und Maxi letztes Jahr nun abwechselnd mit Papas Hilfe eine Klammer lösen und gespannt das bunte „Türchen“ öffnen. Welch eine Freude war es da, mit anzusehen, wie sehr sich Kinder in dem Alter alleine über ausgeschnittene Bilder, Karten und Fotos mit ihnen bekannten Gesichtern darauf erfreuen können! Da machte es auch nichts, wenn Inhalt und Verpackung bereits mittags zerknüllt und zerrissen in der Ecke lagen. Vor allem mir nicht. Und am Weihnachtsmorgen wich die Enttäuschung über das letzte ausgepackte Päckchen schnell der Freude über die darin versteckte Kinderschokolade…

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