Lebensfragen

GNTM – Germany’s Next Top-Mutti


Gestern war es wieder so weit: Das Finale der beliebten TV-Show „Germany’s Next Topmodel“ stand an. Drei hübsche Mädchen durften in der letzten Show um den Titel kämpfen, bis am Ende feststand, dass Publikumsmagnet Stefanie die glückliche Siegerin ist.

Auch ich habe mitgefiebert, jeden Donnerstag mit einer Mischung aus Begeisterung und Belustigung die Entwicklung der Meeeedchen verfolgt; festgestellt, dass ich schon wieder älter geworden und deswegen froh über jeden Zickenkrieg weniger gewesen bin und habe mich von der Stimmung der verschiedenen Charaktere mitreißen lassen. Am meisten überrascht hat mich dieses Mal jedoch, dass eine junge Mutter teilnehmen durfte. Die sympathische Nancy ist Mama eines kleinen Jungen und trat trotzdem den langen Weg durch die vielen Modelwochen, weit weg von Zuhause, an. Allein diese Tatsache ist mir einen Eintrag in meinem Mama Blog wert. Würde ich mich das auch trauen? Mich als Mama bei GNTM zu bewerben?

Als Nancy in der ersten Sendung mit ihrem Sohn zusammen vor die Jury trat, hatte ich noch gut lachen. Eine Mutter in der Modelvilla? Das gab es ja noch nie! Das werden Heidi, Thomas und Wolfgang sicher nicht zulassen. Hier werden doch perfekte Körper und totale Hingabe an den Modelberuf erwartet. Stehen da nicht diverse Schwangerschaftsstreifen und die enge Mutter-Kind-Beziehung im Weg? Aber Nancy wurde mit auf die Reise genommen, ihr durchtrainierter Körper zeigte keinerlei Spuren einer kürzlich erst durchgemachten Schwangerschaft und Nancy’s Heimweh zu ihrem Sohn wurde gemildert, als Heidi anbot, Mann und Kind einfliegen zu lassen. Am Ende schaffte sie es unter die Top 10 der schönsten Mädchen Deutschlands und hinterließ bei mir neben einem sympathischen Gefühl vor allem eins der Hochachtung.

Ganz ehrlich: Ich hätte das nicht gemacht. Mal ganz davon abgesehen, dass die fiesen Schwangerschaftsstreifen bei mir gerade an Stellen Spuren hinterlassen haben, an denen ich sie mir nicht wünsche (Bauch, Beine, Po), würde mir nicht im Traum einfallen, diese ansatzweise mal im Fernsehen zu zeigen. Und die Trennung zu meinen Kindern und meinem Mann würde mir auch extrem zu schaffen machen. Klar, andere Mütter in „normalen“ Berufen sind auch gezwungen, Job und Kind unter einen Hut zu bringen, von den Alleinerziehenden mal ganz zu schweigen.

Aber selbst, wenn man sich dessen bewusst ist, muss man sich eben klar sein, dass man gerade im Modeljob viel reist, ständig auf Achse ist oder ganz spontan beim nächsten Casting erscheinen muss. Das Modelbusiness ist nun mal hart! Wer da auf einen kulanten Chef hofft, weil man nebenbei noch ein Kleinkind versorgen muss, der ist in der schnelllebigen Modelwelt schnell ersetzbar. Oder heißt schon Heidi Klum. Sicher, die hat es auch geschafft, ist inzwischen Vierfachmami und trotzdem immer noch eins der gefragtesten Models der Welt. Aber ohne familiäre Unterstützung und Babysitter wird es dann keineswegs machbar sein.

Ich fand Nancy’s Auftritt alles in Allem sehr beeindruckend und möchte mich hiermit auch ganz offiziell bei ihr bedanken. Ja ganz recht, schließlich hat sie Allen gezeigt, dass man auch als Mama noch gut aussehen kann. Dass man ein eigenständiges Leben als Frau hat und trotzdem mit ganzem Herzen noch Mama sein kann. Wenn sie sich für eine Karriere als Model entscheidet, wünsche ich ihr viel Kraft auf diesem Weg. Ich für meinen Teil strebe jedoch auch weiterhin eher den passiven Weg zu Germany’s Next Topmodel an – vor dem Fernseher zuhause auf der Couch- und erfreue mich auch ohne perfekten Körper am Mama-Sein.

Und wie siehst du die ganze Sache? Hat Nancy bei dir Sympathiepunkte gesammelt oder nur Spott geerntet? Wärst du bereit, deinen Traumberuf auf Kosten deiner Mutter-Kind-Beziehung auszuüben? Erzähle es mir, hier im Mama Blog, auf Facebook oder Twitter – ich freue mich über deinen Kommentar!

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