Lebensfragen

Wie überlebe ich Kindergeburtstage?


Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass Maxi und Mini noch nicht in den Kindergarten gehen. Und zwar aus einem einzigen Grund: Ich habe Angst. Angst vor den kommenden Kindergeburtstagen. Warum das, fragst du dich jetzt vielleicht und ich werde es dir auch offen sagen: Geburtstage bedeuten Stress. Nicht für die Kinder, sondern für mich als Mama.

Die Kinder spielen, singen und amüsieren sich und was machen Mütter wie ich? Beten, dass es ein paar Gleichgesinnte gibt, deren Stresslevel sich auf dem Meinigen befindet. In meinem Beitrag über die „DIY-Mamis“ habe ich schon von den bastel- und backfreudigen Mamas berichtet, die im Internet mit Rezepten und Nähanleitungen nur so um sich schmeißen. Dass mein Blog sich nicht mit derlei kunstvollen Finessen rühmen kann, ist im anonymen World Wide Web vielleicht gerade noch akzeptabel. Im realen Leben aber kann ich mich nicht mehr verstecken.

Gerade vorhin bin ich noch über einen Blog gestolpert, der Fotos vom letzten Kindergeburtstag zeigte. Bilder, die mein Gesicht wie Kreide erbleichen ließen: Bunte Girlanden überall im Haus verteilt, eine farblich arrangierte Tischdeko, passend auf das Outfit des Geburtstagskindes abgestimmt und Kekse, verziert mit den Namen der eingeladenen Kinder (natürlich alles selbst gebastelt, genäht und gebacken). Zum Abschluss gab es dicke Pakete mit Give-Aways für den Nachhauseweg. Als wäre das nicht schon genug des Ganzen, erfuhr ich weiter unten im Text, dass die Einladungskarten selbstverständlich schon vier Monate vorher eigenhändig von Frau Mama gestaltet wurden und den Kindern am Tag selbst ein Drei-Gang-Menü (wahlweise vegan oder mit Fleischbeilage) serviert wurde. Verstehst du jetzt, warum ich schon ein Jahr vorm Kindergarteneintritt meiner Kinder noch mehr Falten an der Stirn bekomme?

Als ich Kind war, war das alles anders. Da bekam ich gekaufte oder (als Höchste der Gefühle) vom Geburtstagskind höchstpersönlich gebastelte Einladungskarten, die dementsprechend krumm und schief aussahen und deswegen so einzigartig waren. Die Geburtstage gingen auch in etwa gleich über die Bühne. Entweder spielten wir Kinder bis zum Abendessen im Kinderzimmer oder es ging ins Kino, weil Disney’s „Die Schöne und das Biest“ lief. Oder die Feier fand bei McDonalds statt, da war das Essen gleich inklusive und die Eltern sparten sich den Abwasch.

Bei uns zuhause habe ich immer gerne gefeiert. Meine Mutter organisierte ein paar Spiele, wie Schokoladenessen oder Topfschlagen und das Highlight am Ende des Nachmittags war immer eine Schatzsuche in Grüppchen durch die Wohnung. Am Ende wartete auf jeden Schatzsucher ein kleines Präsent in Form von Süßigkeiten. Danach gab es Pommes mit Wiener Würstchen und Alle waren glücklich. So wollte ich es auch immer bei meinen eigenen Kindern machen. Aber ich fürchte, damit komme ich heute nicht mehr weit. Die Kinder der Gegenwart sind ein ganz anderes Kaliber gewohnt. Heute geht Niemand mehr zu McDonalds. Heute kommt ein Clown nach Hause, vielleicht singt sogar Justin Bieber als Überraschungsgast zusammen mit dem Kikaninchen höchstpersönlich das Geburtstagsständchen. Oder es geht in einen Freizeitpark, wahlweise in ein Mega-Spaßbad mit 34 Wasserrutschen. Wer zuhause feiert, muss wenigstens eine Mottoparty mit anschließendem Foto-Shooting veranstalten. Das ist das Mindeste.

Ich habe jetzt noch 1 ½ Jahre Zeit, um mir eine Strategie zu überlegen. Entweder ich ziehe gnadenlos das alte Programm durch (nicht, weil ich den Kindern nichts gönne, sondern weil ich einfach viel zu unkreativ bin, außerdem müssen ja gleich zwei Geburtstage im Jahr organisiert und zusätzlich je ein Kuchen für die Kindergartengruppe gebacken werden) oder ich mache noch einen Intensivkurs bei der VHS, um mit den modernen Muttis mithalten zu können. Aber ich fürchte, egal für was ich mich letztendlich entscheide, es wird so oder so ein peinliches „Augen zu und durch“-Ding werden.

Ein Gedanke zu „Wie überlebe ich Kindergeburtstage?“

  1. perfektmami sagt:

    Liebe Christine, oh ja, ich kenne diese Gedanken zu Kindergeburtstagen! Aber nach ein bisschen Erfahrung kann ich mittlerweile sagen: Es geht, man kann seinen Weg finden. Einen Kompromiss aus Topfschlagen und Give-Away-Säckli sozusagen. Und hey – ohne Schatzsuche geht gar nichts, das sehen auch die heutigen Kinder noch so :-).
    Mit einem lieben Gruss, Mirjam

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