Kinderkram

…und man möchte ihnen nur noch mit Tesa den Mund zukleben

Villa Schaukelpferd-Klassiker

Bevor du jetzt etwas an der Blogüberschrift zu kritisieren hast: Ich bin momentan nicht in der Stimmung, sachliche Kritik anzunehmen. Ja, ich weiß, Klebeband hinterlässt hässliche Spuren und ja, es muss nicht immer das Original sein. In meinem Fall würde selbst ein Fiktives völlig ausreichen. Hauptsache, die Kinder sind mal für eine gewisse Zeit lang mucksmäuschenstill. Was passiert ist?

Och, eigentlich nichts Besonderes. Es ist ja nicht so, dass Mini und Maxi erst heute das Sprechen für sich entdeckt hätten. Sie reden also ohne Punkt und Komma den lieben langen Tag und abends mit Beleuchtung. Neu ist das nun wirklich nicht. Aber es gibt Tage wie heute, da ist mein Nervenkostüm etwas dünner gestrickt. Und dann wird das Dauergequassel zur Dauerbeschallung, die meinem Wunsch nach Ruhe das Aussehen einer dicken Rolle Paketband verleiht. Wie es dazu kam?

Nun, zuallererst muss ich dazu sagen, dass ich ein Mensch bin, der per se sehr viel Zeit zum Entspannen und Runterfahren benötigt. Als Kinderlose konnte ich mühelos nach der Arbeit vier Stunden am Stück auf der Couch sitzen und Musik hören. Niemanden störte das und ich war danach wieder tiefenentspannt. Und jetzt habe ich den Salat muss ich zusehen, wie ich neben dem Mamasein noch Auszeiten für mich einplane, um anschließend nicht genervt von meinen Kindern zu sein. Gar nicht so einfach. Wie sehr mich dieses Thema beschäftigt, siehst du ja konkret an meinen vielen Mama-Blog-Beiträgen zum Thema „Auszeit nehmen“.

Heute war also wieder so ein Ich-wünsch-mir-Tesa-herbei-Tag, nachdem es gestern schon ein langer Familienfeier-Tag war, an dem nicht viel Zeit blieb, um abends vollends aufzutanken. Maxi war heute Morgen im Kindergarten, Mini blieb wie immer zuhause. Nachmittags sollte er dann zwei Stündchen zu seiner Omi, während ich mit Maxi auf den Spielplatz gefahren oder mit ihm durch die Stadt gebummelt wäre. Und mittags merkte ich schon, dass mir alles zu viel wurde. Am Liebsten hätte ich mich postwendend auf die Couch geschmissen und den Nachmittag dort verpennt.

Da dies die einzig undenkbarste Lösung war, brachte ich nach Absprache beide Jungs zu meiner Mutter und ging in der Zwischenzeit allein im Grünen spazieren. Was für eine herrliche Pause! Etwa eine Stunde hörte ich nur Baulärm telefonierende Fahrradfahrer Radiogedudel von vorbeifahrenden Fahrradfahrern Vogelgezwitscher und Naturgeräusche. Die erste Stunde am Tag ohne penetrantes Dauergequatsche meiner Kinder im Hintergrund. Bis ich die Kinder wieder abholte, fühlte ich mich deutlich entspannter. Und dann kam die Rückfahrt. Und Mini und Maxi brabbelten, quatschten und laberten erneut in einer Tour. Stellten zwölf Mal dieselbe Frage, die ich ihnen genauso oft bereits beantwortet hatte. Zankten sich auf der Rückbank und nervten sich gegenseitig, so dass ich in jeder Kurve die Musik noch ein wenig lauter drehte.

„Ach das ist doch niedlich!“ höre ich immer wieder kinderlose, aber an einer Schwangerschaft durchaus interessierte, kinderliebe Frauen in meinem Umfeld sprechen, wenn ich ihnen erzähle, wie sehr einem manchmal das Dauergequatsche seiner eigenen Kinder auf die Nerven gehen kann. Und wenn ich selbst (noch) keine Kleinkinder hätte, würde ich diesen Bericht hier sicher genauso kopfschüttelnd lesen.

Immerhin spreche ich diesmal ausnahmsweise nicht von kreischenden, schreienden und um-sich-tretenden Kindern, um die man auch als Unbeteiligter auf der Straße einen Bogen machen würde. Aber Fakt ist nun mal, dass auch süße Kinderstimmen einem den letzten Nerv rauben können, wenn man, wie ich, sonst eher der Mensch ist, der auch mal gerne für ein paar Stunden hintereinander nichts hört. Gar nichts. Nada. Niente.

Ich befürchte nur, dass ich mit meinem Tesafilm-Plan auf Dauer nicht weit kommen werde. Nicht nur, dass sämtliche Jugendämter und Menschenrechtler Jagt auf mich nehmen würden, sobald sie meine Jungs mit dick gepolsterten Lippen sähen. Noch mehr befürchte ich, dass meine schlauen Kinder den Dreh schnell raus hätten, ihr Anliegen auch laut summend unter dem Klebepolster hervorzubringen. Und was mach ich jetzt mit dem ganzen Zeug hier? Bleibt mir wohl nur die Möglichkeit, es mir aus Selbstschutz in die Ohren zu stecken, um der Geräuschkulisse bei Bedarf zu entgehen. Dagegen dürfte dann höchstens Greenpeace noch was zu meckern haben.

13 Gedanken zu „…und man möchte ihnen nur noch mit Tesa den Mund zukleben“

  1. Frühlingskindermama sagt:

    Das geht mir genauso wie Dir. Mein Großer ist ein „Dauersender“, der entweder permanent erzählt, Unbehagen/Missfallen äußert oder sich mit der Kleinen kabbelt, was dann auch wieder in Gekreische mündet. Das in Kombination mit mir als sehr ruhebedürftiger Mama ist eine explosive Mischung. Zum Glück sind sie beide bis zum Nachmittag in der Kita und ich kann auf der Arbeit (oder am freien Tag zuhause) etwas zur Ruhe kommen. Aber jedes Wochenende ist für mich wieder aufs Neue anstrengend, da gewöhnt man sich auch nur wenig dran. Da hilft wirklich nur: alle raus, alle weg. Mir hat das Kinderhaben eindeutig zu der Erkenntnis verholfen, wie VIEL Zeit für mich ich eigentlich brauche, um wenigstens halbwegs zufrieden zu sein. Und dass ich eben nicht wie andere Mamas aus der Zeit MIT meinen Kindern Kraft schöpfe, sondern aus der Zeit ALLEINE die Ruhe und Nerven wiederfinden muss, um liebevoll, zugewandt und geduldig mit den Kindern umzugehen.
    Liebe Grüße!

  2. Katarina sagt:

    ICH VERSTEHE DICH SO GUT!
    Hier dauerplappernd drei (3!!) Kleinkinder und die gehen auch nicht in den Kindergarten. Manchmal möchte ich mir was in die Ohren stopfen oder fahre einkaufen (ohne die Kinder, die bleiben beim Papa) um mal „stille“ zu genießen. Ächzt.

    1. Christine sagt:

      Ja, schön, wenn man die Kinder auch mal beim Papa lassen kann, nicht? Und wer von uns hätte früher das Einkaufszentrum als Oase der Stille genutzt? ;-) Am Schlimmsten ist es für mich, wenn sich die Plapper-Thematik ausschließlich um Bagger, Betonmischer und Gabelstapler dreht. Hilfe…

  3. Manuela sagt:

    Ach ja, das wäre schön, wenn man den „aus-Knopf“ finden würde. Meine kleine spricht zwar noch nicht, aber auch das andauernde da da da da da da da kann manchmal nerven….:-) ich fühle mich dann genötigt ständig zu erklären….ja das ist ein Baum…..das ist eine Katze….ja das ist noch ein Baum :-)
    Ich pflichte der Frühlingskindermama bei, manchmal graut mir auch vorm Wochenende, vor allem wenn der Papa arbeiten muss. Da kann ich mir oft nicht verkneifen zu meinen Kollegen am Montagmorgen zu sagen…Gott sei Dank kann ich wieder arbeiten und das Wochenende ist vorbei….mein Kollege der auch zwei Kinder hat nickt dann und lacht…die Kinderlosen wirken manchmal entsetzt :-)

    1. Christine sagt:

      Oh ja, das Pflichtgefühl mit dem Erklären kenne ich auch heute noch gut. Leider wird trotzdem noch zehnmal nachgefragt, was der Trecker denn da macht und ob wir gleich den Papa abholen. Da kann ich es hundertmal vorher schon lang und breit (oder kurz, knapp und in meinen Augen verständlich) erklärt haben. Das „da da da da da“ kann aber auch mit der Zeit sehr nervtötend sein. Wenn mein Mann auch am Wochenende arbeiten müsste, würde ich mir die Kugel geben…

  4. Rosalie sagt:

    Ich muss jetzt mal sagen, Du hast 2 Jungs recht schnell hinter einander bekommen. Das bedeutet seeeeehr viel Arbeit und Engagement und da hast du jedes Recht, öfter mal genervt zu sein. Seit Jahren lässt sich da ja nix abschalten. Jede Mutter braucht ihre Ruhepausen – zwingend!

    Was ich aber auch sehe: Du traust dich nicht recht diese Ruhepausen zu nehmen. Und dann nur mit schlechtem Gewissen. Und das ist – entschuldige – verschenkte Liebesmüh. Ich kenn ja deine Situation nicht, aber vielleicht gibt’s ne Oma, die die Beiden mal nen Tag oder über Nacht nehmen kann. Oder eine Kita, für einige halbe Tage oder so. Oder ne Krabbelgruppe. Oder Sport mit Kinderbetreuung… Irgendwas, das dir ermöglicht mindestens 3x die Woche was für dich allein zu tun, für mindestens 2 Stunden. Da muss man gar kein schlechtes Gewissen haben.
    Denn mit diesen ’negativen‘ Gefühlen gegenüber deinen Kindern fühlst du dich ja auch nicht wohl und bist nicht so zu ihnen, wie du gern wärst. Es ist tatsächlich so: Nur wer sich trennt für einige Zeit, kann sich auf das Wiedersehen und die gemeinsame Zeit freuen. Und deine Kinder sind bei Weitem nicht mehr so klein, dass sie immer an deinem Rockzipfel hängen müssen.

    Leider sehe ich das recht häufig und ich persönlich kann es nicht verstehen. Gerade die Mütter, die mit Depressionen zu kämpfen hatten, oder die sich selbst für nicht Muttertier genug halten, versuchen es besonders toll zu machen und irgendwas wieder gut zu machen. Und weil sie auch nicht besser wissen, wie man besonders toll zu seinen Kindern ist, trauen sie sich nicht, sich von ihnen zu trennen. Das ist nicht bös gemeint. Es offenbart nur eine gewisse Hilflosigkeit. Denn dein Kopf weiß schon, dass eine genervte Mama auch nicht so dolle ist.

    Kinder brauchen eine gesunde Mama. Du stehst also in der Prioritätenliste auf der gleichen Position – nicht über und auch nicht unter – deinen Kindern. Darum: Probier doch mal einen Babysitter oder eine Kita, für eine gewisse Zeit und schau, ob sich DEINE eigene Situation verbessert. Und vergiss mal zwischendurch deine Kinder. Die haben nix davon, wenn du immer nur an sie denkst.

    1. Christine sagt:

      Liebe Rosalie,

      vielen Dank für dein ausführliches Feedback. Ich möchte es nicht unkommentiert stehen lassen, weil ich deinen Eindruck ein klein wenig korrigieren muss. Vielleicht hast du durch meine vielen Nerv-Motz-Mecker-Beiträge die Ansicht bekommen, dass ich mir keine Ruhephasen von den Kindern gönne. Das stimmt so nicht. Der Große geht seit Februar täglich bis zum frühen Nachmittag in den KiGa, aber auch zusätzlich gebe ich beide Kinder mehrmals unter der Woche an festgelegten Tagen zu ihren Großeltern. Samstags sind sie sogar beide ganztägig woanders, so dass mein Mann und ich auch mal nur Zeit für uns haben. Das machen wir schon seit vielen Monaten so.
      Es ist nur so, dass mir selbst diese Zeit manchmal zu kurz zum Erholen erscheint, selbst wenn ich den ganzen Nachmittag bis abends für mich habe. Natürlich löst das dann, in Anbetracht der vielen Stunden, die ich ja doch in der Woche für mich habe, in mir ein schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber aus, wenn ich in der Zeit mit ihnen dann trotzdem schnell genervt bin. Vielleicht erwecke ich deshalb bei dir oder Anderen den Eindruck, dass ich nicht genug Prioritäten für mich setze. Dass Kinder eine erholte und ausgeruhte Mutter brauchen, sehe ich genauso. Hier habe ich vor einiger Zeit schon mal darüber geschrieben.
      Liebe Grüße und danke für deine Denkanstöße!
      Christine

  5. Rosalie sagt:

    Nun, stimmt, es kommt manchmal anders rüber, als die Situation tatsächlich ist. Schlechtes Gewissen wegen des Motzend brauchst doch auch nicht zu haben. Es geht ja genau darum, dass die Kids diese Grenze suchen, um sie zu überwinden.

    Ein anderer Gedanke, der mir kam, als ich über mich selbst nachdachte war: Ist mir die Anerkennung genug, die ich bekomme? Also in der Zeit für sich selbst – da ist es schon schön, mal ein Bad zu nehmen, oder Sport zu machen oder einen ruhigen Kaffee zu genießen. Aber Anerkennung bekommt man da ja nicht. Das füllt zumindest mich nicht aus. Ich hab für mich gemerkt, dass ich v.a. ausgeglichen bin, wenn ich mich nützlich fühle, meine Zeit nicht nur vertrödel, sondern auch geistig gefordert bin. Die meisten Menschen nutzen ja dafür den Beruf. Da bekommt man wenigstens Geld zum Dank. Aber ohne feste Arbeit? Da ist das schwer. Ist ja keiner da, der sagt: Hey, du bist wirklich klug und kannst was. Genau das such ich!
    Wär aber schön, wenn so jemand da wäre. Da wär ich besser drauf. Eine richtig tolle Bestätigung. Leider hab ich auch keinen Beruf, wo ein netter Chef kommt und sagt: Frau Rosalie, ich finde, das haben Sie wirklich toll gemacht.
    Eigentlich wird mir im Beruf immer nur gesagt, wo’s grad hackt. Mit fachlichen Problemen kommen gern alle zu mir, weil ich so ein ‚Ich find für alles eine technische Lösung‘-Typ bin. Also gibt’s immer nur Probleme zu lösen.

    Für mich jedenfalls wäre ernsthafte Anerkennung meiner Arbeit und meines Wissens fast wichtiger, als Zeit für mich, zum Ruhe genießen. Wenn ich nur versuch, was für mich zu tun und mich richtig zu erholen, dann langweil ich mich irgendwann und bin wieder unausgeglichen und unzufrieden. Ist total blöd.
    Geht’s dir ähnlich?

    Naja, ich beneide immer Menschen, die etwas machen im Leben, das sie vollkommen ausfüllt, egal ob in der Familie oder beruflich, oder als Hobby. Die strahlen immer so etwas zufriedenes aus. Ich denk mir bei mir manchmal, dass es eben keinen interessiert, ob ich was gut mache. Nur, wenn ich etwas nicht kann, dann schreien immer alle. Und wenn ich dann noch zu viel Ruhe hab, dann grüble ich nur darüber nach. Das macht es nicht besser.

    1. Christine sagt:

      Liebe Rosalie,

      einen interessanten Gedanken, den du da einwirfst! Und es stimmt, manchmal geht es mir ähnlich. Gerade, wenn ich die freie Zeit „nur“ zum Ausruhen und Kaffeetrinken nutze, fühle ich mich am Ende oft nicht so entspannt, als wenn ich etwas „sinnvolles“ tue. Gestern Abend erst habe ich ungeplant unseren Balkon frühlingsfit gemacht. Eigentlich nur mit dem Gedanken, mal eben den kaputten Rosmarin zu entsorgen. Daraus wurde dann eine komplette Balkonsanierung mit Fegen und Blumenkästen hübsch herrichten, was über eine Stunde in Anspruch nahm. Paradoxerweise fühlte ich mich viel besser als nach zwei Stunden auf der Couch gammeln. Die Meisten würden wohl sagen „Logisch!“, aber in meinem Kopf liegen Entspannen und wortwörtliches Nichtstun immer noch sehr nah beieinander. Das von dir angesprochene Feedback kam immerhin von meinem Mann, der sich über den hergerichteten Balkon freute, aber auch von mir selbst, jedesmal, wenn ich jetzt aus dem Fenster gucke. Da sieht man eben im Nachhinein, was man gemacht hat. Wie auch im Büro (wenn man einen lobeswilligen Chef hat) oder beim Hobby und Sport. Vielleicht mache ich deswegen auch gerne den Hausputz, weil man sich immerhin selbst am Ende über das (wenn auch kurzweilige) Ergebnis erfreuen kann. Auch beim Basteln/Werkeln/kreativem Schaffen kann ich super abschalten. Die Voraussetzung ist aber erst einmal, dass ich mich dazu aufraffe….Wie ich deinem Kommentar entnehme hast du auch kein regelmäßiges Hobby, das dich ausfüllt?
      Liebe Grüße
      Christine

  6. Rosalie sagt:

    Naja, ich mach regelmäßig Sport, aber eher der Gesundheit wegen. Spaß macht mir das nicht. Und Hausputz hat bei mir eben genau den gegenteiligen Effekt – es frustriert mich zu putzen und 5 Minuten später schaut es aus, als hätte ich noch nie im Leben einen Lappen in der Hand gehabt. Beim Kochen geht es mir ähnlich. Koche ich etwas besonderes, wird es entweder abgelehnt, oder vom Gatten kommentarlos verschlungen und das befriedigt auch nicht. Bei mir bleibt also Beruf und Kinder übrig. Und davon sind eindeutig die Kinder am befriedigendsten. Die sind einfach toll. Nur, dass ich auch das nicht auf meine Leistung zurück führe, sondern auf meine Kinder.
    Das hat den Vorteil, dass ich die Zeit mit den Kindern als voll befriedigendes Zusammensein und als Bereicherung empfinde. Leider nur, wenn’s gut läuft. Wenn’s knatsch gibt, dann entfällt auch meine Belohnung.
    Für mich ist es also recht schwer, Bestätigung zu erhalten und abends zufrieden den Tag revue passieren zu lassen.
    Vielleicht finde ich ja noch ein Hobby…

    Schön aber, dass du verstehst, das ich sagen wollte. Ausschlafen ist super, wenn man eine schlechte Nacht hatte. Aber ansonsten ist es ziemlich sinnlos im Bett zu liegen und darauf zu warten, dass man einschläft.

    Ich denke, vielen Müttern geht es so, wenn sie mit den Kindern zu Hause sind. Zu wenig ernsthafte Bestätigung. Man kann das ja auch nicht nur immer aus sich selbst heraus generieren. Und je nach Job, bringt Frau vielleicht auch nicht viel mehr als schlechte Bezahlung und Druck mit nach Hause.

    Wie man dieses Problem wirklich lösen kann, ist mir noch nicht ganz klar. Denn Erfüllung ist eben nicht per Knopfdruck zu bekommen…

  7. Lisa sagt:

    Hallo, ich lese Deinen Blog mit großem Interesse. Ich bin 39, Pädagogin, habe täglich mit Kindern zu tun, neige zu Depressionen, fühle mich auch manchmal vom Alltag und deren Tücken überfordert
    ABER ich bin leider unfreiwillig (!) kinderlos.
    Ich muss sagen, Dein Blog erschreckt mich. Er ist sooo negativ behangen. Ich würde alles geben um zumindest einem gesundem Kind das Leben schenken zu können. Was macht es da ob die Wohnung tiptop sauber ist? Hauptsache das Kind ist glücklich. Ich würde mir gerne täglich die Zeit nehmen die 100 Fragen meines Kindes zu beantworten. Klar ist es anstrengend Mutter zu sein… Aber es ist doch auch ein ganz großes Geschenk zwei gesund Kinder auf die Welt zu bringen und sie ins Leben begleiten zu dürfen.
    Ich finde diese Seite kommt viel zu kurz in Deinen Berichten.
    Klar benötigt man Auszeit und Zeit für sich. Und die schaffst Du Dir ja anscheinend sehr gut. Aber es reicht Dir nicht. Ganz ehrlich Frage, warum hat Du 2 Kinder in die Welt gesetzt wenn alles schlecht, beschwerlich und überfordernt ist? Ich denke die Welt der Kinder kann sooo bunt, so fröhlich sein… lass Dich doch auf diese Welt Deiner Kinder ein, plane ausreichend Zeit ein wenn Ihr Euch z.B. anziehen müsst. Ich kann Deine Sicht der Dinge verstehen, finde es alles aber sehr negativ .

    LG

    P.s.
    motzen aus schlechter Laune heraus hat NICHTS mit Grenzen setzten zu tun! Kinder brauchen Grenzen die sie verstehen können und Kinder suchen Grenzen. ABER aus nachvollziehbaren Gründen.LG

    1. Christine sagt:

      Liebe Lisa,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Es freut mich, dass du meinen Blog mit sehr viel Interesse liest. Anscheinend bist du allerdings noch nicht zu den Beiträgen vorgedrungen, in denen ich betone, wie sehr ich mir zwei Kinder gewünscht habe, um ihnen 1000 Fragen am Tag zu beantworten und viel Zeit mit ihnen zu verbringen, aber erst MIT Kindern gemerkt habe, dass es sehr viel beschwerlicher und herausfordernder das für mich persönlich ist. Das Ausmaß an Belastung kann man als Kinderlose einfach nicht vorher abschätzen. Sicherlich gibt es viele (auch hochsensible) Frauen, der diese Belastung in Form von Dauergequengel, permanentem Geschrei oder der 1000. Frage in Folge nichts ausmacht, aber mir eben (leider!) schon. Und darum blogge ich, um meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Willkommen in meiner Welt :)

      Und um es nochmal mit meinen Worten aus dem Beitrag zu sagen: „„Ach das ist doch niedlich!“ höre ich immer wieder kinderlose, aber an einer Schwangerschaft durchaus interessierte, kinderliebe Frauen in meinem Umfeld sprechen, wenn ich ihnen erzähle, wie sehr einem manchmal das Dauergequatsche seiner eigenen Kinder auf die Nerven gehen kann. Und wenn ich selbst (noch) keine Kleinkinder hätte, würde ich diesen Bericht hier sicher genauso kopfschüttelnd lesen.“

      Zu deinem P.S.: Ich stimme dir voll und ganz zu, Motzen aus schlechter Laune heraus hat nichts mit Grenzen setzen zu tun.

      Viele Grüße
      Christine

      1. Mokey sagt:

        „Ganz ehrlich Frage, warum hat Du 2 Kinder in die Welt gesetzt wenn alles schlecht, beschwerlich und überfordernt ist?“
        Weil man sich nicht, vorstellen kann WIE anstrengend es sein kann. Selbst wenn man davon erzählt bekommt, man kann es sich einfach nicht vorstellen. Ebensowenig wie man sich vorstellen kann, keine Nacht durchzuschlafen (über Monate oder sogar Jahre hinweg). Wie es sich anfühlt nach diesen Nächten trotzdem den ganzen Tag zu funktionieren.
        Nonstop aufmerksam zu sein.
        Sich so sehr für jemanden verantwortlich zu fühlen.
        Usw.
        Man kann es sich nicht vorstellen, man kann es zwar beschreiben, aber das ist etwas anderes als es selbst zu erleben, zu fühlen.

        Manchmal muss man dann auch meckern, jammern, schimpfen… auch wenn man sich die Kinder gewünscht hat. Und sich jetzt wiederum nicht mehr vorstellen kann, wie es ohne sie war.

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