Kinderkram

5 Verhaltensweisen, die meine Kinder einfach nicht hinkriegen

Villa Schaukelpferd-Klassiker


Es gibt Satzanfänge, die wollte ich nie in meinem Leben bilden. Nicht mal denken. „Könnt ihr denn nicht einfach mal…?“ ist so einer. Klingt genervt, anklagend, verzweifelt. Aber dann wurde ich zweifache Jungsmutter und es sprudelte nur so aus mir heraus. Hier die Top 5 der Verhaltensweisen, die meine Kinder anscheinend einfach nicht hinbekommen. Oder etwa doch?

Könnt ihr denn nicht einfach mal…

1) …euch gegenseitig in Ruhe lassen?

Nein, das können Mini und sein vierjähriger Bruder Maxi nicht. Es sei denn, sie befinden sich an zwei verschiedenen Orten. Und ich meine nicht Wohnzimmer und Küche. Alles, was einen Radius von 500 Metern unterschreitet, bedeutet Machtgerangel, Schubsen, Anschreien und was weiß ich noch. Bevorzugte Streitzone ist bei uns übrigens die Garderobe im Flur. Wenn wir uns fertig machen zum Losgehen oder gerade wiederkommen, scheint der Platz zum An- oder Ausziehen bedrohlich klein, jeder Quadratzentimeter wird mit Händen und Füßen verteidigt – weil der Bruder sich natürlich gerade genau auf dem gleichen winzigen Fleckchen die Schuhe an- oder die Jacke ausziehen wollte.

2) Könnt ihr denn nicht einfach mal…zuhören, wenn Mama oder Papa euch was sagen?

Maxi: „Mama, was ist in dem Joghurt drin?“ – „Kirschen.“ –„Mama, guck mal, wie ich in mein Brot gebissen habe! Lustig, ne? Was ist in dem Joghurt drin?“
Mini: „Mama, was ist in dem Joghurt drin?“

„Mini, bitte halte die Tupperdose mit der Wurst gerade, wenn du sie zum Tisch trägst, sonst liegt die Wurst gleich auf dem Boden.“
„Maxi, hör bitte auf, vom Bett ins Zimmer zu springen!“
„Kinder, die Zahnbürsten liegen noch auf dem Waschbecken und wollen weggeräumt werden.“
„Der Letzte macht die Tür zu!“

Zwei Jahre und 1642 Erinnerungen später:

„Mini, bitte halte die Tupperdose mit der Wurst gerade, wenn du sie zum Tisch trägst, sonst liegt die Wurst gleich auf dem Boden.“
„Maxi, hör bitte auf, vom Bett ins Zimmer zu springen!“
„Kinder, die Zahnbürsten liegen noch auf dem Waschbecken und wollen weggeräumt werden.“
„Der Letzte macht die Tür zu!“

5 Verhaltensweisen, die meine Kinder einfach nicht hinkriegen
3) Könnt ihr denn nicht einfach mal…in euren Betten liegen bleiben und einschlafen?

Oh Gott, was wünsche ich sie mir so manches Mal wieder herbei: Die Zeiten, in denen Mini und Maxi noch in getrennten Zimmern und in ihren Gitterbettchen, aus denen sie nicht herausklettern konnten, schliefen. Jetzt teilen sie sich ihr Kinderzimmer und stellen dabei Abend für Abend unsere Geduld auf die höchste Probe. Vorbei die unkomplizierten Nächte, als die Beiden sich abends nur noch ein Viertelstündchen leise etwas zukicherten und dann seelenruhig einschliefen.

Jetzt wird aus der Viertelstunde gerne auch mal eine volle Stunde voller Unsinn treiben. Von Kuscheltier-Weitwurf über lautstarkes Gegacker bis hin zum Kisten auskippen und bei voller Beleuchtung auf dem Kinderzimmerboden mit Duplo spielen ist alles drin. „Nein, Mama, wir stehen nicht mehr auf.“ „Ja, Mama, wir flüstern jetzt nur noch!“ Denkste!

Überhaupt ist Einschlafen ein Thema, das mich nicht nur abends in den Wahnsinn treibt. „Mama, ich bin müde“ gähnt Maxi mir mittags gerne nach dem Essen vor. Zum Glück wartet der geplante Mittagsschlaf ja nur zwei Türen weiter. Sollte man meinen. Aber kaum im Bett angekommen, scheint das bloße Liegen auf der Matratze sämtliche Lebensgeister wieder zu wecken, das Bedürfnis nach einer erholsamen Ruhepause vergessen. Den Spaß haben anschließend wir Eltern, die den restlichen Tag mit knatschigen, weil hoffnungslos übermüdeten, Kindern verbringen dürfen. Und denk mal nicht, dass es dann am Abend umso leichter ist mit Einschlafen, nur, weil sie den ganzen Tag über wach waren.

4) Könnt ihr denn nicht einfach mal…anständig euer Brot essen?

Es ist nicht immer einfach, mit Kleinkindern den eigenen Appetit während der gesamten Mahlzeit aufrecht zu erhalten. Schmatzen, Rülpsen und Pupsen sind in dem Alter schließlich so selbstverständlich beim Essen wie das Amen nach der Predigt in der Kirche.

Was das Ganze nur noch toppt, ist die Art und Weise wie das Butterbrot verzehrt wird. Unser dreijähriger Mini beispielsweise lutscht zuerst genüsslich den Brotbelag hinunter, bevor dann am unbeliebten Rest nur noch herumgenuckelt wird, statt das Brot einfach abzubeißen und herunter zu schlucken, während meine Nerven schon zum Zerreißen gespannt sind.

5 Verhaltensweisen, die meine Kinder einfach nicht hinkriegen
5) Könnt ihr denn nicht einfach mal…älter werden?

Nein, natürlich können sie das nicht von heute auf Morgen. Aber so manche Trotzphase, manches Pipi-Kacka-Pups-Gelaber bringt mich echt auf die Palme. Ich möchte nicht mehr jeden Tag aufs Neue darüber diskutieren, warum im Namen des Bruders mehr Buchstaben enthalten sind und dass wirklich nach jedem Klogang die Hände gewaschen werden.

Aber natürlich, wenn ich mich mal besinne und ganz genau hinsehe, können meine Kinder ja doch alles:

Mini und Maxi zanken nicht ausschließlich den ganzen Tag miteinander. Sie spielen sogar sehr gerne zusammen. Beim wilden Hopsen auf dem Kinderbett den Lattenrost durchzubrechen, macht ja auch gemeinsam viel mehr Spaß!

Zuhören können sie selbstverständlich auch. Dem Bruder werden immer sofort und lautstark alle Regeln vorgetragen, wenn er sie nicht einhält. Und dass ich ihnen für heute Nachmittag Fernsehen versprochen hatte, daran erinnern sie mich seit dem Aufstehen alle paar Minuten lang, damit ich bloß nicht die Vergessliche spiele.

Auch der Zeitpunkt des problemlosen Einschlafens existiert: Im Auto, 17 Uhr, fünf Minuten vorm Nachhausekommen.

Selbst die Brote werden anständig gegessen, wenn klar ist, dass es nach dem Essen zur Omi geht oder die Sendung mit der Maus pünktlich anfängt.

Und älter werden Mini und Maxi mit jedem Tag. Die Zeiten, in denen ich das Babygeschrei nicht immer deuten konnte, sind Gott sei Dank vorbei. Jetzt wird mir direkt und unmissverständlich unter die Nase gehalten, was ich falsch gemacht habe. Die Kinder sind viel mobiler geworden: Ich muss sie nicht mehr durchs Treppenhaus tragen, heute bollern sie alleine die Stufen rauf und runter. Und dass ich Geld an teuren Pampers spare, ist doch wirklich auch ein Fortschritt. Wenn dann mal das kleine oder große Geschäft direkt in der Hose landet, brauche ich ja nur die Waschmaschine anzuschmeißen…

Ein Gedanke zu „5 Verhaltensweisen, die meine Kinder einfach nicht hinkriegen“

  1. FG sagt:

    Mein Mini und Maxi verhalten sich genau gleich. Nun muss ich dich allerdings enttaeuschen, denn sie sind schon 8 und 10 Jahre alt…

    Zuhoeren koennen sie trotzdem nicht.
    „Mami, wann fahren wir los?“
    „In 10 Minuten“
    „Mami, wann fahren wir los?“
    „Maxi, hast Du zugehoert?“
    „Aeh, was?“

    Wenn sich einer der Beiden auch nur einen Bruchteil einer Sekunde langweilt geht das Gerangel los.

    Stundenlang abends wird im gemeinsamen Zimmer geredet, meist gefolgt von einer Beschwerde von einem beliebigen Kind am naechsten morgen. Decken werden geklaut und mit Kissen geworfen.

    Und zum normalen Brotessen muss man sie auch jeden Tag erinnern und wehe man schaut einmal nicht hin und dann wird wieder der Honig vom Toast geleckt oder das Brot in Kruemelstaub zerkleinert (mit den Fingern) bevor es gegessen wird…

    Keine Ahnung ob das jemals endet oder ob man im Teenageralter aufgibt…

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