Im Dialog

Warum ich die Villa Schaukelpferd schließe und zehn weitere Fakten- Ein LiebsterAward


Irgendwann musste es ja mal raus. Die letzten Wochen habe ich darüber noch geschwiegen, alle notwendigen Vorkehrungen in meinem stillen Kämmerlein getroffen. Und dann bekam ich gestern die Liebster-Award-Nominierung von Claudia und ihrem Mama Blog „Mäusemamma“ überreicht. Inklusive einer Lobeshymne an meinen Blog „Villa Schaukelpferd“. Ich zitiere sie an dieser Stelle gerne:

„Christine von Villa Schaukelpferd, einem meiner absoluten Lieblingsblogs, den ich als einer der ersten Mamablogs gelesen habe. Schon allein die Aufmachung finde ich toll!! Christine schreibt ehrlich- wie sie selbst sagt über die “ungeschminkte Wahrheit” des Mutterseins mit all seinen Facetten- und ihre Artikel sind immer wieder lesenswert und haben Hand und Fuss, Herz und Kopf…. Gerne liest man ihren Blog tatsächlich mit ein paar Keksen und einer Tasse Tee!“

Wenn ich sagen würde, dass ich von Claudias Worten zutiefst gerührt war, wäre das beinahe eine Untertreibung. Tatsächlich wurde mir richtig wehmütig ums Herz. Denn (und nun mache ich es ganz offiziell) diesen „Lieblingsblog“, von dem Claudia da schwärmt, die Villa Schaukelpferd, wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Aber das ist nur eine Antwort von elf abwechslungsreichen Fragen, die ich von der Mäusemamma gestellt bekommen habe.

1. Gibt es Themen, die für Dich persönlich beim Bloggen tabu sind?

Absolut! Über mein intimes Privatleben schreibe ich nicht. Auch, wenn ich überaus gerne über kinderfreie Zeiten blogge, wirst du hier keine Tipps für ein erfolgreiches Sexualleben mit Kindern im Nebenzimmer lesen. Der aufmerksamen Leserin wird nicht entgangen sein, dass ich zwei Kinder habe, ergo intime Stunden mit meinem Mann stattfinden. Mehr muss man aber auch nicht wissen.

Ansonsten halte ich mich bei allen (politischen) Themen zurück, die nicht unmittelbar mit der Kindererziehung oder Familienpolitik zu tun haben. „Blogger für Flüchtlinge“ war im Sommer 2015 ein regelrechter Hype und zog sich durch nahezu jeden Blog. Ich fand die Idee dahinter gut und habe auch den ein- oder anderen Artikel von Bloggerkollegen gelesen. Aber zu meinem Blogkonzept passen Beiträge solcher Art eher nicht.

Noch etwas, das auf meinem Blog tabu ist: Werbung und Gewinnspiele. Ich möchte meine Leser mit meinen Texten erreichen und nicht kommerziell unterhalten.

2. Pi mal Daumen: Wie viel Zeit investierst Du wöchentlich ins Bloggen, und wann bloggst Du für gewöhnlich (ich ja meistens spät abends…)?

Das kannst du im Grunde an der Häufigkeit der Blogbeiträge ablesen. Manchmal blogge ich mehrmals die Woche, dann wieder länger nicht. Wenn es die Zeit erlaubt, schreibe ich meine Blogartikel vormittags, weil die Chance eines flüssigen Schreibflusses in meinem Kopf dann größer ist. Oft schaffe ich es aber genau wie du erst in den Abendstunden, wenn die Kinder im Bett sind. Die Blogposts werden so oder so umgehend veröffentlicht. Ich schreibe Texte nicht im Vorfeld.

Warum ich die Villa Schaukelpferd schließe und elf weitere Fakten- Ein LiebsterAward
3. Haben sich Deine Art zu schreiben, Dich auszudrücken und allgemein Deine Themen/Interessen/Gebiete, mit denen Du Dich auf Deinem Blog befasst, im Laufe der Zeit verändert? Bloggst Du “anders” im Vergleich zu Deinen Anfangszeiten?

Deine Frage kommt interessanter Weise zum passenden Zeitpunkt, denn über die gleichen Sachen habe ich mir schon länger meine Gedanken gemacht: Tatsächlich wird es die Villa Schaukelpferd in naher Zukunft nicht mehr geben, denn ich habe mich in der Tat weiterentwickelt.

Aber keine Sorge, ich werde weiterbloggen und auch alle Blogbeiträge der Villa Schaukelpferd mitnehmen auf den neuen Mama Blog. Der Webdesigner meines Vertrauens bastelt schon emsig am neuen Layout; der neue Blogname steht auch fest. Bis zur Veröffentlichung bleibt das Konzept aber noch geheim (die Namen meiner Kinder habe ich schließlich auch erst nach der Geburt verraten).

Nur soviel sei gesagt: Ich werde immer noch offen und ehrlich über meinen Alltag mit Mini und Maxi berichten. Nur eben speziell für meine gewählte Zielgruppe und nicht mehr über Alles und Nichts. Im Laufe der zweieinhalb Blogjahre habe ich meinen Schreibstil –und ich denke auch meinen Leserkreis- gefunden. Ich habe meinen eigenen Schwerpunkt entdeckt und möchte genau darauf auch im Blog mein Hauptaugenmerk richten. Daher ist ein neuer Mama Blog (und damit zwangsläufig die Schließung der Villa Schaukelpferd) unabdingbar.

4. Ich bin ja -aus Zeitgründen- nicht so der große Buchleser: Könntest Du mir dennoch eine fesselnde Lektüre empfehlen?

Haha, das fragst du eine Frau, die selber kaum Bücher liest. Tatsächlich lese ich nur ein einziges Buch und das ist bereits Band 8 einer ganzen Romanreihe (ich lese also seit über zehn Jahren immer noch an der gleichen Geschichte). Das ist die Highlandsaga um Jamie und Claire Fraser von Diana Gabaldon. Angefangen mit „Feuer und Stein“, bin ich inzwischen bei „Ein Schatten von Verrat und Liebe“ angelangt. Um es kurz zu machen: Es geht um eine Liebesgeschichte über Zeit und Raum hinweg, denn Claire gelangt über einen Steinkreis aus dem 20. Jahrhundert ins Achtzehnte und verliebt sich dort in einen schottischen Widerstandskämpfer. Ich bin sonst kein Fan von Romanen, aber der gehört quasi schon zur Familie.

Ebenso kann ich dir die Harry-Potter-Bände von Joane K. Rowling wärmstens ans Herz legen. Die Filme waren wirklich toll umgesetzt, und trotzdem steckt in der geschriebenen Variante noch mal so viel mehr an Fantasie und Nebengeschichten.Warum ich die Villa Schaukelpferd schließe und elf weitere Fakten- Ein LiebsterAward

5. Spazieren, Sport, Schreiben, Stöbern: Wie entspannst Du am Besten?

Im Grunde hast du alles schon genannt! Spazieren: Sehr gerne, am Liebsten täglich. Sport: Ein- bis zweimal die Woche schaffe ich es zum Aikido, einer japanischen Kampfkunstsportart. Schreiben: Ich blogge :) Stöbern: Ich stöbere gerne in meinen Deko-Kisten herum und verändere, gerne saisonal oder nach Lust, den Look meiner Wohnung. Und ich habe mir für dieses Jahr fest vorgenommen, endlich mal auf einem richtigen Flohmarkt nach Herzenslust zu stöbern.

6. Ich sitze gerade mit einer Tüte Haribo auf dem Sofa und lasse das ereignisreiche Wochenende ausklingen. Wie sieht es bei Dir aus? Eher Schokolade oder Gummibärchen?

Weder noch, wobei ich beidem nicht gänzlich abgeneigt bin. Aber meine erste Wahl in Punkto Knabbereien ist im Supermarkt das Chipsregal. Wobei ich gerade Reiscräcker für mich entdeckt habe – ohne die geht’s momentan nicht beim abendlichen Fernsehen. Womit wir auch schon bei der nächsten Frage wären…

7. Fernsehzeit ist bei uns selten. Gönnst Du Dir ab und an Momente “vor der Glotze”? Wenn ja, was wird dann geschaut?

Fernsehen existiert bei uns grundsätzlich nur abends, wenn die Kinder im Bett sind. Sobald mein Man und ich uns jeder erst mal Zeit für sich genommen haben, lassen wir den Abend gemeinsam auf dem Sofa vorm Bildschirm ausklingen. „Wer wird Millionär“ steht montags auf dem Programm. Wenn wir uns berieseln lassen wollen, schauen wir gerne abenteuerlustigen Deutschen bei der Auswanderung in „Goodbye Deutschland“ zu. Aber am Häufigsten gucken wir mithilfe der ARD-App die aufgezeichneten Folgen der Herzschmerz-Telenovela „Sturm der Liebe“ vom Nachmittag an. Ein bisschen Kitsch muss sein!

Warum ich die Villa Schaukelpferd schließe und elf weitere Fakten- Ein LiebsterAward
8. Bist Du eher der chaotische Typ oder neigst Du mehr zu Perfektionismus und Ordnungsliebe?

Als Kind war ich absolut chaotisch, habe quasi zwischen überquellenden Schubladen und sechsunddreißig Kuscheltieren gelebt und geschlafen. Heute kriege ich im Kinderzimmer meiner Söhne die Krise, wenn es bei ihnen genauso aussieht. Ich bin inzwischen ein absolut ordnungsliebender Mensch und miste gerne und regelmäßig aus.

Allerdings sauge ich, seit ich Kinder habe, auch nicht mehr so oft durch die Wohnung und lasse den Spülkram mal Spülkram sein. Wer denkt, Kinder und eine durchgestylte Wohnung lassen sich vereinbaren, stolpert garantiert im nächsten Moment über drei Wachsmalstifte, ein Feuerwehrauto und ein paar Playmobilmännchen.

Im Ernst: Mini und Maxi dürfen tagsüber gerne ihren gesamten Kinderzimmerinhalt im Wohnzimmer verteilen, solange sie ihn abends vorm Zubettgehen auch wieder rübertragen. Was sie in ihrem Zimmer machen, ist ihr Ding. Aber abends möchte ich in meinem Wohnzimmer auch wieder ein spielzeugfreies Wohnzimmer vorfinden.

9. Was würdest Du spontan mit 1.000 € cash anstellen?

Ich würde das Geld für unseren dreitägigen, kinderfreien Kurzurlaub zurücklegen, der bald ansteht.

10. Im Bezug auf Deine Kinder: Welche Eigenschaften möchtest Du ihnen unbedingt für ihr späteres Leben vermitteln?

Ich habe darüber anlässlich eines früheren LiebsterAwards schon einmal berichtet. Damals ging es über Werte und Normen aus der Kindheit, die ich gerne weitergeben möchte. Vielleicht beantwortet der Blogartikel dir schon einen Großteil deiner Frage.

Ansonsten möchte ich ihnen mitgeben, dass sie absolut richtig sind, so wie sie sind und niemals daran zweifeln dürfen, egal, was Andere ihnen sagen. Sie sollen frei entscheiden, welchen Beruf sie lernen möchten, ob sie auf Jungs oder Mädels stehen und worin für sie der Sinn des Lebens besteht.

11. Und wie viel Mitspracherecht haben Deine Kinder in alltäglichen, auch sie betreffenden, Angelegenheiten?

Ich versuche, auf ihre Wünsche einzugehen, aber trotzdem die Auswahl einzuschränken, um sie nicht zu überfordern. Zum Beispiel entscheide ich, dass Winterpullover bei minus sechs Grad Draußen die bessere Wahl als T-Shirt und kurze Hose wären, dafür dürfen sie bestimmen, welcher der Winterpullover es sein soll. Genauso sieht es auf dem Frühstückstisch aus. Wir Eltern entscheiden, was drauf kommt, die Kinder wählen, was sie davon essen möchten.

Ich glaube, je jünger die Kinder sind, desto weniger Mitspracherecht brauchen sie, auch, wenn sie für ihre persönliche Entwicklung absolut die Bestätigung benötigen, dass ihre Meinung zählt und gewisse Wünsche erfüllt werden. Aber wenn ich ihnen jetzt jedes Mal im Kaufhaus ein Kuscheltier oder den neuen Bagger kaufen würde, nur, weil sie lautstark darum betteln, würde ihnen das auch nicht gut tun, weil sie dann in der Annahme aufwuchsen, es gäbe keine Grenzen, kein Limit und man müsste im Leben nur mit dem Finger schnippen, um den nächsten Wunsch erfüllt zu bekommen.

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