Gesellschaft

Drahtseilakt am Feiertag aus Sicht einer hochsensiblen Mutter

Manche Monate im Leben mit Kleinkindern sind da, um schnellstmöglich überwunden zu werden. Ich erinnere mich da an die ewig lange Zeit, als die Babys noch nicht durchgeschlafen haben (ergo wir auch nicht) oder die Wochen, in denen die Dreimonatskolik unseres Jüngsten uns auf Trab gehalten hat. Heute, sechs Jahre später, liegen die Jungs im Schnitt länger als wir im Bett (beneidenswert!) und haben so selten Bauchschmerzen wie unsere Zimmerpflanzen auf der Fensterbank überleben (also nur hin und wieder mal). Und dennoch gibt es auch heute noch Monate, die mir den Angstschweiß ins Gesicht treiben und zu meinem persönlichen Endgegner werden. Ich meine einen im Speziellen und das ist in diesem Jahr der Mai.

Der Mai? Der harmlose Vorbote des Sommers, an dem endlich wieder die Sonne mit frühlingshaften Temperaturen den Takt angibt und alle Welt ihre Autos an den Erdbeerbuden, an denen man neben den roten Früchten auch Spargel, Kartoffeln und chinesisches Porzellan aus Fernost erwerben kann, parkt?

Ja genau diesen Mai meine ich und ich werde dir auch verraten, warum er mich in die Knie zwingt (und es liegt nicht an den Erdbeerbuden): Der Mai beinhaltet die meisten Feiertage! Was als Kinderlose für mich ein Grund zum Feiern war, wird für mich als Mutter mit Wunsch nach viel freier Zeit für mich alleine zum Spießroutenlauf.

Dienstag, 1. Mai, Tag der Arbeit. Natürlich lohnt es sich da für die Kindergärten unserer Söhne bereits am Tag zuvor die Tore geschlossen zu halten. Die Leitung in Maxi’s Einrichtung legte außerdem auf den zweiten UND dritten Mai noch eine Fortbildung für die Erzieherinnen. Es wirkte beinahe albern, extra für den Freitag den Kindergarten zu öffnen, aber ich bin eine Mutter, die dieses Angebot dennoch dankbar annimmt.

Donnerstag, 10. Mai, Christi Himmelfahrt mit anschließendem Brückentag. Jetzt an Pfingsten gehen auch noch mal vier Tage Eigenbetreuung ins Land, am Tag nach Fronleichnam sollen wir unseren Mini bitte vier Stunden eher abholen, weil sie da den Vormittag mit den Kindern am Strand verbringen, und in Maxi’s Kindergarten wird die alljährliche Übernachtungsparty auch noch in den Mai gelegt. Am übernächsten Tag ist die Einrichtung selbstredend geschlossen, damit sich alle erholen können.

Drahtseilakt am Feiertag aus Sicht einer hochsensiblen MutterAlle? Nein. Nicht alle. Hier zuhause gibt es mindestens eine Person, die sich bei diesen vielen freien Tagen nicht erholen kann und vielleicht kannst du dir schon vorstellen, wer das sein könnte, weil diese Person in Gegenwart ihrer Kinder alles Mögliche ist, aber ganz sicher nicht tiefenentspannt und erholt.

Ja ich gebe es zu, mich stressen diese vielen freien Tage, an denen ich den Kindergarten komplett ersetzen muss.

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, dass Erzieherinnen auch mal frei haben oder sich einer Fortbildung widmen, Gott bewahre! Aber ehrlich gesagt habe ich etwas dagegen, dass der Staat davon ausgeht, dass ich an diesen Tagen jedes Mal bereitwillig einspringe, nur weil ich eine liebende Mutter bin.

Feiertage sind für mich, seit ich zwei Kinder habe, so etwas wie der Montag als Kinderlose: Ein Tag, den man ganz schnell über die Bühne kriegen will, weil erst am Ende des Tages der Feierabend wartet. Wobei der Feierabend als Elternteil nie so sicher ist wie das leere Kopierpapier am Drucker oder das Amen in der Kirche.

Inzwischen macht es für mich auch keinen Unterschied mehr, welcher Feiertag gerade dran ist. Ich mache mir höchstens noch rechtzeitig Notizen am Rande („Ostereier besorgen“ oder „Weihnachtsgänse beim Metzger bestellen“), die sonst beim Nicht-Einhalten für das nächste Drama sorgen würden. Ansonsten ist es mir völlig egal, ob der nächste Feiertag Pfingsten, Tag der deutschen Einheit oder Neujahr heißt.

Abgestumpft versuche ich ihn nur noch zu überleben, denn meine Kinder haben meist ganz andere Vorstellungen, einen Feiertag zu genießen, als ich.

Ja ich weiß, das ist nichts Neues und eigentlich habe ich hier auf diesem Blog schon alles zum Thema Feiertagsfrust gesagt. Dachte ich zumindest. Denn mit zunehmenden Alter der Kinder hatte ich auch gehofft, dass ich mich an der dazugewonnenen Familienzeit erfreuen könnte. Vielleicht sind meine Kinder mit ihren fünf und sechs Jahren einfach noch nicht alt genug. Oder meine Hochsensibilität zeigt mir einfach immer früh meine Grenzen auf.

Drahtseilakt am Feiertag aus Sicht einer hochsensiblen MutterEntspannt geplante Tagesausflüge zum Strand enden in ihrer Entspannung meist schon nach kurzer Zeit damit, den Jungs (wiederholt und ziemlich genervt) zu erklären, dass man andere Leute nicht mit Sand oder matschigem Schlick bewirft. Die sorgfältig ausgesucht und angelegten Blümchen in fremden Gärten, in denen wir zum Frühstück eingeladen sind, werden gerne zertrampelt und selbst kleinste Fahrradtouren können für mich zur Tortur werden.

So wie gestern Nachmittag. Ich wollte den Kindern eben diese Freude machen und der Vorschlag eines Kurztrips zum beliebtesten Spielplatz in der Nähe (die Rutsche bei Burger King) kam sehr gut an. Es war bereits die zweite Tour, die wir zu Dritt unternahmen und ich war guter Dinge, dass es erneut eine entspannte Fahrt werden würde.

Von außen betrachtet war sie das sogar sicherlich. Keine Unfälle, keine erschöpften Kinder, kein Sonnenstich. Und trotzdem kam ich nach gut zwanzig Minuten völlig fertig am Zielort an, wo mein Mann bereits auf uns wartete (aus Mangel an Zweirädern hatte er seinen Vierradantrieb benutzt).

„Was war denn los?“ fragte er mich erstaunt, als ich entkräftet vom Rad stieg und verkündete, die drei Fahrräder auf dem Heimweg lieber zu Fuß und alleine nach Hause schieben zu wollen, statt noch eine Fahrt mit den Kindern zu beaufsichtigen.

Tja, was war los gewesen? Eigentlich war gar nichts Besonderes passiert. Wenn ich darüber nachdenke, war ich aber bereits angespannter als gedacht gestartet. Bereits das gemeinsame Frühstück am Morgen hatte meine Sinne schon überstrapaziert.

Schmierige Finger an ebenso schmierigen Messern, ein Kind, das die Nase permanent hochzieht, während das andere mit vollem Mund eine unvollendete Frage stellt, dazu volle Gläser, die ständig drohen umzukippen, übertrumpft höchstens von dem Streit um das letzte Toast.

Drahtseilakt am Feiertag aus Sicht einer hochsensiblen MutterDie gemeinsamen Mahlzeiten sind für mich derzeit ein echter Stressfaktor, vor allem an Feiertagen und am Wochenende muss ich mir regelrecht verbieten, darüber nachzudenken, wie gerne ich mal wieder ein Frühstück ohne Geschmatze, Gezanke und Geschmiere verbringen würde. Kinderlos eben.

Anschließend ging der Vormittag irgendwie über die Bühne, die Kinder spielten im Garten, während mein Mann daneben auf der Bank ein bisschen Home-Office betrieb und ich bei eBay nach neuen Vorhängen fürs Wohnzimmer schaute.

Ein Vormittag, der für Normal-Sensible sicherlich nicht der Rede wert gewesen wäre (und dafür beneide ich sie oft sehr).

Ich hätte mir an dieser Stelle wohl besser eine vernünftige Pause nur für mich gönnen sollen. In meinem Roman lesen, ein bisschen meditieren oder Musik auf meine Ohren packen. Stattdessen surfte ich zerstreut im Internet herum und bekam im Hintergrund jeden noch so kleinen Streit der Jungs mit, obwohl sich mein Mann darum kümmerte.

Das Mittagessen war eine billige Version des Frühstücks, bei dem mein Großer einen Wutanfall nach dem nächsten bekam (der Pizzarand war zu hart und die Nase zu voll). Der anschließende Mittagsschlaf war auch alles andere als erholsam, weil zweimal die Zimmertür geöffnet wurde, die Nachbarn den Fernseher eingeschaltet hatten und ein paar dicke Brummer ständig vor unsere Fensterscheibe flogen.

Und so stand die Fahrradtour unter einem ziemlich ungünstigen Stern, denn auch, wenn ich äußerlich vielleicht noch ruhig wirkte, war ich innerlich schon dauer-angespannt. An guten, entspannten Tagen, stört es mich nicht, wenn ich die Kinder immer mal wieder daran erinnern muss, schön weit rechts zu bleiben, an Kreuzungen langsamer zu werden oder dem Bruder nicht aufs Hinterrad zu fahren.

Drahtseilakt am Feiertag aus Sicht einer hochsensiblen MutterHeute waren diese kleinen Hinweise schon zu viel für mich und meine Nerven. Ich bin dann einfach erschöpft, immer und zu jeder Zeit für Drei gucken oder zum wiederholten Male auf bereits bekannte Prinzipien hinweisen zu müssen. Getoppt wurde das Ganze nur noch von den fremden Kindern, die meine Jungs nicht auf die Rutsche lassen wollten. Am liebsten wäre ich sofort wieder nach Hause gefahren und hätte mich hinterm Sofa verkrochen, um Niemanden sehen und vor allem um Niemandem irgendwelche Regeln erklären zu müssen. Egal ob den eigenen oder fremden Sohnemännern.

Und genau das, dieses Haushalten mit den eigenen Kräften, die Waagschale halten zwischen Ruhe und Action, das „sich selbst nicht verlieren“, während man den Kindern eine präsente Mutter sein möchte, das ist für mich das Schwierigste an Feiertagen oder sonstigen kindergartenfreien Tagen. Für mich zählt es an solchen Tagen schon als Meisterleistung, wenn ich Mini und Maxi abends noch lächelnd Gute Nacht sagen kann.

Genau deswegen freue ich mich schon auf den Juni, wenn der Kindergartenalltag wieder losgeht und mir meine bekannten Strukturen wiedergibt. Wenn ich den Vormittag für mich hatte und die wenigen Stunden mit meinen Kindern nachmittags weitesgehend ausgeglichen verbringen kann. Und ich freue mich darauf, wenn meine Kinder älter werden und irgendwann feiertags alleine zu Burger King radeln können.

17 Gedanken zu „Drahtseilakt am Feiertag aus Sicht einer hochsensiblen Mutter“

  1. Dagmar sagt:

    Liebe Christine!

    Ich lese schon eine ganze Weile Deinen Blog und bin sehr froh, „darüber gestolpert“ zu sein! Ich kann mich in dem Allermeisten wiederfinden was Du (be)schreibst und es tut gut, in gewisser Weise auf Verständnis zu stoßen. In meinem Umfeld ist das nämlich ganz und gar nicht so, und mein Mann will sogar die Trennung weil er mit mir nicht mehr klarkommt.
    Meine Jungs sind 5 und 7 Jahre alt und alles andere als ruhig und ausgeglichen! Ein täglicher Kampf und eine riesengroße Herausforderung für mich! Keine Ahnung wie ich das bald als Alleinerziehnde schaffen soll.

    Den „Feiertagsfrust“ kenne ich nur zu gut… heute ist auch wieder so ein Tag an dem ich das Ende herbeisehne. Was für mich zu den Feiertagen und auch Wochenenden dazu kommt sind die Schulferien des Großen. Aktuell stehen uns 2 Wochen bevor, und mir kommt es so vor als hätten wir doch erst die Osterferien einigermaßen überstanden!
    Beim Geburtstagsfrühstück bei einer Freundin letzte Woche waren alle Mamas so froh dass bald Pfingstferien sind. Als ich sagte dass ich das gar nicht bin – im Gegenteil sogar – konnte das wohl Keine so richtig nachvollziehen. Ich bin jedenfalls sehr froh dass ich mit dem „Problem“ nicht alleine auf der Welt bin, das ermutigt ein bisschen.

    So wünsche ich Dir nun ganz viel Kraft für alle kindergartenfreien Tage!
    Und ganz lieben Dank für Deinen ehrlichen Blog!

    A liebes Grüßle aus dem Schwabenland,
    Dagmar

    1. Christine sagt:

      Hallo liebe Dagmar,

      sei herzlich willkommen auf meinem Mama-Blog für hochsensible Mütter, auch, wenn du schon eine Weile still mitliest!
      Deine Befürchtungen für die Zeit als Alleinerziehende kann ich absolut nachvollziehen (nicht, dass es bei mir bevorsteht, aber alleine der Gedanke daran löst bei mir Enge im Brustbereich aus). Von demher wünsche ich dir alle Kraft der Welt für diese Zeit und eine Menge Unterstützung!

      Oh ja, Sommerferien, da sagst du was! Bei uns in der KiTa stehen auch drei Wochen am Stück an. Die Jungs dürfen dann jeweils eine Woche bei meiner Mutter in der alten Heimat Urlaub machen. Zwar haben wir dann trotzdem immer ein Kind hier, aber es ist dennoch eine große Entlastung!

      Lieben Dank für deine Worte und ganz herzliche Grüße ins Schwabenland (schönes Fleckchen Deutschlands, da wohnen auch Verwandte von mir ;-))
      Christine

  2. Dorkas sagt:

    Liebe Christine, ich kann deinen Text sehr gut nachvollziehen, ohne Kindergarten (daweil geht nur meine große Halbtags) wäre ich aufgeschmissen. Doch ich hab bei mir auch noch ein weiteres Phänomen beobachtet. Seitdem die Große in den Kiga geht, stell ich ein Gefühl der Fremdbestimmheit fest, das klingt erstmal sehr komisch. Doch die Kleine hat grad genau den Schlafrythmus, dass sie zw. 11 und halb 12 müde wird, wenn ich Glück habe, schaffe ich es, dass sie nicht im Wagerl, einschläft, wenn ich Pech habe, schläft sie genau in der Abholzeit ein. Und wenn ich dann mit der Großen nach Hause komme und sie hin legen will, wird die Kleine munter.
    Ich funktioniere wirklich besser, entspannter, angenehmer, wenn ich weiß beide halten zur gleichen Zeit ihren Mittagsschlaf und ich werde auch meiner Pause nicht beraubt.
    Ist dem nicht so, was jetzt schon oft der Fall war, dreh ich am Rad. Das Gefühl der Fremdbestimmtheit hab ich deswegen so stark, weil ich aufgrund meiner Karenz, nur die Variante 8-12 Uhr Betreuung (bzw 13-17 Uhr) wählen darf und ich somit; daweil; daran nichts ändern kann an dieser Situation.

    Zum Glück kann ich oft zu meinen Eltern gehen oder meine Eltern holen auch oft die Große ab, während ich bei ihnen mit der Kleinen auf die Große warte, das ist echt eine immense Erleichterung. Wovor ich mich aber am meisten fürchte, sind die 3 Wochen Urlaub, die sich meine Eltern im Sommer nehmen und auch wieder hier gibt es keine Möglichkeit, denn es wurde mir sehr, sehr nahe gelegt die Große 8 Wochen Sommerferien zu Hause zu lassen, weil die Betreuerinnen ihrer Gruppe fast den ganzen Sommer nicht da sind. Das heißt 3 Wochen bin, ich sag immer, „Alleinerziehend“. Auch wenn das für Alleinerziehende wie blanker Hohn klingt, für mich ist es auch der blanke Horror, die Zeit die ich überbrücken muss, bis mein Partner von der Arbeit heim kommt.

    Was ich wirklich bewundere sind Menschen wie du, die so offen und ehrlich darüber schreiben können und die wirklich alles allein stemmen, wenn ich richtig verstanden habe, bist du doch weiter weg von deinen Verwandten gezogen. Ich glaube diese Kraft und diesen Mut hätte ich nicht. Meine Stütze sind auch meine Verwandten, während der Abwesenheitszeit meines Partners. Ich hatte vor einigen Monaten wirklich einen sehr großen Nervenzusammenbruch, seitdem nehme ich auch ADs und es geht mir schon viel, viel besser und ich denke auch, wenn ich immer wieder Panik schiebe, vor dieser kommenden Zeit, wüßte ich nicht, was ich getan hätte, wenn ich wüßte, ich hätte nicht unmittelbar Unterstützung gehabt in meiner schlimmsten Phase.
    Ich wüßte so gern woher du diese Kraft nimmst. Auch eine gute Freundin von mir, ist ziemlich weit weg von ihren Verwandten gezogen, sie sagte auch oft, das es ihr nicht gut ging, aber sie mache weiter, sie stemmt es also auch, ich fühle mich dann manchmal wirklich wie ein Weichei, wenn ich fast dauernd bei meinen Eltern bin, wenn auch gleich ich bei meinen Eltern nicht auf der faulen Haut liegen kann, sondern genauso gefordert bin wie zu Haus, aber es mir doch ein Gefühl Sicherheit vermittelt, wenn ich weiß, da ist noch jemand da. Wie gesagt ich bewundere das wirklich sehr an dir. : ) LG Dorkas

    1. Christine sagt:

      Liebe Dorkas,

      deine Bewunderung in allen Ehren, ja es stimmt schon, dass wir hier fernab der unterstützenden Verwandtschaft leben, aber ich muss hier nicht täglich alles alleine stemmen! Zum Einen gehen die Jungs unter der Woche ganztags (der eine bis 15h, der andere sogar bis 17h) in die KiTa und in den Ferien und am Wochenende, ja selbst unter der Woche nach der Arbeit, unterstützt mich mein Mann, wo er nur kann. Also gebührt ihm eigentlich die Dankesrede ;-)

      Kraft schöpfe ich vor allem aus der Zeit, die ich für mich alleine habe (auch da hält mir mein Mann sehr den Rücken frei), aus der Stille, einem Spaziergang im Wald (oder am Meer), beim Musikhören, bloggen, reiten, lesen oder bei einem Telefonat mit meiner Schwester, bei der ich mich auskotzen kann. Vor allem aber versuche ich mir zu sagen, dass es mit jedem Tag, den sie älter werden, leichter wird (was weiß Gott nicht immer leich ist!!) und ich versuche auch jeden Morgen wieder bei „Null“ zu starten, also keine Dramen aus dem Vortag mitzunehmen, sondern unvoreingenommen auf die Kinder zuzugehen (was manchmal auch einem Kunststück gleicht ;-)).

      Und glaub mal nicht, dass ich meine Mutter weniger in Anspruch nehmen würde als du, wenn ich es könnte (letztens an irgendeinem Sonntag haben mein Mann und ich sogar die dreistündige Autofahrt zu meiner Mutter auf uns genommen, um mal drei Stunden kinderfrei zu haben. Selbstverständlich mussten wir abends die drei Stunden auch wieder zurückfahren… Kannste auch Keinem erzählen ;-)).

      Ich sende dir ganz viel Kraft, vor allem für die anstehenden Sommerferien!!

      Liebe Grüße
      Christine

      1. Dorkas sagt:

        Auch wenn ich deinen Mann nicht auslassen wollte *g*, denn dein Mann unterstützt dich auch sehr viel, was ich schon wo anders lesen konnte, aber grad deswegen hab ich bei diesem Post verspürt dir zu sagen, das ich es bewundere wie du alles alleine stemmst, weil es grad im Kiga „Feiertage, oder auch freie Tage, (zb pädagogische freie Tage gibt) wo dein Mann sicherlich auch arbeiten muss und du dann tatsächlich den Tag alleine stemmen musst. Kann natürlich bei dir anders sein, du kommst aus DE ich komme aus Ö, vielleicht fallen da andere Feiertage.
        Vielleicht ist es auch der Wunsch auch so frei meinen Wünschen nachzugehen, als ich das erste mal Schwanger wurde, mussten wir aus Platzbedarf aus unserer Pärchenwohnung ausziehen und ich habe wirklich wunderschöne Traumhäuser, -wohnungen aufgeben, nur insgeheim aus einer Angst heraus, nicht nah genug bei meinen Eltern zu sein. Es hat dadurch sehr lang gedauert bis wir ausgezogen sind und die Wohnung ist jetzt auch wunderschön und es passt alles, aber eigentlich auch nur gewählt, damit ich nur 10 min zu meinen Eltern brauche.
        Die besagte Freundin hat sich ihren Wunsch erfüllt und zog in ihr Traumhaus mit allem drum und dran, alles ist perfekt und wir hätten sogar auch hinziehen können, aber ich würde mich nicht trauen. Und das ist das was mich dann insgeheim ein wenig traurig stimmt.
        Und im übrigen, glaube mir ich würde auch 1000 von km zurücklegen, nur damit ich mal Pause haben könnte : D
        Ich glaube ich werde mir das zu Herzen nehmen und auch versuchen jeden Tag wieder bei Null zu starten, einfach schauen was auf mich zukommt, anstatt schon vorher sich 1000 Gedanken zu machen.
        LG Dorkas

      2. Christine sagt:

        Danke für deine lieben Worte <3
        Ja, wenn man sich für etwas entscheidet, entscheidet man sich auch gleichzeitig immer gegen etwas...Ich denke an dich!
        P.S.: Die 1000 Gedanken mache ich mir trotzdem immer noch täglich ;-)

  3. Anja sagt:

    Hallo Christine,
    eine ganze Weile lese ich nun schon diesen Blog, der mich teilweise an mich selbst erinnert und zum Schmunzeln bringt, auch sind die Berichte aus dem Alltag ganz nah am wirklichen Leben einer jeden Mutter mit zwei Kleinkindern. Zwei kleinen Jungs(!) zumindest. Es ist schön zu lesen, dass man mit dem alltäglichen Wahnsinn nicht alleine auf der Welt ist, was man manchmal denkt, da rundherum alles perfekt zu sein scheint. Doch das ist es eben, nur der Schein. In Wahrheit ist ganz sicher jede Mama da draußen immer wieder und wieder genervt von den Kids und möchte nur für sich sein, ja, ohne Kinder sein. In guten Momenten denkt man dann wieder wie süß doch diese kleinen niedlichen Geschöpfe sind und wie man nur so schlecht denken konnte und das ganze wiederholt sich, hin und her.
    Wenn man dann auch noch, wie ich auch, hochsensibel ist, jedes schreien, kreischen, kämpfen, heulen noch mehr an den Nerven zerrt als es bei den Mütter ist, die meiner Meinung nach einen fetten unsichtbaren Kindernervschutzpanzer um sich herum haben müssen, dann ist das natürlich besonders schwer.
    Doch nun muss ich etwas „aussprechen“ was mir so lange schon auf der Zunge liegt:
    Deine Jungs sind bis 15.00 und bis 17.00 nicht zu Hause! Jeden Tag in der Woche!
    17.00, meine Güte, das ist ja nur ne Stunde bis zum Abendessen. Und vom Abendessen ist es nicht mehr weit bis zur Schlafenszeit, also Mama’s freie Zeit.
    Da du wenn ich es richtig verstanden habe, nur einen Nachmittag Krankenhausbesuche machst und ansonsten die Zeit für dich hast (ich wiederhole mich nochmal: Bis 15.00 und bis 17.00!!), frag ich mich, wie man es da nicht schafft, genug aufzutanken.
    Zieht man die normale Hausarbeit und das einkaufen ab, das ja nicht täglich anfällt, hat man massig Zeit übrig um Stille zu haben, spazieren zu gehen, Musik zu hören, oder was einem sonst noch gut tut.
    Am Wochenende ist es natürlich immer stressiger, aber nach der erholsamen Woche und mit Ausblick auf das Ende des Wochenendes und damit auf die nächste erholsame Woche… Außerdem, wer bitteschön hat schon so einen tollen Mann wie du. Er arbeitet Vollzeit UND ist in jeder freien Minute für die Kinder da UND hat noch Verständnis, dass seiner Frau die unglaublich viele freie Zeit die sie für sich hat, immer noch nicht reicht.
    Nicht falsch verstehen, ich kann es absolut nachvollziehen, dass man mit kleinen Kindern nervlich am Abgrund spaziert, aber dass du nicht siehst, dass du die Ruhe, die du brauchst, eigentlich schon zur Genüge hast, ist wirklich traurig.
    Noch trauriger ist, dass deine Kinder dich gerade so brauchen. Sie sind letztendlich wie alle Kinder in dem Alter anstrengend und brauchen auch die Liebe ihrer Mutter. Die zwei tun mir schon echt leid.
    Denn was ist es, was wichtig war, wenn man auf dem Sterbebett zurückdenkt? Der hundertste Spaziergang durch den Wald? Das schöne Lied was man hörte? Die Ruhe die man hatte? Oder vielleicht doch die verbrachte Zeit mit seinen Kindern? Wenn man sein Herz ein wenig für seine kleinen Geschöpfe, die noch so viel Liebe von Mama brauchen, öffnet, dann kann man noch so viele schöne Momente sammeln. Das ist das was zählt. Und das ist es einfach wert.

    1. Christine sagt:

      Liebe Anja,

      deine Frage kann ich sehr gut nachvollziehen. Als Außenstehender muss es wirklich paradox klingen, wenn ich mich über zu wenig Zeit für mich beschwere und dennoch fast täglich bis 15 Uhr eben diese für mich nutzen kann. Objektiv gesehen bin ich also besser dran als andere (hochsensible) Mütter in meiner Situation. Nur zum besseren Verständnis: Mit „Zeit für mich alleine“ meine ich im übrigen „kinderlose Zeit“. Es würde mich also genauso erfüllen, wenn ich täglich mehrere Stunden zur Arbeit gehen und meine Freizeit entsprechend verkürzt würde.

      Du meinst, meine Gefühlslage und meine Situation vollständig zu kennen und unterstellst mir, ich würde nicht sehen, wieviel Zeit ich für mich habe und es sollte mir deiner Meinung nach doch leichtfallen, mein Herz mehr für meine Kinder zu öffnen, wenn ich es nur wollte. Vielleicht hast du meinen Blog noch nicht ausführlich genug gelesen, denn weder das eine noch das andere trifft bei mir zu.

      Bitte verstehe mich nicht falsch, aber es sind genau solche Sätze wie ich sie bei dir lese, die mir zeigen, dass es Menschen gibt, die meine Empfindungen nicht tiefgehend genug verstehen können. Das ist in Ordnung, Niemand muss meine persönliche Gefühlswelt nachvollziehen können. Allerdings lese ich bei dir nicht nur kein Verstehen, sondern vor allem kein Verständnis dafür heraus. Mehr noch, ich finde, dass es gerade solche emotionalen Sätze sind („Sie (…) brauchen auch die Liebe ihrer Mutter. Die zwei tun mir schon echt leid.“, „Wenn man sein Herz ein wenig für seine kleinen Geschöpfe, die noch so viel Liebe von Mama brauchen, öffnet, dann kann man noch so viele schöne Momente sammeln. Das ist das was zählt“), mit denen du hier um dich wirfst (auch, wenn deine Absichten dahinter sicherlich die Besten sowohl für mich, als auch für meine Kinder sind!), die Mütter wie mich verunsichern, unnötig stressen und denken lassen, sie wären falsch.

      Als ob Mütter wie ich das alles mit Absicht machten! Oder mal eben einen Schalter umlegen und den Kindern mehr Zeit, Liebe oder Nähe schenken könnten!

      Ja, es ist traurig, dass mir die vielen Stunden, die ich täglich für mich alleine habe, nicht reichen. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich sicherlich keine Mutter geworden, um meinen Kindern nämlich zu ersparen, dass Mama ihre Zeit viel lieber kinderlos verbringt.
      Und ja, es ist traurig, dass meine Kinder mich gerade so brauchen und ich ihnen nicht so viel geben kann, wie ich ihnen gerne geben würde.
      Und ja, es macht mich tatsächlich selbst traurig, denn sonst würde sich mein Blog sicherlich nicht ständig um diese Themen drehen!

      Aber so bin ich! Das muss Niemand verstehen. Es reicht mir, wenn ich mich selbst so annehme, wie ich bin. Mit all meinen (kinderlosen) Bedürfnissen. Ich glaube, nur mit dieser bedingungslosen Selbstakzeptanz kann sich auf Dauer die Beziehung zu meinen Kindern und mein Wunsch, noch mehr Zeit mit ihnen verbringen zu wollen, verändern.

      Aber nicht, weil mir Jemand sagt, dass ich auf dem Sterbebett bereuen werde, nicht noch mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht zu haben, in einer Zeit, in der es sich für mich selbst wie eine Selbstaufgabe anfühlt. Möglicherweise ist das ja gar nicht der Wert schlechthin, den ich anstrebe.
      Ich glaube, viele Menschen bereuen am Ende ihres Lebens auch, nicht authentisch genug sie selbst gewesen zu sein. Und genau das wäre ich, wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt auf Biegen und Brechen die (von außen übergestülpte) „vernünftige Denkweise“ über mein Herz stellen würde.

      Wie sollen meine Kinder glücklich werden, wenn ich es nicht bin? Kinder merken schließlich auch, ob Mama gerne oder lustlos die Zeit mit ihnen verbringt.
      Da ist es mir lieber, ich gehe hochmotiviert in die wenige Zeit mit ihnen, als dauergenervt täglich mein „Soll“ für’s Sterbebett zu füllen und weiß sie in der restlichen Zeit des Tages von anderen lieben, aber hochmotivierten Menschen versorgt.

  4. Marie sagt:

    Christine,
    ich muss sagen, dass ich der Anja zustimmen muss.
    So viel Zeit hast du schon für dich, da können andere nur von träumen.
    Natürlich möchte jede Mama Zeit für sich haben! Aber man hat auch Verantwortung. Ob man nun seine Mutterrolle mag oder nicht, man kann nunmal nicht davor weglaufen.
    Auch finde ich, dass du eine Art Vorbildfunktion hast und es vielen jungen Mamas sicher nicht gut tut, zu lesen, dass der beste Ausweg ist, seine Kinder ganztags fremdbetreuen zu lassen. Denn das ist nicht jedem möglich.

    1. Christine sagt:

      Hallo Marie,

      danke für deine Anmerkung. Ich finde es nur spannend, dass ich dafür kritisiert werde, dass ich meine Kinder unter der Woche (nicht am Wochenende wohlgemerkt) ganztägig fremdbetreuen lasse. Würde ich in der Zeit arbeiten gehen, wie es zig Millionen andere Eltern täglich tun, würde ich Verständnis ernten statt Anfeindungen.

      Verrückt!

  5. Marie sagt:

    Das ist eigentlich ganz einfach: Die eine Seite MUSS das Kind abgeben weil es Geld verdienen muss, du gibst sie freiwillig ab, du BRAUCHST ES NICHT UM GELD ZU VERDIENEN! Freiwillig. Das ist es. Ganz einfach eigentlich

  6. Sabrina sagt:

    Ich finde es gut, dass auch mal kritische Stimmen zu Wort kommen. Bisher hatte ich manchmal das Gefühl, dass auf dem Blog etwas nicht stimmt, da es für alles nur gute Kommentare gab. Natürlich, deine meisten Texte mag ich sehr, sonst hätte ich als HS-Mama nicht hergefunden und wäre länger zum lesen geblieben. Doch gerade deinen letzten drei Texte haben mich sehr nachdenklich gemacht und ich habe mich selber darin nicht mehr so sehr wiedergefunden.
    Die Antwort auf deine Frage ist natürlich, dass die arbeitenden Mama’s die Kinder nicht freiwillig bis 17Uhr weggeben, der einzige Grund ist das Geld verdienen. Natürlich, die kinderlose Zeit bei der Arbeit ist auch schön und wichtig. Aber ich könnte meine Kinder nicht freiwillig bis abends fremdbeteuen lassen wenn ich nicht arbeiten müsste. Dann würde die kinderlose Zeit bis mittags doch reichen. Und du hast sie wenn ich richtig lese sogar bis 15 und 17 uhr und möchtest zusätzlich noch eine Tagesmutter weil dir die freie Zeit von den Kindern bis nachmittags nicht reicht. Und die zwei übrig gebliebenen Wochentage die deine Kinder noch von den dir haben begegnest du deinen Kindern ja auch nicht gerade mit Herzenswärme und voller Zugewandtheit und lässt deinen Mann so viel machen.
    Sorry für meine ehrlichen Worte, sollte nicht böse klingen oder so.

    1. Christine sagt:

      Liebe Sabrina,

      ich freue mich für dich, dass du nach der Arbeit mit deinen Kindern noch viel Zeit verbringen möchtest! :)
      Ja, du hast richtig gelesen, ich benötige derzeit noch mehr Zeit für mich. So ist das nunmal. Das muss ja nicht jeder verstehen. Ich schreibe meinen Blog für die Mütter, denen es ähnlich geht. Vielleicht ist es doch nicht mehr der richtige Blog für dich? War jetzt auch nicht böse gemeint ;-)

    2. Dorkas sagt:

      So jetzt muss ich nochmal Dampf ablassen, konstruktive Kritik finde ich persönlich immer wichtig, auch um sich selber weiter zu entwickeln.
      Doch so ganz geht mir die Kritik nicht auf. Den zum einen versteh ich nicht ganz, warum denn nur sie als Mutter eine Vorbildfunktion hat. Nur wenn die Mutter Vollzeit arbeiten gehen muss, dann ist es ok. Im nächsten Satz wiederum steht, dass es nicht jedem möglich ist seine Kinder Vollzeit betreuen zu lassen. Was denn nun. Auf der einen Seite ist es kein guter Ausweg sein Kind Vollzeit betreuen zu lassen (aufgrund Vorbild Wirkung – die armen Väter haben deswegen gleich überhaupt versagt und haben keine gute Vorbild Wirkung) und auf der anderen Seite hat nicht jeder die Möglichkeit seine Kinder Vollzeit betreuen zu lassen, weshalb man lieber gleich schweigen soll, denn nicht jeder hat die Möglichkeiten und das klingt dann unfair. Wo kann jetzt in diesen Punkten Christine etwas dafür, was sollt sie jetzt aus diesen Schlüssen ziehen. Vielleicht bin ich auch einfach zu doof dafür.

      Dann die nächste Kritik die sich mir überhaupt nicht erschließt, wie kann man den bitte schön beurteilen, wieviel Herzenswärme und Zugewandheit man seinen Kindern begegnet. Aus meinem Umfeld kenn ich jemand der, für eine längere Dauer, immer für einen gewissen Zeitabschnitt (Wochen bis Monate) Babys und Kleinkinder betreut hat, die aus Krisenfamilien kamen. Da waren Kinder, die waren verwahrlost, verängstigt, mit verzögerten Entwicklungsstand, manche wurden emotional, sexuell, physisch mißbraucht. Da fehlte bei den meisten wirklich, in ihrer Kernfamilie die Herzenswärme und Zugewandheit. Doch selbst da, gab es alleinerziehende, drogenabhängige Mütter die zwar nicht wußten was ihr Baby brauchte, aber als letzten Schritt ihr Kind abgaben, mit einem Stofftier und Tränen in der Hand, mit einer schier endlos großen Loch im Herzen, auch wenn sie ihr Kind hergaben.
      Die Ärzte, Psychologen und auch Sozialarbeiter, um das ganze besser zu verstehen, warum eine Mutter dies tut, sagten immer, es ist hart für das Kind hergeben zu werden und in aller erster Linie muss immer auf das Kind geschaut werden, wie es sich dabei fühle, aber sie sagten auch, bevor man einen Hass gegen diese Mütter entwickle, müsse man immer bedenken, dass es (meist) nie eine leichtfertige Entscheidung dieser Mütter sei. Grade wenn sie danach Kontakt suchen, oder das Kind im Spital abgeben und ein Lieblingsstofftier des Kindes mitgeben, selbst da steckt noch ein Fünkchen Herzenswärme.

      Von wirklich fehlender Herzenswärme und Zugewandheit kann man erst dann sprechen, wenn Eltern ihre Kinder mit voller Absicht ihr Kind verbrühen, sie in die Mülltonne schmeißen, sie von der Brücke werfen, sie foltern, malträtieren und sie dabei aufnehmen usw usf die Liste ist leider erweiterbar. Und leider musste diese Verwandte selbst von solchen Schicksalen immer wieder hören.
      Also sowas Christine vorzuwerfen kann ich einfach nicht ernst nehmen. Und da liegen noch 10000 Welten und Galaxien dazwischen.
      Ich weiß nicht, wie oft ich in meiner schlimmsten Phase meine Größte angeschrien habe, weil mir die Konflikte mit ihrer Schwester zu nahe gingen und ich verzweifelt war. Auch mir musste da Herzenswärme gefehlt haben, aber ja meine Therapeutin sagt, sie kenne aus ihrer Berufserfahrung und auch von allen ihren Kollegen, keine Mutter der es nicht ähnlich ging. Das ist menschlich und es bringt die Kinder nicht um.
      Ich habe grad, durch meine eigene Selbstkritik gelernt, weniger herumzuschreien und vorerst ruhiger und gelassener zu reagieren. Aber gleichzeitig auch mich nicht immer gleich so „kalt“ oder als Rabenmutter zu empfinden, wenn ich mich mal lauter beschwere, wenn etwas absolut meine Grenzen überschreitet.
      Und um auf den Punkt Fremdbetreuung zurück zu kommen. Ein Kind bekommt nicht von zu Hause weniger Herzenswärme oder Zugewandheit, wenn es Vollzeit betreut wird (egal ob man arbeiten muss oder nicht). Das bestimmen andere Faktoren.

      1. Christine sagt:

        Hallo liebe Dorkas,

        ich finde es auch nochmal wichtig zu betonen, dass auch die Mütter von denen du schreibst, die ihren Kindern schlimme Dinge antun (in die Mülltonne werfen/verbrühen oder sogar töten), eine eigene Geschichte haben, selbst furchtbar traumatisiert sein müssen. Niemand weiß, was dort in Generationen vorher alles passiert ist, weshalb die Herzenswärme (von der wir alle hier sprechen und die wir uns selbst und für unsere nächste Generation wünschen) nicht weitergegeben wurde. Nicht weitergegeben werden konnte. Solange wir diese Menschen verachten (und ihnen somit auch Liebe und Herzenswärme verwehren), werden diese Mütter und Väter keine Chance haben. Wir sollten nicht vergessen, dass wir Menschen von Grund auf alle gleich viel wert sind!

        Dorkas, ich freue mich sehr für dich (von Herzen :)), dass du es inzwischen schaffst, in Stressituationen ruhiger und gelassener zu reagieren. Das ist großartig! Die Arbeit dahinter kann man gar nicht oft genug betonen und ich finde es toll, dass du dich so mit dir selbst auseinandersetzt, zum Wohle für dich und deine Kinder! Sich selbst Liebe zuzugestehen ist meist der schwerste Schritt, wenn man vielleicht selbst früher von seinen Eltern auch nicht die Liebe bekommen hat, die man gebraucht hätte. Ich glaube, du bist auf dem besten Weg ♥

        Viele Grüße
        Christine

        P.S. Um eine Schlammschlacht zu verhindern werde ich auch an dieser Stelle weitere Antworten auf diese Konversation nur freischalten, wenn sie sachlich formuliert sind.

  7. Ursula sagt:

    Liebe Christine, ich bin gerade über deinen Blog gestolpert, als ich bei Google die Worte *Ferien*Muttersein* eingegeben habe, weil mir allein schon bei dem Thema der Angstschweiß auf der Stirn steht, und ich heuer doch vorbereitet in die Ferienzeit starten möchte. Ich wünsche mir heuer genug Freiräume, um MEINE Sachen machen zu können, weil auch ich eine hochsensible Mama bin, die zwar ihre motherhood nicht so richtig regrettet, aber ich bin trotzdem regelmässig überfordert in Zeiten wie diesen. Der Leistungsdruck wird immer mehr, auch die Kinder möchten dorthin wo all‘ ihre Freunde hinfahren, und Urlaub machen, was bei uns aus finanziellen Gründen einfach nicht drin ist. So versuche ich jedes Jahr trotzdem die Ferienzeit so zu gestalten, daß alle zufrieden sind und es endet immer damit, daß im August allen fad ist und ich frustriert. Aber heuer soll sich das ändern. Ich bin dank deines Artikels wirklich motiviert. Motiviert mich so anzunehmen wie ich bin, mich gut vorzubereiten und trotzdem die Brücke zwischen Perfektionismus und Authentizität zu schlagen. Vielen Dank für deinen Artikel! Alles Liebe ! Ursula

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