Gesellschaft

Warum Mütter, die ihre Mutterrolle bereuen, in unserer Gesellschaft die Arschkarte gezogen haben

Wenn du eine Mutter bist, die ihr Muttersein nicht als das große Glück empfindet, hast du in unserer Gesellschaft die Arschkarte gezogen. Oh, entschuldige bitte, jetzt habe ich mich auch noch einer unfeinen Ausdrucksweise bedient, also, wenn man es so nennen will, habe ich zweimal unangemessen agiert: Zum einen bedaure ich es oft genug, Mutter zu sein und zum anderen werfe ich jetzt auch noch mit unschönen Begriffen um mich. Nun, die Arschkarte nehme ich zurück, für meine Gefühle entschuldige ich mich nicht. Und auch nicht dafür, immer und immer wieder darüber zu bloggen, wenn ich von dem Kleinkindgehampel um mich herum mal wieder die Nase voll habe.

Optimistisch, fröhlich, in sich ruhend. Diese Attribute hätte ich mir als Kinderlose zugewiesen (und ich hoffe, ein paar Außenstehende auch). Damals, als ich „nur“ hochsensibel war und nicht hochsensibel und Mutter von zwei kleinen Kindern, die mich permanent an meine Grenzen bringen. Damals, als ich noch viel freie Zeit zum Regenerieren hatte und bei einem Zuviel des Körpers entsprechend für unmittelbare Pausen sorgen konnte.

Pessimistisch, traurig, außer sich. So nehmen mich wahrscheinlich viele meiner Blogleserinnen wahr, wenn sie meine Beiträge zum Thema „Regretting Motherhood“, auf Deutsch „Mutterrolle bereuen“ lesen. Und ja, ich gebe zu, ich nehme mich auch oft so wahr.

Aber, und das mag für den einen oder anderen jetzt überraschend kommen, es gibt auch immer noch die optimistische, fröhliche, in sich ruhende Mama Christine. Nur leider hat sie es schwer, in einem Alltag, der vollgepackt mit Stress und Überreizungen ist, hervor zu kommen. Sie hat es schwer in einem Körper, der ständig ein Zuviel der Eindrücke, Stimmungen und Sinneswahrnehmungen meldet.

Hochsensibel sein, bedeutet nicht automatisch, dass man das Leben als einziges Chaos oder eine schwere Bürde sehen muss. Aber es ist gleichermaßen ein Irrglaube, anzunehmen, der Hochsensible könne mit Leichtigkeit sein Leben aus einer selbstbestimmten und somit deutlich positiveren Perspektive heraus betrachten.

Als Bloggerin bekomme ich hin und wieder liebgemeinte Ratschläge, ich solle mein Leben als Mutter doch nicht immer so negativ betrachten, sondern vielmehr die schönen Momente hervorheben. Ich finde diese Anregungen grundsätzlich sehr wertvoll und wichtig und dennoch führen sie mir die Schwierigkeiten der Hochsensibilität wieder vor Augen.

Warum Mütter, die ihre Mutterrolle bereuen, in unserer Gesellschaft die Arschkarte gezogen habenDie (sensible) Wahrnehmung kann man nicht stoppen, Eindrücke prasseln ununterbrochen auf mich ein, genauso wie das Gefühl der Fremdbestimmtheit. „Denke positiv“ funktioniert nur in entspannten Momenten und anschließend nur bis zu einem gewissen Punkt. Nämlich bis zu dem Punkt, an dem der nächste Stressfaktor um die Ecke biegt. Mit Kind um mich herum kann das alles innerhalb von Sekunden passieren. Die Zeit zum entspannten Positivdenken fehlt, wenn ein Reiz den nächsten jagt.

„Du bereust deine Mutterrolle? Du wünschst dir dein kinderloses Leben zurück? Dann bist du falsch. Mit dir stimmt etwas nicht, schließlich ist Mutter zu sein die natürliche Aufgabe einer Frau.“ Das hat wortwörtlich noch nie Jemand zu mir gesagt, aber manchmal liegt so etwas beinahe greifbar in der Luft. Warum sonst ist das Thema „Regretting Motherhood“ immer noch ein Tabu-Thema? Wenn es an Reaktionen nichts zu befürchten gäbe, würden sich sicherlich noch viel mehr Mütter trauen, über ihre Gefühle zu sprechen.

Aber in unserer Gesellschaft hat leider immer noch zu wenig Platz, was nicht der Norm entspricht. Schon gar nicht, wenn es um „unangenehme“ oder „unpassende“ Gefühle geht. Und das finde ich ehrlich gesagt noch trauriger, als meine derzeitige Situation als überforderte Mutter.

Manch eine Mutter empfindet leider alleine ihre Hochsensibilität als Arschkarte, geschweige denn ihre derzeitige Situation in der Mutterrolle. Und dann wird auch noch von Außen nachgetreten!

Wenn ich keine Kinder hätte, würde keiner sagen, dass ich nicht positiv denken könne, denn im kinderlosen Zustand bin ich deutlich entspannter. Dann wüsste ich selbst nicht mal, dass ich als Mutter ganz anders fühlen würde, denn als Kinderlose.

Nur, weil ich mir oft genug mein Leben ohne Kinder herbeiwünsche, bedeutet das nicht gleichzeitig, ich sei falsch. Der Teil in mir, der sich ein kinderloses Dasein zurückwünscht, ist derjenige, der permanent überreizt wird und die Stimmungen und Launen aller Anwesenden aushalten muss. Der Teil, der gerne mal wieder für länger „runterfahren“ würde und nicht Kindergartenschließungstage zuhause organisieren oder den x-ten Trotzanfall des Sohnes miterleben muss.

Warum Mütter, die ihre Mutterrolle bereuen, in unserer Gesellschaft die Arschkarte gezogen habenKeine bereuende Mutter hat sich ihr Leben so herbeigewünscht. Im Gegenteil. Sie ist gefrustet von der permanenten Überforderung und der daraus resultierenden Unfähigkeit, den Kindern ein unbeschwertes Leben zu bieten und vor allem: es ihnen nicht vorleben zu können.

Und trotzdem erfährt die Frau, die ihre Mutterrolle bedauert, nicht die gleiche Unterstützung wie eine Frau, die beispielsweise ihren Arbeitsplatz bereut. „Such dir doch einen anderen Job! Der hier macht dich doch nur unglücklich. Kündige doch endlich und gönn dir dein Glück woanders!“ Wer würde seiner besten Freundin diese Ratschläge nicht mit auf den Weg geben? Und doch liegen Welten zwischen den verschiedenen „Arbeitsplätzen“ und Welten zwischen den gesellschaftlichen Normen und Anforderungen, wie man mit seiner Unzufriedenheit umgehen sollte.

Bei Dauerfrust mit dem Chef oder den Kollegen ist es völlig legitim, zu weichen und somit seinen Platz im Gefüge aufzugeben. Ja, sogar die Ehe ist heute nicht mehr das, was sie früher einmal war. „Für immer dein“, das gilt heute zumindest solange, bis ein attraktiverer Partner auftaucht oder man genug hat von den „Macken“ des Anderen. Und beim Gelübde „In guten wie in schlechten Tagen“ scheinen Viele nur den ersten Teil mitbekommen zu haben.

Aber wehe, die Frau ist mit ihrer Mutterrolle unglücklich. Dann wird mit dem Finger auf sie gezeigt oder ihr zumindest aufgezeigt, wie sie bitte ganz schnell aus dieser Abnorm herauskommt, um wieder zu den „Normalen“ zu gehören.

„Du bereust deinen Arbeitsplatz? Kündige! Du bereust deine Ehe? Lass dich scheiden! Du bereust deine Mutterrolle? Schäm dich!“ scheint unsere Gesellschaft zu rufen.

Was, wenn diese Frau einfach nur hochsensibel ist und ihr Körper ihr mithilfe des Bedauerns lediglich Impulse zum selbstbestimmten Handeln schickt? Und doch ist die Umsetzung oft so schwer.

Man kann nicht gleichzeitig gestresst und entspannt sein. Und in stressigen Momenten das Leben dennoch als positiv zu betrachten, das muss man erst lange trainieren, wenn man es nicht von Kind auf beigebracht bekam. Und das bekamen viele von uns nicht, wenn ihre Eltern selbst hochsensibel und/oder überfordert waren.

Warum Mütter, die ihre Mutterrolle bereuen, in unserer Gesellschaft die Arschkarte gezogen habenAber jetzt, in diesem Augenblick, in dem ich diesen Text niederschreibe, habe ich ja mal wieder die Gelegenheit, meinen Blickwinkel zu verändern und mein Leben aus einer positiven Richtung zu betrachten. Das gelingt mir persönlich gut, wenn ich in die Dankbarkeit gehe.

Also, wofür bin ich in diesem Augenblick dankbar? Für die Sonne, die durchs Fenster scheint, die schöne Musik, die meine Gedanken bis hierhin begleitet hat, für die freien Stunden, die ich noch für mich gestalten darf, bis das erste Kind nach Hause kommt? Für den unerwartet schönen Waldausflug gestern mit den Kindern, der für uns alle Drei bereichernd war?

Ja, für all das und noch viel mehr bin ich jetzt gerade dankbar!

Genauso dankbar bin ich für all die Stimmen von traurigen oder genervten Leserinnen, die sich trauen, mir von Gefühlen zu erzählen, die „nicht sein dürfen“ und ansonsten keinen Platz finden.

Ihr seid alle wertvolle Menschen und genau richtig, wie ihr seid! Lasst euch nie und von Niemandem etwas anderes einreden! Vielleicht müssen die Karten im Leben ab und an neu gemischt werden. Aber die Arschkarten werden von vornherein aussortiert, so viel steht fest!

31 Gedanken zu „Warum Mütter, die ihre Mutterrolle bereuen, in unserer Gesellschaft die Arschkarte gezogen haben“

  1. Magdalena sagt:

    Hey! Wie macht ihr das eigentlich wenn die Schule anfängt? Gehen die dann in den Hort?

    1. Christine sagt:

      Internat – Ausgang gibt’s nur in den Ferien ;-)

  2. Elke sagt:

    Christine, was oder wer könnte dir in deiner Situation helfen? ich finde, deine Blogbeiträge haben immer den gleichen Tenor….

    1. Christine sagt:

      Liebe Elke,

      lieb, dass du dir um mich persönlich Sorgen machst, aber sei gewiss, das brauchst du nicht.
      In erster Linie wünsche ich mir von Seiten der Gesellschaft mehr Verständnis. Dass #regrettingmotherhood kein Tabuthema bleiben muss, sondern Mütter sich trauen dürfen, offen über die negativen Aspekte des Mutterseins zu sprechen. Damit eben keine Mutter sich schämen muss für ihre Überreizung im Alltag und deren Auswirkungen. Und genau deswegen mache ich es immer wieder zum Thema.

  3. Christina sagt:

    Hallo Christine,
    ich stoße auch oft auf Unverständnis wenn ich sage, dass das Muttersein für mich nicht das Gelbe vom Ei ist. Es ist ganz OK. Aber mehr ist es für mich nicht. Es macht mich selbst traurig wenn ich das sage/schreibe, aber ich empfinde nun mal so. Gefühle kann man nicht ausschalten. Ich liebe meine Kinder über alles, aber Muttersein ist einfach nichts für mich. Ich bin sehr froh, dass die meisten Mütter nicht so empfinden, und ich gönne es jeder Frau, die in ihrer Mutterrolle aufgeht. Aber für mich ist es nur eine Rolle die ich durchstehen muss.
    Ich sage oft: wenn ich das nur gewusst hätte wie das ist als Mutter… Warum hat mir vorher niemand gesagt, dass es oft einfach nur scheiße ist?! Warum habe ich deinen Blog nicht schon vorher gekannt?
    Aber ich bin mir sicher wenn mir das vorher jemand erzählt hätte, ich hätte es NICHT geglaubt.
    Ich selber nehm mir meinen kinderlosen Freundinnen gegenüber kein Blatt vor den Mund. Sie erfahren von mir alles schonungslos. Ich sage ihnen: ihr müsst wissen worauf ihr euch einlasst. Sie sagen zwar, dass sie es bewundern, dass ich so ehrlich bin und dass die sonst niemanden kennen, der sowas sagt. Aber ich denke die glauben mir nicht. Ich kanns ihnen nicht verdenken.
    Dass Frauen, die ihre Mutterschaft nicht als alles Glück der Welt sehen, von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden finde ich unfair.
    Es ist unglaublich was man aushalten muss mit Kindern. Ich weiss von mehreren Vätern, die nach 1-2 Tagen Kinderbetreuung (ohne Ehefrau) sagen, dass sie das auf Dauer nicht aushalten würden! Da kräht kein Hahn danach, dass Männer das Vatersein auch scheiße finden.
    Ich bin froh, das meine Kinder vitale Großeltern haben auf die ich mich stützen kann, dadurch kann ich auch seit einigen Monaten einem 30-Std-Job nachgehen. Seitdem bin ich entspannter. :-D
    Danke für deine Texte, liebe Christine. Dieser hier hat mir heute sehr geholfen weil meine Kleine (1J.) und ich stark erkältet sind und ich mir neben ewig sich dahinziehenden Tagen auch noch die Nacht um die Ohren schlagen darf…
    Alles Liebe Christina

    1. Christine sagt:

      Liebe Christina,
      ich fühle sehr mit dir! Und ich bin mir für mich persönlich auch sicher, dass ich damals auf Niemanden gehört hätte, wenn er mir vom Mamasein abgeraten hätte. Jede Frau empfindet nun auch mal anders. Und deswegen würde ich per se auch keiner Frau abraten, schwanger zu werden. Aber ich finde es toll von dir, dass du deinen kinderlosen Freundinnen ehrlich von deinem anstrengenden Alltag berichten kannst. Was sie dann draus machen, ist ja ihre Sache.

      Ich finde es stark, dass du für dich so ehrlich Bilanz ziehen kannst, was deine Gefühle der Mutterrolle gegenüber entspricht, und auch, dass du deine Gedanken so ehrlich mit uns teilst! Sehr wertvoll ♥

  4. Sabrina sagt:

    Wieder ein wundervoller, ehrlicher und inspirierender Text, liebe Christine!

    Besonders der Vergleich mit anderen Lebensbereichen wie den Job, die Partnerschaft usw. trifft es auf den Punkt: Frauen sollen und wollen sich heute selbstverwirklichen, ihr Leben selbst in die Hand nehmen, sich nicht abhängig machen, stark sein.
    Aber wehe es geht um die Muterrolle – wenn eine Mutter „jammert“, also zugibt, dass sie vielleicht überfordert ist, oder gelangweilt, oder gestresst oder, dass sie sich das Leben mit Kindern anders vorgestellt hat, dann heißt es, sie solle sich doch nicht so anstellen und „das hättest du dir früher überlegen müssen“.

    Vor ein paar Tagen fiel mir mein letztes Arbeitszeugnis in die Hände – ich bin Erzieherin in Elternzeit und werde mich wegen eines Umzugs demnächst neu bewerben müssen. Da steht ich sei „überdurchschnittlich belastbar“ und „extrem flexibel“.
    Ich musste kurz lachen, weil diese Bewertung mein persönliches Dilemma ebenso wie die durchaus vorhandene Ironie an der ganzen Sache ziemlich gut beschreibt: Ich mag Kinder und bin unheimlich gerne mit ihnen zusammen. Auf professioneller Ebene passt alles zusammen. Sogar den Krach und das Chaos halte ich aus, bin eine gute Teamplayerin und kann mich dank meiner Empathiefähigkeit in andere hineinversetzen.
    Woran liegt es dann, dass ich zu Hause mit meiner eineinhalbjährigen Tochter täglich an meine Grenzen komme?

    Es liegt daran, dass ich zu wenig Abstand habe und wenig Zeit für mich.
    Es liegt daran, dass mein Bedürfnis nach Ruhe, Ordnung und Routine bei einem Kleinkind selten auf Verständnis stößt
    Es liegt daran, dass ich tagsüber alleine mit ihr bin und keine Kollegen habe, mit denen ich mich austauschen kann.
    Es liegt daran, dass ich kein Feedback bekomme, keine Bestätigung und ständig das Gefühl habe keine gute Mutter zu sein.
    Es liegt an meinem schlechten Gewissen und meinen negativen Gefühlen, die einfach nicht weg gehen, obwohl ich so gerne fröhlich, gut gelaunt und entspannt wäre.

    Die bisherigen Kommentare zeigen, wie wichtig es ist, dass mehr Frauen, die Probleme mit ihrer Mutterolle haben, sich trauen das auch zu äußern ohne sofort in die Rolle der Egoistin oder der labil-depressiven Schwarzseherin gedrängt zu werden.
    Denn es ist doch genau diese gesellschaftliche Erwartungshaltung, die den Druck für hochsensible Mütter und alle anderen, die nicht ins „Mutterbild“ passen, ins unermessliche steigen lassen.
    Denn gut geht es mir besonders an den Tagen, an denen ich es schaffe Gewissensbisse nicht zuzulassen und mich auf mein Gefühl, meine Intuition zu verlassen und meine Bedürfnisse nicht zu ignorieren. In meinen Job habe ich es fast immer so gemacht.

    1. Christine sagt:

      Liebe Sabrina,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich finde, du hast es wirklich noch einmal gut erklärt (zumal du ja eine überdurchschnittlich belastbare und extrem flexible Erzieherin bist ;-)), dass es eben noch einmal was anderes ist, wenn man die Kinder 24h um sich hat.
      Die letzten beiden Absätze kann ich (wie so vieles was du gesagt hast) nur unterschreiben!
      Danke dir ♥

  5. Carina sagt:

    Liebe Christine,
    danke für diesen Beitrag! Erst gestern sagte ich zu meinem Mann unte Tränen, dass ich mich wie eine schlechte Mutter fühle, dass das Mutter-Sein mich nicht so ausfüllt wie ich vorher immer dachte. Und das ich es schrecklich finde, solche Gefühle zu haben und mich damit so schudlig fühle. Es ist ja wirklich so, dass man das in unserer Gesellschaft nicht äußern kann. Und wenn man so denkt und fühlt, sich dann auch noch schlecht und schuldig fühlt. Mir fällt es bisher sehr schwer, mir selbst das einzugestehen, dass ich solche Gefühle habe. Darum war es gestern viel für mich das auch mal meinem Mann gegenüber zu äußern, weil ich das noch nie jemandem so gesagt habe. Als ich heute deinen Text las hat mir das so gut getan und auch wenn ich die Kommentare der anderen Mütter lese denen es auch so geht.

    1. Christine sagt:

      Liebe Carina,
      es tut mir leid zu lesen, dass du dich wie eine schlechte Mutter fühlst! Dabei bist du eine ganz wunderbare Mama!
      Ich finde es großartig, dass du den Mut hattest, deinem Mann von deinen Gefühlen zu erzählen und ich hoffe, er konnte dich gut auffangen ♥
      Danke, dass du dich uns auch noch einmal so anvertraut hast!
      Liebe Grüße, Christine

  6. Elle sagt:

    Liebe Christine,

    ich kann mal wieder alles unterschreiben. Auch die Kommentare hier. Neulich habe ich zu meinem Mann gesagt, dass ich wohl keine Babymama bin und hoffe, wenn sie erstmal größer wird, geht es mir besser. Denn ich habe natürlich auch begriffen, dass mein Leben nicht endlos aus Windeln wechseln, tragen und Kinderwagen schieben bestehen wird. Aber doch noch recht lang…und solange muss ich irgendwie durchhalten und es hilft zu wissen, dass es noch andere da draußen gibt…

    1. Christine sagt:

      Liebe Elle,
      danke für deine ehrlichen Gedanken ♥
      Ich finde, es ist sehr reflektiert von dir, wenn du sagen kannst, dass du keine Babymama bist! Und das muss auch nicht sein, nur, weil alle anderen Babys so süß finden oder es viele Mütter gibt, die die ersten Monate und Jahre als einfach(er) empfinden.
      Bis es soweit ist, dass dein Kind selber laufen und auf die Toilette gehen kann, wird es sich bestimmt oft noch wie ein Durchhalten anfühlen. Ich wünsche dir viel Kraft dafür und dass du immer Menschen an deiner Seite hast, die (emotional oder mit viel Verständnis) bei dir sind!
      Viele Grüße
      Christine

  7. Natascha sagt:

    Liebe Christine, danke für deinen Beitrag und deinen wunderbaren Blog, auch wenn sich der Tenor oft wiederholt. Aber es tut so gut zu hören, dass Frau nicht alleine ist mit ihren zwiespältigen Gefühlen. In meinem Freundeskreis, Verwandtschaft höre ich immer wieder, ich solle mich doch nicht so anstellen und dabei bin ich seit sechs Jahren allein erziehend, erst mit Mann, seit 2 Jahren komplett allein. Keiner kann es nachvollziehen diese ständige Erschöpfung, keine Zeit zum Kraft tanken, permanente Fremdbestimmung. Umso dankbarer bin ich dafür zu lesen, dass es viele Mütter gibt denen es ähnlich geht.

    1. Christine sagt:

      Liebe Natascha,

      ehrlich gesagt finde ich es erschreckend, dass man sich als Alleinerziehende in der heutigen Zeit immer noch anhören muss, man solle sich doch bitte nicht so anstellen! Völlig unabhängig, ob man hochsensibel ist oder nicht: Es ist einfach ein Wahnsinn, anzunehmen, nur, weil man eine liebende Mutter ist, bräuchte man keine Pausen und könnte das Ganze doch locker ohne Hilfe stemmen.
      Ich finde es so beeindruckend, was du die letzten sechs Jahre alles geleistet hast! Ich finde, Alleinerziehende gehören zur Frau des Jahres nominiert und nicht belächelt oder gar kleingeredet.
      Danke, dass du dich uns anvertraut hast!
      Liebe Grüße
      Christine

  8. SilkeAusL sagt:

    „Du bereust deinen Arbeitsplatz? Kündige! Du bereust deine Ehe? Lass dich scheiden! Du bereust deine Mutterrolle? Schäm dich!“ scheint unsere Gesellschaft zu rufen.“

    Genau das hab ich auch schon oft gedacht: ICH KÜNDIGE!!!!

    Was aber wohl unter anderem an der Gesamtsituation meinerseits liegt.

    Gerade spiele ich wieder mit dem Gedanken, meine Zelte hier abzubrechen und in die Nähe meiner Arbeitsstelle zu ziehen, damit DER Stress wenigstens ein Ende hat.
    Hätte ich keine Kinder, hätte ich das schon längst getan. Obwohl….Dann hätte ich mir wahrscheinlich schon längst im „hohen Norden“ etwas anderes gesucht. Und ohne Kinder mit Sicherheit auch gefunden (was sie haben 2 kleine Kinder? Und sind nicht 24h flexibel? Und die Kinder sind wahrscheinlich auch ständig krank? Nee DANKE!!)…
    Gerade heute habe ich noch gedacht, dass ich, damit ich arbeiten gehen kann, noch Geld MITBRINGE.

    Und alleine die ganzen Umstände frustrieren schon so sehr, dass man seine Kinder gar nicht mehr „genießen“ kann.
    Heute habe ich erst wieder gesehen, dass etwas im Kindergarten an mir vorbei gegangen ist, weil ich einfach keine Kraft und Zeit habe, dort sämtliche Pinnwände durchzulesen. Bei der Arbeit sind ständig Kollegen krank, man kommt gar nicht mehr auf einen grünen Zweig. Die Kinder waren letzte Woche beide krank, die Große kränkelt immernoch. Und sie hat gestern und heute „Sporttage“ in der Schule gehabt, was habe ich wohl vergessen? Den Turnbeutel.

    Man kann nichts GANZ machen, sondern immer nur halb.

    Bei der Arbeit muss man den Stift fallen lassen, weil die Betreuungszeit um ist.
    Wenn man nach Hause kommt, geht es gleich weiter, aber da man kaputt ist, kann man sich nur so halb um die Kinder kümmern. Und nachts kann man auch nur so halb schlafen, weil man immer auf die Kinder horcht….

    Ich will aber ein GANZES Leben!

    Wie schaffen das manche Leute noch, neben diesem Stress noch ein Ehrenamt zu haben, im Elternrat in KiTa/Schule zu sein, da noch ständig irgendwelche Feierlichkeiten/Treffen/whatever zu organisieren, privat natürlich auch noch ständig Familienfeiern auszurichten und trotzdem total ausgeglichen und voller Elan zu sein?

    Und während ich das schrieb, wurde ich gefühlte 20 mal unterbrochen, heult und schreit hier gerade die Nachkommenschaft rum „Du bist doof!“ „NEIN, Du bist doof!“, steht das Bad wahrscheinlich unter Wasser, ich wurde auch schon als blöd und gemein betitelt….Und das soll ich schön finden?

    Deine kaputte „Mit-Leiderin“
    Silke

    1. Monique Neumann sagt:

      Hallo Silke, ich finde deinen Satz ich will ein ganzes Leben sehr stark!!! Das Gefühl alles nur halbherzig zu „bedienen“ hat mich auch immer gestresst. Was mir half war Abstriche zu machen z.Bsp. es gibt eine intensive Spielzeit aber dann ist auch gnadenlos Erwachsenenzeit und meine Kleine hat es überraschender Weise nicht böse genommen sondern es ging ihr glaube ich nur um das Ritual an sich. Oder auf Arbeit habe ich nur noch Priorität Nr. 1 erledigt und der Rest muss eben warten oder der Chef sich was einfallen lassen in seiner Organisation. Das Anstrengenste ist das Umdenken und wirklich seine Zeit einzufordern. Aber es klappt und es hilft wirklich. Lg Moni

    2. Vera sagt:

      Hallo Silke, ich kann auch alles so unterschreiben, sowohl den Artikel als auch die meisten Kommentare. Was ich meine: es WIRD besser!! Je größer das Kind, desto einfacher wird es, weil bei mir wirklich die Sachen die mich stressen einfach im Kleinkindalter begründet liegen. Was ich aber grundsätzlich zu diesem Blog anmerken möchte ist, dass ich es zunehmend unangenehm finde, dass Christine so oft kritisiert wird. Wäre es nicht mal anzudenken, diesen Blog für die Allgemeinheit zu schließen und nur noch per Anmeldung lesbar zu machen? Ich finde den Austausch hier sehr wichtig und tröstlich und offenbar gibt es einfach manche Menschen dies das nicht verstehen können oder wollen oder whatever….
      Mich machen diese Diskussion selbst hier neuerdings echt aggressiv und ich komme zu dem Schluß, dass man wenn man das Dasein als Kleinkindmutter wirklich toll und erfüllend findet man entweder wohl grundsätzlich eher einfach gestrickt sein muss (also intellektuell gesehen eher dumm, Im Sinne von „no Brain, no pain“) oder man Kinder im Allgemeinen einfach wahnsinnig gerne mag (und das tut halt nun mal nicht jeder). Daher gilt es für diese Mütter eben Augen zu und durch wenn es um ihre eigenen Kleinkinder geht.

      1. Christine sagt:

        Liebe Vera,

        da du auch auf mich und die Kritiker eingehst, antworte ich dir einfach mal :)
        Ich empfinde negative Äußerungen nicht zwangsläufig als persönlichen Angriff auf meine Person, denn die Menschen dahinter kenne ich ja nicht mal persönlich. Grundsätzlich finde ich es völlig in Ordnung, wenn auch Mütter schreiben, dass sie meine Gefühle überhaupt nicht verstehen können und eine andere Sicht auf die Dinge haben. Jeder hat ein Recht auf seine Meinung und die darf auch hier geäußert werden! Ich habe den Blog bewusst öffentlich gestartet und das werde ich auch zukünftig so halten, um viele hochsensible Mütter mit genau diesen Problemen, wie ich sie habe, zu erreichen. Und ein Blog mit Anmeldefunktion schreckt meines Erachtens erst einmal ab.
        Allerdings schalte ich die Kommentare frei und kann entscheiden, ob sie voll, gekürzt oder gar nicht veröffentlicht werden. Als ich anfing mit dem Bloggen hatte ich mir vorgenommen, jeden Kommentar zu veröffentlichen, einfach, weil auch ich Niemanden in seiner Ansicht be- oder ver-urteilen möchte. In letzter Zeit kamen jedoch tatsächlich vermehrt Kommentare rein, die entweder persönliche Angriffe (gegen mich oder auch andere Kommentatorinnen) oder reine Provokationen beinhalteten. Diese Troll-Kommentare habe ich bewusst nicht freigeschaltet und werde es auch zukünftig mit ähnlichen Kommentaren genauso handhaben, weil 1.) sie nicht den Eindruck einer ehrlich interessierten Person dahinter machten und 2.) mein Blog Zufluchtsort für hochsensible Mütter mit widersprüchlichen Muttergefühlen bleiben soll und ich nicht möchte, dass Jemand sich nicht traut, seine Gefühle zu äußern, weil er Angst vor einem Angriff haben muss.

        Ich danke dir, dass du mich noch einmal so deutlich darauf aufmerksam gemacht hast. Ich werde ab sofort noch eindringlicher darauf achten zum Schutz aller!

        Und ich habe auch in letzter Zeit vermehrt die Hoffnung, dass es mit dem Alter der Kinder besser wird!
        Danke dir ♥

      2. SilkeAusL sagt:

        Vera, you made my day 😅: no brain, no pain!! Vielleicht ist das echt unser Problem, dass wir uns viel zu viele Gedanken machen!
        Und dass es einfacher wird, wenn sie größer sind, die Hoffnung hab ich ja auch noch. Aber die Hoffnung hab ich auch schon über 6,5 Jahre. Naja, wenigstens schlafen sie schon durch 😉

        Danke für Deine Worte, auch danke an Monique. Ich mache leider schon seeehr viele Abstriche und die „Spielzeit“ bei uns beschränkt sich unter der Woche leider vielleicht auf eine halbe Stunde.

        LG Silke

  9. Kathrin sagt:

    Wow-Dankeschön! Du schreibst was ich mich nicht zu denken traue…und was ich dennoch fühle. Deine Worte haben mich zu Tränen gerührt, denn genau so empfinde ich es oft. Seit der Geburt unserer Zwillinge vor drei Jahren habe ich das Gefühl, dass es mich nicht mehr gibt, mein Leben vorbei ist…Die beiden haben von Anfang an uns Eltern alles abverlangt…Tag und Nacht viel geschrien und quengeln heute noch ständig. Nicht nur, dass mich diese Erfahrung an den Rand meiner körperlichen und seelischen Kräfte gebracht hat-nein, ihre Unzufriedenheit schreit mir auch lautsrak entgegen , dass ich irgendwie komplett versagt habe als Mutter …Danke für deine ehrlichen Worte! Sie heilen grad ein Stück meiner Seele…und geben mir neue Kraft auch morgen wieder als Mama mit Grenzen für die drei da zu sein ♡

    1. Christine sagt:

      Liebe Kathrin,
      auch, wenn dein Zustand kein Grund zur Freude ist, so freue ich mich dennoch sehr für dich, dass du nun den Mut gefunden hast, ehrlich deine Gefühle anzusehen und ihnen erlaubst, da zu sein!
      Ich wünsche dir alles Liebe, viel Kraft und die Gewissheit, dass es dich als Frau, als Kathrin, immer noch gibt. Auch, wenn du von der Mutterrolle gerade sehr verdeckt wirst – du bist immer noch da :)
      Ganz liebe Grüße
      Christine

  10. hildegard sagt:

    Liebe Christine, liebe Kommentatorinnen,
    ich hab das alles durch, was du geschrieben hast. Ich hab gestern so losgeheult, als ich deinen Blog entdeckt und gelesen habe. Am Schlimmsten War bei mir das „Gefängnisgefühl“. Das War so extrem, dass es mich in die Klinik gebracht hat. Und ich wusste überhaupt nicht, was mit mir LOS ist. Es wurde aber, um es zusammen zufassen, mit zunehmendem Alter des Kindes wirklich viel besser. Jetzt , wo ich etwas mehr Abstand und Luft habe, fällt mir dazu was ganz anderes auf. Mein Kind liebt mich heiß und innig und damit konnte ich lange vor lauter Schamgefühlen gar nicht umgehen. Ich hab ihn ja auch die ganze Zeit hindurch IMMER geliebt, aber ich bin an dieser Enge fast erstickt. Und jetzt liebt der mich so. Das kann ich sehr schwer aushalten und nehme das innerlich ganz vorsichtig an. Wie ist das bei euch? LG

  11. Ivy sagt:

    Hallo aus Wien! Ich bin seit genau 5 Wochen und 1 Tag Mama eines Sohnes. Ich bin HSP und seit der SS bekomme ich immer wieder große Angst wie ich das als HSP mit Baby/Kind schaffen soll. Ich freue mich sehr diesen Blog gefunden zu haben weil ich mich nicht ganz so allein fühle mit meinen Gedanken. Ich fand es immer schon sehr mutig und beeindruckend wenn Frauen ehrlich sagen dass ihnen die Mutterrolle nicht so liegt wie es gerne in Magazinen oder Filmen suggeriert wird. Wunschbild und Realität klaffen weit auseinander, das merke ich gerade selber. Unser Kind ist ein 6 Jahre warten/probieren/verzweifelt sein/endlich schwanger Wunschkind. Gerade da merke ich den Druck von außen:“ jetzt hast du endlich was du wolltest, jetzt sei gefälligst auch super glücklich“! Als dürften nicht widersprüchliche Gefühle zeitgleich auftreten. Der kleine ist bis jetzt zwar sehr pflegeleicht was mir als HSP sehr entgegen kommt aber die großen Mega Glücks Gefühle haben sich noch nicht gezeigt. Ich vermisse kläglich mein heiliges Ausschlafen und die Zeit mit meinem Freund und die Zeit für mich! Wie gesagt es macht mir Angst was da noch alles kommt und ob ich mich je wieder frei fühlen werde. Mir hat Literatur zum Thema und von betroffenen Menschen geholfen, hier ein paar der Bücher die mir geholfen haben (hoffe das darf man bloggen, kenn mich nicht so gut aus): Brooke Shields-Down came the rain (Kinderwunsch Behandlung & postpartale depression), Orna Donath-regretting motherhood, Elisabeth Badinter-der Konflikt, Sarah Diehl-die Uhr die nicht tickt, Brigitte Bardot-Autobiografie (eine der ersten Frauen in den 60ern die offen sagte dass sie sich nicht als Mutter fühle).
    Freue mich wie gesagt hier in Zukunft immer wieder reinzulesen! Lg Ivy

    1. Christine sagt:

      Liebe Ivy,

      hab vielen Dank, dass du uns so an deinen Gefühlen teilhaben lässt!
      Ich kann mir gut vorstellen, unter welchem (wenn auch manchmal vielleicht nur vermeintlichen) Druck du stehst, eben weil dein Kind seit über sechs Jahren dein Wunschkind war, ehe es mit der Schwangerschaft geklappt hat. Ich stelle mir vor, dass es wirklich schwierig ist, diese Vorgeschichte auszuklammern, wünsche dir aber von Herzen, dass es mit der Zeit besser wird und du dir selbst keine Schuldgefühle machst, wenn widersprüchliche Gefühle auftauchen!
      Ich freue mich sehr, dass du meinen Blog für hochsensible Mütter gefunden hast und du dich jetzt nicht mehr so alleine fühlst mit deinen Gedanken! Danke auch für deine Literatur-Tipps, es spricht nichts dagegen, sie hier aufzuführen ;-)
      Alles Liebe wünsche ich dir, weiterhin viel Kraft und möglichst viele Momente nur für dich alleine zum Kraft tanken ♥
      Viele Grüße nach Wien,
      Christine

  12. fee sagt:

    liebe christine,
    ein total wohltuender artikel. es ist so viel wert, dass man sich nicht als einziger „unfähig“ fühlt, sondern es vielen anderen ähnlich geht. allerdings hab ich gemerkt, dass viele frauen gar nicht wirklich über ihre mutterrolle nachdenken, sondern einfach versuchen, die erwartungen, die die gesellschaft mit der mutterrolle verbindet, zu erfüllen. mein mann und ich leben als hsp-paar ziemlich zurückgezogen, wir haben lange nicht verstanden, wie andere noch ihre wochenenden „vollorganisieren“ können. wir waren immer froh, wenn uns niemand eingeladen hat….. aber seitdem ich mich nicht mehr vergleiche sondern zufrieden bin, mit dem was ich habe und mich annehme, geht es mir erheblich besser. UND – ich mag weder babyspiele noch memory – ich habe also die komplette a…..karte gezogen. ich lese nur gerne vor…..immerhin. ich denke, das werden meine kinder auch überleben. LG und viel inspiration für weitere artikel

    1. Christine sagt:

      Liebe fee,

      vielen Dank für deine Rückmeldung!
      Ja, manchmal bewundere ich auch die Menschen, die am Wochenende noch so viel Kraft haben, alles mögliche zu machen, Hobbys zu pflegen, Sport zu treiben, mit der Nachbarin durch Kunstausstellungen zu tigern,…
      Schön, dass es dir besser geht, wenn du dich nicht vergleichst, sondern dich einfach so akzeptierst, wie du bist. Ich glaube, das ist der (erste und vielleicht entscheidende) Schlüssel zum Glück!

  13. Carina sagt:

    Liebe Christine,
    das ganze ist noch recht neu für mich. Bin ich doch bisher einfach davon ausgegangen, mit einer Situation konfrontiert zu sein, die bestimmt normal ist und ich da halt durch muss. Mein Sohn wird bald 1 Jahr alt und bin ausgebrannt. 1 Jahr Aufopferung, Selbstaufgabe, keine ruhige Minute und und und (die Liste muss ich sicherlich nicht fortführen 😀). Seit einem Jahr kümmere ich mich um dieses kleine Wesen, vornehmlich allein, da mein Mann den ganzen Tag arbeitet und wir keine Großeltern in der Nähe haben. Zunehmend ist mir aufgefallen das ich häufiger „zu nörgeln“ scheine als die anderen Muttis in den ganzen pekip kursen. Es wurde schwerer. Ich fühlte mich allein und offen darüber reden, wie es mir geht, habe ich mich auch nicht getraut. Seit ein paar Tagen ist es besonders schlimm und der Knoten geplatzt. Das erste mal kann ich es so benennen: ich vermisse meine Freiheit, mein altes Ich. Wie alle hier liebe ich mein Kind über alles, aber ich denke immer häufiger an die Zeit zu zweit. Die Unbeschwertheit! War das vllt schöner? Der Gedanke- den man sich nur heimlich traut weiter zu denken- ich möchte den reset Knopf drücken.
    Erst jetzt bin ich auf das Thema „regrettingmotherhood“ gestoßen. Und so schwierig es auch ist, so sehr hilft mir dein Blog, den ich gerade entdeckt habe und die ganzen Einträge der Leserinnen. Danke also dafür!!!

  14. Nathalie sagt:

    Vielen herzlichen Dank für diesen Text und deinen Blog insgesamt. Es tut einfach nur gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt mehr.

    1. Christine sagt:

      Liebe Nathalie,

      ich würde mich sehr freuen, mehr von dir zu hören, wenn du es möchtest! Mein Postfach, bzw. meine Kommentarfunktion steht immer offen :)
      Schön, dass meine Texte dir gut tun!
      Liebe Grüße
      Christine

  15. B sagt:

    Meine Kinder sind mittlerweile 6 und 10 Jahre alt geworden (Gottseidank!) und denke aber immer noch ziemlich oft, dass mich das Muttersein nicht so erfüllt wie ich es vorher gedacht hatte. Es macht schon Spass, mit ihnen Karten oder Gesellschaftsspiele zu spielen. Aber der Hauptteil der Erziehung ist doch ziemlich freudlos, nervig und zermürbend. Sie sind halt jetzt da in meinem Haushalt und ich versuche, das Beste aus dem Ganzen zu machen. Mit Schaudern denke ich an die Baby-Kleinkindjahre zurück und an die schlimme Verzweiflung, die mich damals sehr oft befallen hatte. Das Entsetzte: „Das kann es doch nicht gewesen sein! Wann fängt denn das Schöne mit Kindern an?!?“ Ich fand es damals nur anstrengend, schlauchend und fordernd. Ich war depressiv. Jetzt bin ich zwar nicht mehr depressiv aber merke immer, wie sehr mich meine „Kinderwoche“ runterzieht und körperlich und psychisch fertigmacht, wie sehr ich am Ende der Kinderwoche „nur noch“ Mutter bin und mich, die Frau, vergessen habe. Es braucht dann ein paar Tage, bis meine Stimmung wieder nach oben geht und ich mich wieder selbst fühle. Ganz ehrlich: vor den Kindern gings mir im Gesamten um Längen besser…jetzt ist es oft nur ein Dahinvegetieren bis zur nächsten Kinderpause. Mit jedem Jahr, das sie grösser werden, und mich nicht mehr so beanspruchen sondern sich nach aussen orientieren, bin ich total glücklich und freue mich auf meine dann hoffentlich kommende baldige komplette Freiheit…

    1. Christine sagt:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.